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"Maischberger"-Talk zur Türkei: Reden ja, aber bitte nicht zu freundlich
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Berlin und Ankara nähern sich wieder an - nicht aus Zuneigung, sondern aus Notwendigkeit. Moderatorin Maischberger ließ darüber diskutieren, wie künftig mit Präsident Erdogan umzugehen sei. Bis auf einen Gast waren sich alle einig.

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Oli-offen,liberal,inform. 06.09.2018, 11:59
20. Flaggen

Ja, das fiel mir auch auf... Zwei Gastgeber-Flaggen heißen ja im Grunde auch nichts anderes als: "Dein Geld mag gerade willkommen sein, Du bist es eigentlich nicht."
Natürlich - mit Vertretern eines Landes, die man noch vor kurzem als "Nazis" qualifizierte, möchte man auch als autokratischer Alleinherrscher im Grunde nichts zu tun haben - auch Stalin wurde schließlich in seinem Vertrauen auf das deutsch-russische Abkommen getäuscht... ;)
Und wir Deutschen haben ja schließlich noch die wehrhaften Österreicher, die wieder den Ansturm auf Wien (und alles dahinterliegende) bekämpfen....

Es ist schon wirklich seltsam, zu welchen Volten der Diplomatie wir gerade durch ein paar erstarkende Ultrarechte und eine panische regionale, süddeutsche Splitterpartei getrieben werden.... :(

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Semmelbroesel 06.09.2018, 12:23
21.

Zitat von Ezechiel
Man habe Wirtschaftsbeziehungen, "die Tausenden von Menschen Arbeit geben" - und "ein gemeinsames Interesse in der Flüchtlingspolitik". Um letzteres geht es hauptsächlich. Ein Öffnen der Flüchtlingswege durch Erdogan kann sich die Bundesregierung in Anbetracht der Stärke der AfD nicht leisten. Deshalb der schon fast peinlich anbiedernde Umgang mit der Türkei. Ich denke die Türkei wird sich in nichts reinreden lassen. Es geht nur um Geld.
Das denke ich auch, angesichts der möglichen neuen Fluchtwelle aus Syrien wird Merkel die ganzen Beleidigungen seitens Erdogan vergessen und betonen wie "freundschaftlich" die beiden Länder doch verbunden sind. Und natürlich gibt es Zusagen zur Stützung der türkischen Wirtschaft, sprich zinsfreie Kredite oder einfach nur ein paar Milliarden. Wir haben es doch in Mengen durch die gute wirtschaftliche Lage. Gegenleistungen Fehlanzeige, sieht man mal vom Flüchtlingspakt ab. Das wird Erdogans Trumpfkarte, die er kaltlächelnd ausspielen wird.

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111ich111 06.09.2018, 12:38
22. Natürlich?

Zitat von Semmelbroesel
Und natürlich gibt es Zusagen zur Stützung der türkischen Wirtschaft, sprich zinsfreie Kredite oder einfach nur ein paar Milliarden. Wir haben es doch in Mengen durch die gute wirtschaftliche Lage. Gegenleistungen Fehlanzeige, sieht man mal vom Flüchtlingspakt ab. Das wird Erdogans Trumpfkarte, die er kaltlächelnd ausspielen wird.
Und natürlich sind Sie der Osterhase. Oder befinden Sie sich in "gut unterrichteten Kreisen"? Nicht? Dann ist das einfach nur Blah.

Denn ohne BT-Beschluss gibt es weder zinslose Kredite noch irgendwelche anderen "Milliaden".

Manche Mitglieder mancher Gruppierungen sind durch das gleiche Blah gut zu erkennen. Ich wette 500 €, dass weder 2018 noch 2019 zinslose Kredite durch die Bundesrepublik Deutschland an die Türkei vergeben werden. Auch nicht indirekt durch andere Banken im Rahmen einer Bürgschaft durch die Regierung. Wetten Sie dagegen?

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syracusa 06.09.2018, 14:37
23.

Zitat von redebrecht
Erdogan ist im Grunde kein Diktator. Er vertritt die Meinung und Haltung der Mehrheit der Türken.
Welch groteske Verzerrung der Faktenlage ins genaue Gegenteil betreiben Sie denn da?
Erdogan hat wie jeder andere Diktator die Medien gleichgeschaltet und alle oppositionellen Meinungen aus dem öffentlichen Diskurs verbannt. Genau wie jede andere Diktatur stützt sich auch rdogan dann auf die selbstgeschaffene Mehrheit des Volks, um die ausgegrenzten Minderheiten zu unterdrücken. Auch Salazar, Franco oder Pinochet haben sich in Wahlen pseudodemokratische Legitimation verschafft, die genau so "getürkt" waren wie die Wahlen in der Türkei!

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redebrecht 07.09.2018, 19:06
24. Relativ

Auch ich sehe, das Erdogan die Presse gleichgeschaltet hat. Vor allem hat er aber die Justiz, Polizei und Geheimdienste, die vorher schon eher autoritär antidemokratisch waren, unter seine Kontrolle gebracht. Aber all dies im Sinne seiner Wähler, einer Mehrheit. Selbst große Teile der Opposition unterstützen seinen harten Kurs gegen antiislamische und unpatriotische Linke Elemente. Wäre die Opposition an der Macht, egal ob Rechtsextreme, wie Graue Wölfe, oder der kleine Anteil echter Demokraten, würden sogleich eine Gegenreaktion einsetzen. Wie viele Richter, Polizisten, Beamte, Lehrer ja sogar Medien, würden dann wohl entlassen oder verboten werden.
Ich sehe die Meinung vieler Foristen auf einer Linie mit der SED in der DDR. Sie wollen nur Meinungen und Parteien erlauben, die demokratisch in ihrem Sinne sind. Wer nicht zu den Blockparteien gehört, wer diese Linie nach Rechts überschreitet, darf sich nicht mehr Demokratisch nennen. Das gilt nicht für extreme linke Positionen, ob es offene Grenzen sind, bedingungsloses Grundgehalt oder Enteignung.
Linke dürfen die Justiz kritisieren, wenn sie Abschiebungen anordnet. Rechte nicht, wenn sie diese verbietet. Wenn es nach den Linken geht, würde alle Richter durch 68er ersetzt und darin keinen Verstoß gegen die Unabhängigkeit der Justiz sehen.

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