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Maischberger-Talk zu Radikalisierung: "Auch der Islam muss sich der Kritik stellen"
REUTERS

Die Gästerunde war interessant, das Thema Radikalismus und Fremdenfeindlichkeit brisant. Trotzdem fehlte der Talkshow von Sandra Maischberger der Zunder. Für erhellenden Momente sorgte die deutsch-türkische Frauenrechtlerin Necla Kelek.

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uksubs 14.01.2015, 09:39
60. sendung verpasst

während dieser sendung war ich, deutscher ohne migrationshintergrund, bei der mahnwache am brandenburger tor.
mich treibt das thema migration und integration schon sehr lange um. und ich hatte gedacht - und hoffe es noch immer - dass die terrorakte in frankreich eines dann doch irgendwie erreicht hätten, dass sie nämlich ein weckruf sind. diesen weckruf wollte ich mit meiner teilnahme unterstützen.
ein weckruf zum einen, um auf religiösen fanatismus hinzuweisen, auch darauf, dass sich insofern tatsächlich parallelgesellschaften bilden können oder bereits gebildet haben.
zum anderen, um auch darauf hinzuweisen, dass dieser entwicklung schon sehr lange der boden bereitet wird. daran tragen die jeweileigen länder einen großen anteil.
auf der fahrt zur mahnwache fragte mich eine türkin nach dem weg und ich sie, woher sie komme. aus deutschland. hier geboren? ja. ich sagte, ich glaube, es kämen sehr viele. das hoffte sie auch sehr. ich vermutete ca. 200000 menschen im sog der ereignisse von paris.
es waren, hoch geschätzt, 10000, davon waren meiner meinung nach maximal 20% türken.
auch diese zahlen drücken leider aus, dass hier etwas gewaltig schief läuft. eventuell bleiben die leute zu hause, weil eine gewisse gleichgültigkeit sie längst gefangen hat, und zwar von beiden seiten.
die masse der menschen bei den demonstrationen in paris betrachte ich nun so, dass ich glaube, hier wurden dinge vermengt. die islamistisch ausgelegten taten werden verurteilt und die täter als äußerst typish dafür angesehen und auch verurteilt, im besonderen, wenn es natürlich aufgrund der mohammed- karrikaturen gegen pressefreiheit geht. gleichermaßen hatte eine große menge auch die spaltung der gesellschaft in ihren köpfen, die, welche diese parallelgesellschaften erst zuläßt.
daher zeigen die taten in paris meiner meinung nach die spitze dieses konflikts und sind gleichermaßen eine chance. eine chance, aufeinander zuzugehen, eine chance, fehler auf beiden seiten zu bennen.
die geringe teilnahme bei der mahnwache gestern nun läßt mich glauben, es liege noch ein sehr sehr weiter weg vor uns!

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colephelps 14.01.2015, 09:41
61.

Zitat von wollerm
Die Welt wäre wie heute, halt mit anderen Ausreden. U.u. wäre sie sogar schlimmer, denn die Fanatiker hätte man trotzdem, halt mit anderem Hintergrund, aber letztlich weisen die großen Religion im Kern hohe moralische Werte auf im Sinne der Menschenrechte. Zudem würde es ja nichts lösen. Religion existiert, weil unsere Wissenschaft absolut unfähig ist, die Existenz unserer Universums zu erklären, den Grund für unsere Existenz oder gar den Sinn und ob da mehr ist, als einfach nur einen Augenblick zu leben und dann für immer zu verschwinden. Letztlich KÖNNTE sich jeder Mensch selbst Gedanken machen und eine Lösung für sich finden, viele bekommen das aber nicht wirklich hin, andere finden Lösungen, die so plausibel, nett oder auch schlichtweg beruhigend sind, dass sie sich zu Religionen entwickelt haben. Natürlich kann das missbraucht werden. Aber es gibt NICHTS, was Menschen nicht missbrauchen können. Da müsste man ALLES abschaffen, mitsamt der Menschheit.
Es stört mich trotzdem, dass die Religion immer mehr in den Vordergrund rückt. Es überlagert ja nun schon beinah alles. Bei allem muss nun aufgepasst werden, das keine Religiösen Gefühle verletzt werden. So z.B. diese Mohammed-Karikaturen. Verstehe ich nicht. Ist mir aber auch egal.

Zum Thema Wissenschaft: die die Existenz unseres Universums einschliesslich uns nicht erklären kann. Ihr ernst? Ich finde die Wissensch. erklaert bis hin zum Urknall sehr gut unser Universum einschliesslich uns Menschen. Und wenn sie wissen wollen was vor dem Big Bang war, empfehle ich ihnen die Arbeiten von S.Hawking der beruhigend erklärt: Da die Zeit erst mit dem Urknall entstanden ist kann man davon ausgehen dass es Nichts VOR dem Urknall gegeben hat.
Aber das ist wohl ein anderes Thema...

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inviernomudo123 14.01.2015, 09:48
62. Paralleluniversum

Anscheinend habe ich die Sendung in einem Paralleluniversum gesehen. In der Sendung, die ich gesehen habe, stach Frau Kelek mit fundierten und tatsächlich interessanten Fragen bezüglich des Islam und seinen Positionen hervor. Das "Konstruktive, Kompetente und Klärende" von Herrn Beck konnte ich in meiner Sendung im Paralleluniversum hingegen nicht finden, aber seine Worte dienten mir dennoch zur Erhellung seiner Position und der der Grünen. Dafür meinen Dank.

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fehlendesx 14.01.2015, 09:54
63. volker beck- instanz in punkto integration

.... und Zuwanderung. behauptet der schreiberling. warum? weil Volker beck auch keinen Abschluss hat? oder weil er als homosexueller einer Randgruppe angehört?

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glaubenstrichter 14.01.2015, 09:54
64. Die Islam Vertreter sind ganz Allein gefordert!!!!

Die Islam Vertreter müssen Klar Stellung beziehen - denn die Radikalität hat mit dem ISLAM zu tun. Nicht der Westen muss die Augen aufmachen - sondern die Glaubensvertreter des Islam s !!!!!

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lili-noel 14.01.2015, 09:54
65. Necla Kelek

Auch in dieser Runde zeigte sich wieder: Necla Kelek ist ein großer Kopf, dem noch viel mehr Aufmerksamkeit bei diesem Thema gebührt - sie kennt beide Kulturkreise bestens und findet immer die richtigen Worte, differenziert und sachlich.

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robertelee 14.01.2015, 09:55
66. Solche Sätze sind der Hammer!

"Wie notwendig das immer noch ist, auch wenn das meiste längst Konsens und praktische Politik wurde, zeigt sich ja gerade an den propagandistischen Wirrungen der AfD.

Es schien denn auch bezeichnend, wie Gauland sich ausdrücklich gegen eine "Willkommenskultur" wandte und von "Pflicht zur Anpassung" redete, so als sei die fruchtlose Leitkultur-Debatte nicht zum Glück längst ausgestanden".

Lieber Herr Zschaler,

ich möchte Ihnen dringend nahelegen, sich mal wieder mit Ihrem Gesellschaftskundebuch aus der Mittelstufe zu beschäftigen. Dann dürfte Ihnen eventuell aufgehen, wie absurd - ja anstößig - Ihre herablassenden Aussagen eigentlich sind: Eine Beleidigung für jeden, der gesellschaftlichen Pluralismus und eine offene Debattenkultur wertschätzt.

Muß man wirklich betonen, daß derart grundlegende Diskurse wie der über "die" und "wir", über Bring- und Holschuld im Integrations- und Akkulturationsprozeß NIE ABSCHLIESSEN ERLEDIGT SIND?

Im übrigen sollte es als Normalfall in demokratischen Rechtsstaaten gelten, daß politische "Gewißheiten" ständig neuverhandelt und nachjustiert werden.

Lassen Sie sich gesagt sein: Eine "Leitkulturdebatte" hat in diesem Land nie stattgefunden. Sie wurde umgehend 1) eingehegt und 2) binnen kurzem aus parteipolitischen Kalkülen skandalisiert und schließlich 3) tabuisiert.

Ich glaube, unsere Probleme sind weit größer, als es das unglücklich gewählte Schlagwort "Lügenpresse" suggeriert. Was hier (und anderswo) zu beobachten ist, das ist der schleichende Einzug einer benevolenten Erziehungsdiktatur. Journalisten, die ihre Rolle als Wahrheitssucher oder Debatten-Anstoßgeber an den Nagel hängen - und die bereitwillig in die Rolle des Volkserziehers im Sinne regierungsamtlicher Verlautbarungen mutieren. Das alles ist umso schlimmer, als es dafür offenbar noch nicht mal äußeren Drucks bedarf. Es ist eine Abdankungserklärung ohne Beispiel.

Billige Propaganda legt sich wie Mehltau auf die Gesellschaft, und erzeugt nur noch Überdruß, Langeweile und Frust. Wer zwischen Islamkritik und Hetze gegen Muslime, wer zwischen Kritik an islamischen Parallelgesellschaften und "Fremdenfeindlichkeit" nicht unterscheiden kann (so, als ohne alle Fremden automatisch Muslime wären), wer bürgerlichen Unmut wahlweise als "dumpfe Ängste" oder "kleinbürgerliche Ignoranz" abwatscht - der sollte sich nicht länger Journalist nennen.

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robertelee 14.01.2015, 09:56
67. Solche Sätze sind der Hammer!

"Wie notwendig das immer noch ist, auch wenn das meiste längst Konsens und praktische Politik wurde, zeigt sich ja gerade an den propagandistischen Wirrungen der AfD.

Es schien denn auch bezeichnend, wie Gauland sich ausdrücklich gegen eine "Willkommenskultur" wandte und von "Pflicht zur Anpassung" redete, so als sei die fruchtlose Leitkultur-Debatte nicht zum Glück längst ausgestanden".

Lieber Herr Zschaler,

ich möchte Ihnen dringend nahelegen, sich mal wieder mit Ihrem Gesellschaftskundebuch aus der Mittelstufe zu beschäftigen. Dann dürfte Ihnen eventuell aufgehen, wie absurd - ja anstößig - Ihre herablassenden Aussagen eigentlich sind: Eine Beleidigung für jeden, der gesellschaftlichen Pluralismus und eine offene Debattenkultur wertschätzt.

Muß man wirklich betonen, daß derart grundlegende Diskurse wie der über "die" und "wir", über Bring- und Holschuld im Integrations- und Akkulturationsprozeß NIE ABSCHLIESSEN ERLEDIGT SIND?

Im übrigen sollte es als Normalfall in demokratischen Rechtsstaaten gelten, daß politische "Gewißheiten" ständig neuverhandelt und nachjustiert werden.

Lassen Sie sich gesagt sein: Eine "Leitkulturdebatte" hat in diesem Land nie stattgefunden. Sie wurde umgehend 1) eingehegt und 2) binnen kurzem aus parteipolitischen Kalkülen skandalisiert und schließlich 3) tabuisiert.

Ich glaube, unsere Probleme sind weit größer, als es das unglücklich gewählte Schlagwort "Lügenpresse" suggeriert. Was hier (und anderswo) zu beobachten ist, das ist der schleichende Einzug einer benevolenten Erziehungsdiktatur. Journalisten, die ihre Rolle als Wahrheitssucher oder Debatten-Anstoßgeber an den Nagel hängen - und die bereitwillig in die Rolle des Volkserziehers im Sinne regierungsamtlicher Verlautbarungen mutieren. Das alles ist umso schlimmer, als es dafür offenbar noch nicht mal äußeren Drucks bedarf. Es ist eine Abdankungserklärung ohne Beispiel.

Billige Propaganda legt sich wie Mehltau auf die Gesellschaft, und erzeugt nur noch Überdruß, Langeweile und Frust. Wer zwischen Islamkritik und Hetze gegen Muslime, wer zwischen Kritik an islamischen Parallelgesellschaften und "Fremdenfeindlichkeit" nicht unterscheiden kann (so, als ohne alle Fremden automatisch Muslime wären), wer bürgerlichen Unmut wahlweise als "dumpfe Ängste" oder "kleinbürgerliche Ignoranz" abwatscht - der sollte sich nicht länger Journalist nennen.

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hschmitter 14.01.2015, 09:56
68.

Zitat von margit.supp
Wo der Islam auftaucht, herrscht Unfriede. Wo er fehlt, ist es ruhig. Nur ohne den Islam kann man friedvoll leben. Ich fühle mich ausgegrenzt, wenn ich neben einer Kopftuch- oder Burkadame stehe. Und weiß ich, ob sie nicht gleich in die Luft fliegt oder mir der freundliche Nachbar von nebenan mit einem "Allah hu akhbar" ein Messer durch den Hals zieht? Islam? Nein danke. Und zu Deutschland gehört so wie ein Kropf zur Schönheit.
Wie oft stehen Sie neben einer Burkadame? Die Wahrscheinlichkeit tendiert dabei gegen 0 - in Frankreich betrifft das Burkaverbot 6000 Frauen, das sind 0,0009% der Bevölkerung. Für Deutschland gibt es keine Zahlen, jedenfalls veröffentlichen die Medien keine.

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curiosus_ 14.01.2015, 09:56
69. Klar,

Zitat von colephelps
In was für einer wunderbaren Welt würden wir doch leben, gäbe es all die Religionen nicht.
siehe Stalin, Hitler, Pol Pot, Kim jong un ….

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