Forum: Kultur
Menschenrechte: Sogar das Erreichte ist in Gefahr
Nikolaus Winter/ Arte/ ZDF

Die Menschenrechte werden durch Despoten und die Gleichgültigkeit vieler bedroht. Die Dokumentation "Unantastbar" setzt sich für ihren Erhalt ein.

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archivdoktor 27.11.2018, 15:37
1. ?

Ist das jetzt ein Werbe-Gastbeitrag des Herrn Kleber für den eigenen Film?

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mk1966 27.11.2018, 15:46
2. Guter Ansatz, Herr Kleber!

Der Film ist sicher sehenswert, das Thema ist brennend. Ich hoffe, Sie gehen auch darauf ein, worin eine der Hauptursachen des Erstarkens von Despoten und autokratischen Herrschern liegt - zumindest meiner Meinung nach. Nämlich darin, dass Demokratien, insbesondere repräsentative Parteiendemokratien wie die unsere, keine echte Beteiligung an wichtigen Entscheidungen der Bevölkerung zulassen und sich abseits der Realität politische Eliten bilden können, die in ihrem eigenen Mikrokosmos und bestens abgesichert ihr eigenes Süppchen kochen. Flankiert von Medien und Justiz, die stark verfilzt sind mit dem politischen Establishment (oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die ÖR stünden nicht unter einem gewissen Meinungsdiktat derjenigen Parteien, die ihre Vertreter in die Gremien ebendieser Sender schicken?). Wenn der Bürger das Gefühl hat, er darf nur alle paar Jahre das Kreuzchen bei den immer selben Parteien machen, die sich kaum noch unterscheiden, und dazwischen tun die sowieso, was sie wollen, wird der Wunsch nach einer starken Hand eben stärker - besonders, wenn wir in Krisen schlittern wie das Asylchaos oder das Dieseldesaster. Es gibt nur einen Ausweg: Die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild! Für die Nation und das Volk essentielle Entscheidungen MÜSSEN demokratisch vom Volk direkt abgestimmt werden und nicht von einer dem Fraktionszwang unterworfenen Parteitruppe, die von Kauder & Co. auf Linie gepeitscht wird. Das erzwänge dann auch das von den Politikern so häufig beschworene "Bessere Erklären komplexer Sachverhalte", wobei ich nicht der Meinung bin, dass der durchschnittliche Abgeordnete intelligenter ist als der durchschnittliche Bürger. Ich hoffe, Sie analysieren in Ihrem Film nicht nur, sondern erörtern auch Lösungen.

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SummseMann 27.11.2018, 16:01
3. Stimmt so nicht

Es ist nicht wahr dass es siebzig Jahre aufwärts ging mit den Menschenrechten. Man schaue sich nur die UDSSR samt Satellitenstaaten bis Anfang der 90er Jahre an, oder China bis zum heutigen Tage, nur um zwei zu nennen. Das mit der Freiheit und Menschenrechten war vielleicht in Europa immer besser geworden, aber eben nur dort. Und eines muss man sich eben bewusst werden: Irgendwann geht es bei der Mehrheit der Menschen eben um den eigenen Wohlstand. Ob man das nun gut findet oder nicht, das ist die Realität. Und wenn man realistisch ist geht es sehr oft um Armutseinwanderung, nicht um Flüchtlinge nach Genfer Konvention.
Und das geht an den eigenen Wohlstand, was dann wieder die Menschenrechte in die zweite Reihe schiebt. Und wie schon Peter Scholl-Latour bemerkte: Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!

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Bondurant 27.11.2018, 16:04
4. Jedenfalls

Zitat von archivdoktor
Ist das jetzt ein Werbe-Gastbeitrag des Herrn Kleber für den eigenen Film?
wird Kritik an diesem Journalisten hier unterbunden. Sonst hätte man ja mal fragen dürfen, wie das eigentlich kommt
Mit einem Volk, das nichts mehr glaubt, können die Herrschenden tun, was sie wollen (Hannah Ahrendt).

dass das Volk "nichts mehr glaubt" und ob das möglicherweise mit dem Sendungsbewußtsein gewisser Journalisten zu tun hat.

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pulverkurt 27.11.2018, 16:22
5. Re: Guter Ansatz, Herr Kleber!

@mk1966: Irgendwie kamen mir Ihre Argumentationsmuster (Verklausilierte "Lügenpresse"-Vorwürfe, "Meinungsdiktat", "Asylchaos", Forderung nach Direktabstimmungen etc.) bekannt vor. Und richtig, das alles klingt ziemlich nach AfD, die ja offenbar Ihre Sympathien besitzt. Angesichts dessen das Thema allerdings als "brennend" zu bezeichnen, ist ganz schön scheinheilig von Ihnen - spielt die AfD doch an vorderer Front mit, wenn es um die Unterstützung von Despoten wie Putin und Trump geht. Und was Direktabstimmungen alles anrichten können, haben wir ja beim Brexit gesehen. Aber vielleicht werden Direktabstimmungen ja gerade deshalb von der AfD unterstützt, sind sie doch in besonderem Masse anfällig für Lügenkampagnen durch Populisten...

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syracusa 27.11.2018, 16:23
6.

Zitat von Bondurant
wird Kritik an diesem Journalisten hier unterbunden. Sonst hätte man ja mal fragen dürfen, wie das eigentlich kommt Mit einem Volk, das nichts mehr glaubt, können die Herrschenden tun, was sie wollen (Hannah Ahrendt). dass das Volk "nichts mehr glaubt" und ob das möglicherweise mit dem Sendungsbewußtsein gewisser Journalisten zu tun hat.
Jaja, die liberalen Medien der Weimarer Republik waren schuld am Erstarken der Nazis ...

Wenn AfD/NPD/Pegida, Trump, Putin, Erdogan, Orban & Co gemeinsam ins Horn stoßen, wenn Facebook & Co die Bildung von Filterblasen fördern, dann ist der daraus folgende Vertrauensverlust in die Berichterstattung seriöser Medien nicht durch diese selbst verschuldet, sondern durch den simplen Umstand, dass es Populismus genau deshalb gibt, weil der erfolgreich die Neigung vieler Bürger zu einfachen Erklärungen und Schuldzuweisungen ausbeuten kann.

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damianschnelle 27.11.2018, 16:23
7. Gibt

es denn ein Land, dass alle 30 Artikel der Menschenrechtskonvention bedingungslos umsetzt?
Das ist wohl selbst in den westlichen Demokratien nicht immer der Fall.

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midnightswim 27.11.2018, 16:34
8. Anscheinend

Haben Leute wie Bondurant genau kein Interesse an einem pluralen Staat. Journalisten mit anderer Meinung als der eigenen werden zu Feinden gemacht. andere Worte, aber genau was Herr Cleber damit sagen wollte.

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burlei 27.11.2018, 16:38
9. @mk1966, #2

Zitat von mk1966
[...] Flankiert von Medien und Justiz, die stark verfilzt sind mit dem politischen Establishment (oder wollen Sie ernsthaft behaupten, die ÖR stünden nicht unter einem gewissen Meinungsdiktat derjenigen Parteien, die ihre Vertreter in die Gremien ebendieser Sender schicken?).[...]
Zu diesem Punkt muss ich Ihnen völlig Recht geben. So sitzen im Rundfunkrat des WDR u.a. ein Helmut Seifen, MdL und seine Vertreterin Gabriele Walger-Demolsky, ebenfalls MdL. Seifen ist Oberstudiendirektor, Besoldungsgruppe A 16 und damit schon gut abgesichert. Walger-Demolsky ist wenigstens Betriebswirtin (VWA), also nicht studiert, sondern als berufliche Weiterbildung. Aber immerhin. Und diese Politiker geben jetzt die Richtung des WDR vor, bewirken das von Ihnen angekreidete Meinungsdiktat.

Achja, beide gehören der AfD an.

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