Forum: Kultur
Medien und die AfD: Keine falsche Freundlichkeit
HAYOUNG JEON/ EPA-EFE/ REX

Sollen Medien die AfD behandeln wie jede andere Partei auch? Nach drei Jahren Omnipräsenz stellen sich immer noch viele Journalisten diese Frage. Dabei ist die Antwort ganz einfach.

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leserlich 20.09.2019, 00:28
140. Gauland rethorisch hervorragend?

was haben sie denn getrunken, Herr nethopper01?

Ich finde im übrigen nicht, dass sich Höcke beim ZDF Interview aus dem Konzept bringen ließ. Er hat ruhig und sachlich(auch in der Verteidigung seiner, in seinen Reden vorkommenden nationalsozialistisch geprägten Worte) geantwortet und seine Ansichten klarzumachen. Von großer Emotionalität, wie sein Pressesprecher meinte, könnte ich nichts spüren. Höcke ist nur, warum auch immer, auf den Nervenverlust des Pressesprechers eingestiegen.

Ich würde in den Interviews mit der AfD auch nicht immer diese, schon längst, zumindest von weiten Bevölkerungskreisen, entweder ignorierten oder akzeptierten Wortwahlen als auszusiebende Konstante bringen. Inhaltlich bieten sie genug Angriffsfläche.

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Kranach 20.09.2019, 05:41
141. Nicht nur die Politiker

Sie haben Recht. Unsere Journalisten gehen viel zu freundlich mit Politikern um. Vielleicht aus Angst kein Interview mehr zu bekommen oder vielleicht auch weil unliebsame Journalisten plötzlich andere Aufgaben bekommen. Und auch unsere Politiker haben jahrelang eher freundlich geredet als hart diskutiert.
Aber gerade dieses Vorgehen hat doch auch dazu geführt, dass die AfD groß geworden ist. Wenn keine Kritik "an denen da oben" kommt, dann sind halt alle "Systempresse"; wenn kaum Meinungsunterschiede zu erkennen sind dann haben wir die "Machthaber".

Ob beim Thema Flüchtlinge, EU, Steuern - die Altparteien unterschiedlich in den Details, aber um das zu sehen muss man sich mit Politik beschäftigen. Einfacher ist es doch alles anders machen zu wollen - egal wie, wird schon besser sein als jetzt.

Vielleicht ist eine neue kontroverse und harte Diskussionskultur in der deutschen Politik insgesamt belebender für unsere Demokratie als alles andere.
(Auf der anderen Seite in Großbritannien hat das auch nicht so viel gebracht)

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obiwarndemokrat 20.09.2019, 08:06
142. sehe ich genauso

sehr guter Artikel. Ich schalte jetzt immer aus, wenn ein brauner AfD Typ dabei ist. Alles tausendmal gehört, immer das gleiche Gejammere. Journalisten sollten folgende Bücher mal lesen:1. "Das Netzwerk der neuen Rechten" von Christian Fuchs und Paul Middelhoff. 2. "Radikalisierungsmaschinen" von Julia Ebner.

Wer dann immer noch auf Kuscheltalk, der ist dort fehl am Platz.

Was macht eigentlich der Verfassungsschutz mit diesen Freaks ?

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FrankDunkel 20.09.2019, 08:57
143.

Früher wurde die Sendung "Bericht aus Berlin" - wenn auch noch unter altem Bonner Namen - von Schwergewichten wie Nowotny oder Lueg moderiert. Heute halt eben auch von Tina Hassel. Da sind die Prioritäten halt eben die, dass die Frisur sitzt und die Falten ordentlich weggeschminkt sind.
Gerade an der Mahnmal-Geschichte läßt sich leicht demonstrieren, wie man Gaulands Aussage hätte konterkarieren können. Im selben Zusammenhang hatte Höcke nämlich auch geäußert, Deutschland brauche eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad. Dieser Satz ist gewissermaßen selbsterklärend.

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Ayanami 20.09.2019, 09:01
144. Ich bin kein Freund der AfD

Grundsätzlich ist allerdings festzuhalten, dass ich mir eine progressivere Haltung von Journalisten gegenüber allen Politikern wünsche. Die etablierten Parteien kommen mit unglaublich viel bösartiger Politik weg, und halten in Interviews einfach schützende Worthülsen hoch. Da sollte von allen Medienanstalten viel fordernder reingepiekst werden. .Und das Gleiche gilt eben für die AfD - nur dass man für braune Substanz zum Pieksen wohl besser einen langen Stock nimmt.

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spon_4_me 20.09.2019, 09:03
145. @ iris.b (# 137):

Sie schreiben: "Die AfD ist eine demokratiefeindliche Partei. Sie will ein anderes System." Könnten Sie mir bitte bitte eine Stelle nennen, aus der das hervorgeht. Ich verspreche Ihnen im Gegenzug, auf Grundlage dessen und unter Verwendung meines beträchtlichen Vermögens ein Strafverfahren gegen die AfD anzustrengen.

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StefanXX 20.09.2019, 09:15
146. Warum strengt denn dann niemand ein Verbotsverfahren an?

Zitat von draco2007
Ach jetzt bin ich ein Linksradikaler, weil ich eine Partei voller Nazis nicht für demokratisch halte? Die AfD gehört schnellstmöglich verboten das ist alles, ich rede nicht von einsperren, sondern schlicht diesen Antidemokraten jede Möglichkeit entziehen unsere Demokratie auch nur beeinflussen zu können. Diesen Blödsinn von wegen die Demokratie muss das aushalten...ja so lange bis sie genug Leute aufgehetzt haben oder Andersdenkende umgebracht haben (Lübcke) oder die CDU einknickt und mal wieder den Nazis an die Macht verhilft? Teile der CDU wollen doch schon wieder das soziale mit dem nationalen vereinen... Danke nein, hatten wir schon, einmal reicht. Wenn wir hier von einer NPD-Mäßigen Randerscheinung reden würden, ok, aber selbst da halte ich das fehlende Verbot für ein völlig falsches Signal. Demokratiefeindlichkeit (vom Steuerzahler bezahlt) ist also in Ordnung solange er unwichtig bleibt? Ich bleibe dabei, eine Demokratie MUSS wehrhaft sein, vor allem gegen Nazis. Wenn mich das zu einem Linksradikalen macht, bitteschön. Die Braunsocken sollen dem Verfassungsschutz bekannt sein, aber nicht in unseren Parlamenten sitzen.
Ja offenbar sind sie schon ein Radikaler, wenn sie hier ernsthaft behaupten die AfD hätte Lübke umgebracht. So ganz ohne irgendwelche Beweise oder wenigstens Indizien dafür. Und wenn "die AfD" so ganz offenbar demokratiefeindlich und von Nazis durchsetzt ist, dann frage ich mich immer: Warum strengt man dann nicht einfach ein Verbotsverfahren an, wie sie es ja auch fordern? Bei der NPD z.B. hat man da keine Chance, weil sie zu klein und nicht systemrelevant ist .. aber bei der AfD läge der Fall sicher völlig anders. Warum glauben Sie wohl strengt man dann nicht einfach ein Verbotsverfahren an, wenn das alles so offensichtlich ist, muss es ja ein Leichtes ein die Partei innerhalb von 1 oder 2 Jahren zu verbieten. Ich kann Ihnen sagen warum: Weil Sie Unrecht haben. Die AfD einfach mal pauschal als Rechtsradikale und Nazis abtun zeugt von schlechtem Demokratieverständnis. die CDU ist nach links gerutscht und die SPD nach rechts. In die linke Lücke sind die Grünen und die Linken gesprungen und in die rechte Lücke wird dauerhaft die AfD springen. Und wenn es die AfD nicht mehr gibt, wird es irgendeine andere Partei sein. Denn die Positionen, die die AfD vertritt sind größtenteils valide und berechtigt und holen ganz offensichtlich einen guten Teil der Bevölkerung ab, ob Ihnen das persönlich passt oder nicht.

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man 20.09.2019, 09:18
147. Die AfD

zunächst als rechtspopulistisch zu titulieren, ok. Nachdem leider eine vernünftige inhaltliche Auseinandersetzung politisch nicht gewollt war und ist, zieht man jetzt auf breiter Front die Nazikarte. Als demokratischen Diskurs würde ich das nicht bezeichnen.

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toga16 20.09.2019, 09:20
148. By the way...

Heute gibt es massive Probleme mit der S-Bahn in Berlin, nicht zum ersten Mal...Wenn ich den abgehobenen Text über die Auseinandersetzung mit der AfD lese, frage ich mich, ob es keine anderen Probleme für unsere Elite gibt. Und wenn die AfD verboten ist oder nicht mehr gewählt wird, ist alles gut oder wie?
Fangt endlich an Euch mit der Wirklichkeit zu beschäftigen, Bildungswesen, Verkehrssituation (marode Brücken, öffentlicher Nahverkehr s.o.) und ein vernünftiges Miteinander ohne Zuspitzung und vor allem ohne Ausgrenzung (warum kann es z.b. auf Rügen keinen AfD- Politiker geben, der vernünftige Kommunalpolitik macht?)

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haarer.15 20.09.2019, 09:29
149.

Zitat von wago
Die AfD wird medial überproportional repräsentiert.
Bisher war das leider so - ja. Und sie wurde zu lasch angegangen, was auch jetzt noch der Fall ist. Aber die Demaskierung der AfD hat schon eingesetzt. Sie hat zu den derzeitigen Brennthemen in unserem Land nämlich nix beizutragen. Der Michel scheint das langsam auch zu realisieren.

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