Forum: Kultur
Meinungsfreiheit: Dann nennt uns doch Lügenpresse!
DPA

Deutschlands Medienlandschaft ist einzigartig. Wer hier "Lügenpresse" ruft, hat nicht verstanden, was Meinungsfreiheit bedeutet. Journalisten sollten sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen.

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practicus 07.10.2018, 13:24
410. Vor der Erfindung des Internet

habe ich einmal bei einem "Tag der offenen Tür" bei "Radio NRW" die Nachrichtenredaktion besucht. Dort saß ein einsamer Radiomann vor dem Ticker und entschied, welche 5 der 5000 täglich aus dem Ticker kommenden Nachrichten in die stündlichen Kurznachrichten kommen sollen.
Was dieser einzelne Journaist bzw. viele Kollegen einer Redaktion tun, ist also nichts anderes als zu entscheiden, welche 999 von 1000 Nahrichten NICHT gesendet werden. Ein Zensor, der vielleicht eine von 100 Meldungen streicht, ist ein Zwerg im Vergleich zur Macht der Nachrichtenredaktionen.
Möglicherweise sind die Kriterien, nach denen Nachrichtenredakteure "zensieren", für weite Teile der Nachrichtenkonsumenten nicht mehr nachvollziehbar geworden. Kein Wunder, dass Verschwörungstheorien von in linken Kaderschmieden gleichgeschaltet ausgebildeten Journalisten, die statt Information Erziehung und ein idealisiertes Gesellschaftsbild verbreiten wollen, regen Zulauf haben.
Liebe Redakteure, gewöhnt euch am besten wieder an, Nachricht und Kommentar deutlich zu trennen, und sorgt dafür, dass eure Kriterien der Nachrichtenauswahl erkennbar werden - und auch mal zur Dikussion gestellt werden dürfen!

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der Krieger 07.10.2018, 13:34
411. Lesen Sie doch bitte, bitte Hannah Arendt!

Bei aller Sympathie & grundsätzlicher Zustimmung für Ihren Beitrag, s.g. Frau Ataman, erschreck es mich immer wieder, wie wenig deutsche Journalisten über nationalsozialistische Demagogie wissen.
Es fällt Ihnen - natürlich - auf, dass die Behauptung der Nazis, ihre "Meinung" würde unterdrückt,, absurd & gegen jede offensichtliche Wirklichkeit erhoben wird, aber Sie denken darüber gar nicht wirklich nach. Was denken Sie. Sind die alle doof?
Wenn Sie sich mit der Arendt'schen Analyse des nationalsozialistischen Erfolgs in Deutschland befassen, können Sie hierzu zwei elementare Erkenntnisse gewinnen:
1) Nazis lügen systematisch & ohne jedes Interesse an irgendeinem aufgeklärten Begriff von Wahrheit, weil sie jeden aufgeklärten Begriff von Wahrheit im öffentlichen Diskurs auslöschen wollen. Sie wollen eine Masse, die an keine Wahrheit idS mehr glaubt. Sondern nur noch an Gewalt.
2) Nazis erklären alle(!) ihre Verbrechen zu Notwehr, erklären also immer & grundsätzlich, dass die Opfer eigentlich Angreifer sind (oder waren ^^) & nur das bekommen, was sie "uns" zugedacht haben. Anders gewendet, wie es Arendt luzide aufzeigt: In der scheinbar irren Anklage der angeblichen Verbrechen ihrer auserkorenen Opfer kündigen die Nazis tatsächlich ihre eigenen Verbrechen an.
Und hat die AfD etwa irgendeinen Zweifel daran gelassen, wie SIE mit unliebsamen Meinungen zu verfahren gedenken. Dies muss gesehen, dies muss gesagt werden: In der Meinungsunterdrückungs-Rhetorik der AfD kommt nichts anderes zum Ausdruck, als deren Vorhaben, nach der "Machtübernahme" alle Meinungen in Deutschland gleichzuschalten. Weil sie Nazis sind.

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stegganosaurus 07.10.2018, 13:38
412.

Zitat von cobaea
Wenn Sie anderen tendenziöse Bildauswahl und Aussagen vorwerfen sollten Sie diese nicht auch selbst anwenden. Die von Ihnen angegebene Verteilung der Geschlechtszugehörigkeit z.B. ist nicht korrekt. Einfach nachzuprüfen in den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes. 2016 z.B. waren es aus Syrien etwa 2/3 Männer (inclusive Knaben) und 1/3 Frauen (inklusive Mädchen). Dieses Jahr ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Es gibt also nicht "auch" Frauen und Kinder - diese stellen eine grosse Gruppe der Flüchtlinge, auch wenn die jungen Männer mehr ins Auge fallen.
O, jetzt haben sie mich erwischt! Nur zweidrittel statt vierfünftel! Ja das ändert natürlich alles! Allerdings 2015 und das ist ja Zahlenmäßig und in Bezug auf die Berichterstattung, und damit den Verlust an Glaubwürdigkeit das wichtigste Jahr, waren 2015 78,8% aller volljährigen syrischen Antragsteller männlich. Quelle: Rich: Asylantragsteller in Deutschland im Jahr 2015. BAMF-Kurzanalyse 3/2016
Wenn also 2015-16 in so vielen Berichten Frauen prominent im Bild waren, dann lag das also nicht an der Absicht bestimmte Emotionen zu wecken sondern an der prophetischen Gabe der Medien die Situation im Jahre 20xx zu antizipieren, gelle?

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max-mustermann 07.10.2018, 13:41
413.

Zitat von Fuxx81
Die deutsche Presse ist nicht so schlecht wie manche denken, aber auch nicht so gut, wie sie sich selbst gerne darstellt. Nein, zentral aus dem Kanzleramt wird sie nicht gesteuert, dennoch lässt sie sich oft genug zum Hofberichterstatter degradieren. Plumpe Lügen gibt es selten, aus dem Zusammenhang gerissen wird dafür sehr oft. Zu viele Journalisten schreiben lieber für oder gegen etwas, als über etwas, trennen nicht sauber zwischen Meinung und Berichterstattung. Dass es bei uns noch nicht so schlimm ist wie in Erdoganistan, ist ja nun auch kein Maßstab an dem man gemessen werden möchte, oder?
Danke ihr Beitrag bringt es sehr gut auf den Punkt, eine Kleinigkeit möchte ich noch ergänzen. Das "weglassen/verschweigen" von gewissen Fakten/Sachverhalten ist leider ein häufig genutztes Mittel von Journalisten um in ihren Artikeln/Berichten die Meinung der Leser in die gewünschte Richtung zu lotsen. Das ist für mich überhaupt das größte Übel in der heutigen Presselandschaft, das nicht mehr neutral oder objektiv über einen Sachverhalt berichtet wird so das sich jeder selbst seine Meinung Bilden kann sondern das immer mehr versucht wird den Menschen vorzugeben wie sie etwas zu sehen haben.

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maschseefest 07.10.2018, 13:42
414. Die "Zeit-Debatte" über Füchtlingshilfe beweist das Gegenteil

Warum ist es in einer renommierten Zeitung wie der "Zeit" nicht mehr möglich eine Pro und Contra Debatte zu führen? Warum wird eine seriöse linksliberale Journalistin sofort angefeindet? Dass was Frau Lau hier in aller Öffentlichkeit passiert ist, gibt es auf kleiner lokaler Ebene in aller Regelmäßigkeit. Menschen, die in der Flüchtlingspolitik anderer Meinung sind, werden als Rassisten gebrandmarkt und mundtot gemacht. Dabei vertreten diese Menschen nur eine Meinung, die in allen anderen europäischen Staaten von der Mehrheit der Bevölkerung geteilt wird (in Schweden haben ja sogar die Grünen, die Grenzen dicht gemacht). Warum wird man in Deutschland für diese Meinung aber diffamiert?

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descartes 07.10.2018, 13:42
415.

Zitat von frank-xps
Gibt es denn momentan eine Religionsfreiheit? Was ist mit den Anhängern des Voodoo Kults? Was ist mit Satanisten? Was mit Scientologen? diese Religionsfreiheit steht unter einer Einschränkung sie Lesekönig. Diese Einschränkung lautet sie dürfen nicht im Wiederspruch zum Grundgesetz stehen. Wie stehen sie denn zum Beispiel zur Polygamie? Meiner Meinung nach ist da eine Inkompatibilität? Wie sieht es denn mit dem Heiratsalter aus? Wie sehen sie denn die Gleichberechtigung von Mann und Frau gewährleistet? Wie steht es um die Strafbarkeit der Homosexualität? und was ist eigentlich mit der Apostasie immerhin steht doch der Islam in den von mir erwähnten Punkten im Widerspruch zu grundgesetzlich garantierten Rechten. Grade die Apostasie der Glaubensabfall sollte ihnen doch vor Augen führen, dass eben keine Religionsfreiheit im sinne alles ist erlaubt gelten kann. Im übrigen sie universalgelehrter sind europäische Staaten Sekular! Man könnte das so formulieren der Staat ist Frei von jeglicher Religion! und der große Friedrich auf den das ganze zurückgeht hätte jeden einsperren lassen egal welcher Religion der seine Pflichten dem Staat gegenüber nicht erfüllt hätte.
Viel geschrieben, wenig gesagt, gell!
Nur weil man bei der Ausübung seiner Religion die Rechte Dritter nicht verletzen darf, daraus zu schliessen, dies sei keine Religionsfreiheit, offenbart ein ziemlich ambivalentes Verhältnis zur modernen Demokratie! Das wäre ja beispielsweise, wie die Freiheit des Individuums anzuzweifeln, nur weil ich meinem Nächsten keinen körperlichen Schaden zufügen darf, wenn es mir gerade in den Sinn kommt!
Im Übrigen sind alle von Ihnen aufgezählten Religionen, Sekten und auch Pegida (wobei der Übergang wohl immer fliessender wird) in D nicht verboten, solange sie in ihrer Ausübung das GG nicht verletzen.
Welche Forderungen Pegidas nicht verfassungsgemäss sind und darum ging es schliesslich in dem ursprünglichen post, hatte ich ja bereits beispielhaft aufgeführt. Ist jetzt nicht soo schwer, oder?
Im Übrigen ist eine Trennung von Kirche und Staat bereits offensichtlich durch den staatlichen Einzug der Kirchensteuer in D nicht gegeben!

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stegganosaurus 07.10.2018, 13:51
416.

Zitat von jackberlin
Wenn ich dieser Diskussion folge, wächst meine Verwirrung vor allem hinsichtlich der politischen Zuordnung der Standpunkte. Mein bisheriger Eindruck: Mit Kritik an den negativen sozialen Folgen der Kapitalismus-konformen Globalisierung stelle ich mich in die rechte Ecke. (Nicht in die linke, wie ich dachte) Mit Kritik an der Wiedererstarkung religiöser Strukturen durch Einwanderung oute ich mich als Nazi. (Nicht als freidenkender Atheist) Die Ablehnung der esoterischen Methode durch Sprachverhunzung überholte Rollenbilder abzuschaffen und den Rassismus zu bekämpfen - Sie ahnen es - macht mich zum Rechten. (Nicht zu jemandem, der Gleichberechtigung durch realistische Ansätze erreichen möchte) Aber nicht nur das: Unser streng auf kapitalistische Interessen gebürstetes politisches System und die unterstützenden wichtigsten Mediengruppen sind jetzt "links", "sozialliberal" usw. ?!? Als Bürger, der die Dreißig bereits hinter sich gebracht hat, ist mir natürlich klar, dass nicht alles in ein links-rechts Schema zu pressen ist. Aber, dass ein Weltbild, dass zum Teil auf Marx beruht, inzwischen als rechte Hetze umgedeutet wird, verstört mich zutiefst. Obwohl ... der war ja auch alt, weiß und männlich. Also sicher hätte der die AfD gewählt - schon wegen seiner Religiophobie.
Wissen sie was, da geht es ihnen nicht allein so. Ich dachte auch immer ich wäre ein Linker, tja.
Aber mittlerweile tut das nicht mehr so weh, wenn ich sehe wer sich heute so alles links nennt.

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el__cid 07.10.2018, 13:54
417. Recherche, was ist das denn?

Recherche, die den Namen verdient, findet zu vielen Themen gar nicht statt. Da wird nur noch ungeprüft zitiert oder maximal Sekundärliteratur verwendet. So kommt man nicht zu einer qualitativ guten Berichterstattung. Dazu kommt noch mangelnde Bildung der Journalisten: Politisch besetzte Vokabeln sind nur aus der Nazizeit bekannt - aber da hört es dann auch schon auf. Beispiele: Friedliche Koexistenz, nuklearer Erstschlag vs. Ersteinsatz, Schwarzer Kanal usw.

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der Krieger 07.10.2018, 13:57
418.

Zitat von maschseefest
Warum ist es in einer renommierten Zeitung wie der "Zeit" nicht mehr möglich eine Pro und Contra Debatte zu führen? Warum wird eine seriöse linksliberale Journalistin sofort angefeindet? Dass was Frau Lau hier in aller Öffentlichkeit passiert ist, gibt es auf kleiner lokaler Ebene in aller Regelmäßigkeit. Menschen, die in der Flüchtlingspolitik anderer Meinung sind, werden als Rassisten gebrandmarkt und mundtot gemacht. Dabei vertreten diese Menschen nur eine Meinung, die in allen anderen europäischen Staaten von der Mehrheit der Bevölkerung geteilt wird (in Schweden haben ja sogar die Grünen, die Grenzen dicht gemacht). Warum wird man in Deutschland für diese Meinung aber diffamiert?
Eine seriöse "linksliberale" Journalistin? Dass ich nicht lache. Soweit ich weiß, hat Frau Lau seit Jahen vor allem ein Thema gehabt: Ausländer raus. Also, was soll das?

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el__cid 07.10.2018, 13:58
419. Zensur: Skandale verschweigen!

Seit Jahren versuche ich, eine wirklich riesigen Skandal (wie der Werkverträge-Skandal) in der deutschen Presse zum Thema zu machen. Berichten will darüber: Niemand! Ein Lump, wer Böses dabei denkt.

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