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Mainstream-Medien: Was denken Sie?
imago/ Frank Sorge

Lügenpresse, Entfremdung, Elfenbeinturm: Die Zweifel an der journalistischen Arbeit sind immer noch hoch. Wir möchten Ihre Meinung erfahren. Schreiben Sie uns und stimmen Sie ab.

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nathan.brander 25.02.2018, 12:04
1. interessen

alle haben ihre interessen - und natürlich berichtet der befallene baum anders über den letzten sommer als die borkenkäferfamilie - obwohl sie über das gleiche/selbe (?) ereignis berichten
der baum formuliert aber wahrscheinlich etwas anders gegenüber dem holzfäller als dem umweltschützer ... usw
die interessen der einzelnen ("mainstream") medien sind teilweise auch recht untersschiedlich - völlig in ordnung. meist hat es finanzielle hintergründe welche informationen wie publiziert werden (werberkunden, andere interessen der eigentümer der medien) und dass "die springer presse" oder besser die privatwirtschaftliche presse (zB auch spon etc) natürlicherweise nicht gegen "ihre interessen" publiziert ist ja auch in ordnung, auch dass die "linke presse" ihre interessen verfolgt - nachvollziehbar ... wir können ja wählen was wir lesen - aber dass der öffentliche rundfunk, den jeder haushalt mitfinanzieren muss - den anspruch vertritt neutral zu informieren und dies aber nicht tut, ärgert viele sehr.

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goethestrasse 25.02.2018, 12:04
2. Glaubwürdigkeitsverlust

Trotz Informationsschwemme gibt es immer wneiger Medien auf die, ich persönlich, vertraue. Besonders bei SPON ist es mir die letzen Jahres sehr negativ aufgestossen, wie über Themen berichtet wird. Neutrale Fakten werden immer weniger unkommentiert veröffentlicht. Der erste Kanckpuntk war die Änderung im forum, dass man mit Forumsteilnehmern direkt Kontakt aufnehmen konnte, ohne den Umweg des öffentlichen Forums. Zu der einseitigen Berichterstattung kommt, was noch viel schwerwiegender ist, das NICHT-berichten. Das erwckts Mißtrauen. Aber durch ignorieren verschwinden diese Fakten auch nicht ! Möchte man sich neutral informieren, bedarf es zunehmend immer mehr verschiedener Quellen.

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m-zmann 25.02.2018, 12:16
3. Das Problem sind nicht die Lügen - sondern die Lücken!

Lügen haben bekanntlich "kurze Beine", werden rasch aufgedeckt und zwingen bisweilen die Verursacher und Verbreiter zu Richtigstellungen. Oft fallen sie auf den Lügner zurück - "Wer einmal lügt ..."

Viel problematischer sind die Lücken. Wer, wie BM De Maizere anlässlich des abgesagten Fußballspieles, Informationen bewußt zurückhält und eine informierte Öffentlichkeit für problematisch hält, verspielt nachhaltig Vertrauen. Zumal viele Menschen "zwischen den Zeilen" lesen können.

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RalfHenrichs 25.02.2018, 12:16
4. Wie SPON das Vertrauen wieder herstellen kann?

Weniger Kampagnen-Journalismus fahren. Journalisten sollten VERSUCHEN objektiv zu berichten und keine Politik zu machen. Man weiß ja, welche Position SPON in bestimmten politischen Feldern hat und so wird auch berichtet - es wird nicht gelogen, aber eben tendenziös berichtet.

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stefan.albrecht@virgilio. 25.02.2018, 12:19
5. Ignoranz verursacht Fehler

Ich denke nicht, dass Journalisten in Deutschland bewusst Falschmeldungen kreieren, sie lügen also nicht aus meiner Sicht. Das Problem ist, dass Berichte immer nur die persönliche Meinung eines Journalisten sind und nie die ganze Wirklichkeit spiegeln können und dass diese Tatsache in Deutschland absolut ignoriert wird. Da geht es dann sehr schnell, dass man von jemandem mit anderer Meinung als "Lügner" bezeichnet wird.
In den letzten Jahren ist allerdings immer mehr feststellbar, dass in Berichten der notwendige persönliche Abstand zum Thema fehlt, wo dann die persönliche Meinung der Journalisten zu stark in den Vordergrund drängt und jede Sachlichkeit verlorengeht, wobei die Journalisten sich dabei zusehends von Emotion und Mainstream tragen lassen. Besonders gut sieht man das am Thema Trump. Es vergeht kein(!) Tag, an dem er nicht in den Schlagzeilen ist, auch wenn er gar nichts gesagt oder getan hat. Und da ist schon die persönliche Abneigung vieler und der Mainstream im Vordergrund. Denn, zumindest bis jetzt, hat Trump nicht annähernd den Schaden in der Welt angerichtet, den sein Vorvorgänger George W. Bush in der gleichen Zeit bereits vom Zaun gebrochen hat. Bei Bush scheints normal gewesen zu sein, bei Trump rollen Lawinen von halbseidenen Berichten heran, die sich lesen, als wäre er schon im Gefängnis, wenn irgendein Schriftsteller (der sofort, komischerweise, als zuverlässig eingestuft wird) über ihn von der Latte zieht. Das ist vor allem eines: Kindisch und unprofessionell. Man will sich als großen Kämpfer darstellen, statt über Dinge zu berichten.

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spon_12 25.02.2018, 12:21
6.

Zitat von nathan.brander
wir können ja wählen was wir lesen - aber dass der öffentliche rundfunk, den jeder haushalt mitfinanzieren muss - den anspruch vertritt neutral zu informieren und dies aber nicht tut, ärgert viele sehr.
Ich denke, Sie sollten Ihr Geraune mit Beispielen unterlegen, sonst ist es halt nur Geraune.

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hpkeul 25.02.2018, 12:23
7. Viele Menschen konsumieren Ihr Medium

weil sie ihre eigene Meinung bestätigt haben wollen. Das ist natürlich für einen AFD-Anhänger schwierig. Welcher auch mur halbwegs intelligente Journalist sollte deren abseitige Ansichten bedienen?
Ich erfahre meinen Medienkonsum als sehr ergiebig. Z.B. gleiche ich den Spiegel mit der Faz ab und umgekehrt. Und siehe da: trotz der sehr unterschiedlichen Ausrichtung finde ich in letzter Zeit erstaunlich viel Übereinstimmung. Es ist mir sehr bewußt, dass niemand, auch kein Journalist, wirklich neutral ist. Die Leser sind es auch nicht. Wenn man aufmerksam liest und hört, kann man aber sehr viel Wahrheit erkennen. Sogar der Spiegel kommentiert das Chaos bei der SPD recht kritisch. Trotz der alten Liebe zur SPD. Und die Franfürter deckt die derzeitigen Widersprüche und Trägheiten bei der Union auf. Ein Zeichen, dass die seriösen Journalisten ein Berufsethos haben.

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spon_4748061 25.02.2018, 12:24
8. Zweifel an dem journalistischen Anspruch

Mir fällt zu diesem Thema spontan der Auftritt von Herrn Reichelt in der Sendung „Hart aber fair“ am 19.02. ein: Die auflagenwirksam verkürzte und zuweilen - wenngleich glaubhaft in guter Absicht - polemisierte Darstellung liefert die Opfer und Opferfamilien weiter aus. Sie bietet den Tätern weitere Argumente. Medien dürfen in der Sache nicht Selbstzweck sein. Oder, um mich an den bildlichen Spruchs eines Kollegen anzulehnen: Wer mit Titelthemen auf alles schießen möchte, was sich bewegt, der sollte peinlich genau recherchiert haben. Und wenn die vokale Aufarbeitung nicht die eigene Stärke ist, dann sollte die seriöse Pressearbeit fern den Kameras stattfinden.

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JaIchBinEs 25.02.2018, 12:24
9. Wahrheitsgehalt vs. Umfang

Was den Wahrheitsgehalt betrifft, vertraue ich den deutschen Medien weitgehend.
Etwas anderes ist natürlich Auswahl und Umfang der Berichterstattung, insbesondere Entwicklungen nach Ereignissen, die länger zurückliegen.
Manchmal sind eben Geschichten, die statt 3 Tage mehrere Jahre dauern interessanter und wertvoller für meine Urteilsbildung.
Und die Präzision. Im Fußball wird seit Jahren die Quote der erfolgreichen Päße jedes Spielmachers pro Partie und Vereinszugehörigkeit statistisch erfasst.
Für Politiker könnten Jounalisten über so etwas wie die „Wahrheits-“ oder „Leugnungsquote“ aller öffentlichen Aussagen Buch führen.

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