Forum: Kultur
Medienkritik : Den Hass benennen
DPA

Im Ruhgebiet rast ein Mann in Menschenmengen - aus rassistischen Motiven. In Wien schlägt ein Frauenhasser eine 25-Jährige fast tot. Viele Medien verharmlosen die Taten, den Hass blenden sie aus, die Opfer auch.

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Actionscript 08.01.2019, 23:51
20. Die Dinge sind etwas anders.

Zitat von Lykanthrop_
Danke Frau Stokowski, hier haben Sie wenigstens schön die Einzelfälle beschrieben und nicht die Medien angeprangert. Differenzierung scheint ihnen aber immer noch schwer zu Fallen, zumindest wenn es um weiße TätER geht. Es gibt solche, die handeln aus ideologischer Überzeugung und sind ansonsten klar bei Verstand, Sie haben sich verrannt. Es gibt solche die handeln auf Grund einer psychischen Störung und nutzen eine Ideologie lediglich als Rechtfertigung und Ventil ihrer Probleme. Es ist kompliziert, nicht für Sie. Täter darf, muss man oft psychologisieren sonst wird ihre Taten nicht verstehen, Ideologien nicht. Und vergessen Sie nicht, Kausalketten sind keine Schuldverweise, dienen aber dem Verständnis.
Ich glaube, dass es nur in seltenen Fällen eine wirkliche psychische Störung ist, die Leute Ähnliches tun lässt. Wenn man erst so anfängt, dann muss man eben auch sagen, dass im dritten Reich viele psychisch gestört waren, wenn man sich die Verbrechen ansieht, die begangen wurden. Das ist aber in vielen Fällen nicht der Fall, und damit kann man solche Verbrechen auch nicht entschuldigen. Wer mit dem Auto in eine Menge fährt, wo Menschen sind, die "anders" oder "fremd" aussehen, der/die weiss genau, was er/sie tut. Anders sieht das vermutlich bei Serientätern aus.

Wer daher konstant extreme, das gilt für rechts wie für links, Presse liest, der/die bekommt eine andere Wahrnehmung, was wahr und normal ist. Sascha Lobo hat gute Kolumnen dazu geschrieben. Im Bottroper Fall war es dem Täter gerechtfertigt, Fremde zu töten, vermutlich, weil er das oftmals gehört und gelesen hat. Die, die den AFD Politiker verprügelt haben, sind in meinen Augen ähnliche Täter, die die andere Seite repräsentieren. Das Gefährliche ist, wenn die Hemmschwellen zur Gewalt ganzer Gruppen gesenkt werden, was in Bürgerkrieg ausarten kann. Daher ist es absolut notwendig, dass extreme Presse inklusive sozialer Medien, wo Hass und Gewalt gepredigt werden, rechtsmässig bekämpft und gelöscht wird. Das jedoch ist die Aufgabe der seriösen Presse und im Endeffekt der Politiker, und da sehe ich viel zu wenig Engagement, zum Teil auch, weil hier und da mit den Extremen lieb geäugelt wird.

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Horst Haber 08.01.2019, 23:54
21. Aber bitte in beide Richtungen ehrlich sein!

Echten Hass sollte man auch so nennen, da gebe ich Margarete Stokowski Recht. Aber man muss dann auch so ehrlich sein, nicht jede Ablehnung sofort als "Hass" zu bezeichnen oder suggestive Formulierungen in diese Richtung zu verwenden. Und genau DA haben wir das derzeit größere Problem: Wir leben in einer Welt, in der es normal geworden ist, jede Form von Kritik oder Ablehnung sofort als "Hass" zu bezeichnen. Das ist etwas, was aus den USA zu uns herüber geschwappt ist und sich hier jetzt gleichermaßen unter Journalisten wie unter "Normalbürgern" breitzumachen beginnt. Zugrundeliegend ist ein Verlust der Fähigkeit zu diffenrenzierter Beurteilung von Sachverhalten. Dies führt zu einem extremen Schwarz-Weiß-Denken, das uns leider bei jeder Gelegenheit von Personen mit Vorbildfunktion vorgelebt und vom Volk nur zu gerne angenommen wird, macht es das Leben ja scheinbar einfacher. In Wirklichkeit verkompliziert Schwarz-Weiß-Denken alles. Man muss nur einmal in die USA schauen, da kann man derzeit sehr schön sehen, wozu Schwarz-Weiß-Denken führt ...

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spon_4_me 09.01.2019, 05:50
22. @ Margaretefan (# 11):

Sie verteidigen Ihre Alias-Geberin vorauseilend und sozusagen auf Reserve gegen ungelesene (und im Zweifel ungeschriebene) Kommentare? Ich kann nicht anders, als das absurd zu finden. Sie können vorhersagen, dass die Autorin - dann ja wohl ihrer allgemeinen Haltung wegen -kritisiert wird, unabhängig davon, welche inhaktlichen Punkte sie konkret macht? Ich weiß nicht, ob Sie damit Recht haben. Wenn ja, wäre es für mich ein Armutszeugnis allenthalben.

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Steini 09.01.2019, 07:40
23.

Wir machen uns vielleicht viel zu viel Gedanken um die Hintergründe.
Das hilft nur den Tätern...
Die Opfer interessiert es nicht ob der Täter krank war, ob er Rassist oder Frauenhasser war.
Da fährt also ein Mensch mit der Absicht umher fremde Menschen zu töten und gehört dauerhalt weggesperrt.
(Ob er geistig krank war, spielt eigentlich nur eine Frage, wenn es darumgeht ob er oder Ändere wie Ärzte Schuld haben)
Da überfällt ein Mann eine Frau, schlägt sie mit einer Eisenstange nieder und beraubt sie....schwerer Raub, mit der Frage ob Er geistig normal genug ist später frei unter Menschen leben zu dürfen.
(Was er als Hintergrund erzählte, verschlimmert es dann noch, wo er heute als geistig gestört Milde finden könnte)
Man kann die Dinge hinterfragen und versuchen die Gesetze anzupassen, oder eben weitermachen und meckern.
Aber der Hintergründ in Deutschland verändt sich, also muss auch die Gesetzgebung angepasst werden, die Problemstellungen verändern sich und es wird schwerfallen sich gegen die Veränderungen zu stemmen.

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fördeanwohner 09.01.2019, 07:41
24. -

Zitat von Sueme
Nein eine Krankheit die gezielt Syrer als Opfer aussucht sicher nicht, eine psychische Erkrankung die die Realität des Kranken verzehrt und ihn wunderliche Sachen machen lässt hingegen schon. Das genaue Krankenbild der Schizophrenie des vermutlichen Täters verschweigen Sie dann ja auch geflissentlich in ihrem Artikel. Denn sollte er tatsächlich noch an einer Schizophrenie leiden war es nämlich kein Fremdenhass sondern "nur" eine Psychose die in getrieben hat. Wäre aber natürlich total unglücklich für Sie, könnte Frau sich ja nicht so schön darüber empören.
Dann könnten wir generell bei Terroristen wohl von Psychosen usw. ausgehen, wenn wir schon dabei sind.
Das Problem ist doch, dass ein islamistischer Attentäter auch "gestört" ist, wenn er losgeht und Menschen schaden will. Jedoch wird in diesem Fall immer der Hass auf Ungläubige in den Mittelpunkt gerückt, obwohl wir das ja auch so aus der Ferne nicht genau genug beurteilen können.
Daher ist ist es doch richtig, wenn Frau Stokowski fordert, umgekehrt Menschen, die gezielt Ausländer, Frauen oder Menschen aus anderen Gruppen verletzen (wollen), auch als Hassverbrecher zu benennen.
Das wäre konsequent. Stattdessen wird in diesen Fällen versucht zu beschwichtigen und die Taten mit irgendwelchen anderen Ursachen zu erklären.

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fördeanwohner 09.01.2019, 07:47
25. -

Zitat von kulmberg
Ein paar Wochen zuvor hat ein islamistischer Täter 5 Menschen in Straßburg auf dem Weihnachtsmarkt erschossen. Eine Tat, die also bei weitem die Brutalität und Opferzahl der hier beschriebenen Taten in den Schatten stellt. Wo war da ihr Aufschrei und Ihre Empörung, Frau Stokowski? Und wo war sie nach Berlin? Nach Freiburg? Nach Köln? Nach Amberg? Und, und und? Gerade, wenn es um Gewalt, speziell gegen Frauen geht - scheint die Empörung der Linken absurderweise immer dann zu enden, sobald die Täter islamische / arabische Wurzeln haben. Da herrscht dann eine ohrenbetäubende Stille.
Als ich meinen Beitrag schrieb, hatte ich Ihren noch gar nicht gelesen. Aber Sie bestätigen gerade meine Ansicht.
Frau Stokowski hat recht.
Meinen Sie denn nicht, dass diese Attentäter nicht auch "gestört" sind? Jemand, der aus religiösen Gründen solch abscheuliche Taten begeht, kann doch wohl auch nicht psychisch gesund sein. Weshalb aber redet man denn dann hier von Hassverbrechen, bei einem Menschen, der nicht religiös ( also "islamistisch-motiviert") handelt, von psychisch krank?

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TLB 09.01.2019, 07:50
26.

Es gibt Anschläge und laut Frau Stokowski sollte der Hass, der dahinter steckt, klar benannt werden. Wer das nicht macht, dem wird in dieser Kolumne unterstellt, die Anschläge verharmlosen zu wollen.
Wenn Sie, liebe Frau Stokowski, den von Ihnen zitierten Abschnitt des Herrn Florian Hartleb richtig gelesen hätten, wäre ihnen darin das Wort AUCH aufgefallen. Herr Hartleb versucht die Ursachen für die Anschläge durch so genannte einsame Wölfe zu beleuchten und kommt dabei zu dem Schluss, dass es AUCH an dem und dem liegt. Es liegt nicht nur an einer psychischen Störung, es liegt auch an Entfremdungsprozessen, es liegt auch an einer unglaublich schlecht geführten Migrationsdebatte, es liegt dann auch an psychischen Störungen. Sie Frau Stokowski wollen dagegen nur den Hass benennen. Sie argumentieren bewusst einseitig und damit bewusst verfälschend. Warum? Weil es in ihr Weltbild passt, weil in einer Kolumne eher die Meinung als Fakten zählen? Ja, wenn das so ist, dann lassen Sie bitte auch andere Meinungen gelten und werten diese nicht ab. Und wenn Sie sich wundern, dass tausende andere betroffene Menschen nicht auch in Menschengruppen fahren, dann sollten Sie sich beraten lassen, wenn Sie schon von selbst nicht drauf kommen, dass gleiche Bedingungen nicht zwangsläufig bei allen Menschen zu gleichen Handlungen führen.

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fördeanwohner 09.01.2019, 08:28
27. -

Zitat von TLB
Es gibt Anschläge und laut Frau Stokowski sollte der Hass, der dahinter steckt, klar benannt werden. Wer das nicht macht, dem wird in dieser Kolumne unterstellt, die Anschläge verharmlosen zu wollen. Wenn Sie, liebe Frau Stokowski, den von Ihnen zitierten Abschnitt des Herrn Florian Hartleb richtig gelesen hätten, wäre ihnen darin das Wort AUCH aufgefallen. Herr Hartleb versucht die Ursachen für die Anschläge durch so genannte einsame Wölfe zu beleuchten und kommt dabei zu dem Schluss, dass es AUCH an dem und dem liegt. Es liegt nicht nur an einer psychischen Störung, es liegt auch an Entfremdungsprozessen, es liegt auch an einer unglaublich schlecht geführten Migrationsdebatte, es liegt dann auch an psychischen Störungen. Sie Frau Stokowski wollen dagegen nur den Hass benennen. Sie argumentieren bewusst einseitig und damit bewusst verfälschend. Warum? Weil es in ihr Weltbild passt, weil in einer Kolumne eher die Meinung als Fakten zählen? Ja, wenn das so ist, dann lassen Sie bitte auch andere Meinungen gelten und werten diese nicht ab. Und wenn Sie sich wundern, dass tausende andere betroffene Menschen nicht auch in Menschengruppen fahren, dann sollten Sie sich beraten lassen, wenn Sie schon von selbst nicht drauf kommen, dass gleiche Bedingungen nicht zwangsläufig bei allen Menschen zu gleichen Handlungen führen.
Mich würde interessieren, was sich denn hinter der Aussage "unglaublich schlecht geführten Migrationsdebatte" verbirgt.
Und könnte man dann nicht auch bei einem "Frauenhasser" von einer schlecht geführten x-Debatte sprechen? Da ist ja dann Anbetracht der hohen Zahl an Vergehen ganz offensichtlich auch etwas gewaltig falsch gelaufen.
Wenn man sich viel e solcher Vorfälle genauer ansieht, dann gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten und ein gemeinsamer Nenner scheint Hass zu sein ein anderer psychische Probleme. Und weshalb unterscheiden die Medien und auch viele Leute hierzulande zwischen einem Islamisten und einem Frauenhasser, die beide ähnliche Verbrechen begangen haben?
DAS ist doch offensichtlich der eigentliche Diskussionspunkt.

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TLB 09.01.2019, 08:55
28. @27 Fördeanwohner

Was ich persönlich für eine schlecht geführte Migrationsdebatte halte, würde den Rahmen des Forums sprengen. Das soll auch auf keinen Fall eine aggressive Tat entschuldigen. Es ist eben AUCH neben dem Hass ein Summand. Warum einige zwischen Islamisten-Hasser und Frauenhasser unterscheiden? Vielleicht wäre es besser, wenn alle Untaten der Woche erst mal auf dem Redaktionstisch aller Medien ausgebreitet würde um dann Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus zu arbeiten und im Anschlus dann eine gemeinsame Sprachregelung für alle Medien vorzuschlagen. (Ironie off)

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frank08ma 09.01.2019, 09:20
29. Ja, politische und religiöse Motive muss man ernst nehmen, aber....

Besonders im linken Spektrum neigt man dazu, bei Terror, Krieg und Gewalt die gesellschaftlichen, politischen oder individuell- psychischen Hintergründe verantwortlich zu machen und die inhaltlichen Motive der Täter - politisch, weltanschaulich, religiös - auszublenden. Da ist es verdienstvoll, wenn jemand wie Frau Stokowski dem entgegentritt. "Hat nichts mit rechter oder linker Ideologie zu tun" oder noch viel öfter: "Hat nichts mit dem Islam zu tun" sind Sätze, die regelmäßig eine qualifizierte Auseinandersetzung mit Gewaltphänomenen, die alle Faktoren berücksichtigt, verhindern. Allerdings scheint es doch auch eine weit verbreitete Unkenntnis psychiatrischer Krankheitsbilder zu geben. Wenn eine Schizophrenie diagnostiziert wurde, ist das nicht dasselbe wie eine Selbstwertkrise, Depression oder Beziehungsprobleme. Bei einer Schizophrenie ist der Bezug zur Wirklichkeit massiv gestört. Eine Schizophrenie klingt auch nicht einfach so ab, wie eine Grippe, die man vor zwei Jahren hatte. Symptomfreiheit gibt es wenn überhaupt i.d.R. nur unter entsprechender Medikation mit Neuroleptika. Dem muss man schon Rechnung tragen und wenn dies nicht mehr geschieht, ist genau das eben auch ein Zeichen zunehmender gesellschaftlicher Verrohung!

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