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Martin Walser zu #Metoo: Das-wird-man-ja-noch-sagen-dürfen-Prosa
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Altherrenfantasien in Zeiten von #Metoo: Der große Martin Walser schreibt in seinem neuen Roman von "Schenkel-Emanzipation" und "wippenden Titten". Hoffentlich ist das ironisch gemeint.

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ncassady 28.03.2018, 12:32
30. Meinungsfreiheit

Also das wird man ja wohl noch schreiben dürfen, so eine Rezension. Wie entlarvend die Rechten ihr Verständnis von Meinungsfreiheit immer wieder offenbaren. Walser schreibt und veröffentlicht also ein Buch, aber seine Meinungsfreiheit ist eingeschränkt, wenn ein Rezensent es kritisiert? In welchem Land leben wir denn? Wollen die Schlechtmenschen jetzt noch unsere Literaturkritikkultur zerstören mit ihrer Meinungsdiktatur?

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k-d.hollbecher 28.03.2018, 12:54
31. Ihr armen Linken

Ein klein bischen Verfolgungswahn selbst durch das ganz späte Schreiben eines zwar alten, aber großen Mannes, Martin Walser. Die Linken haben sich in ihrer Genderitis wohl schon soweit verrannt, dass sie keinen Weg mehr zur Normalität finden, siehe Gomringer.

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carlitom 28.03.2018, 13:26
32.

Zitat von mbargholz
Wieder ein namhafter Autor, der mit solchen Kritiken scheinbar auf die linke Spur gebracht werden soll- weg von der Meinungsfreiheit, hin zur geistigen Gleichschaltung durch die Moralapostel der Medien, die für uns -besser-wissen, was richtig und gut ist.
Kritik ist das Gegenteil von Gleichschaltung. Wer Kritik nicht verträgt, wünscht ein Ende der Vielfalt und der Freiheit. Nur weil nicht jeder alles toll findet, ist das noch kein Moralisieren, eher Geschmackssache. Das war der alte Kerl eh immer.

Altherrenwitze und -anzüglichkeiten werden mit Recht mit alten Herren verbunden, die alles rauslassen, was zuvor der Anstand verbot. Disziplin hört da irgendwann auf. Erziehung ebenfalls. Das ist normal. Und wenn man das feststellt, ist damit noch keine Moraldiskussion entworfen oder gar eine Gleichschaltung inszeniert.

Sie sind da auf einem Tripp ohne Grundlagen. Aber sehr typisch für die heutigen AfDler, die ständig und überall öffentlichkeitswirksam und medial vermarktet Geschmacksgrenzen, Grenzen der Toleranz und des Anstands überschreiten, um sich dann hinterher ununterbrochen darüber zu beschweren, dass man ihnen das Maul verbiete. Scheint gerade chic zu sein. Bleibt aber lächerlich in seinem Widerspruch.

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carlitom 28.03.2018, 13:28
33.

Zitat von Ceebiscuit
sonst heult sich der Kritiker die nächsten Wochen in den Schlaf...haben Männer überhaupt ein Recht, sowas zu kritisieren?
Fällt Ihnen gar nicht auf, dass SIE gerade selbst den Kritiker verhöhnen, aber gleichzeitig das Recht von "Männern" (warum eigentlich?) verfechten, Kritik üben zu können? Soll das eine Parodie sein?

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carlitom 28.03.2018, 13:29
34.

Zitat von fisherman85
Eine Buchrezension, die sich überwiegend damit beschäftigt den Autor als Person unmöglich zu machen, disqualifiziert sich von selbst.
... wohingegen in Ihren Augen ein Autor, der versucht, die gesellschaftlichen Normen und den Konsens der Anständigkeit und Frauenachtung unmöglich zu machen, einen Preis verdient?

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carlitom 28.03.2018, 13:31
35.

Zitat von Olli68
"...eher ungewollt gereichen zahlreiche Platittüden dem Leser zum Amüsement. Mit "Sobald du dich nicht mehr bewegst, klebst du", oder "Geräuschlosigkeit, die das Gegenteil von Stille ist" bietet der Autor ein Best-of mieser Phrasendrescherei." Geht es nur mir so, oder erkennt man in den beiden vom Kritiker willkürlich ausgewählten Zitaten alles andere als Phrasen nämlich tiefe Weisheit und Erfahrung eines 91-jährigen Lebens?
In etwa so viel Weisheit wie in dem Satz "wenn es regnet, wirst du nass".

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carlitom 28.03.2018, 13:34
36.

Zitat von k-d.hollbecher
Ein klein bischen Verfolgungswahn selbst durch das ganz späte Schreiben eines zwar alten, aber großen Mannes, Martin Walser. Die Linken haben sich in ihrer Genderitis wohl schon soweit verrannt, dass sie keinen Weg mehr zur Normalität finden, siehe Gomringer.
Ich hatte eher den Eindruck, dass sich Walser verfolgt fühlt - durch Gleichberechtigung, Feminismus und den Kampf für Toleranz. Und dass er glaubt, sich dagegen medienwirksam und provokativ auflehnen zu müssen.

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archi47 28.03.2018, 13:46
37. Genderei ist nicht "Links" - was für eine Stereotype

Es ist auch nicht links, wenn eine Rezension die Maßstäbe eines Rezensenten verliert. Es ist einfach nur schlecht.
Ich verbitte mir Genderei allgemein als Links zu verorten und hier damit die Lebenshaltung und -leistung von Generationen im Wesentlichen von Sozialdemokraten mit dieser Genderei gleichzusetzen. Auch dann, wenn eingige Fehlgeleitete gleichzeitig linke Positionen gerade noch vertreten.
Das was die Linke für die Frauen und deren Emanzipation geleistet hatte und noch leistet, das hat mit den hysterischen Ensembles, die in asozialen Netzwerken ihre Echokammer verstärken nichts, aber auch gar nichts gemein.
Dies zur Ehrenrettung auch der schon älteren hier, die es sich leisten können auf diese Netzwerke zu verzichten und auch mit "altersmildem Lächeln" auf diese und deren "Lemminge" herabzusehen.

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tomatosoup 28.03.2018, 13:46
38. Der große Walser

Groß war er noch nie, der große Walser. Aber wenn er dagegen ankämpft, dass wir alle einen Maulkorb verpasst bekommen sollen, dass die Lust am Sex und an der Darstellung und Beschreibung des Sexuellen verächtlich gemacht werden sollen, während das Abartige zur Norm des herrschenden Hässlichkeitskultes innerhalb der Meinungsdiktatur gemacht wird, dann hat Walser dafür meinen ungezügelten, lauten Beifall. Bravo!

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archi47 28.03.2018, 13:55
39. richtig

Zitat von tomatosoup
Groß war er noch nie, der große Walser. Aber wenn er dagegen ankämpft, dass wir alle einen Maulkorb verpasst bekommen sollen, dass die Lust am Sex und an .......
und nicht alles, was aus den USA zeitverzögert zu uns kommt, ist gut. Ich erinnere nur daran, wie die 100 französischen Schauspielerinnen aus ihrem Herzen und ihrer Sinnlichkeit keine Mördergrube mehr machen wollten und in diesen Netzwerken gehetzt wurden ...

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