Forum: Kultur
Menschenzeitalter: Das Ende kommt, und das ist auch gut so
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Der Mensch hat sich die Erde zum Untertan gemacht, hat sie verändert, gestaltet und ausgeraubt: Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen - und mit diesem Begriff entsteht auch das Bewusstsein, dass es damit dereinst vorbei sein wird.

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großwolke 17.10.2014, 20:16
30.

Da muss man dem Philosophen Diez gleich mal wegen mangelnder Schärfe auf die Finger klopfen: ein mögliches Ende des Menschenzeitalters, wie auch immer das mal aussehen mag, bedeutet nicht zwangsläufig auch das Ende der Menschheit. Von uns gibt's bald 9 Milliarden, überall über den ganzen Ball verteilt. Schwer vorzustellen, dass wir es derart extrem vermurksen, dass nicht irgendwo noch eine bewohnte Ecke übrig bleibt, von der aus das Elend dereinst von vorn beginnen kann.

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Herbert Bader 17.10.2014, 20:26
31. Millionen von Jahre nachdem die Menschen gegangen sind

müsste es nicht heißen: "Millionen von Jahren"?

Aber Korinthenkackerei beiseite: Millionen von Jahren reichen nicht aus, um die Schäden des Anthropozäns zu heilen. Möglicherweise wird sich die Erde niemals ganz vom Menschen erholen. Denn Millionen von Jahren brauchte die Erde, um die fossilen Energiereserven anzulegen, die die Menschheit derzeit monatlich verbraucht. Sollte nach dem Menschen wieder eine Spezies dessen Geist erlangen, wird sie ungleich schwerere Startbedingungen haben - denn ihr werden keine üppigen Energiereserven zur Verfügung stehen, wie uns. In einer Milliarde von Jahren, die die Erde brauchen würde, um ein uns vertrautes energetisches Schlaraffenland wieder herzustellen, werden sich die Umweltbedingungen derart verändert haben, dass höheres Leben auf der Erde genauso wahrscheinlich und unwahrscheinlich ist, wie auf anderen Planeten wie Mars oder Venus.

Insofern haben wir durchaus die Verantwortung für den Fortbestand von Kultur, Biosphäre, dafür dass die Erde etwas Besonderes im Weltall ist und für unser Menschsein. Hier und jetzt. Hier, weil wir die gebildeten sind, die erkennenden, die, die etwas bewirken können. Und jetzt, weil wir jetzt am Zenit unserer Entwicklung stehen. Noch nie in der Menschheitsgeschichte ging es Menschen besser, als uns in den aufgeklärten, liberalen und demokratischen Regionen der Erde als heute. Andererseits dürfen wir nicht darauf hoffen, dass es uns in Zukunft noch besser gehen wird. Genau jetzt haben wir die Chance und die Verpflichtung, unseren Beitrag zu leisten, damit uns die Erde gefällig bleibt und wir davon abkommen, von ihren unwiederbringlichen Ressourcen zu leben.

Wenn wir heute versagen, dann stirbt mir uns das höhere Leben der Erde - für immer - und auch in Millionen von Jahren wird es keinen geben, der sich an uns wird erinnern können.

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hermesini 17.10.2014, 20:34
32. Epochenumbruch - Titanic, Volle Kraft Voraus!

Ich kaufe mir alle 3 Jahre ein neues Auto, made in Germany, alle 2 Jahre ein neues Handy, konsumiere und konsumiere ... aber frage ich mich woher diese Rohstoffe kommen, oder die Energie die dafür verbraucht wird und wie sie überhaupt erzeugt wird?

Seltene Erden aus Afrika und China, Stahl aus Indien... aber es soll Günstig sein, oder bin ich Blöd?! Anscheinend habe ich nicht begriffen, der Ich es bin, der durch sein Verhalten "Alles günstig" haben zu wollen, mit dazu beiträgt was hier und jetzt auf unserem Globus passiert: Der Pazifik ist voller Mikroplastikteilchen und bis zum Südpol mit Radioaktivität von Fukushima verseucht, unsere Landwirtschaftlichen Flächen überdüngt versalzen, Global kaufen westliche Hedgefonds tausende Hektar auf in Afrika, Lat. Amerika um genet. veränderte Pflanzen GMOs anzubauen, um sie auch weiterhin in der EU Tiermasthaltung (außer Bio) einzusetzen. Bauern verlieren ihr land und kommen als Flüchtlinge zu uns.. Ich könnte Seiten weiter schreiben, jedoch bringt das nichts. Es bringt auch nichts rumzupöbeln, dass das alles negativ ist und eh nicht meine Schuld ist.

Viel mehr sollte sich jeder von uns Gedanken zu seinem Konsumverhalten machen und dass jedes Handeln auch Konsequenzen hat und letzt endlich, was du deinen Kindern überlassen willst. Eine Müllhalde, oder Einsicht zum "nachhaltigen" Handeln? Ich konsumiere weniger und bedachter. Kinder, haben wir mit meiner Partnerin beschlossen wollen wir keine bekommen, denn so eine Müllhalde wollen wir Ihnen ersparen, zu der wir unsere Erde haben verkommen lassen. Es liegt an uns allen... handelt bedachter...

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LouisWu 17.10.2014, 20:39
33. Traurig..

Wenns ja nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen. Da bettet er seinen Journalistenhintern auf Daunen, nix fehlt ihm, und er hat Endzeitangst. Was für ein Trauerspiel...

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BettyB. 17.10.2014, 20:41
34. Lustige Geschichte...

Der Planet erholt sich? Da könnte man meinen, es gäbe für Diez einen optimalen Zustand der Planeten. Z.B. die Erde als Gasball, als Eiswüste, als Tummelplatz für Dinosauriere oder gar für Kakerlaken. Doch das Traumbild täuscht, es ist eine Zeitaufnahme ohne Bedeutung im Zeitverlauf...

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zwirn 17.10.2014, 21:08
35. Gerechtigkeit

Der Mensch ist Teil der Natur. Genauso lebensfeindlich und lebensfreundlich!
Was soll diese Diskussion immer wieder.
Wenn überhaupt tötet der Mensch den Menschen, aber sicher nicht "die Natur".
Der Mensch ist verzweifelt, weil die Entwicklung ungünstig verläuft. Und schon wird der Weltuntergang wegen Umweltverschmutzung und Resourcenverbrauch heraufbeschworen.
In den 50ern-80ern war der Blick klarer, alle hatten vor einem Atomkrieg angst. Nun ist der Ostblock nicht mehr in dieser Form existent. Es scheint geradezu als bräuchten viele Menschen diese Schreckensscenarien zu "Angstbewältigung". Die Klimaerwärmung an sich hat kein Menschheitsauslöschendes Potential.
Kriege um Recourcen vieleicht. Warum also nicht konsequent den Blick auf Gerechtigkeit, Menschlichkeit richten, statt ständig nebenschauplätze zu betreten???

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bkachler 17.10.2014, 21:15
36. Typisch deutscher brainwash mal wieder

Woanders guckt man auf die Chancen die man hat, um die Welt weiter zu verbessern, hier wird gejammert das einem die Ohren schlackern. Gut dass die Zukunft in den Händen der Macher liegt, die in die Haende spucken und anpacken. Auf die Idee dass es in absehbarer Zeit auch zu einem Paradies auf Erden kommen könnte, wenn man sich anstrengt, kommt hier wohl keiner?? Stattdessen huldigen die Leut' der self-fulfulling prophecy! Wenn alle so waeren, dann waere es echt hoffnungslos.

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jasuly 17.10.2014, 21:17
37.

rider650: "Seit es Menschen gibt, gab es schon immer Untergangspropheten. Thomas Malthus hat schon vor 200 Jahren das Ende der Menschheit durch Überbevölkerung vorausgesagt - und wir sind immer noch hier..."
"Immer noch" klingt irgendwie nach lange. Ironischerweise bezeichnen wir die Dinosaurier des Öfteren als nicht anpassungsfähig und behaupten, sie seien deshalb ausgestorben. Dabei wird die Tatsache ignoriert, dass es weit über 100 Millionen Jahre Dinosaurier auf diesem Planeten gab, welche sich an vielerlei Veränderungen sehr wohl anpassen konnten... Uns gibt es noch nicht einmal eine erdgeschichtlich betrachtet lächerliche eine Millionen Jahre, aber schon jetzt sind wir auf dem besten Wege, uns selbst das Wasser abzugraben: Durch übertriebenen Antibiotikagebrauch züchten wir resistente Bakterienstämme heran. Durch in die Umwelt gelangte Chemikalien und Hormone sinkt die durchschnittliche Spermienqualität rapide (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/fruchtbarkeit-spermien-zahl-sinkt-laut-franzoesischer-studie-a-871091.html). Wir verändern CO2- und O2 Gehalt der Atmosphäre, setzen Radioaktivität frei, überfischen und vermüllen die Meere und bedrohen uns gegenseitig mit immer gefährlicheren Waffen. Wenn wir wirklich irgendwann ähnlich lange beim großen Spiel der Evolution mitgespielt haben sollten, wie damals die Dinosaurier (geschweige denn Insekten oder andere extrem anpassungsfähige Organismen), dann können wir "stolz" von "immer noch" sprechen.

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Koana 17.10.2014, 21:19
38. Der Mensch die dumme Ameisenvariante!

Sorry, wir sind schlicht ein Fehlversuch.
Dank Haupttreffer in der Samenlotterie führe ich persönlich ein Leben, das mich in perversem Überfluss über das Leid der Masse staunen lässt - ohne dieses Glückslos, - nein - darüber möchte ich gar nicht nachdenken müssen.
Nur - warum buckeln die Milliarden nur so willig für ihre kümmerlichen Leben?
Gibt es da tatsächlich diese Momente des Glücks, die Jahre des Elends und des Leids aufwiegen - oder ist es nur die verlogene Hoffnung auf ein "besseres" Leben?

Also ich könnte mir kaum ein schöneres Leben vorstellen - nur - eine klügere Menschheit würde kaum tolerieren, dass Milliarden darben, damit Millionen sich das Paradies ohne Sinn und Verstand realisieren.
Vor allem welche Ameise vernichtet ihren Lebensraum - und zwar nachhaltig - so nachhaltig, dass es für das Finale reicht?

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monopinion 17.10.2014, 21:34
39. Dieter Nuhr hat es mal nett gesagt

"Dem Meer ist es wurst ob es Holland überflutet", insofern wird es mit der Erde eh' weitergehen, ob mit oder ohne Menschen. Wir sollten die Sorge um uns verbal nicht der Erde aufdrücken, z.B. "Klimaschutz" - schützt Leute an den Küsten aber nicht da Klima, dem ist das relativ "wurst".

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