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"Maischberger"-Talk zur Türkei: Reden ja, aber bitte nicht zu freundlich
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Berlin und Ankara nähern sich wieder an - nicht aus Zuneigung, sondern aus Notwendigkeit. Moderatorin Maischberger ließ darüber diskutieren, wie künftig mit Präsident Erdogan umzugehen sei. Bis auf einen Gast waren sich alle einig.

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graf koks 06.09.2018, 09:25
10. Weshalb Putin

Mehrmals versuchte Brok, die Diskussion auf Putin zu lenken. Wollte er damit vom Versagen Merkelscher Politik gegenüber Erdogan ablenken? Wollte er andeuten, wer Nordzypern besetzt, Teile Syriens besetzt und die Kurden ausrotten möchte, sollte ebenso sanktioniert werden? Oder wollte er einfach nur provozieren und war enttäuscht, daß keiner drauf reinfiel?

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syracusa 06.09.2018, 09:51
11.

Zitat von wasistlosnix
Erdogan wurde gewählt.
Das wurde Assad auch. Aber weder Assad noch Erdogan wurden demokratisch gewählt. Erdogan hat die Gewaltenteilung aufgehoben, hat die Medien gleichgeschaltet und lässt das Internet zensieren. Und er hat unzählige Oppositionelle inhaftiert.

Natürlich muss man auch mit Tyrannen reden. Aber man redet mit denen nicht auf Augenhöhe. Natürlich kriegt Erdogan genau so wie damals Honnecker oder Breschnew einen Staatsempfang mit allem Dschingderasssassa, aber er muss auch ganz klar mit seinen Verbrechen konfrontiert werden. Und wie bei Honnecker und Breschnew muss auch für Erdogan gelten: Hilfe kriegst Du nur für humanitäre/politische Gegenleistungen. So wie der die DDR rettende Strauß-Kredit an den Abbau von Selbstschussanlagen an der Grenze gekoppelt war, muss eine mögliche Wirtschaftshilfe für Erdogan an die Freilassung aller Geiseln (nicht nur der deutschen!) gekoppelt werden.

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gekreuzigt 06.09.2018, 09:51
12. Den richtigen Umgang

demonstriert wohl Maas. Knallharte Ansagen, wie schon gegenüber Saudi-Arabien. So muss es sein.

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h.kuebler 06.09.2018, 10:45
13. na ja

Warum säuselt er denn plötzlich? Weil seine Wirtschaft den Bach runtergeht. Weil er es sich auch mit den USA verdorben hat. Da kann er doch Hilfe gut gebrauchen von den Deutschen, die vorher für ihn Nazis waren. Ums Geld geht es ihm, sonst nix. Unsere Politiker werden schon was rüberschieben, denke ich.

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redebrecht 06.09.2018, 10:46
14. Erdogan ist nur die Spitze des Eisbergs

Erdogan ist im Grunde kein Diktator. Er vertritt die Meinung und Haltung der Mehrheit der Türken. Wenn sich in einem anderen europäischen Land die Mehrheitsverhältnisse derart ändern, der Graben zwischen Konservativen und Modernisten sich auftut, dann wird jeder Präsident oder Kanzler, wie ein Diktator wirken, der die Minderheit unterdrückt. Allerdings nur in der Sichtweise der Modernisten. In modernistischen westlichen Demokratien gibt es inzwischen einige Dogmen, die nicht mehr demokratisch abstimmbar erscheinen. Das grenzenlose Asylrecht, Todesstrafe, Solidarität. So als hätten wir eine Weltregierung, oder Religion, die den Demokratien vorgibt, innerhalb welcher Grenzen abgestimmt werden darf. Das funktioniert vor allem dort, wo es keine Volksabstimmungen gibt. Volksabstimmungen können eine Radikalisierung und Polarisierung der Gesellschaft verhindern, weil nur sie die Mehrheiten offenlegen, während eine rationale Entscheidung der Parlamente, wenn sie aber dem eigenen Empfinden widerspricht, immer als Zwang und Manipulation empfunden wird. Eine Regierung wird nur dann als gerecht empfunden werden, wenn sie den Willen des Volkes vertritt, nicht nur den Willen einer "moralischen" Elite. So werden aus Rechten leicht Vorrechte und Privilegien, wo sie doch nur ein Recht aus Toleranz haben. Das wird deutlich, wenn der Islam toleriert wird, man wohlwollend trennt zwischen radikalen und friedlichen Moslems, aber konservative oder christliche Fundamentalisten sofort zu Faschisten oder Nazis erklärt werden. Diese ungerechte Bevorzugung erklärt den Brexit, PIS, Putin, Erdogan, und alle rechten Bewegungen in Europa.

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flytogether 06.09.2018, 10:55
15. Traumtänzer

es muss doch allen Beteiligten klar sein dass Erdogan nur auf Schmusekurs ist weil ihm seine wirtschaftlichen Probleme über den Kopf wachsen. Sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder entspannt hat kehrt er zurück zu seinem vormaligen Kurs (Unterdrückung, Verhaftungen, Staatswillkür).

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neindanke1966 06.09.2018, 10:58
16. Ekelhaft

Es ist mal wieder ein Trauerspiel dass hier die deutsche Regierung inkl. Präsident abgeben.
Wie kann ich ernsthaft diesen Despot mit dem roten Teppich emfpangen.
Er soll mal schön in der Türlei bleiben und weiterhin zusehen, wie er sein Land vor die Wand fährt...

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Oli-offen,liberal,inform. 06.09.2018, 11:01
17. Klare Linien

So sehe ich das auch. Heiko Maas als ehemaliger Justizminister scheint der einzige zu sein, der in diesem verworrenen Verhältnis zu einer sich entwickelnden Diktatur überhaupt noch zu klaren Worten fähig scheint.
Übrigens fürchte ich heute schon den Tag, an dem die nächste Generation mich fragen wird: 'Was habt Ihr denn gegen diese Großmacht-Diktatoren getan?'
'Und was hat die reiche EU getan, um zu verhindern, daß -jeden Tag- Flüchtlinge jämmerlich ertrinken, getötet werden oder, ganz schlicht und unspektakulär, verhungern?'
Die Antwort lautet, bisher: 'Wir haben uns, getrieben durch wiedererstarkende sog. "Ultrarechte" sowie eine süddeutsche regionale Splitterpartei, Hilfe bei Diktatoren und anderen Rechten geholt, um so etwas wie eine wirkliche Problemlösung, die das überschriftenlesende Grüppchen der sog. "Besorgten" und ewig nach hinten Blickenden nicht verstehen, geschweige denn, mittragen würde.'
Aber mit Blick auf den heute beginnenden Wahlkampf: Liebe CDU, Ihr seid wegen Angela Merkel noch vorne, nicht obwohl. Und ich bin sicher nicht der Einzige, der eine CDU solange nicht für wählbar hält, wie sie die verhängnisvolle Schwesternschaft zu einer immer stärker rechtsnational abdriftenden Schwester pflegt.
Eine Parallele? Ein Schelm, wer hier Böses denkt.... ;)

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decathlone 06.09.2018, 11:18
18. Das geht seinen autokratischen Weg...

Die Türkei wird Stück um Stück zurückfallen und mit dem Rückgang ausländischer Investments wird auch das Interesse an der Türkei und das Gewicht des Landes sinken. Irgendwann wird das Regime Erdogan dann kollabieren, weil die Menschen leben wollen. In 5 Jahren oder schneller... So geht das doch immer. Eine Kehrtwende würde Erdogan niemand mehr abnehmen. Es sitzt in der selbst gebuddelten Grube.

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111ich111 06.09.2018, 11:58
19. Nett geschrieben ...

Zitat von redebrecht
Erdogan ist im Grunde kein Diktator. Er vertritt die Meinung und Haltung der Mehrheit der Türken. Wenn sich in einem anderen europäischen Land die Mehrheitsverhältnisse derart ändern, der Graben zwischen Konservativen und Modernisten sich auftut, dann wird jeder Präsident oder Kanzler, wie ein Diktator wirken, der die Minderheit unterdrückt. Allerdings nur in der Sichtweise der Modernisten. In modernistischen westlichen Demokratien gibt es inzwischen einige Dogmen, die nicht mehr demokratisch abstimmbar erscheinen. Das grenzenlose Asylrecht, Todesstrafe, Solidarität. So als hätten wir eine Weltregierung, oder Religion, die den Demokratien vorgibt, innerhalb welcher Grenzen abgestimmt werden darf. Das funktioniert vor allem dort, wo es keine Volksabstimmungen gibt. Volksabstimmungen können eine Radikalisierung und Polarisierung der Gesellschaft verhindern, weil nur sie die Mehrheiten offenlegen, während eine rationale Entscheidung der Parlamente, wenn sie aber dem eigenen Empfinden widerspricht, immer als Zwang und Manipulation empfunden wird. Eine Regierung wird nur dann als gerecht empfunden werden, wenn sie den Willen des Volkes vertritt, nicht nur den Willen einer "moralischen" Elite. So werden aus Rechten leicht Vorrechte und Privilegien, wo sie doch nur ein Recht aus Toleranz haben. Das wird deutlich, wenn der Islam toleriert wird, man wohlwollend trennt zwischen radikalen und friedlichen Moslems, aber konservative oder christliche Fundamentalisten sofort zu Faschisten oder Nazis erklärt werden. Diese ungerechte Bevorzugung erklärt den Brexit, PIS, Putin, Erdogan, und alle rechten Bewegungen in Europa.
.. aber doch die Sprache eines erzreaktionären Rechtsaußen.
Vorweg: Ich habe nichts gegen Rechtsaußen per se (denn das ist Demokratie und das muss sie verkraften), ich habe aber was gegen Versteckspiele.
Man (der Forist) wechselt mal schnell zwischen den Systemen, um ungleiches glleich erscheinen zu lassen. Begründet Mängel eines Systems mit der Konkurrenz eines anderen und geht dann schwupps über, in die Opferrolle der Geknechtet von Eliten und Begünstigten (vorzugweise Politiker) zu schlüpfen. Man vermeidet Definitionen (Definitionen sind der Tod der Schreihälse) und mischt so locker alles miteinander rein, so dass jeder, der sich missverstanden fühlt, sofort sagen kann: Ja, so ist es!

Netter. Versuch. Wird auch bei einigen hier greifen. Nur bei mir nicht.

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