Forum: Kultur
Medienkrise : Größte Entlassungswelle seit 1949
DPA

"Frankfurter Rundschau", "Financial Times Deutschland", "Abendzeitung Nürnberg" - derzeit erschüttern immer neue Hiobsbotschaften Deutschlands Zeitungslandschaft. Experten sagen jetzt: So viele Stellen gingen noch nie verloren.

Seite 6 von 6
Celestine Trueheart 02.12.2012, 14:44
50.

Zitat von tylerdurdenvolland
Sie übersehen, dass Journalisten heutzutage nicht mehr einfach so irgend etwas schreiben dürfen, nur aus so einem nebensächlichen Grund, weil etwas zB den Tatsachen entspricht.
Nein, das übersehe ich keineswegs, habe das nur nicht in diesem Zusammenhang erwähnt. ;-)

Zitat von
Als Journalist arbeiten sie für einen Konzern, dessen Existenzgrund keineswegs die Information der Bürger ist, sondern, wie bei jedem Konzern, das Erwirtschaften maximaler Gewinne.
Bestes Beispiel die Printausgabe von Spiegel, welche ich als Jahre lange Abonnentin mit großer Freude gelesen habe. Nachdem die Publikation nicht mehr Inhaber geführt ist sondern von diversen Investoren bzw. anderen Verlagen übernommen wurde, ist die Lektüre immer mehr in Richtung alternativlos regierungstreu verkommen. Es gibt kaum noch investigativen Journalismus, nicht nur wegen der veränderten redaktionellen Richtlinien sondern auch wegen der hohen Kosten.
Ja, genau, es geht vor allem um Kostenminimierung bzw. Profitmaximierung. Ab und an werden dann echte Spiegel-Freunde mit etwas passableren Artikeln vertröstet … ;-) Letztendlich werden die Freunde des Spiegel „Original“ also vergrault, dafür neue Zielgruppen als Leser gewonnen.

Dass sogar im Forum eine Leitlinie der akzeptablen Inhalte angewendet wird, äußert sich in der Zensur. Letztens wurden drei von vier meiner Beiträgen zensiert, nicht wegen Netiquette sondern wegen unerwünschter Inhalte. Meinungsfreiheit ist das nicht.

Zitat von
Wenn sie als Journalist meinen sie könnten aus ihren privaten Anliegen, wie Ethik oder Wahrheit, mit ihrer Schreiberei gegen die Interessen ihres Arbeitgebers verstossen, dann lernen sie recht schnell die Wonnen von Hartz IV kennen.
„Die Wonnen von Hartz-IV“ - die Formulierung gefällt mir. ;-)

Journalisten als Kostenfaktor – Ethik und Wahrheit sind da nur Störfaktoren. ;-)

Aber solche Journalisten landen nicht nur bei Hartz-IV. Selbst wenn sie angepasst sind, werden sie in manchen Verlagen schon lange in Scheinselbstständigkeit entlassen, was nichts Anderes bedeutet als prekäre Beschäftigungsverhältnisse, in welchen sie Artikel wie am Fließband produzieren müssen, wenn sie einigermaßen über die Runden kommen wollen. So können sie sich den Luxus einer ordentlichen Recherche gar nicht mehr leisten.

Qualitätsverluste in ganzer Linie. Aber zu viel Nachdenken, um gewisse hässliche Zusammenhänge zu durchschauen, ist eben unerwünscht . ;-) Also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Kostenersparnis und Verdummung des Volkes.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
konrat-kommunikator 02.12.2012, 14:49
51. Die Raub-Kopierer

Schuld an den sinkenden verkauften Stückzahlen sind natürlich die Raub-Kopierer.
Dies wissen wir ja von der Schallplattenindustrie, die die Justiz für sich instrumentalisiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans58 02.12.2012, 14:53
52.

Zitat von Bernd Zeitinger
Nach dem Krieg vergaben die Alliierten Zeitungslizenzen an Menschen mit bekannt demokratischer Gesinnung, die die Deutschen Demokratie lehren sollten. Das hat die heutige Verlegergeneration völlig vergessen, die wollen nur noch absahnen. Es ist an der Zeit, ihnen die Lizenzen ihrer Großväter zu entziehen ....
Die Lizenzen sind ab 5. Mai 1955,00:00 Uhr, definitiv nicht mehr gültig gewesen, manche sagen auch, dass sie schon am 23. Mai 1949 ihre Gültigkeit verloren haben

Sie wollen also, dass die damaligen Alliierten (USA, GB, SU, FR) heute die Lizenzen zurücknehmen????

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hans58 02.12.2012, 15:03
53.

Zitat von soulless72
.... Aber vielleicht habe ich ja auch absolut nicht verstanden worauf sie hinauswollen und was diese Aussage noch mit dem Ursprungsthema zu tun hat. Könnten sie es mir nochmal erklären wie das zu google lebt von den Leistungen der Presse passt?
Mag sein, dass Sie mich nicht verstanden haben.
Befassen Sie sich bitte mit dem Text des Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/113/1711317.pdf), dann verstehen Sie vielleicht, was ich versucht habe, juristisch untechnisch laienhaft vergleichsweise zum Ausdruck bringen wollte.

Ich versuchte, lediglich einen Vergleich herzustellen, der möglicherweise zu Missverständnissen führt, wenn man sich mit dem Gesetzesentwurf noch nicht befasst hat (ggf. sich auf das verlässt, was Google proklamiert).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tylerdurdenvolland 03.12.2012, 00:37
54. Ziemlich richtig....

Zitat von Freiwirtschaftler
"Frankfurter Rundschau" "Financial Times Deutschland" "Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten (Politik und Wirtschaft) uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten." Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft) Um seine Zeit mit sinnfreiem Gerede über Politik und Wirtschaft verschwenden zu können, darf man (oder Frau) bestimmte Zusammenhänge auf gar keinen Fall verstehen. Dafür sorgt seit jeher die Religion (selektive geistige Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern), die es sogar den Ungläubigen ermöglicht, bis zum Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform in der Bundesrepublik Deutschland) grenzenlos dumm zu bleiben.
Das Ganze nennt man übrigens abwechselnd Kultur oder Zivilisation, und seit ein paar wenigen Jahrhunderten auch Demokratie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 6