Forum: Kultur
Mainstream-Medien: Was denken Sie?
imago/ Frank Sorge

Lügenpresse, Entfremdung, Elfenbeinturm: Die Zweifel an der journalistischen Arbeit sind immer noch hoch. Wir möchten Ihre Meinung erfahren. Schreiben Sie uns und stimmen Sie ab.

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MehrSeinalsSchein 25.02.2018, 14:59
90. Gewaltenteilung verpflichtet zur Neutralität!

SgD+H, ich war gerade in dem Film die Verlegerin, in dem zwar amerikanisch patriotisch, aber eindrucksvoll dargestellt wird, welche Bedeutung einer freien Presse zukommt und was passiert, wenn sich diese von den Mächtigen einschüchtern läßt! Das ist die positive Seite! In dem Film sagt die Verlegerin in etwa: Die Presse steht nicht im Dienste der Regierung, sondern immDienste der Regierten! Das bringt es auf den Punkt! Wenn es stimmt, dass ein Großteil der Deutschen Medien z.B. im Besitz der SPD oder regierungsnahen Individuen ist, gibt das zu denken! Ich teile die Meinung von Herrn Krohn-Grimberghe und das aus eigener Erfahrung. Ich war in unterschiedlichen Rollen informierter Beteiligter bei einem der großen Skandale der Deutschen Wirtschaft und kann aus eigenem Erleben feststellen, dass es den beteiligten Qualitätsjournalisten gar nicht darum ging Wahrheiten oder Tatsachen zu ermitteln, sondern nur darum, entweder ihre poltisch beeinflusste Sichtweise zu bestätigen oder Quote zu machen! Das ging bis zur Erpressung: „Wenn Sie mir keine Informationen geben, dann schreibe ich halt etwas Falsches und das kann dann ja dann negativ für Sie sein!“ (Ende des Zitates) und wir reden hier nicht von der Bildzeitung! Ich nehme Artikel mittlerweile quasi nur noch als „Meinung / Kommentar“ und nicht mehr als anständig und sorgfältig recherchiert wahr! Das muß sich ändern, gerade wegen der aktuellen Entwicklung in den großen Demokratien. Die Freie Presse kann nur dann ihrer „Funktion“ als quasi „4. Gewalt“ nachkmmen, wenn sie auch die damit verbundene Verantwortung zur Wahrheit und Unabhängigkeit ernst nimmt! Um so mehr, weil die Journalisten ja nicht gewählt sind und somit über Macht auf Dauer und nicht nur auf Zeit verfügen! Das gilt erst recht für den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk! Der darf es nicht, ist es aber: regierendenfreundlich!

Da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, hoffe ich weiterhin, dass das Ganze ohne zu große Kollateralschäden, die ja in anderen Ländern bereits eintreten stattfinden wird!

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kuestenvogel 25.02.2018, 14:59
91. Komplex

Fragen sie zwei Generationen über mir, so klärt man mich auf, dass „die Öffis“ und gewisse Medien – man denke an „Die Zeit/ Die Welt“ – ihrer Ausrichte seit Jahrzehnten folgen. Dagegen kann man schlecht etwas sagen, die Medien sind politisch geprägt.

Trotzdem galten die seriösen Medien (= Massenmedien) als glaubhaft, man galt als informiert schaute man Tagesthemen und Heute Journal. Das Web ist Segen und Fluch zugleich. Die westliche Presse macht etwa eine Milliarde Bürger aus, die restlichen Milliarden leben woanders. Heute bekommt man deren Presse im Minutentakt über das Web mit, somit auch schlicht andere Blickwinkel.

Wer sich somit auch andere Blickwinkel, unabhängig des Themas, anschaut, gilt gleich als Putintroll, Rechter oder auch Gutmensch, persönlich und auch auf Journalisten bezogen.

Quellennachweis kann hilfreich sein, inkl. der Kennzeichnung Kommentar/Meinung. Das ist natürlich eine Gradwanderung, denn der westliche Blickwinkel, als Beispiel, ist immer eine Meinung. Es schadet nicht, zeigt man wertfrei mal den Blick aus China/ RU/ Südamerika/ Afrika, ohne diese als rückständig darzustellen, denn dieses Vorurteil kann man zwischen den Zeilen immer noch lesen, wenn nicht gar direkt formuliert, obwohl wir im Westen heute viel von den x Milliarden anderen Bürgern lernen können.

Umgekehrt genauso, aber man fängt eben bei sich selbst an (vor der eigenen Tür kehren), andere kann man nicht zur Veränderung zwingen, nur man selbst kann sich verändern – westliche Werte tatsächlich nutzen, nicht nur propagandieren – so werden wir im Ausland nämlich wahrgenommen, als westlicher Werte-Fake, und das kommt nun auch bei den Menschen hier zurückgespiegelt an. Die Medien sind der Transporteur.

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komaraz 25.02.2018, 14:59
92. Grundsätzlich glaube ich nicht ...

das die Medien (Presse und ÖR) lügen.
Das heißt aber nicht, das sie immer die Wahrheit berichten. Es ist eben keine Lüge, wenn die Wahrheit nicht berichtet wird. Nur wenn es publik wird, das die Wahrheit nicht berichtet wurde, wird es problematisch. Ansonsten glaube ich, das sich die Presse in den letzten 10-15 Jahren selber ziehmlich "glattgebügelt" hat.
Das endet mitunter in geradzu willfährigem Berichten über die Politik (Regierung) im Lande. Abweichende Meinungen werden dann oft - zu oft - als populistisch abgetan. Wenn das nicht so wäre, müsste man sich ja mit solchen Meinungen auseinander setzen. Diese Schwierigkeit möchte sich manch ein Politiker und Jounalist dann doch ersparen. Schade.

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wahrsager26 25.02.2018, 14:59
93. An heiko1977. Nr82

Nun,es mag überheblich klingen...Ich erarbeite mit gar nichts.Gewisse Entwicklungen/Meldungen tragen bereits den Keim des Scheiterns in sich,oftmals garniert mit dummen Aussagen.Ob ich das Autoradio bemühe oder anderes ,wenige Worte reichen für mich aus um zu wissen, wohin der Hase läuft.Meist erinnere ich mich an zurückliegende eigene Gedanken,die ich mit den gegenwärtigen Aussagen nur vergleichen muss....und dann leider wieder mal recht habe.Wenn Sie derart mit sich selbst aufgestellt sind,haben es auch Redakteure schwer mit der Argumentation.Was mich dabei in privaten Gesprächen erschreckt: Wie simpel solche Gespräche verlaufen können-ich führe öfter welche! Danke

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motorraucher 25.02.2018, 15:00
94.

zunaechst einmal finde ich es aussergewohlich, das es diese Diskussion in diesem Forum ueberhaupt gibt. Ich haette gleich mehrere Punkte beizutragen (welche nicht nur SPON betreffen):
1. Wie schon mehrfach hier im Forum angesprochen sollten Medien ihren Lesern die Bewertung eines Sachverhaltes ueberlassen (ausgewiesene Kommentare ausgenommen).
2. Unterlassen Sie dauerndes Schwarz-Weiss-Moralisieren. Die wenigsten, die z. B. auf Probleme bei der Zuwanderung hinweist, ist zwangslaeufig ein AFD-Waehler oder ein Rassist. Sie zwingen die Leser (und Waehler) dadurch auf ein "wer nicht dafuer ist, der ist dagegen" und das, so glaube ich, verschafft Populisten Zulauf.
3. Nicht jeder Furz, den Donald Trump laesst, ist eine polemische Erwaehnung wert und nicht fuer jeden Pickel der Kardashian-Familie braucht es eine Eilmeldung. Lasst die Kirche oefter mal im Dorf
4. Es ist nicht Aufgabe der Medien, Wahlen zu entscheiden sondern die des Waehlers. Also berichtet ueber die wirklich wichtigen Dinge, auch wenn sie kompliziert sind (z. B. Altersarmut, Einkommensverteilung).

Bei etwas laengerem Nachdenken faellt mir sicher noch mehr ein, aber ich glaube, es kommt heraus, was ich meine.

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DieHappy 25.02.2018, 15:00
95.

Zitat von Schwarze Seele
dann sollten Sie sich mal, beispielsweise im NDR-Vorabendprogramm, Beiträge nebst Anmoderation zu Gemüte führen! Da bleibt wenig von "allen Perspektiven"... und ihrem hochgelobten ÖRR.
Wenn sie den ÖRR beurteilen wollen, müssen sie natürlich sein gesamtes Angebot nehmen, einen Strich drunter ziehen und dann schauen, ob alles bedient und abgedeckt wurde, ob da dann in etwa 50/50 bei rauskommt.
Ihr nur dahin behauptetes Einzelbeispiel belegt gar nichts.
Es gibt dort eben "Peter Hahne" und Report aus München, früher ZDF Magazin etc. und eben auch eher linke Formate, Monitor, etc. Gut so.

Wie der Forist schon ausgeführt hat, das Ideal sollte sein, dass in D. das gesamte Spektrum der Meinungen abgedeckt wird, und der Konsument sich durch die Breite seine Neutralität schafft. Alles andere wäre Einheitspresse ala DDR.

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danieldurchschnitt 25.02.2018, 15:00
96. die vierte Gewalt in der Repräsentativen Demokratie schwächelt

Der Anspruch an die Medien und das journalistische Selbstverständnis klaffen weit auseinander. War man es bei den Medien (und im besonderen dem ÖRR) lange Zeit gewohnt, die "vierte Gewalt" sein zu dürfen und die Meinung der Bevölkerung zu repräsentieren, so entwickeln im Zeitalter des Internet immer mehr Menschen eine eigene Meinung. Und die ist dann auch noch fundiert durch Informationen, die nicht von den großen Agenturen verbreitet werden. Der Neuzeitliche Medienkonsument erwartet von den Profis keine andere Meinung, sondern möchte von deren Informationsvorsprung in der Sache und im Einzelnen profitieren. Wenn aber nicht mehr recherchiert wird, sondern nur noch das nachgebetet wird, was die think tanks verschiedenster Interessengruppen über die wenigen Nachrichtenagenturen verbreiten lassen, dann bye bye Vertrauen.

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bicyclerepairmen 25.02.2018, 15:00
97.

Zitat von ruhepuls
Ja, das macht in meinen Augen guten Journalismus aus. Informieren, aufzeigen der verschiedenen Aspekte, aber nicht Manipulation der Darstellung zum Zwecke der Meinungsbeeinflussung. Auch "gute Sachen" haben immer mehrere Seiten, auch ungünstige.
Gut, aber of wird das Aufzeigen "ungünstiger Sachen" mit allgemeiner Nörgelei gleich getan. Und generell setzt dieses Aufzeigen Mut voraus. Und genau diesen vermisse ich beim Spiegel seit Jahren.
Unbequeme ( und nachweislich fundierte ) Wahrheiten die nicht ins Schema F passen findet man zuerst im Netz. Dann, nach einiger Zeit erst in den sogenannten Leitmedien. Betraf Afghanistan, Lybien, Irak El Kaida und jetzt die IS/Daesh (z.B. Finanzierung, Bewaffnung etc. )

Und nein, was mir im Rückblück auf 2015 ( danke für diese Verklausulierung an gewisse Foristen hier ) fehlte mir die Aufdeckung des völlige Versagens in dem Managment /Organisiation dieser Krise auf der Verwaltungsebene. Es war ja schon grotesk anzusehen wie einerseits mit unglaublich viel krativen Verve ( und Lügen ) hier in HH eine Olympiabewerbung vorbereitet wurde und im Vergleich auf die für die Stadt zukommende Flüchtingsproblematik letharg, naiv und mit eigenartig gebremstem Schaum gehandelt wurde.

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david.g.ludwig 25.02.2018, 15:00
98. Leitmeinung

Ich bin froh dass die Medien endlich anfangen ihr Verhalten kritisch zu reflektieren - höchste Zeit.
Das Problem nicht dass die Medien "lügen" oder "fake news" verbreiten - das glauben nur die Verschwörungsdeppen - sondern dass bei den großen Themen ein impliziter Medien - Mainstream - Konsens besteht.

Dieser Konsens zeigt sich dadurch dass Ereignisse aus der Konsens-Perspektive bewertet werdem. Außerdem werden dem Konsens widersprechende Ereignisse nicht bzw. nur knapp berichtet und dann oftmals umgedeutet oder relativiert ("Natürlich ist es schlecht wenn Asylbewerber Frauen belästigen und begrapschen ABER das machen ja auch viele Deutsche")

Dieser Konsens ist Parteipolitisch wohl zwischen den Eckpunkten der Progressiven CDU / Intelektuellen SPD / Grünen zu verorten und drückt sich in (fast) allen großen Themen unserer Zeit aus, zB.

EU - "Scheitert der Euro scheitert Europa", d.h. die EU & Euro sind alternativlos. Eine Diskussion ob ein Land wie Griechenland in den Euro oder Albanien in die EU passt findet auch im Jahr 10 der Eurokrise (Über die ja nicht mehr berichtet wird obwohl es Griechenland nicht besser geht und Italien kurz vor dem Abgrund steht) nicht statt. Stattdessen redet man über die "osterweiterung 2.0" bis 2025.

Flüchtlinge - "Europa hat die humanitäre Pflicht... etc."; "Grenzen sind ein Konstrukt des 20 Jahrhunderts und funktionieren nicht mehr"; Wo ist die Diskussion warum Deutschland, aber anscheinend keines der anderen 26 EU Länder hier diese "Pflicht" haben? Woraus leitet sie sich ab? Gilt das Deutsche Grundgesetz wirklich _uneingeschränkt_ für alle Menschen auf der Welt oder vielleicht doch nur für Menschen in Deutschland oder vielleicht sogar nur Deutsche Staatsangehörige?

Es gibt viele andere Themen aber diese beiden sind wohl ein Katalysator.Persönlich war es eine prägende Erfahung dass ich (Politisch Liberal mit linkem Einschlag; Akademiker; 50% der Arbeitszeit im Ausland) plötzlich einer von den "Rechten" war.
In den Medien (insb. Zeit, Sueddeutsche aber auch SPON und sogar FAZ) wurde meine Meinung nicht mehr repräsentiert, höchstens überspitzt wenn über die AFD berichtet wurde. Von den "Abgehängten" war da immer die Rede - obwohl ich mich mit 2 Hochschulabschlüssen, Altbauwohnung in Berlin und mehr als dem dreifachen des Durchschnittseinkommens nie zu dieser Gruppe gezählt habe?!?


2 Punkte die die Medien besser machen können:

1. Selbstreflexion - wurden alternative / kritische Stimmen wirklich ausreichend Raum gegeben? Sind unsere Rückschlüsse und Bewertungen objektiv & logisch begründbar? Wie oft berufen wir uns auf moralische Absolutismen?

2. Diversity - Wird heute mE viel zu sehr als Mann/Frau; Deutsch/Ausländer ausgelegt. Wichtiger wäre es aber in Redaktionen für politische Diversität zu sorgen. Ich kann einen kompletten Augstein Kommentar ertragen (Archetyp des Champagner-Linken ist) so lange ich nebendran auch einen Fleischhauer (Heute "rechts" vor 30 Jahren liberal) habe.

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jockel_63 25.02.2018, 15:01
99.

So was kann nur jemand glauben, der total naiv ist. Der ach so neutrale ÖR ist in den Gremien durchsetzt von Politikern der Altparteien. “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing” sagt der Volksmund treffenderweise. Das Volk hat das schon gemerkt, auch wenn das Zbildungsniveau ständig sinkt

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