Forum: Kultur
Meilenstein "Black Panther": Das Kino erlebt seine schwarze Revolution
Disney

Der Superheldenfilm "Black Panther" feiert afrofuturistische Visionen mit einem fast komplett schwarzen Cast. Das ist Mainstream-Kino mit ganz neuem Groove - und besitzt das Potenzial für eine kulturelle Zeitenwende.

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butterbrot 14.02.2018, 18:53
1. Für mich entscheidet bei einem Film...

die Kreativität des Erzählstrangs, die Inszenierung einer Geschichte und das Talent der Schauspieler. Mir sind demnach völlig egal, ob der Protagonist oder die ganze Crew eine bestimmte Hautfarbe haben, aus einem bestimmten Land kommen oder eine bestimmte Sprache sprechen. Mit Genres wie "Afrofuturismus" kann ich im Übrigen nichts anfangen, für mich klingt das wie eine schlechte Form des "Eurozentrismus". Wenn der Film Müll ist, dann wird das übrigens auch nur an Mängeln in den eingangs genannten Kategorien liegen. Diese ganze Hysterie wegen der Unterschiedlichkeit menschlicher Hautfarben. Wie in den 60ern, nur diesmal "voll gut gemeint".

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CaptainSubtext 14.02.2018, 19:04
2.

Zu kurz gesprungen Tiger, äh, Panter.

"Denn Marvel Studios machte nicht den Fehler, sich schwarze Kultur lediglich anzueignen, hier erzählen Schwarze vor und hinter den Kulissen ihre Geschichte über diese Vision einer selbstbestimmten Welt - für Schwarze, selbstverständlich."

Sie lassen halt Amerikaner sich afrikanische Kultur zu eigen machen. Die hinter den Kulissen Aufgeführten (Ryan Coogler, Rachel Morrison, Ruth E. Carter, Ruth E. Carter) sind ausnahmslos Amerikaner.

"Der Cast von "Black Panther" versammelt hier nicht nur einige der zurzeit coolsten afroamerikanischen Schauspieler jüngerer Generation."

Und dann werden genannt: Lupita Nyong'o, Letitia Wright und Danai Gurira. Eine davon ist Afroamerikanerin.

"queere Anführerin der Dora Milaje"

Alles, was bisher veröffentlicht wurde, deutet daraufhin, dass Okoye nichts queeres an sich hat.

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groovykbd 14.02.2018, 19:08
3. Hype, der nichts bringen wird

Schon lustig wie von Diversität gesprochen wird bei einem Film, der sich damit rühmt ein fast komplettes schwarzes Ensemble zu haben - vor und hinter der Kamera.
Dem Film sei der Mainstream gegönnt. Ob er aber den „Struggle“ lösen wird wage ich zu bezweifeln. Dafür ist die amerikanische Gesellschaft zu sehr gespalten und die Bürgerrechtsbewegung der 60er hat im Prinzip auch nur den Fokus der eigentlichen Probleme verschoben, welche mit dem Film auch nicht gelöst werden.
Vielleicht ist er gut, vielleicht sogar sehr, aber der interessiert mich nicht die Bohne. Das Genre ist mir mittlerweile zu ausgelutscht und ich bin gesättigt. Da gebe ich mir lieber filmische Milieustudien als solch Fantasy-Hokuspokus.

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djducky 14.02.2018, 19:21
4. @frenchie3

Es sollte sonnenklar sein, dass es beim Casting einer Geschichte darum geht, glaubwürdig zu bleiben. Da ich den Film noch nicht gesehen habe, kann ich nicht beurteilen, inwiefern das der Fall ist. Was ich meine: Wenn ein Film zum Großteil in einem mittelalterlichen Europa oder in Nazideutschland spielt, dann ist ein (fast) komplett weißer Cast historisch glaubwürdig. In Los Angeles im Jahre 2018 wäre das mit Sicherheit nicht der Fall - und erst recht nicht in SciFi-Filmen, die sich irgendwo im jahre 2300 ansiedeln. Frustrierend kann es werden, wenn solche Rollen an Weiße vergeben werden, die in Prequels, Romanen oder Comics eindeutig anderen Ethnien zugeordnet wurden. Nun kann man ja argumentieren, dass auch ehemals männliche und weiße Rollen vermehrt an Frauen und andere Ethnien gehen. Hier würde ich allerdings einwerfen, dass es ein Bedürfnis nach diesen Rollen gibt, um das männlich-weiße Einerlei aufzubrechen. Dass die fabelhafte Jodie Whittaker jetzt Dr. Who spielt mag zunächst verwirren - aber Dr. Who ist nie als Mann definiert worden, wurde aber halt eben immer nur von Männern gespielt. James Bond gespielt von Idris Elba? Würde ich begrüßen, denn das ist ein exzellenter Schauspieler und er wäre in der Rolle ebenso glaubwürdig wie die Tatsache, dass Mr. Bond ewig jung bzw. mittelalt bleibt und ins Hier und Heute verfrachtet wird. Mal so gefragt: Wie viele Filme mit (fast) ausschließlich weißem Cast gibt es? Und wie viele mit schwarzem? Vielleicht muss man manchmal ein Gegengewicht schaffen, um zu einer Annäherung zu kommen. So dass realistische Castings ohne Whitewashing oder Quoten für bestimmte Ethnien erfolgen können - rein nach künstlerischen Gesichtspunkten. Noch kann kein weißer Schauspieler behaupten, ihm gingen durch rassistische Motive reihenweise gute Rollen flöten. Und ich denke, hier liegt der Hund begraben.

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Steffen Gerlach 14.02.2018, 19:39
5. "Black Panther" ist der erste Mainstream-Blockbuster

Na, dann hoffen wir mal, dass der Film tatsächlich ein Blockbuster wird und nicht in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Sonst wäre die Euphorie des Autors ja ganz übertrieben. Leider entscheiden über den Erfolg immer noch die Zuschauer, und die haben eher andere Kriterien als die Hautfarbe der Figuren...

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weltraumschrott 14.02.2018, 19:45
6. Ich bin gespannt und hoffe...

... dass Black Panther nicht nur mit guten Schauspielern, sondern auch mit einem guten Drehbuch glänzen kann. Ich weiß noch, wie enttäuscht ich von "Waiting To Exhale" war, einem der ersten "schwarzen" Hollywoodfilme. Damals wurde leider die Chance vertan, einen wirklich sehenswerten afroamerikanisch dominierten Film zu machen und so blieb es bei einer seichten Komödie als Fußnote der Filmgeschichte.

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wanttobelieve 14.02.2018, 19:51
7. Nicht der Einzige Afro-Superheld

Nicht zu vergessen Power Man aka Luke Cage, der schon 1974 eine eigene Marvel-Comicreihe hatte, und mittlerweile mit einer eigenen TV-Serie auf Netflix zu sehen ist

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Horch und Guck 14.02.2018, 19:57
8. "Schwarze Revolution" im Filmbusiness

Hatten wir schon, nennt sich Blaxploitation. Bei "schwarze Revolution" im Bezug auf Filmgeschichte muss ich eher an Melvin van Peebles, Spike Lee, Pam Grier denken und Filme wie Shaft, zum Beispiel.

Und nicht an den nächsten Superhelden-Movie mit angeblich politisch korrektem Hintergrund!

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tiggowich 14.02.2018, 19:59
9. Cool..

Hollywood pusht seine Hardcore-Diversity-Agenda. Nur dass diesmal so weit übers Ziel hinausgeschossen wurde, dass ich ja jetzt über den geringen Anteil an Weißen im Film heulen könnte. Mache ich aber nicht. Warum? Weil mir vollkommen egal ist, welche Hautfarbe ein Schauspieler hat im Film. Er soll die Rolle gut verkörpern und die Story unterstützen und bereichern. Dass dabei „bewusst“ Dunkelhäutige bevorzugt wurden, ist doch einfach nur reine Selbstironie. Die gleichen Regisseure und Directors, die einerseits betonen wie Hautfarbe, Geschlecht etc. keine Bedeutung haben, wählen genau nach diesen Kriterien ihre Cast aus... Satire live kann ich da nur sagen. Ich hab den Film nicht gesehen und werde es auch nicht tun, weil ich Superheldenfilme einfach nur sterbenslangweilig finde nachdem Hollywood gefühlt 10 Marvel Filme jedes Jahr nun herausbringt. Aber was ein gutes Beispiel für fehlgeschlagene Zwangs-Diversification ist, kann man am neuen Disney „Star Wars“ Franchise sehen. Nur die Protagonistin Rey (die natürlich die super starke, unabhängige Frau die kein jahrelanges Training wie die anderen, lächerlichen, männlichen Jedi-Meister brauchte um sofort „badass“ zu sein) spielt für den Film eigentlich eine Rolle... Aber weil Disney sich die Zwangs-Diversifizierung auf die Stirn geschrieben hat, gibt es da natürlich noch den schwarzen Finn, dessen sämtliche Handlungen für den gesamten Plot komplett irrelevant sind. Kann man daran erkennen, dass wenn man alle Szenen mit ihm herausschneidet, einfach der exakt gleiche Plot erzählt wird. Der schwarze Finn kommt natürlich noch mit der Asiatin zusammen um auch da die Agenda zu pushen... die Gute deren Namen ich schon vergessen habe war auch nur zur diversification im Film. Der erbärmliche Han Solo Verschnitt musste natürlich dann pasender Weise ein Latino sein... wenigstens hat er teilweise eine etwas bedeutendere Rolle im Plot. Alle Helden sind entweder Frau, oder Minderheiten, alle Bösen sind weiße, in Selbstkonflikt verwickelte Männer... Davon abgesehen, dass Episode 7 und 8 locker unter die 10 schlechtesten Filme die ich je gesehen habe fallen, wollte ich nur auf eines hinaus: Es ist keine Errungenschaft, bewusst Schwarze als Schauspieler in großen Filmen auszuwählen um sich dafür dann auf die Schulter klopfen zu lassen. Eine Errungenschaft wäre es, wenn jeder Regisseur und Director alle wichtigen Rollen einfach mit demjenigen besetzen, der am besten auf die vorgesehene Rolle passt und dabei gar nicht auf solchen Unsinn wie Ethnie oder Hautfarbe schielt. (Ausgenommen sind natürlich Werke, in denen der Plot an gewisse Gruppen gebunden ist; gerade bei historischen Filmen)
Was dabei rauskommt, wenn man einfach nur „Zwangsdiversifiziert“ ohne tatsäclich in irgendeiner Weise die Story zu bereichern oder mit Inhalt zu füllen, kann man wunderbar beim neuen - Hust - „Star Wars“ erkennen.

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