Forum: Kultur
"Maybrit Illner" zu Schulmassaker: Aufgalopp der Steckenpferd-Reiter

Mehr Geld für Schulen, "Zivilcourage im Internet", Verbot von Waffenaufbewahrung in Privathaushalten: Viel wurde gefordert bei Maybrit Illner - und genauso viel am Thema vorbeigeredet. Am Ende blieb die schlichte Erkenntnis: Schulmassaker wie das in Winnenden sind unbegreiflich.

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Born to Boogie 13.03.2009, 09:35
1. Nix Neues

Die Sendung war einfach nur Überflüssig.

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FatherMacKenzie 13.03.2009, 09:46
2. Dsdsa

Zitat von sysop
Viel wurde gefordert bei Maybrit Illner - und genauso viel am Thema vorbeigeredet.
Und am Ende dieser unsäglichen Debatte haben dann alle das neue Format der öffentlich rechtlichen TV-Anstalten gesehen: DSDSA. Deutschland sucht den Super-Amokläufer.

Trittbrettfahrer? Nachahmung? Glorifizierung? Ach wo ...

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der nachdenkende 13.03.2009, 10:02
3. Amokläufe an Schulen in Deutschland

Es ist einfach widerlich und empörend, wie in Deutschland die einflussreiche Waffenlobby die politischen Entscheidungsträger beeinflusst und verhindert, dass wirksame Gesetze bzw. Maßnahmen beschlossen werden, die einen relativ leichten Zugang zu Feuerwaffen (die ja potentielle Mordinstrumente sind) erschweren bzw. verhindern würden. Auch darin äußert sich dieses kapitalistische System, das Deutschland beherrscht und die Gesellschaft in viele Verlierer und wenige Gewinner, vor deren Anmaßung die Bürger gefälligst den Kopf zu beugen haben, zerteilt. Das ist der Kern der Verhältnisse!

Aber wenn ist darum geht, die demokratischen Rechte für alle Bürger (die nicht zu den oberen "Zehntausend" gehören) einzuschränken, sind diese politischen Entscheidungsträger schnell dabei, die Gesetze entsprechend zu verändern. Um dafür eine Scheinlegitimation zu bekommen, wird die Gefahr terroristischer Aktionen beschworen, werden Koffer tragende Individuen vieldeutig in Szene gesetzt. Aber bis jetzt hat der deutsche Michel dies mehrheitlich ja akzeptiert.

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Tautologe 13.03.2009, 10:08
4. Komplexe Taten

Schulmassaker (oder School Shootings, wie der in der Fachwelt verwendete englische Begriff lautet), sind in der Tat sehr paradoxe Ereignisse. So lassen sich einerseits viele Parallelitäten in den Biografien und im Modus Operandi der Täter feststellen: zumeist aus durchschnittlich bis gut situierten Elternhäusern mit entsprechendem Bildungshintergrund stammend, weist die Mehrzahl der Täter eine Biographie auf, in deren Verlauf eine lange Phase der Auseinandersetzung mit extremen Gewaltphantasien und mit Waffen zu beobachten war. Bei den Tätern klafft oft eine große Lücke zwischen narzistischer Selbstwahrnehmung und den Reaktionen der sozialen Umgebung auf die eigene Person. Da diese Täter - die oft als unauffällige Außenseiter beschrieben werden - jedoch durch geringe soziale Kompetenzen, Gemütsarmut und Egozentrismus geprägt sind, mangelt es oft an Kontakten mit Personen, mit denen die eigenen Probleme besprochen und eventuell gelöst werden könnten. In der Folge zeigen sich nach außen hin meist nur solche Persönlichkeitseigenschaften ab, die weit verbreitet und mithin nicht geeignet sind, die genannten Risikofaktoren zuverlässig zu erkennen. Trotz der vielen Parallelitäten der Täter, trotz eines relativ scharfen Profils ist es mithin extrem schwer, einen potentiellen Täter eines School Shootings zu erkennen.

Tritt im weiteren Verlauf der Kontakt zu einer Gemeinde Gleichgesinnter hinzu, der heute über Internetforen möglich ist, erkennen auch Täter von geringer sozialer Kompetenz die Möglichkeit, durch eine Tat, die nichts anderes als ihre Gewaltphantasien in die Realität übersetzt, eine - wenngleich pervertierte - Form der Bedeutung und Anerkennung zu finden, und sei es um den Preis des eigenen Lebens (auch wenn im aktuellen Fall von Winnenden kein solcher Internetkontakt nachweisbar ist). Man darf in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass es sich bei School Shootings weniger um Amokläufe im klassischen Sinne, als vielmehr um erweiterte Selbstmorde handelt. Die extreme Brutalität, die die Täter dann bei der Tat an den Tag legen, darf nicht missverstanden werden: nicht rasender Zorn, sondern ein lange aufgestauter Hass, der zu einer Entfremdung von allen gesellschaftlich anerkannten Verhaltensschranken führt, wird hier in einem langfristig und rational gefassten Plan "abgearbeitet". Am Anfang wie am Ende steht immer die finale Entfremdung vom Wert des eigenen Lebens.

Die Frage, wie sich solche Taten verhindern lassen, ist damit schwer zu beantworten. Als Tatsache bleibt jedoch bestehen, dass eine zentrale Lagerung und Verwahrung (z.B. in den Schützenvereinen) der in privater Hand befindlichen Waffen unumgänglich ist. Ohne Schusswaffen sind die verheerenden School Shootings der Vergangenheit in dieser Form nicht mehr möglich (wenngleich andere Ausprägungen dieser Tatart immer noch möglich wären). Die illegale Beschaffung einer Schusswaffe ist hingegen wesentlich schwerer als z.B. die Beschaffung von Drogen und würde den Aufwand für die Tat erheblich erhöhen (aus kriminologischer Sicht einer der wichtigsten Faktoren für Kriminalität). Ganz verhindern können wird man diese Taten jedoch sicher nie, da sich die School Shootings auch als ein Medienphänomen erweisen, indem die Täter in den Medien und im Internet erst jene Plattform finden, die ihnen die angestrebte "Bedeutung" verleiht.

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Dirk Ahlbrecht 13.03.2009, 10:27
5. ...

Zitat von sysop
Mehr Geld für Schulen, "Zivilcourage im Internet", Verbot von Waffenaufbewahrung in Privathaushalten: Viel wurde gefordert bei Maybrit Illner - und genauso viel am Thema vorbeigeredet. Am Ende blieb die schlichte Erkenntnis: Schulmassaker wie das in Winnenden sind unbegreiflich.
Und nun? Sollen sich jetzt alle Beteiligten hinsetzen und die Vorfälle als extrem seltenes Ereignis qualifizieren, gegen das eine Gesellschaft leider nichts machen kann? Wird so bei einem möglichen Terroranschlag in D auch verfahren? Hinsetzen und mit den Schultern zucken? Wohl kaum.

Selbstverständlich ist es doch so, daß es in diesem wie in anderen Fällen keine monokausalen Zusammenhänge gibt. Wenn man also beispielsweise Killerspiele verbieten würde, wäre damit wohl zunächst einmal wenig bis gar nichts erreicht.

Aber auch dann, wenn es keine monokausalen Zusammenhänge gibt, ist dies für mich kein Grund nicht doch etwas zu tun.

In meinen Augen ist ein Attentäter wie jener von Winnenden klar einer Risikogruppe zuzuordnen. Will heißen: Geringes bis gar kein Selbstvetrauen, Zugang zu Waffen, sozial gehemmt - was weiß ich noch alles.

Und Aufgabe von Politik und Gesellschaft ist es, auf solche Leute ein besonderes Augenmerk zu haben. Dazu lassen sich viele Dinge, die dazu notwendig sind, koordinieren. Konrad Freiberg bemängelte beispielsweise gestern bei Maybrit Illner zu recht, daß es kein zentrales Waffenregister in Deutschland gebe. Aufgabe von Politik ist es beispielsweise solches zu ändern. Und vieles mehr.

Das sich auch in der Gesellschaft etwas ändern muß, steht doch angesichts solcher Vorfälle völlig außer Frage. Nur bis dies soweit ist, erwarte ich von der Politik Maßnahmen der Gestalt, die Bürger des Landes vor solchen Geschehnissen zu schützen.

100%-igen Schutz gibt es nicht. Aber hier kann mehr getan werden, als dies bisher der Fall war.

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Bruddler II 13.03.2009, 10:29
6. Mein Gott Illner

Leeres Geschwätz um der Quote Willen, ohne neue Erkenntnisse überflüssig wie ein Kropf. Alle Argumente bekannt, alle Klischees wurden fleissig bedient. Illner warum? Bleib heiter und so weiter...

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rosebud55 13.03.2009, 10:36
7. Nachahmereffekt

Zitat von sysop
Am Ende blieb die schlichte Erkenntnis: Schulmassaker wie das in Winnenden sind unbegreiflich.
Dass das "unbegreiflich" sein soll, verstehe ich nicht.
Den Amok kennt man seit der Antike.
Es ist doch die Gemütsverfassung des Jungen beschrieben worden. Er war krank!
Es war ein menschliche Tragödie, ein Unfall.
Das Schlimme ist, was die Medien daraus machen.
Sie heizt den Nachahmereffekt an.
Der FOCUS schreibt dazu " Deutschland sucht den Superkiller".

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Peter Kunze 13.03.2009, 10:42
8. So sei es

Tach,

Zitat von sysop
Mehr Geld für Schulen, "Zivilcourage im Internet", Verbot von Waffenaufbewahrung in Privathaushalten: Viel wurde gefordert bei Maybrit Illner - und genauso viel am Thema vorbeigeredet. Am Ende blieb die schlichte Erkenntnis: Schulmassaker wie das in Winnenden sind unbegreiflich.
Die in der Nachbereitung von Amokläufen stets aufpoppende Kultur des Besserwissens ist da voll zum Zuge gekommen. Die einzig vernünftige Aussage zu Amok fand ich nicht bei Illenr, sondern beim zürcherischen Tages-Anzeiger. Kurg gefasst wird da erläutert, was eh alle wissen: Die Ursachen für Amokläufe sind so vielfälltig dass eine Prävention nicht möglich ist.


Peter

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rick.sander 13.03.2009, 10:44
9. Der Hauptpunkt ist far nicht angesprochen worden

die Eltern.
Sie sind allein für die Erziehung der Kinder verantwortlich.
Wie sagte Fröbel: Erziehung ist Vorbild und Liebe.

Die Schule ist eine Bildungsstätte, kein Erziehungscamp.
Die Eltern müßen mit Liebe das Vertrauen ihres Kindes gewinnen damit es sich öffnet.

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