Forum: Kultur
Menschenverwahrung: Anders wohnen
imago/ Westend61

Wie wirkt es sich auf die Laune der Menschen aus, wenn Wohnraum immer knapper, teurer - und hässlicher wird?

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odapiel 02.09.2018, 08:57
50.

Zitat von olli0816
Der Forist mit den 28 m² wähnt sich arm. Gemessen an viele Regionen auf der Welt ist das steinreich. Aber vielleicht fehlt bei vielen nur eine Idee, was sie sinnvolleres machen könnten, als sich nur um sich selber zu drehen und Gegenstände anzuhäufen?
Was Sie hier tun nennt sich "What-about-ism", nachzulesen hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Whataboutism

Ist also alles andere als die feine englische Art, und auch in Deutschland ziemlich daneben,

Was mich betrifft, so fällt mir hier nach wenigen Monaten schon die Decke auf den Kopf. Ich schlafe nämlich nicht nur fünf Minuten nachts in dieser Wohn-klo-nasszelle (ja, die Kücheneinbauzeile steht direkt neben Bett und Schreibtisch, 28 qm bedeuten 24 qm für das Zimmer und 4 qm fürs Badklo) und bin ansonsten ausser Haus, nein, ich arbeite auch hier.

Will heissen ich bin hier praktisch 24/7, außer ich hole Nachschub für den Kühlschrank oder die Kaffeemaschine. Die Nachbarn sind zwar etwas netter als in Frau Bergs Kolumne, dafür ist der Aufzug älter und der Ausblick schlechter (nur eine Hauswand).

Ob da das Baumhaus der Yanomami soviel schlechter ist, als meine Zelle? Ich wage es zu bezweifeln. Wenn ich könnte wie ich gerne würde, würde ich im Wohnwagen, Tinyhouse oder Wohnmobil wohnen. Aber das ist in Deutschland ja nicht erlaubt.

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HLoeng 02.09.2018, 09:26
51. Terrorismus!?

Enzensberger hat es einmal trefflich formuliert, als er die moderne Architektur als 'Terorismus des rechten Winkels' bezeichnete.

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olli0816 02.09.2018, 09:28
52. Ich muss nicht nett sein

@50

Sie schreiben ja selber, Sie sind freiberuflich. Letztendlich müssen Sie entscheiden, was Sie mit ihrem Leben machen. Ich habe bis etwa 26 Jahre in einer 20 m² kleinen Einliegerwohnung gewohnt, mit Küche wo ich nur selber reingepasst habe. Alles optimiert. Im Gegensatz zu ihnen war ich häufiger nicht zu Hause, weil ich andere Schwerpunkte hatte. Trotzdem so viel, das ich dort gelebt habe. Ich weiß also von den Räumlichkeiten, wovon Sie schreiben.

Wenn es nach ihrem Credo geht, würden 90% der Inder (ich war selber dort und habe vieles mit eigenen Augen gesehen) schlechter wohnen als Sie. Selbst der dortige Mittelstand. Gleiches in China (hier kenne ich nur Shanghai und Xian), wo die Leute sehr viel beengter leben. Weiß Gott kein Entwicklungsland.

Wie Sie ihr Leben verbringen, hängt zum großen Teil von ihnen selber ab. Genauso wie glücklich oder zumindest zufrieden Sie mit ihrem Leben sind. Die Wohnung sollte dafür nicht unbedingt ausschlaggebend sein, sonst sollten Sie einiges überdenken. Ich war z.B. in der kleinen Wohnung sehr zufrieden. Zu Putzen war kaum Aufwand, viel kaputt gehen konnte auch nicht. Alles hat sein Pro und Contra. Für mich z.B. wäre ein Garten die Hölle, weil ich auf diese Arbeit so gar keine Lust hätte. Andere inspirierts.

Ich war übrigens auch fast mein ganzes Leben selbstständig oder freiberuflich. Eine Mietwohnung habe ich trotzdem bekommen. Vielleicht ein bisschen größer, aber ich bin mit 51 Jahren wahrscheinlich etwas älter.

Vergleiche mit den Zuständen weltweit finde ich persönlich durchaus legitim. Wenn ich hier die immerwährenden Forderungen lese, denke ich mir, dass es nicht wenige Menschen gibt, die den Luxus nicht zu schätzen wissen, der sie umgibt. Und das den Luxus möglichst die Allgemeinheit, sprich der Staat, bezahlen soll, weil ich selber nicht mehr für mich verantwortlich sein möchte. Deswegen mögen Sie auch nicht meinen Whataboutism - es ist eine Hängematte, um sich zu rechtfertigen, dass man in einer insgesamt reichen Gesellschaft arm ist und genauso leben möchte wie noch reichere Leute (ist durchaus legitim). Arm in einer reichen Gesellschaft ist natürlich schlimmer als in einer armen - da fällts nicht so auf. Trotzdem wird es dadurch nicht besser. Wenn Sie es ändern möchten, dann machen Sie alles notwendige dafür. Sie sind für sich verantwortlich, nicht Frau Merkel oder irgend jemand anderes.

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odapiel 02.09.2018, 09:50
53.

Ich habe ebenfalls die Welt bereist, unter anderem den Osten (Mongolei, Dagestan, Georgien, Kalmückien) und Mittelosten (Iran, Aserbaidschan, Afghanistan), wo es den unteren zwei Dritteln der Bevölkerung auch nicht anders als der in Indien oder China geht. Rein technisch-monetär.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich den Vergleich den Sie ziehen überhaupt nicht. Den Leuten dort geht es meist besser als uns hier, auf der menschlichen, zwischenmenschlichen, freizügigen und naturgebundenen Seite.

Und so lange Sie nicht in der Haut eines anderen stecken, können Sie auch Ihre nassforschen und restlos unangebrachten Ratschläge zur "Verbesserung der Lage" stecken lassen. Sie wissen nämlich eventuell grade nicht, wie dümmlich und daneben diese sind. Daß Ihre Argumentation prinzipiell daneben liegt, zeigen schon die anderen Kommentare hier. Aber vielleicht wünschen Sie sich uns alle am Besten nach Indien oder China? So mag es einem vorkommen.

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odapiel 02.09.2018, 09:50
54.

Ich habe ebenfalls die Welt bereist, unter anderem den Osten (Mongolei, Dagestan, Georgien, Kalmückien) und Mittelosten (Iran, Aserbaidschan, Afghanistan), wo es den unteren zwei Dritteln der Bevölkerung auch nicht anders als der in Indien oder China geht. Rein technisch-monetär.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich den Vergleich den Sie ziehen überhaupt nicht. Den Leuten dort geht es meist besser als uns hier, auf der menschlichen, zwischenmenschlichen, freizügigen und naturgebundenen Seite.

Und so lange Sie nicht in der Haut eines anderen stecken, können Sie auch Ihre nassforschen und restlos unangebrachten Ratschläge zur "Verbesserung der Lage" stecken lassen. Sie wissen nämlich eventuell grade nicht, wie dümmlich und daneben diese sind. Daß Ihre Argumentation prinzipiell daneben liegt, zeigen schon die anderen Kommentare hier. Aber vielleicht wünschen Sie sich uns alle am Besten nach Indien oder China? So mag es einem vorkommen.

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odapiel 02.09.2018, 09:51
55.

Ich habe ebenfalls die Welt bereist, unter anderem den Osten (Mongolei, Dagestan, Georgien, Kalmückien) und Mittelosten (Iran, Aserbaidschan, Afghanistan), wo es den unteren zwei Dritteln der Bevölkerung auch nicht anders als der in Indien oder China geht. Rein technisch-monetär.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich den Vergleich den Sie ziehen überhaupt nicht. Den Leuten dort geht es meist besser als uns hier, auf der menschlichen, zwischenmenschlichen, freizügigen und naturgebundenen Seite.

Und so lange Sie nicht in der Haut eines anderen stecken, können Sie auch Ihre nassforschen und restlos unangebrachten Ratschläge zur "Verbesserung der Lage" stecken lassen. Sie wissen nämlich eventuell grade nicht, wie dümmlich und daneben diese sind. Daß Ihre Argumentation prinzipiell daneben liegt, zeigen schon die anderen Kommentare hier. Aber vielleicht wünschen Sie sich uns alle am Besten nach Indien oder China? So mag es einem vorkommen.

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odapiel 02.09.2018, 09:52
56. An den Rabulistiker

Ich habe ebenfalls die Welt bereist, unter anderem den Osten (Mongolei, Dagestan, Georgien, Kalmückien) und Mittelosten (Iran, Aserbaidschan, Afghanistan), wo es den unteren zwei Dritteln der Bevölkerung auch nicht anders als der in Indien oder China geht. Rein technisch-monetär.

Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich den Vergleich den Sie ziehen überhaupt nicht. Den Leuten dort geht es meist besser als uns hier, auf der menschlichen, zwischenmenschlichen, freizügigen und naturgebundenen Seite.

Und so lange Sie nicht in der Haut eines anderen stecken, können Sie auch Ihre nassforschen und restlos unangebrachten Ratschläge zur "Verbesserung der Lage" stecken lassen. Sie wissen nämlich eventuell grade nicht, wie dümmlich und daneben diese sind. Daß Ihre Argumentation prinzipiell daneben liegt, zeigen schon die anderen Kommentare hier. Aber vielleicht wünschen Sie sich uns alle am Besten nach Indien oder China? So mag es einem vorkommen.

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Maria--Galeria 02.09.2018, 10:55
57. Anspruchsdenken

Anstatt froh zu sein, dass Wohnraum geschaffen wird durch Nachverdichtung, ewiges Meckern. Wie man in seinen vier Wänden lebt, mit Sofa oder ohne, ist jedem seine Sache. Das Hauptproblem in unserer Gesellschafft ist die Vereinzelung, das sogenannte Egomanentum, das Auseinandertreiben der Familien, nicht der Zusammenhalt von Familien wird propagiert, sondern die Selbstverwirklichung der Einzelnen. Definitiv krankt unsere Gesellschaft auch an der falschen Politik, in der auch Wohnraum Mittel zum Zweck ist, nämlich das Staatssäckel zu füllen ( private Vermieter werden ordentlich zur Kasse gebeten) und im Gegenzug, sozialer Wohnungsbau wurde total vernachlässigt. Der Sinn des Lebens ist nicht Arbeit, sondern zu erkennen dass es gut ist auf der Welt zu sein, ein liebevolles Miteinander pflegen kann, anzuerkennen dass jeder das Recht auf ein friedliches Leben ohne Stress hat, das kann auch in Hochhäusern gelingen. Es ist schon eine Anmaßung der Individuen zu glauben dass sich die Welt nur um ihre Bedürfnisse dreht. Nur durch Nachverdichtung kann es gelingen unsere Umwelt zu schonen, den Lebewesen in der Natur den Lebensraum zu zugestehen und im Endeffekt auch unser Überleben als Spezies zu sichern. Was bringt es den Menschen Unwichtigkeit und Unzufriedenheit einzureden, also gut, was von mir, ich bin z.B. mit meiner Wohnküche sehr zufrieden, mag sie gar nicht missen, brauche kein eigenes Schwimmbassin, kein eigenes Schiffchen usw., mir ist der freundliche Umgang mit meinen Mitmenschen am wichtigsten. Anstelle sich über Enge bei den Hochhäusern zu beklagen wäre es doch ganz schön sich nicht zu verkriechen, sondern sich von Haus zu Haus durchs Fenster zuzuwinken, sich als Gemeinschaft zu sehen und sich in Toleranz zu begegnen, sich als große Wohngemeinschaft zu betrachten, Dorf im Haus. Nicht die Optik eines Wohnhauses macht das Leben schön, sondern wie die Leute miteinander umgehen.

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fräulein_w_aus_d 02.09.2018, 11:15
58. Nach Hause

Ich liebe den Klang dieser Kolumnen, ich schwinge immer irgendwie mit. Der Versuch, die gemalten Bilder mit der Realität in Einklang zu bringen, ist irgendwie immer zum Scheitern verurteilt. Frau Berg sehnt sich nach Wildrosen. Am besten sie kommt wieder nach Hause.

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LorenzSTR 02.09.2018, 12:01
59. Ganz schlau

Zitat von nadelstich
Sind Sie Gefängnisinsasse oder warum wohnen Sie wie sie wohnen?! Als ich das letzte mal vor meiner Haustür war, war Deutschland noch ein Land in dem jeder die Wohnung anmieten bzw kaufen kann die seinen Wunschvorstellungen in Relation mit dem persönlichen Budget entspricht. Es ist nicht wie damals in der Zone in dem einem eine Wohnung auf Antrag zugeteilt wird...
Die große freie Wahl gibt es für die, die von mittleren oder gar unteren Einkommen leben, schon lange nicht mehr. Selbst wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind, konkurriert ein Wohnungsinteressent nicht selten mit 200 anderen um Wohnraum. Während gewisse Hausbesitzer ihre geerbten Objekte öfter aus purer Bequemlichkeit leer stehen lassen. Tja, schade, dass der Wohnraum nicht mehr auf Antrag zugeteilt wird. Das hat schon damals offenbar besser funktioniert als der "freie" Markt. In Wien etwa klappt das bis heute auch ziemlich gut. Aber dank der hellen, neoliberalen Umgestalter aus den älteren Jahrgängen und ihrer braven Gefolgschaft gibt es heute nur noch Markt statt Wohnraumpolitik. Dieser Zustand sollte dringend beendet werden.

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