Forum: Kultur
Medienkritik : Den Hass benennen
DPA

Im Ruhgebiet rast ein Mann in Menschenmengen - aus rassistischen Motiven. In Wien schlägt ein Frauenhasser eine 25-Jährige fast tot. Viele Medien verharmlosen die Taten, den Hass blenden sie aus, die Opfer auch.

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burlei 08.01.2019, 21:17
10. Natürlich wurde der Anschlag ...

... in Bottrop von CDU-Politikern schnell verharmlost, von Rechten dann durch die Prügelattacken in Ambach überkleistert. Dem Täter in Bottrop (oder sollte man nicht eher sagen "Terrorist"?) wurde von den Vertretern dieser CDU schnell eine "psychiatrische Störung" zugestanden, denn er musste ja psychisch gestört sein, ein Deutscher im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte macht so etwas ja nicht. Dass die Rechten schnell Ambach raus kramten, war zu erwarten. Schließlich prügelten hier Ausländer auf Deutsche ein. In Ambach, einer Stadt in Bayern, in der in der selben Nacht sechs weitere Prügeleien unter alkoholisierten Deutschen, bei denen 10 Personen verletzt wurden (Polizeibericht Ambach). In beiden Fällen interessierten weder Politiker noch Rechte die Täter oder etwa die Opfer. Sie waren nur Mittel zum Zweck, Betroffenheit zu heucheln bzw. von einem Attentat abzulenken. Beides hat wunderbar funktioniert.

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Margaretefan 08.01.2019, 21:18
11. Ungeachtet der Kommentare,...

...die auch diese Woche nur das Ziel haben werden, die ehrenwerte Kolumnistin zu beleidigen, spricht mir Frau Stokowski aus der Seele. Mir geht regelmäßig der Hut hoch, wenn über Taten, die sich gegen (oft auch nur vermeintliche) Ausländer oder gegen Frauen richten berichtet wird. Was Frauen betrifft, finde ich es sehr oft mehr als bedenklich, in welcher Form Gewalttaten, meist gar Morde, an sogenannten Prostituierten erwähnt werden. Dabei entsteht oft der Eindruck, dass diese Frauen minderwertige Menschen sind, die sich durch ihr Dienstleistungsangebot selbst in Gefahr gebracht haben. Zu den Kommentaren, die auch in dieser Woche zu erwarten sind, möchte ich ungelesen anmerken, dass Frau Stokowski bei den Bewertungen der Taten an (vermeintlichen) Ausländern und Frauen durch die "Medien" nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet. In der Beziehung ( Bewertung von Taten gegen "Fremde" und Frauen) unterscheiden sich Männer und Frauen zumindest nicht wahrnehmbar. Frauen sind nur signifikant seltener Täter. All denjenigen, die jetzt anmerken müssen, dass Gewalt in einer Beziehung bzw der Ehe durchaus häufig auch von Frauen ausgeht, möchte ich nahelegen mal genau hinzuschauen was Männer Frauen antun und was Frauen Männern antun. Das lässt sich nicht relativieren - selbst wenn sich das quantitative Moment etwas verschieben lassen könnte, lässt sich die Brutalität und Grausamkeit die Männer gegenüber Frauen leider nicht nur verbal an den Tag legen keineswegs relativieren.

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shotaro_kaneda 08.01.2019, 21:30
12.

Sehr guter Artikel von Frau Stokowski, die zitierten Überschriften der Artikel, die sich auf den Angriff auf die Frau beziehen, gehen gar nicht. Allerdings muss ich in einem Punkt widersprechen: Bei richtigen Psychosen kann man von heut auf morgen vor allem Angst haben oder alles hassen, eben weil das Gehirn teilweise einen Totalaussetzer hat. Rational oder logisch nachzuvollziehen ist dann nichts mehr. Man kann dann Angst vorm Postboten haben, vor dem Licht, vor Tauben, vor seinen Eltern, vor seinen Kindern, vor Schnee, Grasbüscheln (Die aufgezählten Sachen hab ich mir übrigens nicht ausgedacht) und eben auch vor Flüchtlingen. Und man kann auch unbegründet Hass auf diese Personen/Dinge entwickeln. Und ab einem gewissen Punkt schaltet sich der komplette Verstand aus und kennt nur noch Angriff, Flucht oder Suizid. Die betroffenen nehmen sich selbst nicht einmal als "verrückt" war, sondern finden alle anderen verrückt, ändern zum Teil komplett ihre Persönlichkeit (oder Stimmlage, Gesichtsausdruck usw...), oder splitten diese in mehrere Personen auf. Deswegen gehören Psychosen auch mit zu den schlimmsten Krankheiten und enden nicht selten im Suizid. Psychosen gehen deshalb weit über Neurosen oder Angsstörungen hinaus. Wenn der Täter zudem noch entsprechende Psychopharmaka genommen hat und diese schlagartig abgesetzt hat, kommt es in solchen Fällen nicht selten zu einem schlagartigen "Rückfall". Dies soll die Tat weder entschuldigen, noch relativieren, noch rechtfertigen. Es gibt aber eben doch die plötzliche, nicht zu erklärende Tat von Einzeltätern aufgrund psychischer Erkrankungen. Und ich glaube nicht, dass man einem akut psychotischem Mensch Rassismus unterstellen kann. Da tun Sie den betroffenen vielleicht Unrecht. Ob dies bei dem Täter der Fall war oder nicht oder eine Mischung aus Rassismus und Psychose müssen Psychiater und Psychotherapeuten/Psychologen beurteilen.

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kulmberg 08.01.2019, 21:52
13. Straßburg,

Ein paar Wochen zuvor hat ein islamistischer Täter 5 Menschen in Straßburg auf dem Weihnachtsmarkt erschossen. Eine Tat, die also bei weitem die Brutalität und Opferzahl der hier beschriebenen Taten in den Schatten stellt.
Wo war da ihr Aufschrei und Ihre Empörung, Frau Stokowski? Und wo war sie nach Berlin? Nach Freiburg? Nach Köln? Nach Amberg? Und, und und? Gerade, wenn es um Gewalt, speziell gegen Frauen geht - scheint die Empörung der Linken absurderweise immer dann zu enden, sobald die Täter islamische / arabische Wurzeln haben. Da herrscht dann eine ohrenbetäubende Stille.

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Clara77 08.01.2019, 22:00
14.

Man muss das differenzierter diskutieren, mehr kann man dazu nicht sagen. Aber die Autorin weiß genau, dass es zB auch inzwischen erhebliche Gewalttaten von Zuwanderern gegen Deutsche gibt und wenn muss man das im Paket besprechen.
Auch gibt es natürlich psychiatrische Erkrankungen, die das Gewaltpotential erheblich erhöhen. Das ist auch eines der Hauptprobleme dieser Idee des "Hass-Verbrechens". Es ist nicht so ganz einfach da abzugrenzen, ab wann ein gesellschaftliches Problem da ist und ab wann ein psychisches Problem - weil die meisten psychischen Erkrankungen auch gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln.

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ulisses 08.01.2019, 22:03
15. Kein Widerspruch

Laut Verfasserin dieses Artikels waren es also Fremdenhass, oder noch präziser rassistische und sexistische Einstellungen die Ursachen, welche die Täter zu ihren abscheulichichen Taten bewegt haben und keine pathologischen und abnormen Charakterzüge wie etwa Schizophrenie.
Vielleicht wird umgekehrt ein Schuh daraus.
Weil diese Personen psychisch krank sind, sind sie auch leichter empfänglich für bekloppte Ideologien und simple, krude Weltbilder.

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commandertom 08.01.2019, 22:16
16. Von geschlechtlicher Not...

...zur sozialen Katastrophe. Ich empfehle Ihnen, liebe Frau Stokowski, die Lektüre dieser Schrift von Otto Gross, vielleicht würden sich Ihre als vereinfachend und misanthrop empfundenen Darstellungen etwas differenzieren.

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Igelnatz 08.01.2019, 22:19
17. Konsequenz und Quintessenz

seien wir demütig. Ich vertraue auf den Rechtsstaat und darauf, dass die Taten angemessen bestraft werden. Ich habe im Gegensatz zu Autorin nicht das Gefühl, dass hier irgendwelche Verzerrungen passieren! Es würde der Autorin ganz im Gegenteil gut zu Gesicht stehen, sich mit Rechtsgrundlagen, Anwendung von Recht und Schuld zu beschäftigen. Reife ist es, dem Instinkt jemanden einfach Mal zu bestrafen nicht nachzugeben. Sondern es auf eine allgemeine Grundlage zu stellen. Und ja - auch der rechtsradikale unsympathische Beinahe-Mörder hat Rechte. Wenn man ihm die nicht zugesteht, dann keinem Anderen. Und NEIN - niemand nirgendwo hat in der Presse und woanders stillschweigend diese Tat und den Übergriff an der Frau gutgeheißen und verharmlost!

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hinnimann 08.01.2019, 22:49
18. Die Darstellung einzelner Vorfälle

in den Medien, sofern es sich nicht um Fachzeitschriften o.ä. handelt, ist oft haarsträubend. Man kann das feststellen, wenn man selbst betroffen ist. Es werden Begriffe durcheinander gebracht, Ereignisse verzerrt und mit bewertendem Unterton versehen, es wird skandalisiert wo nichts zu skandalisieren ist. Mit Qualitätsjournalismus hat das oft nichts zu tun. Die Nachricht selbst ist letzten Endes immer eine Ware, und die muss verkauft werden, damit die Verlage Geld verdienen,um mehr geht es häufig nicht. Dabei bleibt Vieles auf der Strecke. Das bemängelt Frau S. hier zu Recht. Schlimm ist, das die Berichterstattung der Medien selbst häufig nicht ausreichend hinterfragt wird und ein Zerrbild entsteht, das auch nur das Publikum in seinen Erwartungen bedient und Stimmungen statt Tatsachen liefert. Leider bauen viele Entscheidungen darauf auf.

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coraxo 09.01.2019, 23:04
19. Verschenkte Lebenszeit

Ach hätte Fr. Stokowski doch nur die Ausführungen ihres Kollegen Hrn. Frank zum Geschehen auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt im letzten Dezember gelesen. Dann wäre ihr bewusst gewesen, dass medial ausgebreiteter Furor zu Gewalttaten Einzelner nur den Sprung über ein hingehaltenes Stöckchen darstellt. Verallgemeinernde Schlüsse sind zu unterlassen, da sie Tat und Täter in unnötiger Weise aufwerten. Vielmehr ist es notwendig, die Ereignisse in Relation zu allgemeinen Gefahren des täglichen Lebens zu setzen (z.B. durch Krankenhauskeime oder Verkehrsunfälle bei Demonstrationen, im Wiener Fall vielleicht das Risiko als indische Frau Opfer eines Gewaltaktes zu werden) um bei möglichen Betroffenen nicht in unnötiger Weise Angst und Erregung zu verursachen. Mit diesem Wissen wäre es der Autorin sicher möglich gewesen, Einsicht in ihre offensichtlich unzulässigen Folgerungen zu erlangen, und sich den Aufwand der Erstellung des hier vorliegenden Textes zu ersparen.

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