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Meinungsfreiheit: Dann nennt uns doch Lügenpresse!
DPA

Deutschlands Medienlandschaft ist einzigartig. Wer hier "Lügenpresse" ruft, hat nicht verstanden, was Meinungsfreiheit bedeutet. Journalisten sollten sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen.

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abuhamza 06.10.2018, 12:32
10. Auf den Punkt gebracht

Ich habe mich nun als jahrelanger Follower von SPON erstmalig angemeldet, nur um mich für diese messerscharfe Analysen zu bedanken. Dem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen. Aber wir wissen ja alle, dass hier in Bälde alles wieder verleugnet und umgedreht wird, genau von denjenigen, die trefflich beschrieben wurden.

Egal, wie die zukünftige Entwicklung Deutschlands sein wird: Ich hoffe, SPON wird sich nie verbiegen.

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Beat Adler 06.10.2018, 12:32
11. Die Presse, die Medien insgesamt schmieren ab.

Die Presse, die Medien insgesamt schmieren ab, werden immer schneller obsolet. Nicht weil irgendwelche Moechtegern-Diktatoren, wie Erdogan, Putin, etc. und irgendwelche Populisten, Nationalisten wie Trump, Orban, Trumpini in Italien das so wollen, nein, weil heute schon in den USA, immer noch der Trendsetter fuer die uebrige Welt, bereits 60% der Bevoelkerung ihre Informationen und Nachrichten von Facebook beziehen.

Bald besitzen weltweit 75% der Unter-12-jaehrigen ein eigenes smartphone. Sie "machen", kreieren die Informationen, die Nachrichten SELBST, sie verbreiten sie auch SELBST. Fuer diese Generation ist Presse, Medien, die Aufpasser der drei Staatsgewalten, Exekutive, Jurikative und Legislative nur noch Nostalgie, im Geschichtsunterricht erlernte Vergangenheit.

In der Industriegesellschaft 4.0 werden eh die Journalisten und Reporter durch Automaten und Roboter, Infobots ersetzt.
mfG Beat

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DistanzierterBeobachter 06.10.2018, 12:34
12. Meinungsfreiheit hat immer zwei Seiten

Natürlich hat Frau Attamann das Recht zu sagen und zu schreiben, was sie will. Aber ebenso natürlich haben auch PEGIDA-Aktivisten das Recht zu sagen und zu schreiben, was sie wollen. Das sind eben zwei Seiten derselben Meinungsfreiheit. Überhaupt ist der Übergang zwischen Aktivisten und Journalisten offenbar fließend geworden. Unter einem Journalisten verstehe ich jemanden, der versucht, so objektiv wie möglich zu informieren. Unter einem Aktivisten jemanden, der eine politische Agenda hat. Diese Trennung ist praktisch aufgehoben und daraus ergeben sich dann eben Reibereien.

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hdwinkel 06.10.2018, 12:35
13. Herdentrieb

Der Begriff Lügenpresse ist in der Tat unangebracht, gelogen wird in den reichweitenstarken Medien i.d.R. nicht. Nur ist das Beispiel der türkischen Presse hier ein wenig irreführend, denn die Autorin behauptet ja auch dort keine Lüge, sondern eine Verzerrung der Realität durch Auslassung, also Nichtberichten. Manche benennen dieses Phänomen auch Lückenpresse.
Und ja, diesen Eindruck bekomme ich in unserer Medienlandschaft sehr wohl, daß erstens nicht sonderlich ausgewogen berichtet wird und zweitens eine gewisse Uniformität in der Berichterstattung herrscht, also alle haben eigentlich immer dieselbe Meinung.

Es ergeben sich hier zwei grundlegende Fragen:
- Woran liegt das?
Hier wirkt IMHO keine VT sondern eher eine Art Herdentrieb. Wahrscheinlich verursacht durch ähnliche Sozialisation der beteiligten Journalisten und einer fehlenden Vielfalt bei den Eigentümern der Medien.
- Bedeutet Meinungsfreiheit eine Pflicht zur Ausgewogenheit?
Wohl eher nicht. Wenn der Spiegel eine Antlantikbrücke-Berichterstattung betreibt, wer wollte ihm das verbieten? Bei den Ö/R sieht es schon anders aus. Hier sollte Neutralität herrschen, tut es aber nicht.

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wrkffm 06.10.2018, 12:36
14. Lügenpresse

oder was auch immer. Solche Foren sind eigentlich für´n Eimer, denn sie suggerieren den Foristen die Möglichkeit eines wohlwollenden Mitspracherechts, aber ohne jegliche Einflussnahme. Meinung machen dürfen nur die Redakteure der einschlägigen Medien. Die Pseudodemokratie braucht solche Möglichkeiten der kontrollierten Meinungsäußerung, um den Anschein der freien Meinungsäußerung zu wahren.

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chronoc 06.10.2018, 12:36
15. Welche Diskussion denn?

AfD-Demonstration. Selektive Bilder, kreischende Gestalten herausgegriffen, verzerrte Gesichter. Interviews mit bewusst herausgegriffenen Aluhutträgern. Krude Dinge werden in die Kamera gesagt. Kahlgeschorene Köpfe werden gezeigt, vorgeschobene Kinne mit wutverzerrten Augen. Fazit der Medien: Das ist die AfD und ihre Unterstützer. Punkt. Kernaussage getroffen, hundertfach wiederholt. Dazu dann der Spiegel: GANZ Sachsen ist braun! (Frakturschrift, versteht sich) Wo ist der echte Dialog? Wie oft kommen umfassend und urdemokratisch unbequeme Stimmen zu Wort, die ungehindert und unselektiert ihre Meinung sagen können? Ohne, dass die Gegenseite sofort und unreflektiert die Nazikeule schwingt. Kein Antisemitismus, keine Holocaustleugnung und kein blinder Ausländerhass, sondern kontroverse Meinungen in unserer angeblichen Demokratie. Mein Fazit: Lügenpresse.

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53er 06.10.2018, 12:37
16. Mag ja sein, dass wir eine völlig freie

Presse haben und als deutscher Bürger weiß man das auch zu schätzen. Aber dennoch und gerade deswegen bekommt man in Deutschland, beim Lesen unterschiedlicher, seriöser Tages- und Wochenzeitungen, schnell den Eindruck, daß ein gewisser Gruppenzwang in der deutschen Presselandschaft grassiert. Das mag alles frei und unabhängig ablaufen und der einzelne Journalist und Feuilletonist ist sicher auch völlig frei in seiner Meinungsäußerung. Aber es fehlen die Alternativen, es fehlt allzusehr das Contra und selbst wenn ein Artikel nach Contra aussieht und sich auch so anfült, kommt am Ende der berühmte Zeigefinger und ein Ja aber und man merkt, es ist ein herausgewürgtes Contra. Es ist wie in ganz Deutschland, auch in der Presse fehlt die Debatten-, die Streitkultur und es fühlt sich an wie eine einzige Konsenssauce. Deutschland ist gelähmt, was Presse und Politik anbetrifft, wobei da durchaus eine Beziehung abzuleiten wäre. Darum bricht sich immer öfter das Contra in exzessiver und aufrührerischer Weise bahn und genau darum glauben viele Bürger, dass ihre Meinung nicht mehr Gehör findet, weder in der Presse noch in der Politik. Wir haben zum Glück keine türkischen Presseverhältnisse, in Deutschland herrscht Meinungsfreiheit, aber jeder hat dieselbe und wenn nicht, ist es einfach die falsche.

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Franziskus 06.10.2018, 12:37
17. Meinungsfreiheit

Wir haben keine Meinungsfreiheit, sondern nur Gedankenfreiheit. Gedankenfreiheit gibt es in jeder Diktatur. Warum wird ein Bürger wegen Volksverhetzung angeklagt, obwohl er nur seine Meinung geäußert hat? Ich halt es mit Voltaire: "Ich mag deine Ansicht verdammen, aber ich gebe mein Leben dafür, dass du sie äußern kannst". Das ist Meinungsfreiheit, alles andere ist Meinungsdiktatur.

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Julius2018 06.10.2018, 12:39
18. Mangelnde Neutralität ist das Problem

Grundsätzlich verwende ich persönlich den Begriff Lügenpresse nicht. Aber der SPON ist ein herrliches Beispiel für eine deutlich linksgerichtete Berichterstattung. Bei jeder Story gibt es natürlich einen gewissen Freiraum zur Interpretation und Darstellung. Wer diesen Freiraum aber ausschließlich für eine politische Ideologie nutzt, sollte sich nicht als neutrales Nachrichtenmedium bezeichnen.

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Dornröschen R. 06.10.2018, 12:39
19.

Die Ostdeutschen dachten, als die Mauer fiel, jetzt kann ich endlich sagen, was ich denke. Sie wussten nicht, dass man in linken Medien nur linke Meinungen, in konservativen nur konservative haben darf, sonst ist man schnell weg vom Fenster.

Während der Flüchtlingswelle bekamen alle Medien einen Linksdrall, nach dem Motto, seht her, wie tolerant wir sind (ich fühl mich gut, ich bin tolerant, anders als meine Nazivorfahren)

Nicht diskutiert wurde: Wollen wir alle aufnehmen, können wir alle aufnehmen, wie viel kostet uns das, wo sollen sie arbeiten oder ist uns das egal, Hauptsache gerettet, sind das überhaupt Gerettete, sind das Wirtschaftsflüchtlinge, wollen wir Wirtschaftsflüchtlinge, wenn ja, nur die, die auch hier Arbeit finden oder ist das nicht so wichtig und schließlich, als Schlussfolgerung: Können wir alle, die zu uns wollen, auch hier aufnehmen? (Falls das „uns“ stört, da Ossi und Ossis auch nur Geld vom Westen, stelle man sich vor, ein Westdeutscher hätte gefragt)

Das wurde nirgendwo diskutiert, auch nicht in den konservativen Medien. Das wäre Aufgabe der konservativen Medien gewesen; sie haben versagt (nicht nur da, auch z.B., ihren Nachwuchs zu schützen durch die Universitäten, seit Jahrzehnten)

Stattdessen wurde mit dem Finger auf die Ostdeutschen gezeigt. Dass jetzt Dumpfbacken hochkochen, kommt da gerade recht.

Selbstverständlich ist die Presse der BRD im Vergleich zu den SED-Organen der DDR viel freier, das ist überhaupt keine Frage - aber das kann ja nicht der Maßstab sein.

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