Forum: Kultur
Männliche Paranoia: Gruselige Zeiten - für wen?
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Männer fühlen sich von Frauen bedroht und jammern über Verunsicherung. Geht's noch? Frauen, die für ihre Rechte eintreten, werden bestraft und müssen um ihr Leben fürchten - auch in Mitteleuropa.

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evilynnigirlie 16.10.2018, 17:58
10.

Da wird Kavanaugh von einem MRA als "Unschuldiger" betitelt. Die Wahrheit ist doch viel mehr, dass NIEMAND genau weiss, was genau passiert ist, ausser Kavanaugh und Dr. Ford (Die Frau hat einen Doktortitel, so ganz nebenbei). Deshalb wäre ich vorsichtig, mit Aussagen, er sei "unschuldig".

Dennoch hat Fr. Stokowksi recht, sobald man was über Frauenrechte schreibt, wird man oft von irgendeinem sich bedroht fühlenden Kerl mindestens beleidigt ("dich will eh keiner f****, so hässlich wie du bist"), oder erhält Mails mit den kränksten Vergewaltigungs- und Mordfantasien, oder Drohungen von wegen "wenn ich dich allein auf der Strasse" und so. Und diese toxische Männlichkeit soll normal sein?

Um der "Aber-nicht-alle-Männer"-Fraktion vorzukommen: Ich weiss, dass das nur ein Teil der Männer sind, die eine toxische Männlichkeit pflegen. Bei der angeblichen Umfrage, die diese Worte, die Trump da gebrabbelt hat "bestätigen" sollen, gehts um ein GEFÜHL und nicht um Tatsachen, die sehen nämlich ganz anders aus. Was unternehmen die hier kommentierenden Herren eigentlich, um sich gegen sexuelle Gewalt zu schützen? Ich nehme an, nichts. Ich kenne aber dagegen sehr viele Frauen, die eine Vielzahl von Vorsichtsmassnahmen treffen, um sich zu schützen: Getränke in Diskotheken und auf Parties mit aufs Klo nehmen, um sicherzustellen, dass niemand Drogen oder K.O.-Tropfen oder sonst irgendeinen Mist hineinschüttet, Pfefferspray oder Trillerpfeifen mit sich herumschleppen, Selbstverteidungskurse belegen, dunkle Wege meiden und verschiedene Routen für den Nachhauseweg wählen, und so weiter und so fort. All das schert einen Mann nicht und ich wette, dass noch nie ein Mann hier darüber überhaupt nachgedacht hat. Ach so, Frauen sind ja "hysterisch" und "bilden sich alles ein". Dass Statistiken aber beweisen, dass es nur äussert selten zu Falschanzeigen kommt, interessiert Kerle nicht und wird stets als ewiges Totschlagargument hervorgebracht, wenn Frauen denn mal endlich ernstgenommen werden wollen. Sind da nicht vielleicht eher die Kerle hysterisch, wenn sie hinter jeder Vergewaltigungsanschuldigung eine Lüge der Frau vermuten…?

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Hammelinda 16.10.2018, 17:58
11. "Frauen, die für ihre Rechte eintreten, werden bestraft"

Nein, Frau Stokowski, Frauen werden vor Gericht "nur" genauso behandelt wie Männer: Wer gegen das Gesetz verstößt muss die Konsequenzen tragen. Das bedeutet Rechtsstaat.
Man kann dafür eintreten die Gesetze zu ändern, aber man kann sie nicht einfach ignorieren (und sich dann selbst als Opfer des Unrechts glorifizieren) wenn sie einem nicht passen.
Natürlich kann man es so sehen, dass gerade durch den Rechtsbruch überhaupt erst die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein Thema gelenkt werden kann (z.B. Werbeverbot für Abtreibungen); aber daraus lässt sich leider keine Straffreiheit ableiten.

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mr.x² 16.10.2018, 18:00
12. Die Art und Weise...

... wie diese dringend notwendige Debatte von allen! (=männlicher UND weiblicher) Seiten geführt wird, widert mich einfach nur an.
Die normale Diskussionskultur mit zuhören, verstehen, auf Pauschalisierungen und Beleidigungen verzichten, Meinungen respektieren und ggf. gegenargumentieren, etc. scheint in diesem ganzen "Hashtag Ich Auch" gebashe auf sehr vielen Seiten, auch professioneller (journalistischer), verloren gegangen zu sein.
Wirklich sehr sehr schade.

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UlrikeR 16.10.2018, 18:04
13. Pranger

Widerliche, abwertende Bemerkungen von Männern kennt jede Frau. Das einzige, was dagegen hilft, ist die Öffentlichkeit, da wird es ihnen nämlich peinlich. Das zeigt ja auch die Klage des betreffenden Herrn. Und obwohl er gewonnen hat, weiss jetzt jeder, dass er ein Ekel ist.

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muellerthomas 16.10.2018, 18:06
14.

Zitat von Hammelinda
Nein, Frau Stokowski, Frauen werden vor Gericht "nur" genauso behandelt wie Männer: Wer gegen das Gesetz verstößt muss die Konsequenzen tragen. Das bedeutet Rechtsstaat. Man kann dafür eintreten die Gesetze zu ändern, aber man kann sie nicht einfach ignorieren (und sich dann selbst als Opfer des Unrechts glorifizieren) wenn sie einem nicht passen. Natürlich kann man es so sehen, dass gerade durch den Rechtsbruch überhaupt erst die öffentliche Aufmerksamkeit auf ein Thema gelenkt werden kann (z.B. Werbeverbot für Abtreibungen); aber daraus lässt sich leider keine Straffreiheit ableiten.
Das österreichische Gesetz ist hier allerdings sehr seltsam: Person A darf Person B straffrei beleidigen. Wenn Person A diese - gesetzeskonforme - Beleidigung aber öffentlich macht, ist das eine Straftat.

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demiurg666 16.10.2018, 18:07
15. Überschrift

Das liegt auch an Kolumnen wie diesen die unreflektiert Männer verurteilen aber insgeheim erwarten dass Frauen nicht für ihre Verfehlungen gerade stehen müssen. Sie sind das Problem, Sie benutzen das Stilmittel der Provokation und wundern sich wenn ein Teil der Männer genauso populistisch Demagogie betreiben wie sie. Sie spalten, Frau Stokowski und beschweren sich wenn ihre Gegenspieler genauso Verhalten. Mir gehen Sie und ihre maskulinen Gegenspieler auf den Nerv, da sie beide polarisieren wollen. Sei es um publiziert zu werden oder sich im Falle einige Männer mehr herausnehmen zu können. Ich lebe derweil echte Gleichberechtigung mit meiner Frau und allen Frauen die ich kenne. Die bewegen sich in Filterblasen und verkennen die Realität, absichtlich. Sie sind die AFD der Gleichberechtigung.

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nordschaf 16.10.2018, 18:09
16.

Zitat von ulrich-lr.
Mal wieder ein echter Schenkelklopfer (oder ist das nicht mehr korrekt?). Das Ganze erinnert verdammt an Gina-Lisa Lohfink. Schon vergessen? Da wurde eine falsche Anklage zur Zugmaschine im Kampf der Aktivist*innen für die Frauenrechte natürlich gegen uneinsichtig-verklemmte Männer - und bescherte uns eine neues ungeheuer fortschrittliches Gesetz. In USA wird ein Unschuldiger von einer tapferen, aber sehr vergesslichen Dame beschuldigt. Die in riesigen Rudeln lautstark auftretenden Aktivist*innen wissen schon vor der Aussage der sehr vergesslichen Dame, dass der Typ schuldig sein muss und toben. Der unschuldige Typ, diese Pfeife, nimmt sich das ganz unmännlich zu Herzen und verliert auch noch die Fassung. Unfassbar. Männer sind statistisch Schweine und die nehmen sich gefälligst nichts zu Herzen. [..]
Der Fall Kachelmann-Lohfink ist sicherlich eklatant. Man sollte dabei aber nicht aus den Augen verlieren, dass einem Fall von vorgetäuschter Vergewaltigung eine Unzahl von tatsächlichen Vergewaltigungen gegenüber steht. Herr Kachelmann hat lange lange dafür streiten müssen, seinen guten Ruf wieder herzustellen und es ist ihm sehr zu wünschen, dass er zu einem guten Leben zurück findet. Auch hier steht eine massive Zahl (wie gross mag sie sein? 1:100? 1:1000? 1:10000? noch grösser?) von Fällen gegenüber, in denen bei einer Frau Ruf und psychische Gesundheit durch eine erlittene Vergewaltigung ruiniert wurden. Es geht bei einer Vergewaltigung ja nicht um "Sex, auf den man gerade keinen Bock hat", sondern um den Totalverlust der Kontrolle über den eigenen Körper. Um die Macht eines Fremden, alles mit einem zu machen, was er will - einschliesslich (und das weiss man ja nicht währenddessen) einen hinterher noch zu töten. Sorry, aber das ist schon ein anderer Schnack, als eine Serie von Prozessen zur Wiederherstellung des guten Rufs.

Was Frau Blasey-Ford anbelangt, könnten Sie mitderselben Argumentation (warum nicht früher angezeigt, warum so lückenhafte Erinnerung nach 35 Jahren) auch die Missbrauchsfälle von Priestern an Kindern und Jugendlichen in Frage stellen. Warum ist ein(e) Jugendliche, die von einem Mitschüler versucht wurde zu vergewaltigen weniger glaubwürdig als wenn der Täter ein Priester war? Nach so langer Zeit dürfte auch bei den Missbrauchsopfern der Priesterschaft die Erinnerung nicht mehr vollständig sein. Wollen Sie die Taten dort auch in Frage stellen?

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vulcan 16.10.2018, 18:09
17.

Zitat von petrapanther
"Warum meldet Christine Blasey Ford die (angebliche) versuchte Vergewaltigung erst 35 Jahre danach, also wenn bereits alles zu spät ist, um die Ernennung von Kavanaugh zu verhindern?" Es war keineswegs zu spaet, die Ernennung zu verhindern, wie kommen Sie denn auf den Blödsinn? Und wenn man sich die Drohungen anschaut, die Frau Ford und ihre Familie jetzt erhalten, dann ist offensichtlich, warum Frauen oftmals lange schweigen. "Aber ohne Beweise ist es lediglich üble Nachrede, [...]" Es ist nur dann üble Nachrede, wenn es die Unwahrheit ist. Haben Sie dafür irgendeinen Beleg? "Und Sigi Maurer hätte vielleicht nach der ersten (sicherlich berechtigten) Empörung über die erhaltenen Nachrichten einfach mal den Kopf einschalten sollen. Dann wäre ihr womöglich eingefallen, daß der Pranger im Mittelalter nach dem Mittelalter abgeschafft wurde" Jetzt ist es also ein 'Pranger', wenn man eine obszöne Nachricht, die man von irgendeinem Perversen erhalten hat, weiterleitet? Ihre Ansichten sind kaputt. "Etwas mehr Gelassenheit auf beiden Seiten wäre stattdessen mal wieder eine schöne Abwechslung." Klar, Frauen sollen sich nicht so anstellen! Was ist schon so schlimm daran, vergewaltigt zu werden und dann mit anzusehen, wie der Vergewaltiger befördert wird? Einfach mal chillen!
Vielleicht beruhigen Sie sich erstmal, bevor Sie hier schreiben. So kommt nämlich nur unausgegorener Unsinn dabei heraus.
Ihre Argumentationen sind komplett unschlüssig.
Das Ford jetzt Drohungen erhält, ist überhaupt nicht mit der Situation vor 30+ Jahren vergleichbar - eine Anzeige gegen Kavanaugh hätte damals ganz sicher nicht solche Folgen gezeitigt, nicht wahr?
Und falls doch - damit stehen Frauen nicht allein. Jeder, der jemanden anzeigt, setzt sich der Gefahr aus, bedroht zu werden. Das ist kein 'frauenspezifisches Problem'.
Eine oder mehrere obzöne Nachrichten wie geschehen weiterzuleiten, hinterlässt schon einen sehr komischen Eindruck, oder? Die normale Reaktion, wenn einen so was stört, wäre doch eine Anzeige gewesen, oder nicht? Ist dann ein Straftatbestand erfüllt, nimmt das Schicksal seinen Lauf wie vom Gesetz vorgesehen - nur vielleicht nicht mit gar so viel Publicity für die Dame .
Und 'Gelassenheit' bezog sich ganz sicher auf die Diskussion im Allgemeinen und keinesfalls auf das, was Sie in Ihrer hochdramatischen Umdeutung daraus machen.
'Chillen' empfehle ich daher eher Ihnen.

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G. Samsa 16.10.2018, 18:11
18.

Manchmal wirkt die Themensetzung der Verfasserin etwas wohlfeil. Soweit ich sehe: nichts zu den Fällen Ronell oder Argento oder darüber, dass Weinstein einen Prozess gewonnen hat, weil die Klägerin die angebliche Vergewaltigung anscheinend erfunden hat oder worüber gerade die New York Times berichtet hat: https://www.nytimes.com/2018/10/13/opinion/stephen-elliott-moira-donegan-media-men.html

Was nicht in die eigene Agenda passt, wird tendenziell wohl eher ignoriert.

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nordschaf 16.10.2018, 18:18
19.

Zitat von Hammelinda
Nein, Frau Stokowski, Frauen werden vor Gericht "nur" genauso behandelt wie Männer: Wer gegen das Gesetz verstößt muss die Konsequenzen tragen. Das bedeutet Rechtsstaat. Man kann dafür eintreten die Gesetze zu ändern, aber man kann sie nicht einfach ignorieren (und sich dann selbst als Opfer des Unrechts glorifizieren) wenn sie einem nicht passen. [...]
Vom Grundsatz her haben Sie recht, dass Gesetze oder Auslegungen derselben anzupassen sind, wenn sie sich als nicht zweckdienlich erweisen. Ich erinnere mich noch an die Diskussionen in den 80ern, als es um die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe ging. Da zu einer Ehe mithin auch gemeinsamer (!) Geschlechtsverkehr gehört, waren gerade viele Männer damals der Meinung, es könne keine Vergewaltigung in einer Ehe geben, da in anderen Fällen ja Geschlechtsverkehr einvernehmlich stattfinden würde. Mithin hätte ein Ehemann auch ein Anrecht darauf, Geschlechtsverkehr mit seiner Frau zu haben. Die Frage hat damals viele Gemüter bewegt und am Ende des Tages wurde die Gesetzeslage angepasst. Dies ist nun z.B. auch mit dem §219a fällig.

Ach ja, noch etwas: es gab damals auch die Diskussion, ob eine Prostituierte überhaupt vergewaltigt werden könne oder ob das nicht nur so eine Art erschlichene Dienstleistung ohne Bezahlung wäre. Interessantes Gedankenspiel, oder? Wie würden Sie in dieser Frage entscheiden?

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