Forum: Kultur
Mediensatire "Short Cut To Hollywood": Arm abhacken und lächeln, bitte

Ein amputierter Finger bringt fünf Minuten Lokal-TV, ein Arm sogar die landesweite Late-Night-Show. Selbstverstümmlung als Abkürzung zum Ruhm: Die Filmsatire "Short Cut To Hollywood" erzählt von den Mechanismen der Medienökonomie. Brutal, aber trotzdem bieder.

ralphofffm 24.09.2009, 20:02
1. Urlaub

Hat sich ne Filmcrew mal wieder auf Kosten der Filmförderung nen Urlaub in USA gegönnt?

"Gefördert wurde die Produktion vom Medienboard Berlin-Brandenburg, der FFA, dem BKM, dem DFFF, dem Kuratorium junger deutscher Film und MEDIA."

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nomenestomen 24.09.2009, 20:30
2. Short Cut To Hollywood

Bin als Regensburger mit großen Erwartungen, quasi zur Premiere des Films in`s Open Air Kino gegangen. Der Pentlinger Markus Mittermeier war auch mit von der Partie. Die Enttäuschung war jedoch groß. In jeder Phase des Films war deutlich dass es sich um eine low,low,low Budget Produktion handelte. Bieder, plumper Humor, noch dazu schlechte Musik. Offensichtlich soll Medienkritik betrieben werden, ein Thema, an dem sich ja eh viele schon abarbeiten. Einfach schlecht gemacht, Kritik mit dem Holzhammer, schlechter Geschmack..........das hätte man sicher besser machen können ! Schräge Ideen alleine reichen nicht, ein wenig mehr Sorgfalt bei der Umsetzung könnte mehr Qualität bringen.

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crank123 26.09.2009, 14:34
3. Short Cut To Hollywood

Ich kann mir nicht helfen, aber die Kritik zu Short Cut to Hollywood stimmt mich misstrauisch. Kann es sein, dass sich die Journalistenzunft ein bisschen ans Bein gepinkelt fühlt? Kann es sein, dass getroffener Hund doch immer noch am lautesten bellt?

Die Aufgabe von Journalisten ist es, Informationen zu seligieren. Das heißt, einiges wird zur Mitteilung gemacht, anderes nicht. Schon mal eine verantwortungsvolle Aufgabe, ist sie doch maßgeblich an unserer Konstruktion von Wirklichkeit beteiligt. (Schon Luhmann wusste: Alles was wir wissen, wissen wir aus den Massenmedien)

Dass Journalisten also die Meldungen nicht auf der Straße finden, sondern sie selbst machen, ist also klar. Klar dürfte jedoch auch sein, dass Meldungen geprüft, geprüft und nochmal geprüft werden müssen. Dass dies anscheinend aufgrund Zeitdruck, Kostendruck etc nicht immer gewährleistet werden kann, zeigt nicht nur der angebliche Bluewater-Anschlag der selbst ernannten Berlin Boys, sondern lässt sich ebenso in der Liste mit erfundenen Vornamen von Politikern etc. fortführen.

Damit inhaltlich das Thema des Filmes aufzugreifen, erscheint mir da durchaus legitim. Wenn es um die Quote geht, wird alles genommen - und eben auch alles gegeben.

War der gefakte Anschlag in Bluewater, einer Stadt, die es gar nicht gibt, geschmacklos oder nicht - einzig zeigt er doch, auf welch wackeligen Beinen das journalistische System in Zeiten von web 2.0 steht.

Ist nun Short Cut to Hollywood geschmacklos oder nicht, das soll jeder für sich selbst entscheiden.
Denn wie Sie selbst schreiben: "Gerechter Ekel ersetzt nun mal nicht die genaue Analyse."

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