Forum: Kultur
"Maischberger"-Talk zur US-Wahl: "Versemmeln kann man alles"
REUTERS

Wie verändert der "Trump-Schock" die Welt? Das wollte Sandra Maischberger wissen. Es ging um die Schuldfrage, um die AfD - und um die Gorillahaftigkeit des weißen Mannes.

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prisma-4d 10.11.2016, 10:10
50. ...tatsächlich, das war mir so nicht bewußt.

Zitat von Phil2302
"Schwarzer weiß, was sie schon vor 40 Jahren wusste: 'Der weiße Mann ist das Problem.'" Das ist zutiefst rassistisch. Entschuldigung, aber wie kann man das unkommentiert stehen lassen? Wenn jemand sagen würde, ich sage jetzt einfach mal jemand von der Afd, der schwarze Mann sei schuld, oder der Südländer sei das Problem, was wäre dann hier geschrieben worden? Aber beim weißen Mann kann man es ja machen. Unglaublich, mir fehlen die Worte. Und anscheinend ist jeder so sehr daran gewöhnt, dass es niemanden auffällt. Erschreckend. Und symptomatisch.
Aber trösten wir (weißen Männer) uns mit der Tatsache, dass:
1. Die Frauen bis jetzt nicht gezeigt haben, dass sie in der Politik irgend etwas besser können (von Indira Gandi mit Pakistan-Krieg, über Thatcher mit Falkland bis Merkel mit...).
2. Schwarze Männer bis jetzt auch kaum positiv in der Politik aufgefallen sind.
3. Und schwarze homosexuelle Frauen mit muslimischen Hintergrund und russsisch/chinesisch/jüdischer (habe ich jetzt alle Rasisstenbilder?) Herkunft, politsch nicht existieren.

Wir weißen Männer sind die bestimmende Mehrheit, wir (und damit meine ich die Anderen) gaben unser Leben zigMillionenfach in den Letzten 100 Kriegen hin. Wir veränderten in den letzten 100 Jahren mit Technologie die Welt. Die anderen "Rassen" (ziemlich absurd wenn man Frauen/Schwarze/Musslime als Rassen bezeichnet) haben da wenig (kleiner 20%) positives dazu beigetragen (siehe Nobel-Preise).

Vieleicht emfpinden wir, und damit meine ich abermals die Anderen, es als Nichtrassistisch, weil die Anderen und wir (weißen Männer) uns als Nabel der Welt sehen!

Damit erklärt sich der Erfolg "der zornigen weißen Männer" in den USA. Deren Zorn ist neu und kanalisiert und solidarisch. Der Zorn des schwarzen Mannes (in den USA) ist latent und entlädt sich eher auf andere Formen als in Wahlen. Das gleiche gilt für den Zorn der Frauenbewegung (wie in SPON geschrieben ist dieser nicht solidarisch) und den Zorn der Muslime (auch hier nicht solidarisch und in seiner Ausdrucksform eher terroristisch)

Finden wir uns damit ab (ich will mich aber nicht damit abfinden): Wir weißen Männer sind per se rassistisch da wir weiß sind und weil wir die anderen "Rassen" (ich hasse diesen Begriff) uns dazu erklären.

Sehr sehr frustrierend für Alle!

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prisma-4d 10.11.2016, 10:10
51. ...tatsächlich, das war mir so nicht bewußt.

Aber trösten wir (weißen Männer) uns mit der Tatsache, dass:
1. Die Frauen bis jetzt nicht gezeigt haben, dass sie in der Politik irgend etwas besser können (von Indira Gandi mit Pakistan-Krieg, über Thatcher mit Falkland bis Merkel mit...).
2. Schwarze Männer bis jetzt auch kaum positiv in der Politik aufgefallen sind.
3. Und schwarze homosexuelle Frauen mit muslimischen Hintergrund und russsisch/chinesisch/jüdischer (habe ich jetzt alle Rasisstenbilder?) Herkunft, politsch nicht existieren.

Wir weißen Männer sind die bestimmende Mehrheit, wir (und damit meine ich die Anderen) gaben unser Leben zigMillionenfach in den Letzten 100 Kriegen hin. Wir veränderten in den letzten 100 Jahren mit Technologie die Welt. Die anderen "Rassen" (ziemlich absurd wenn man Frauen/Schwarze/Musslime als Rassen bezeichnet) haben da wenig (kleiner 20%) positives dazu beigetragen (siehe Nobel-Preise).

Vieleicht emfpinden wir, und damit meine ich abermals die Anderen, es als Nichtrassistisch, weil die Anderen und wir (weißen Männer) uns als Nabel der Welt sehen!

Damit erklärt sich der Erfolg "der zornigen weißen Männer" in den USA. Deren Zorn ist neu und kanalisiert und solidarisch. Der Zorn des schwarzen Mannes (in den USA) ist latent und entlädt sich eher auf andere Formen als in Wahlen. Das gleiche gilt für den Zorn der Frauenbewegung (wie in SPON geschrieben ist dieser nicht solidarisch) und den Zorn der Muslime (auch hier nicht solidarisch und in seiner Ausdrucksform eher terroristisch)

Finden wir uns damit ab (ich will mich aber nicht damit abfinden): Wir weißen Männer sind per se rassistisch da wir weiß sind und weil wir die anderen "Rassen" (ich hasse diesen Begriff) uns dazu erklären.

Sehr sehr frustrierend für Alle!

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tim11q 10.11.2016, 10:18
52. Fast gut, jedenfalls hilfreich -- wenn man was lernen wollte

Das war eine fast gute Sendung, die vielen Zuschauern vielleicht die Augen geöffnet hat. Leider hatte Herr Roth nur die üblichen Journalisten-Plattitüden inklusive völliger Fehl-Interpretationen zu liefern. Und Frau Schwarzer war leider eine Fehlbesetzung, denn bei der US-Wahl ging es eben nicht um Frauen und Frauenrechte, ansonsten hätten nicht fast die Hälfte aller Frauen Trump gewählt.

Was deutlich wurde, vor allem Dank Mr Hansen, den ich gerne wieder sehen würde: Trump-Wähler und AfD-Wähler haben sehr vieles gemeinsam. Und das ist nicht Rassismus oder Radikalismus. Es ist viel mehr das Gefühl von Menschen, die von Politikern und Medien erst vergessen und dann verunglimpft wurden ("Deplorables"). Dass dieser Analyse der linke Populist Lafontaine uneingeschränkt zustimmt, während der allwissende Journalist Herr Roth es einmal mehr nicht kapieren will ("die reden ja nicht mit uns", weinte er), fasst eigentlich alles zusammen.

Bei der Gelegenheit hätte ein ideologisch nicht eingeschränkter Journalist vielleicht sogar endlich verstehen können, warum Menschen in MeckPomm in großen Zahlen die AfD wählen, obwohl "es da doch fast gar keine Flüchtlinge gibt". Die Meinungs-Eliten, die in ihren Altbauten in den urbanen Zentren leben, sollten sich mal bei uns auf dem platten Land umschauen. Da, wo in vielen kleinen Städten in den letzten Jahren die letzte Bankfiliale, der letzte Supermarkt, die einzige Sporthalle, die letzte Fabrik und der einzige Bahnhof geschlossen wurden, wo das Internet langsam und die Straßen schlecht sind. Dort verstehen die Menschen nämlich nicht, woher plötzlich 20 Milliarden Euro für 1 Million Fremde kommen, und wie diese zumeist ungebildeten Leute helfen sollen, ihre Rente sicherer zu machen. Diese Leute würden auch bei uns Trump wählen. Und es sind Millionen. Und das hat gar nichts mit Rassismus zu tun.

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io_gbg 10.11.2016, 10:34
53.

Zitat von Newspeak
Reden können sie, liefern, wenn sie an der Macht sind, meistens nicht. In diesem Punkt ist übrigens Obama kein kleinerer Populist, als Trump!
Etwa 70% hat er umgesetzt. Ein hoher Anteil, wenn man daran bedenkt, wie gebunden er durch die Mehrverhältnisse war.



"Trump ist ein Produkt dieser verlogenen Scheinwelt, die von den Medien mit erschaffen wird. Die Medien sind Teil des Problems und nicht der Lösung."

Die freie Presse in Westeuropa bildet ein sehr vielfältiges Bild ab. Es gibt so viele große Zeitungen, die sehr unterschiedlichen Positionen und Informationen Platz bieten.

Die verlogene Scheinwelt gibt es: Sie ist in den "sozialen" Medien zuhause, die ihren Mitgliedern aufgrund einer Analyse immer gezielter nur eine solche Auswahl präsentiert, die ihren jeweiligen Auffassungen weitgehend entspricht.
Dies bestärkt Leute in ihren vorgefassten Meinungen. Und das Internet gibt ihnen dann wiederum die Möglichkeit pöbelhaft die Sau rauszulassen, z. B. in diesen "sozialen" Medien oder Internetforen. Diesen Mechanismus haben die äußeren Rechten sehr viel besser erkannt und genutzt in den letzten Jahren.

Ein Beispiel bietet SPIEGEL Online heute hier:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jahrestag-der-pogromnacht-neonazis-veroeffentlichen-liste-juedischer-geschaefte-a-1120603.html

Da veröffentlichen Nazis eine Liste jüdischer Geschäfte auf Facebook und das Unternehmen tut nichts, um den Post zu entfernen.
Das ist der Effekt der "sozialen" Medien gepaart mit der unsozialen Verantwortungslosigkeit eines internationalen Unternehmens.

Außerdem hat das sich gegen den vermeintlichen "Mainstream" zu stellen für viele einen gewissen rebellischen Reiz. Diese Leute finden es wohl fast heldenhaft, sich gegen den "Mainstream" zu äußern, der ihre Meinung vermeintlich unterdrücke. Also pöbelt man auf Facebook oder sonstwo und gibt antidemokratische Wendungen zum Besten gibt. Und da man über die "sozialen" Medien sich leicht versammeln kann, ist es nur ein kleiner Sprung gewesen, bis sich dies in Formen äußert wie Pegida-Aufmärschen, in Parteigründungen (bzw. übernahmen) wie der AfD, in denen offen gegen die Demokratie Stimmung gemacht wird.

Da der "Mainstream" für Grund- und Menschenrechte steht, für die demokratische Kultur, für Vielfalt und friedliches Miteinander der Individuen in HInsicht auf Herkunft, Gechlecht, Weltanschauung usw., , ist relativ klar, dass sich eine Gegenbewegung nur gegen Vielfalt, gegen alle diese Werte richten kann – das ist primär die Tendenz zur rechtsextremen

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io_gbg 10.11.2016, 10:37
54.

Zitat von raskolnikoff26
Verstehe nicht, weshalb so viele Menschen auf die Barrikaden gehen. Trump ist eine Chance für die USA und für die Welt! Hört auf rumzuheulen, weil einer gewählt wurde, der sagt was er denkt, der gegen dieses korrupte System ist!
zu ergänzen:

weil einer gewählt wurde, der ein schamloser, ausbeuterischer Nutznießer des "korrupten Systems" ist.

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Cardio84 10.11.2016, 10:52
55.

Zitat von hegauloewe
Die PR-Beraterin war an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Schrill und Inhaltsleer durfte die wohl gebotoxte Nullnummer (wie kann man eigentlich PR-Beraterin werden, mit so wenig inhaltlicher Substanz?) ihre Inkompetenz vorführen. Und Roth als inkompetent darzustellen, zeigt eigentlich nur, dass dieser zitierte.....
Roth ist ein Paradebeispiel für die Arroganz der Medienvertreter, die sich regelmäßig anmaßen von ihrem pseudointelektuellen meist linksliberalem Elefenbeinturm aus dem dummen Pöbel Gott und die Welt erklären zu wollen. Entlarvend seine Aussagen als Frau Schwarzer forderte man müsse sich hierzulande im Dialog mit der AfD ausseindersetzen um deren Wähler wieder für die etablierten Parteien zurückzugewinnen. Da fasselte der tolle Analytiker Roth nur irgendwas von "das wurde ja versucht...ging aber nicht...war sogar zum Teil gefährlich" und dann zum Abschluss einfach noch Pegida und AfD schön in einen Topf geworfen und den Deckel draufgemacht.
Sorry Freunde, mit dieser Art und Weise erleben wir in Deutschland in 10 Monaten ein ganz Böses erwachen!

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blueshift774 10.11.2016, 10:55
56. Wilde Diskussion, aber ganz gut... :):)

Ich denke, Oskar Lafontaine hat's im Kern präzise und genau getroffen. Auch Eric T. Hansen hat wichtige Punkte angesprochen, die für mich neu und interessant waren.
Die Meinung von Frau Atwal war hoch interessant. Ich hätte gern mehr dazu gehört, da sich Frau Atwal sehr analytisch im Wahlkampf mit Clinton, Trump und den US-Medien auseinander gesetzt hat. Das wäre sicher spannend gewesen. Sie hatte viel zu sagen!
Enttäuscht war ich von Herrn Roth. Er hat so erfolgreich die ARD tagesthemen moderiert, aber scheinbar doch nie "hinter die Kulissen" geschaut.

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Dr.Fuzzi 10.11.2016, 10:58
57. Och Joh!

Was mir immer wieder auffällt, bei derart sinnfreien Diskussionen, ist die vermutlich wahre Behauptung: "Europa sei immer auch ein Versprechen auf Wohlstand, an das heute viele Leute nicht mehr glauben könnten".

Es ist erbärmlich auch seitens der Politik, hier permanent devot den Scheffel unter den Stuhl zu stellen. Noch nie ging es den Menschen in Europa derart gut wie heutzutage - allen! Niemand muß zwingend Hunger erleiden, niemand muß auf der Strasse leben, wenn er es denn nicht will - und für die, die es selbst nicht "gebacken kriegen", gibt es mannigfaltige Hilfe auch abseits der staatlichen Einrichtungen. Es ist nicht der pure Luxus für alle, aber wesentlich besser wie "damals"!

Ein Versprechen auf Wohlstand und Luxus für alle, wurde niemals gegeben und ist völlig irreal. Ein Versprechen auf Durchschnitt und Mittelmaß evtl. möglich - aber wo bleibt dann die reale Motivation zur Leistung?

Ich bin weder Trump noch AFD Sympathisant, sehe allerdings die Aufregung über einen demokratisch gewählten US Präsidenten Trump, als kontraproduktiv an - sie bringt rein gar nichts! Viel eher sollte sich die hiesige Politik mit all denjenigen sehr intensiv beschäftigen, die sich hierzulande als nicht repräsentativ politisch vertreten fühlen, sonst droht auch hierzulande ein schmerzhaftes Erwachen. Der permanente Stimmenverlust der SPD, in allen Wahlen der letzten Jahre, sollte ein überdeutlicher Weckruf sein. Ich kann auf die Tendenz hin zum Populismus allerdings eher Null Reaktion bzw. inhaltsloses Gesabber erkennen! Mag sein, das die heutigen Repräsentanten der "etablierten" Parteien, allesamt in wohligem Umfeld aufgewachsen sind - anders ist es zumindest für mich nicht erklärbar, das z.B. ausgerechnet eine "Frau" Nahles Arbeitsministerin geworden ist, gleichwohl diese niemals irgendwo in der "freien" Wirtschaft jemals gearbeitet hat. Da sind mir ja eher noch die diversen Landwirtschaftsminister nachvollziehbar - oft Großbauern, mit ureigenen Interessen.

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yugorette 10.11.2016, 11:24
58. @cardio84

das fand ich auch schlimm. Als F.Schwarzer sagte,e r war ein Fehler der Etablierten jeden Afd Wähler sofort als recht un dumm zu beschimpfen, man hätte eher auf die Leute zugehen und fragen müssen, wovor die Menschen Angst haben, da erwiederte der ehemalige ARD Moderator "wir haben es versucht, aber mit PEGIDA kommen sie nicht ins Gespräch". Wow, für einen ehemligen ARD Moderator ist AD = PEGIDA. Sagt doch alles über den Geist der Redaktionen des ÖR Fernsehens.

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nordlys 10.11.2016, 11:28
59. Filterblase

Zitat von io_gbg
....Und da man über die "sozialen" Medien sich leicht versammeln kann, ist es nur ein kleiner Sprung gewesen, bis sich dies in Formen äußert wie Pegida-Aufmärschen, in Parteigründungen (bzw. übernahmen) wie der AfD, in denen offen gegen die Demokratie Stimmung gemacht wird...
In welcher Filterblase finden Sie denn die Belege für diese absurde Behauptung? Eine Partei, die sich für mehr direkte Demokratie und für Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild einsetzt, macht "Stimmung gegen die Demokratie"?
Wenn Sie allerdings die "marktkonforme Demokratie" im Merkel-Stil, also das Verkünden von Entscheidungen unter Missachtung von Gesetzen und Verträgen, ohne Rücksichtnahme auf die Interessen der Bevölkerung, ohne Abstimmungen mit dem Parlament und ohne Absprache mit europäischen Nachbarländern meinen, dann haben Sie tatsächlich Recht!

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