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Martin Mosebachs "Blutbuchenfest": Die Sauerei der Reichen
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Martin Mosebach, Vorzeige-Großbürger der deutschen Literatur, begibt sich in seinem neuen Roman "Das Blutbuchenfest" ins selbstzufriedene Milieu Frankfurter Geldmenschen - und konfrontiert es mit einer bosnischen Putzfrau.

DrnichtNamensbestandteil 05.02.2014, 18:27
1. Falscher und lächerlicher Zeigefiner

Im politisch korrekten Wahn von Gender,Gleichheit und Gerechtigkeit hat man sich auf Sündenbocke eingeschossen: Die bösen Banken.
Diese Klientel strebt seit 6 Jahren in die Medizin.
Ja,da ist der ökokorrekte Lobgesangt auf den starken Staat nun plötzlich angebracht,wenn man fürstlich von ihm profitiert.
Wenn es um Selbstgerechtigkeit geht,sollte dieser Herr einfach mal in die Frankfurter Uniklinik fahren und sich anhören,wie die " verschnarchten akademischen Randexistenzen der "Doktoren" in Medizin" über Patienten hetzen ,die ihnen ein Luxusleben finanzieren.

Im Gegensatz zu den Bankern verstecken die Ärzte aber ihre Gier unter dem Vorwand des Altruismus,was es noch perverser werden lässt.
An für sich : ein lustiges Buch

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DrnichtNamensbestandteil 05.02.2014, 19:02
2. Reiche in Frankfurt?

bitte mal ins Uniklinikum gehen.
Dort sieht man eine überhebliche Funktionärsmentalität,die sich ausbildet,wenn man haftungslos Spitzeneinkommen dem Volk abpresst.
Nicht die Banker sind die Bösen,wie es die gesellschaftliche und mediale Darstellung uns glaubend machen will.
Nein, die wahren ,einzigen täuschenden Profiteure sind die deutschen Ärzte.

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Widerpart 05.02.2014, 20:28
3. Liebesdinge

Sehr apart, wie der katholisch-fromme Mosebach seinen Titelhelden in Sachen Liebesdinge zeichnet. Das mutet doch ziemlich nach Selbstportrait an. Denn nicht nur in gutbetuchten Frankfurter Großbürgerkreisen, in denen sich der Romancier heimisch fühlt, ist es ein ziemlich offenes Geheimnis, dass Mosebach, wenn er sich nicht der erhofften Gunst einer Dame erfreuen kann, eifersüchtelnd schäbig auf jugendliche Nebenbuhler reagiert. Und genauso wie der Ich-Erzähler ist zwar Mosebach ein Mann mit vielen schätzenswerten, teils sogar brillanten Eigenschaften, aber von denen zu seinem Ingrimm leider - wie bei der Romanfigur - keine ihm in Liebesdingen hilft. Würde Mosebach über ein Quentchen mehr Selbstironie verfügen können und diese dann auch dem Ich-Erzähler hätte mitgegeben haben, dann wäre das "Blutbuchenfest" tatsächlich ein gutes Buch geworden - trotz der Altherrenwitzchen vom Liebhaber im Schrank.

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