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Madonna beim ESC: Die größte Zeremonienmeisterin der Gay Culture
Orit Pnini/ KAN/ AFP

Madonna wurde für ihren Auftritt beim Eurovision Song Contest verspottet. Doch dort geht es nicht um Gesangstalente, sondern um ein Lebensgefühl, um Toleranz. Das zelebrierte sie beim queeren Superbowl perfekt.

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M. Vikings 21.05.2019, 10:39
50. Dumm gelaufen.

Zitat von im_ernst_56
Von daher lässt sich auch der Auftritt Madonnas nicht damit rechtfertigen, dass es hier um die queere Superbowl gegangen ist.
Beim Auftritt von Madonna ging es um Israel-Promo.
Und um sonst gar nichts.
Der israelische Milliardär der gezahlt hat,
wollte die Veranstaltung noch einmal aufwerten
und hat gedacht Madonna ist die passende Künstlerin.
Das ist gründlich nach hinten losgegangen.

Bei den Gewinnerbeiträgen der letzten Jahre,
die den Veranstaltungsort festgelegt haben,
kann man zumindest den Verdacht bekommen,
dass die "Wahlen" eher politische Entscheidungen der Jury waren.
Zumal die Abweichung in der Einschätzung der Qualität der Beiträge
zwischen Zuschauervotum und Jury doch sehr deutlich waren.
Und Qualität ist keine Geschmackssache,
um das noch einmal zu sagen.

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Hexavalentes Chrom 21.05.2019, 10:57
51. Netta

Zwangsqueer erschien mir vor allem das dicke Küken mit irgendeinem Bananasong. Es ist natürlich tragisch, wenn einem nur das Queere bleibt, um sich frei zu fühlen.

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kajoter 21.05.2019, 11:19
52. Nun ja ....

Frage: Handelt es sich beim ESC um einen Musik- oder um einen Darstellungswettbewerb?
Faktum: Der ESC ging aus dem "Grand Prix De La Chanson" hervor. In diesem wollte man Nachwuchskomponisten die Gelegenheit geben, ihre Titel der Öffentlichkeit vorzustellen. Jeder konnte sich bewerben und als "Demos" wurde so gut wie alles azeptiert: handgeschriebene Noten, verrauschte Tonbänder oder live vorgespielte Nummern. Leider wurde diese gute Grundidee durch Produzenten wie Siegel mit ihren massenhaften Beiträgen ruiniert, d.h. gnadenlos als Verwertungsveranstaltung missbraucht. Der Schritt zum hyperkommerziellen ESC war danach nur die logische Konsequenz.
Das ist die Geschichte des ESC.
Und nun kommen Sie, Herr Autor, daher und schreiben, dass Musik eigentlich gar nicht so wichtig wäre. Die Symbolik wäre viel wichtiger.
Ja, die Symbolik .- also etwas, mit dem minder-talentierte Popsängerinnen wie Madonna seit Anbeginn ihrer Karriere wucherten, weil sie musikalisch nichts Außergewöhnliches anzubieten hatten.
Aber gut, dass hatte Bob Dylan mit seiner grauenerregenden Stimme auch nicht - oder Hildegard Knef, die kaum einen Ton treffen konnte - oder fast alle Punk Bands oder Leonard Cohen mit seiner Dauermelancholie - um ein paar Beispiele zu nennen. Aber einige davon brachten es zumindest fertig, etwas inhaltlich Relevantes und Glaubwürdiges mit ihrer Musik zu transportieren, weshalb man ihnen ihre musikalische Unvollkommenheit verzieh - oder sie überhörte. Wie eben bei Dylan oder Cohen.
Aber bei Madonna ist das Dahinter-Stehende von einer derartigen Oberflächlichkeit und auch von einer Art von Größenwahn durchdrungen, dass ich mich frage, wie man dieses hyperkommerzielle Popsternchen überhaupt in die Nähe von ernstzunehmenden Inhalten rücken kann.
Sie wollte Platten verkaufen und Karriere machen, aber ihr Talent reichte dafür nicht aus. Also suchte sie nach flankierenden Effekten, die sie aus der Masse herausstechen ließen. Und sie fand sie - zumindest in den Augen derjenigen, die sich eh nur mit Pop und Dergl. berieseln lassen, in diesen peinlich aufgesetzten "Provokationen", die kein halbwegs intelligenter Mensch ernst nehmen konnte, oder in ihren vielen Rollenwechseln, die so viel Relevanz beinhalteten wie der sprichwörtliche Sack Reis in China..
Nebenbei: Es ist doch erstaunlich, dass gerade derartig schlechte Sängerinnen wie Madonna, H. Knef, Marianne Faithfull oder M. Rosenberg zu Kultfiguren der Schwulenszene wurden.
Und zum Schluss: Der ESC ist eine Musikveranstaltung. Also sollten doch Berufsmusiker, wie ich einer bin, mit Interesse und Neugierde zuhören - oder nicht? Stattdessen kenne ich keinen einzigen, der diese Veranstatung nicht als grauenerregende Tortur empfindet.

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Hexavalentes Chrom 21.05.2019, 12:14
53. Schauen Sie mal vorbei

Zitat von kajoter
Nebenbei: Es ist doch erstaunlich, dass gerade derartig schlechte Sängerinnen wie Madonna, H. Knef, Marianne Faithfull oder M. Rosenberg zu Kultfiguren der Schwulenszene wurden.
Weil sie mit Attitude und Allure zu kompensieren verstanden, wozu die Stimme allein nicht fähig war. Sie waren/ sind Diven. Das allein macht sie interessant. Man muss natürlich aufpassen, dass das Licht der Diva nicht in dieser Szene erlischt. Man wird dann schnell Mutti oder Oma. Oder Star der Parodien. Unvergessen der Tuntenkult um La Señora de Meirás - mit turmhohen Mantillen ins Gebet versunken. Aber natürlich haben Sie recht: Der ESC wurde gekapert. Weil er durch und durch Camp ist.

Gesangswettbewerbe abseits der Schlager finden an Musikhochschulen statt oder beim Casting für furchterregende Musicals. Oft kostenlos. Schauen Sie mal vorbei.

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Kurt-C. Hose 21.05.2019, 12:22
54. You're missing the point

Wer anderthalb Milllionen kassiert, um 2 Liedchen zu singen, sollte so viel Professionalität mitbringen, das ordentlich abzuziehen. Da muss man sich halt am "Minutenpreis" messen lassen. Wenn sie für Umme aufgetreten wäre, weil ihr der "schwule superbowl" so am Herzen gelegen hat, hätte man die politisch konstruierte Rechtfertigung des Autors noch durchgehen lassen können. So klingt sie einfach nur beleidigt.

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im_ernst_56 21.05.2019, 12:43
55.

Zitat von M. Vikings
Beim Auftritt von Madonna ging es um Israel-Promo. Und um sonst gar nichts. Der israelische Milliardär der gezahlt hat, wollte die Veranstaltung noch einmal aufwerten und hat gedacht Madonna ist die passende Künstlerin. Das ist gründlich nach hinten losgegangen.
Der Verfasser des Gastkommentars hatte aber den schrägen Auftritt Madonnas gerade mit der Bedeutung des ESC für die Queer Community erklärt bzw. gerechtfertigt. Dass der Finanzier dieses Auftritts diese Absicht wohl nicht verfolgt hat, dürfte richtig sein. Aber man kann natürlich, wie Herr Kram das tut, in den ESC und den Auftritt des Stargastes etwas hineininterpretieren und dann diejenigen (in Person von Moderator Peter Urban), die die gesanglichen Mängel ansprechen, dafür kritisieren, dass sie die Bedeutung des ESC für die Queer Community nicht verstanden haben. Anders ausgedrückt, für manche geht es nicht um die Songs und auch nicht um die Sänger*innen, sondern um das quietschbunte Happening. Das ist aber vielleicht nicht die Sicht der Mehrheit.

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DerBlicker 21.05.2019, 16:11
56. nicht hilfreich

Madonna ist eine Sängerin, die muss liefern wie alle anderen Sängerinnen auch. Und nein, da gibt es keine Entschuldigung, schon gar nicht bei den Eintrittspreisen, die die Dame nimmt. Wäre ihr das in einem Konzert passiert, wo ich 200 Euro bezahlt hätte, ich hätte das Geld zurück verlangt.

Madonna muss aufpassen, dass sie nicht in der Peinlichkeit endet, wie so viele Popdiven, siehe Whitney Houston. Wenn sie nicht mehr ordentlich singen kann, soll sie aufhören.

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GyrosPita 22.05.2019, 12:54
57.

Zitat von GyrosPita
Kann mir vielleicht mal jemand den Unterschied zwischen "queer" und "schwul" erklären?
Respekt, 6 Seiten, und nicht ein einziger Beitrag war fähig oder willens mir meine Frage zu beantworten.

Aber natürlich will diese "Community" total ernst genommen werden und erhebt selbstverständlich den Anspruch gleichberechtigt zu sein...

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NewView 23.05.2019, 09:07
58. 60 Times Madonna changed our Culture (NYT)

Herr Kram hat mit seinem Gastbeitrag völlig Recht. Madonna ist als künstlerisches Gesamtpaket zu betrachten. Über 30 Jahre lang hat Madonna auch immer wieder auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam gemacht und in ihrer Kunst verarbeitet und präsentiert. Klar war der Live-Gesang ihres Titels "Like a Prayer" beim ESC nicht perfekt. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für alle, die Madonna eh noch nie leiden konnten. Doch so schlecht war der Gesamtauftritt nun auch wieder nicht. Im übrigen haben weder Bob Dylan noch Mick Jagger wirklich gute (Live)Gesangstimmen. Das kann man natürlich kritisieren. Bezeichnenderweise wird aber einem Herrn Jagger, der ja deutlich älter ist als Madonna, nicht gleich das Recht abgesprochen weiterhin auf die Bühne zu gehen, nur weil mal sein Gesang nicht so toll war oder gar weil er nicht mehr jung ist. Insofern sind so manche Medienberichte zum ESC-Auftritt von Madonna mit hämischen Kommentaren wie "im Alter zum Gespött gemacht" schon recht schäbig.
Zu Madonnas künstlerischem Schaffen empfehle ich den New York Times Artikel "60 Times Madonna changed our Culture." Viel Spaß beim Lesen.

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xuwex 23.05.2019, 10:27
59. Madonna - PopKönigin

Für die Stimmwackler kann es verschiedene Gründe geben. Technischer Art, was ich vermute. Ich habe Madonna schon mehrfahc live singen gehört - und das kann sie, wie auch in der Doku "I m gonna tell you a Secret" beim Gesangsunterricht zu sehen und hören ist - oder auf dem Soundtrack von Evita. Da muss man schon Singen können.
Für ihre Performance in Tel Aviv konnte sie nur einmal proben.
Bei allen ESC Künstlern gab es heftige technische Probleme, die aber durch mehrfache Rehearsals in 14 Tagen ausgebügelt werden konnten - das konnte man bei Madonna nicht machen.
Ich fand die Performance an sich - ohne die bunte Show vorher- sehr gut.
Aber hätte an ihrer Stelle nach einem bunten Eurovision Abend eher etwas Unterhaltsames wie bei den Billboard Music Awards gebracht.

Das wäre insgesamt besser angekommen als die theatralische Botschaft mit Gasmasken Ballet - zumal auf Israel kurz vor dem Songcontest 700 Raketen niedergingen PLUS Daueralarm für die Menschen.

Madonna wurde vorher massiv unter Druck gesetzt, denn sie wurde mehrfach zum Boykott der Veranstaltung in Tel Aviv aufgerufen.
Und sie hatte wohl selbst auch ein schlechtes Gewissen, denn vereinbart war mit den Veranstaltern KEINERLEI politische Signale zu senden.

Fand ich ebenso unpassend wie den Protestauftritt der isländischen Band - die in islamisch strukturierten Staaten mit solchen Outfits wohl kaum überleben würden. Dort gibt es auch keine Musilkveranstaltung wie den ESC.

Madonna setzt sich schon seit Jahren für Frieden und eine Einigung ein .- auch das ist nichts Neues bei ihr.

Aber für Madonna und die Hannibal Lecter SM Truppe aus Island wird das noch ein Nachspiel haben.

Für sich genommen war das bis auf die Stimmwackler eine gute Darbietung. Ähnliches wird man auf der kommenden Tour erwarten können, wo jetzt bereits für 2020 auf Grund der großen Nachfrage Zusatztermine gesetzt werden mussten. Ebenso soll das im Juni erscheinende Album "Madame X" großartig sein, wie nach einer Pre-Listening Party zu lesen ist.

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