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Mahnmal-Aktion des ZPS: Eine dubiose Machtfantasie
DPA

Rechtsradikale enttarnen - das geht schon in Ordnung? Irrtum. Das Zentrum für Politische Schönheit zahlt mit seiner Höcke-Belagerung voll auf den AfD-Opferkult ein.

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purple 23.11.2017, 23:05
220.

Zitat von carlitom
Welche hat denn vergleichbare Verbrechen in ihrer Geschichte vorzuweisen, zwei Weltkriege und einen Völkermord auf dem Gewissen?
na ja, Hiroshima, Nagasaki (USA) Dresden Hamburg (USA GB) Vietnam (USA), Genozid an den Indianern (USA). Irakkrieg (USA), katholische Kirche (Hexenverbrennungen).
Ich wollte jetzt nicht vergleichen und auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder einer Grausamkeitsskala erheben - und wie schon gepostet - ich halte Herrn Höcke auf einer Linie mit unseren 1000 Jährigen Ideen - aber sie haben gefragt.

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blutiger ernst 23.11.2017, 23:07
221. Beton vor der Hütte bei Höcke

Die Aktion besticht mich spontan erst mal als witzig. Ein durchaus kreativer Umgang mit dem Diktum „Denkmal der Schande“.
Die Abhörnummer jedoch ist so krank wie pervers. Dass man Höcke ein „Mahnmal“ aufs Nachbargrundstück setzt, ist das Eine – das muss er als jemand, der öffentlich mit politischem Kalkül die Gefühle anderer durchaus gezielt verletzt hat, meines Erachtens abkönnen. Aber: Seine Familie in Sippenhaft zu nehmen und ihn dauernd wie die Stasi zu observieren - IST Psychoterror. Dass das legal sein soll, befremdet mich sehr. Jeder entlassene Triebtäter genießt da mehr Persönlichkeitsrechte.
Egal was man von Höcke als Mensch hält, seine Kinder können nichts für ihren Papi. Selbst wenn man ihn verabscheut: Wer ihm im Namen der zu verteidigenden Menschenwürde SEINE nimmt, verrät genau das, was er angeblich verteidigt.
Wohlgemerkt: Hier geht es um den zivilisatorischen Minimalstandard unter politischen Gegnern. Hebt man den auf, gilt NICHTS mehr. Dann ist man in der Zone des Hasses, wo man am Ende auch Kehlen durchschneiden darf. Das hat nichts mehr mit Witz oder gar politischer Schönheit zu tun.

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Grünenberg Berlin 23.11.2017, 23:07
222. Liberale Flaschen

Mit Leuten wie dem Autor dieses Artikels kommt man politisch nirgendwo hin wo es schön ist. Dieser kleine Elendstext ist ein typisches Symptom der konfliktscheu der Millennials und ein Armutszeugnis des blutleeren Liberalismus von fredensverwöhnten Hipstern die sich nicht mehr vorstellen können, für ihre Freiheiten zu kämpfen. Ich bewundere die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit als die bisher beste Art, "mit den Rechten zu reden". Der Autor dieses Artikels hat keine Ahnung von politischer Strategie, denn es geht gar nicht darum, ob diese Aktion die Rechten beeindruckt oder möglicherweise verbessert und heimführt ins demokratische Mutterschiff (was für eine absurde, bevormundende Vorstellung). Es geht darum, dass wir, die Liberalen, mit uns selbst kommunizieren und uns gegenseitig versichern, dass wir die Arschlöcher nicht vorbeiziehen lassen werden zu den Fleischtöpfen der Republik, wo ein paar fett gefressene Parteien es gerade nicht schaffen, eine Regierung zu bilden. Wir kämpfen - und schließe mich da jetzt ein, denn ich habe mich heute um die Mitgliedschaft bei diesen militanten Humanisten beworben - gegen die Wiederauferstehung einer völkisch-rassistischen Bewegung in Deutschland, die derzeit vor allem Sachsen und Thüringen in 'Bundesbräunungsstudios' verwandelt. Die piefigen Einwände des Autors weisen ihn als eine von vielen liberalen Flaschen aus.

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urpd22 23.11.2017, 23:07
223. Alles kritisierbar

Die Verbrechen des Nationalsozialismus waren so furchtbar und grausame Realität, dass ein Mindestmaß an zivilgesellschaftlichem Widerstand doch angebracht ist. Björn Höcke ist eh schon eine zentrale Figur der AfD, diese Aktion wird ihn nicht schlagartig "berühmter" oder "mächtiger" machen.

Die Alternative soll sonst sein: schweigen? Bei den ganzen rechtsradikalen Kommentaren im Internet ist es ja ähnlich: 10 vereinigte Dorftrottel plärren mit Ihrem Müll die Kommentarspalten voll, 1000 schweigen, die längst nicht so extrem sind. Solle man sich da auch nicht einmischen, weil das sonst den rechten Hetzern nur noch mehr Aufmerksamkeit verschafft?

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purple 23.11.2017, 23:07
224.

Zitat von Tacitus73
Ich bin nicht Ihrer Meinung - denn ich lese aus Ihrem Beitrag heraus, dass Sie die Aktion gegen Höcke für legitim halten (falls es anders ist, korrigieren Sie mich bitte). Dennoch finde ich, dass Sie einen wichtigen Punkt ansprechen. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass die NPD vom Bundesverfassungsgericht ein für allemal verboten wird, und ich verstehe bis heute nicht, warum man dies nicht getan hat, obwohl man es ganz offensichtlich hätte tun können. Damit hat das BVG eine Lage geschaffen, in der Argumente wie das Ihre zählen können: Wenn eine verfassungsfeindliche Partei von der zuständigen Instanz nicht verboten werden kann, entsteht der Eindruck, dass der Staat nicht konsequent gegen Extremisten und Verfassungsfeinde vorgeht. Und im Umkehrschluss kann man dann einfach behaupten, eine Partei sei verfassungsfeindlich, auch wenn das BVG dies nicht festgestellt hat, oder es sei legitim, gegen angebliche Staatsfeinde vorzugehen. Dennoch rechtfertigt der Verweis auf das Urteil des BVG nicht das ungesetzliche Handeln gegen irgendeine Person. In jedem Fall wäre das trotz allem eine Anmaßung von Selbstjustiz.
Wieso ist das Aufbauen einer Skulptur auf dem Nachbargrundstück ungesetzlich? Videoüberwachung würde ev. gegen den Stalkingparagraphen verstoßen - aber das lasse ich geschmeidig die Staatsanwaltschaft klären - falls eine entsprechende Anzeige vorliegt

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heiko1977 23.11.2017, 23:08
225.

Zitat von irvington
Interessante Kritik dieser Aktion. Was mich jedoch wundert ist, dass der Autor des Artikels selbst auf die Strategie des ZPS reinfällt und sie beim Wort nimmt. Wer andere Aktionen des Zentrums verfolgt hat, müsste wissen, dass hier stets eine gute Menge Fiktion mit im Spiel ist - so ist es m.E. vollkommen ausgeschlossen, dass hier Aktivisten wirklich Listen angefertigt haben mit Personen, die bei Höcke ein- und ausgehen. Denn das ZPS ist eben kein Geheimdienst, und die Ak/rtivisten sind eben auch nicht Teil einer politischen Bewegung. Dafür steht auch die Schönheit im Namen Zentrum für politische Schönheit. Es handelt sich um Kunst. Aktivistische Kunst klar, es soll eine Debatte angestoßen werden, Aufmerksamkeit für bestimmte politische Themen und Ziele erregt werden. Nichtsdestotrotz bleiben die Aktionen Spiel, sie haben keine ernsten Konsequenzen. Dass das Ganze im Grunde "nur" Theater ist, zeigt diese Aktion nun sogar besonders deutlich: Hier wurde nicht, wie bei einer früheren Aktion, das Denkmal verpflanzt oder ein Teil entwendet (wie bei den Mauerkreuzen), sondern das Denkmal wurde nachgebaut. Eine Kulisse wurde dem Höcke vors Haus gesetzt, eine Nachahmung, ein Bühnenbild, das etwas symbolisiert, mehr nicht. Es ist allein der Marketingstrategie des Zentrums zu verdanken, die sich stets als äußerst ernst- und gewissenhafte Aktivisten darstellen, dass sofort alle Medien von der Aktion berichten, als handele es sich um ein politisches Ereignis. Ob es sich dabei um gute Kunst handelt, fragt merkwürdigerweise niemand. Ich würde sagen, das Theater ist leicht zu durchschauen weil ein bisschen platt, politisch sympathisch sicherlich, doch irgendwie auch immer ein bisschen beschränkt, obschon der Kopf der Truppe ja auch noch Philosoph ist. Insofern weiß ich auch nicht so genau, was ich davon halten soll, zumindest scheinen mir die aktivistischen Tribunale und Parlamente von Milo Rau da etwas komplexer und interessanter.
Generell vernünftiger Beitrag, bios auf einen Punkt. Ihre Benerkung zu "guter Kiunst" ist ziemlich schwierig. Was soll "gute" Kunst sein? Kunst liegt immer im Auge des Betrachters, also kann es keine "gute" Kunst geben. Sondern nur Kunst, die Betrachter findet und diese zum nachdenken anregt oder zu anderen Gefühlen anregt.

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opagila 23.11.2017, 23:11
226.

Woher wissen den die Bewacher welche Post Herr Höcker von wem bekommt? Diese Kasper labern von Demokratie? Dann sollen sie sich in Parteien organisieren und ansonsten muss die gewählte Afd ausgehalten werden. Wir müssen auch linkes und grünes Geschwätz aushalten.

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alfredjosef 23.11.2017, 23:13
227. Krautfunding

Von wegen crowd funding. Die beiden sind entweder von Höcke gekauft, oder aber Antifa und AfD arbeiten Hand-in-Hand. Die dritte Möglichkeit wäre natürlich unsägliche Dummheit, Höcke wieder in aller Munde, jede aber auch jede Zeitung berichtet über ihn.

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tobyr 23.11.2017, 23:16
228. Spielt keine Rolle

Zitat von bambata
Selbstverständlich haben die Jungs und Mädels vom Zentrum für Politische Schönheit den Höcke NICHT beobachtet, haben keine Aufzeichnungen darüber angefertigt, wer beim Höcke ein und ausgeht, haben seinen Briefkasten nicht geleert und haben auch keine Kameraaufnahmen angefertigt. Die Nummer mit der Beobachtung ist ein Seitenhieb auf das BfV, das den Höcke nicht beobachten zu müssen glaubt.
Selbst wenn das so wäre (und dass Höcke schon vor Wochen den Diebstahl seiner Papiermülltonne angezeigt hat sowie eine Drohne beim Überfliegen seines Grundstücks gesichtet wurde, spricht eher gegen diese Annahme), würde das keine Rolle in Bezug auf die Strafbarkeit der versuchten Nötigung spielen. Wenn ich eine Nötigung mit vorgehaltener Pistole versuche, ist es auch nicht relevant, ob sie sich hinterher als nicht geladen herausstellt.

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schillerphone 23.11.2017, 23:20
229. Es ist illegal jemanden zu stalken und zu bespitzeln

Hier wird das Gesetz gebrochen und die Kunstfreiheit missbraucht.

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