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"Maischberger"-Talk zu Sprache: Peter Hahne verliert ein Wort
DPA

Das ewige "Man wird ja wohl noch sagen dürfen!": In Sandra Maischbergers Sendung wurde dieses Mal hoffentlich klar, dass genau darüber nun echt nicht mehr diskutiert werden muss.

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dasfred 03.05.2018, 05:56
1. Vor hundert Jahren gab es schon den Begriff Herrenwitz

Damit bezeichnet man zotige Witze und Anspielungen, die man eben nur im engeren Kreis und nicht für jedes Ohr zugänglich ausspricht. Übertragen bedeutet es für die Gesellschaft, dass jeder sich die Mühe machen sollte, seine Wortwahl und Sprache so anzupassen, dass sich niemand unangemessen benachteiligt oder diskriminiert fühlt. Wer jetzt hier die Meinung vertreten will, er dürfe alles und überall sagen, sollte sich vorher fragen, ob er die Suchbegriffe, die er bei You Porn eingibt auch am Arbeitsplatz verwendet und wenn nicht, warum? Weil das dann vielleicht ein schlechtes Licht auf den Redner zurückwirft?

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straksine65 03.05.2018, 06:07
2. Habt ihr echt keine anderen Probleme?

Es kommt nicht darauf an, was ich sage, sondern was ich tue.
In einem Land wo zig- Tausende weder richtig lesen, noch schreiben können, ist es mir vollkommen egal, ob jemand ein Zigeunerschnitzel bestellt oder ein Paprikaschnitzel.
Drehen hier denn alle durch?

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touri 03.05.2018, 06:48
3.

Warum wird eigentlich jemand mit dem Wort "Zigeunerschnitzel" beleidigt? Ich persönlich verbinde damit ein sehr schmackhaftes Gericht. Der Römertopf beleidigt ja auch keine Römer und die Wiener Würstchen auch keine Wiener...

Im Übrigen heißt das Ding in den meisten Restaurants und auch bei uns in der Kantine "Zigeunerschnitzel" und ich habe bisher noch nie mitbekommen, dass sich irgendjemand darüber beschwert hätte. Manchmal werden einfach nur Scheindebatten aufgemacht.

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FocusTurnier 03.05.2018, 06:50
4. Edition F

"die "Edition F"-Chefredakteurin Teresa Bücker, die wie immer mit großer Ruhe richtigstellte, einordnete, präzisierte;"

Ja, was Frau Bücker so kann, konnte man ja letztes Jahr in der Edition F nachlesen:

Aus einem Interview mit Mirna Funk:

"„Wir müssen eine feministische Terror-Gruppe gründen und die alten weißen Männer aus dem Weg schaffen.“"

http://archive.is/odRRP#selection-477.99-477.109

Ich frage mich, warum Frau Bücker da nicht eingeschritten ist, aber beim Wort "Zigeunerschnitzel" einen feministisch-hysterischen Anfall bekommt. Die Besetzung dieser Talk-Show ist einfach nur noch lächerlich.

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noalk 03.05.2018, 07:06
5. geschlechtergerechte Sprache

Ich halte das für überflüssige Umstandskrämerei. Am Montag war in der SZ ein Artikel zum Thema gebührenfinanzierter ÖR-Rundfunk und die Zukunft der ÖR-Sender zu lesen, in dem die Autorin zwar von "Zuschauern und Zuschauerinnen" und "Bürgerinnen und Bürgern" schrieb, es bei den Sendern aber nur "Mitarbeiter" und keine "Mitarbeiterinnen" gab und die Gremien sprachlich auch nur männlich besetzt waren. Kuzum: Ein wüstes Mischmasch von geschlechtergerechtem und geschlechterignorierendem Sprachgebrauch. Ich gebe außerdem zu bedenken: Die Worte "Fachkraft" und "Person" sind Beispiele für Worte weiblichen Geschlechts, die (auch) auf Männer angewendet werden. Wenn schon geschlechtergerechte Sprache, dann sollte man daher künftig von "der Fachkrafter" oder "der Personer" sprechen. Und: Wie sieht's im Ausland aus? Englische Sparache: alles männliche Form. Französisch: Genauso. Nur die deutschen Frauen scheinen damit ein Problem zu haben. Minderwertigkeitskomplex?

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quark2@mailinator.com 03.05.2018, 07:09
6.

Einseitig festzulegen, daß über irgendwas nicht zu reden sei, ist schlicht arrogant gegenüber dem Gesprächspartner, zumindest solange dessen Interesse an Konversation ehrlich ist. Genau dieses "Darüber diskutieren wir gar nicht, das ist so wie wir das sehen und Punkt" sorgt für Dinge wie Trump oder Brexit, etc. Reden ist immer wichtig und viel besser als antagonisieren, ausgrenzen und sich dann wundern, wenn es 3x zurück kommt.

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bullermännchen 03.05.2018, 07:10
7.

Ich bin da ganz bei Frau Krämer. Sprache ebnet den holperigen Weg um endlich eine echte Gleichberechtigung zu erlangen. Nicht zwingend verkomplizieren und schon gar keine Extrembeispiele heranziehen, so wie es wir Männer anscheinend gerne tun (Zigeunerschnitzel, Terrorist/in). Am schlimmsten ist die fehlende Ernsthaftigkeit beim männlichen Geschlecht wenn es um Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache geht. Der Vergleich war sehr treffend, wenn wir ab sofort alles im Femininum schreiben und sprechen würden, wie würden wir Männer reagieren?
Eine geschlechterneutrale Schrift ist in vielen Fällen besser oder einfacher als alle Geschlechter auf Augenhöhe zu nennen. Die Sprache soll dadurch jedoch nicht zerstört werden, historische Texte sollten nicht verändert werden und den Respekt vor Ethnien und Hautfarben etc. konnte man bis heute nicht im notwendigen Maß vermitteln. Vielleicht, nein ich bin mir ganz sicher, wenn die Abfälligkeit aus der Schrift entfernt ist, eine Gleichberechtigung in Wort und Schrift erlangt ist, wird das auch leichter in die Köpfe der Menschen (meist Männer) gehen.

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ackermart 03.05.2018, 07:11
8. Betreff den "Anstand" von S. Lobo

Korrekt wäre bestenfalls von "politischem Anstand" zu sprechen, wenn Synonymes für "politische Korrektheit" gesucht wird. Denn "Anstand" als solcher, wie wir ihn im Bezug auf Knigge verstehen, war von dem ganz und gar nicht politisch gedacht und die längste Zeit auch nicht verstanden worden. Politik, um es explizit auszusprechen, galt vielmehr im Salon oder bei Tisch als ausgesprochen unanständig und war nur in Hinterzimmern geduldet. Doch genau solche unanständig politische Korrektur der sprachlichen Geschichte - in vermeintlich Salon fähiger Kultur - wird nun als "korrekt" gedacht und darüber hinaus auch noch für "anständig" befunden. Manche Worte erzählen sogar DIE KUNDE ihrer Weisheit selbst im Selben, dann aber deut Scher von ihrem primären Gebrauch, um ihre Verwendung - nun in anderem Sinne - nicht als "evolutionär" bewirkt zu denken, von z.B. politisch korrigierenden Triebkräften. In Folge von denen etwa ihr Empfänger - vom politischen Sender - nun DER "KUNDE" wird, dem man alles >für klug< verkaufen könne als eben "für dumm Verkauftem". Solch grandios deutliche Wendungen gegen den Missbrauch der Wortkunde - in ein und dem selben Wort - kann unmöglich "politisch korrekt" gedacht werden. Denn dann würde man darin die denkbar kürzeste Beschreibung - mit einem Wort - der heute herrschenden politischen Unkorrektheit beim Korrigieren der Wortgebrauchsgeschichte erkennen müssen.

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hornochse 03.05.2018, 07:21
9. Aha

sonst gibt es keine Sorgen? Für mich sind das klare Anzeichen von einem anstehenden Verfall bzw. Zerfall einer Gesellschaft. Das hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun eher mit einem hohen Maß an Minderwertigkeitskomplex. Arme deutsche Sprache die eh schon stark gelitten hat!

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