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Mainstream-Medien: Was denken Sie?
imago/ Frank Sorge

Lügenpresse, Entfremdung, Elfenbeinturm: Die Zweifel an der journalistischen Arbeit sind immer noch hoch. Wir möchten Ihre Meinung erfahren. Schreiben Sie uns und stimmen Sie ab.

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bernd.flamme 25.02.2018, 12:25
10. es ist ja nicht so...

dass über die Probleme in unsere Gesellschaft nicht berichtet wird, zum Beispiel der schlimme Zustand in der Pflege oder im Bildungssystem, meist allerdings nicht bei den Hauptsendern und zur Hauptsendezeit, d.h. man muß schon interessiert sein und suchen. Das viel größere Problem ist allerdings, dass die Berichte und Diskussionen keine Folgen haben und bei der Politik nicht ankommen oder mit Absichtserklärungen abgebügelt werden und das sicher in den letzten Jahrzehnten. Aufgabe der Medien ist allerdings dann, immer wieder nachzuhaken und die Probleme stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Ansonsten gewinnen die Unzufriedenen immer mehr Gewicht und wählen eine rechte Protestpartei....

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wortmacht 25.02.2018, 12:29
11.

Das Problem ist meiner Ansicht nach nicht die primär von Rechtsaußen zur Unterstützung ihrer „Opferstilisierung“ erfundenen sog. fakenews, sondern die nur noch auf Verstärkung der eigenen Meinung/Vorurteile basierende Informationssuche viel zu vieler.
Dies macht die Lügen a la Trump, Erdogan, Putin, Orban etc. so viel leichter.
Entweder Fakten werden gar nicht mehr wahrgenommen, oder ihr Wahrheitsgehalt ohne Prüfung in Zweifel gezogen. Das gilt im Übrigen leider unabhängig vom politischen Standpunkt.

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c.moltisanti 25.02.2018, 12:30
12. Schlechte Auswahlmöglichkeiten bei der zweiten Frage der Umfrage

denn es ist selbstverständlich auch möglich, sich zu gleichen Teilen sowohl bei etablierten als auch alternativen Medien zu informieren?

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caliper 25.02.2018, 12:31
13.

Zitat von goethestrasse
...Aber durch ignorieren verschwinden diese Fakten auch nicht ! Möchte man sich neutral informieren, bedarf es zunehmend immer mehr verschiedener Quellen.
Die Antwortmöglichkeiten auf die Frage bezüglich der Informationskanäle die man nutzt, finde ich etwas unglücklich. Ich informiere mich nicht überwiegend über alternative Medien sondern ergänzend. Gerade über ausländische Medien erfährt man andere Meinungen und Perspektiven.

Meine ehemaligen Hauptquellen "Spiegel" und "Zeit" haben für mich an Bedeutung verloren auch wenn ich gerne zugebe, dass sie immer noch zu den ersten Quellen zählen, die ich lese.

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syracusa 25.02.2018, 12:34
14.

Zitat von goethestrasse
Trotz Informationsschwemme gibt es immer wneiger Medien auf die, ich persönlich, vertraue. Besonders bei SPON ist es mir die letzen Jahres sehr negativ aufgestossen, wie über Themen berichtet wird. Neutrale Fakten werden immer weniger unkommentiert veröffentlicht.
Aus Ihrem Beitrag spricht v.a. vollkommene Unkenntnis über elementare Eigenschaften von Medien. Sowas wie eine "objektive", "unabhängige", "neutrale" Information gibt es nicht. Behauptet wird sowas nur in faschistischen Diktaturen, denn die haben die alleinige Wahrheit definitionsgemäß gepachtet.

Jede Nachricht transport ausnahmslos immer auch Meinung. Sogar schon die Positionierung einer Einzelnachricht innerhalb einer Nachrichtensendung trägt zur Meinungsbildung bei. Sowas ähnliches wie "Neutralität" entsteht ausnahmslos nur durch Vielfalt. Nur dann, wenn der Rezipient sich das Weltgeschehen aus einer vielzahl unterschiedlicher Perspektiven betrachtet, wenn er die verwendeten Medien vergleicht und aufgrund seiner Vorwissens bewertet, wird er sich ein **eigenes** Weltbild basteln´können.

Genau deshalb ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk so wichtig. Vielfalt kann durch privatrechtliche Medien nämlich nicht garantiert werden. Der ÖRR als von den Bürgern kontrolliertes Medium wird durch eine große Zahl von Interessenveretretern und durch die gewählten Parteien darauf hin kontrolliert, dass möglichst alle Interessen unbd alle politischen Perspektiven im ÖRR angemessen berücksichtigt werden. Jetzt, wo die AfD in den Landtagen sitzt, hat sie auch Vertreter in den Rundfunkräten. Die Anhänger der Rechtspopulisten, die sich über den ÖRR aufregen, sollten doch mal die AfD-Rundfunkräte befragen, was die denn tun.

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peppi59 25.02.2018, 12:34
15. Dankbarkeit

Ich bin dankbar dass es die freie Presse in Deutschland noch gibt. Weiter so. In autoritären Staaten wird die Presse gleichgeschaltet, kritische Journalisten werden dort verhaftet oder noch Schlimmeres. Anderswo, z.B. Italien gehören die Medien einigen wenigen Privatunternehmern die einseitig berichten. Zum Glück gibt es bei uns solche Verhältnisse "noch" nicht. Also weiter für die Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäußerung kämpfen!

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Schwarze Seele 25.02.2018, 12:34
16. Viele

Journalisten haben die Worte ihres großen Kollegen Hanns Joachim Friedrichs vergessen: "Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten,..."
In unseren Öffentlich-rechtlichen und Privatsendern, in Online- und Printmedien vermischt sich immer mehr die objektive Nachricht mit der Meinung der Journalisten oder der vorgegebenen Denkrichtung. Dies beginnt im Text, setzt sich aber oft auch mit der Bildauswahl fort, durch die die Nutzer vorsätzlich manipuliert werden.

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syracusa 25.02.2018, 12:36
17.

Zitat von RalfHenrichs
Weniger Kampagnen-Journalismus fahren. Journalisten sollten VERSUCHEN objektiv zu berichten und keine Politik zu machen. Man weiß ja, welche Position SPON in bestimmten politischen Feldern hat und so wird auch berichtet - es wird nicht gelogen, aber eben tendenziös berichtet.
... was schon immer so war, und zumindest ich will, dass der Spiegel ein linksliberales Blatt bleibt. Wer rechtspopulistische Weltbilder konsumieren will, der kann ja das Compact-Magazin lesen oder Russia Today gucken. Wer aber schlau ist, der bildet sich aus einer Vielzahl von Medien eine eigene Meinung.

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plutinowski 25.02.2018, 12:38
18. Was ist neutral

Zitat von nathan.brander
- aber dass der öffentliche rundfunk, den jeder haushalt mitfinanzieren muss - den anspruch vertritt neutral zu informieren und dies aber nicht tut, ärgert viele sehr.
Die Frage ist aber,. was genau denn eigentlich "neutrale Berichterstattung" ist bzw. sein soll. Zum einen ist klar, dass jedes Medium aus der Fülle der Dinge, die täglich passieren, eine Auswahl treffen muss - geht gar nicht anders. Hinzu kommt, dass die Art wie wir die Welt sehen, schon mit darüber bestimmt, wie wir über sie reden. Ist es "neutraler", wenn man bei einem Straftäter angibt, ob er einen Migrationshintergrund hat, als wenn man sagen wir seinen IQ angibt? Wenn ja, warum? Warum wird der IQ verschwiegen, könnte man fragen. Wer bestimmt denn überhaupt, was "neutral" ist?
Ich denke, "Neutralität" eines einzelnen Mediums kann es nicht geben. Das ist eine Fiktion. Größtmögliche Neutralität kann nur durch Rezeption mehrerer Medien entstehen. Eigene Gedankenarbeit lässt sich nicht ersetzen.

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ckallemann 25.02.2018, 12:38
19. Den Medienkonsumenten nicht unterschätzen ...

Was können Medien leisten?
Sie können helfen, das Leben besser zu verstehen und Gesellschaften effektiver funktionieren zu lassen.
Ihre wesentlichen Instrumente sind Informationstransport und -lieferung sowie Meinungsangebote.
Die deutschen Mainstream-Medien, die ich kenne und konsumiere, leisten das schon grundsätzlich ganz ordentlich.
Mein Eindruck ist dabei, dass, abgesehen von den meisten Öffentlich-rechtlichen, viele Medien primär entweder auf Verkaufszahlen oder Ideologisierung ihrer (potenziellen) Konsumenten setzen.
Finde ich aber gar nicht schlimm: Mir ist eine unzensierte Vielfalt an Medien allemal lieber als eine von welcher Instanz auch immer gelenkte Beschränkung.
Schließlich kann ja jeder denkende Mensch entscheiden, was er/sie wie lange liest, sieht oder hört. Und die meisten der vielen absurden und unterirdischen Schrottbeiträge bringen einen doch wenigstens zum Lachen.

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