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Merkel, Steinbrück, Handke: Die Große Koalition der Moralverweigerer

Was hat Peter Handke mit dem Duo Merkel und Steinbrück gemeinsam? Kriterien, nach denen klare moralische oder politische Urteile zu fällen sind, haben keinen Platz im Machtsystem der beiden Politiker - und in der Literatur der Empfindsamkeit auch nicht.

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Schizo-Gen 08.12.2012, 16:13
20. Vernunft

Zitat von w.blankschein
In Ihrer Schlussbetrachtung stehe ich schon auf ihrer Seite: Wer nach Moral und Regeln fragt, hat die richtigen keineswegs per se für sich gepachtet. Moral und Regeln waren und sind gesellschaftlich zu vereinbaren, das konkrete Verständnis bleibt demokratisch immer im Fluss. Einmal vereinbarte Menschenrechte werden ergänzt und sollten überall auf der Welt gleichrangig gelten. - Sofern "Gutmenschen" nur für sich die richtige Moral beanspruchen, geben sie sich der Lächerlichkeit Preis. Sofern aber "gute Regeln" für rationales menschliches Handeln erfragt und gefordert sind, bleiben diese als Ziel stets unverzichtbar. Nicht anders habe ich SPON-Autor Dietz verstanden.
Na ja, wenn man sich "intelligente?"Gedanken um die Regeln macht, dann muss das aus Sicht des Betrachtenden einen Sinn machen. Insofern kann man sich Fragen, ob unmoralisch handelnde Menschen nicht schlicht schwach-sinnig sind? Der Spruch "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" hat eher eine beschränkte Gültigkeit, also nur wenn man denn davon ausgeht, dass es jemandem Freude machen würde andere zu kontrollieren, bzw. dass das überhaupt realistisch und mit vertretbarem Aufwand zu leisten wäre. Also "Kontrolle ist traurig, aber von Vertrauen kann man auch nur träumen"...

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Schizo-Gen 08.12.2012, 17:28
21. Glauben und Wissen

Zitat von rokitansky
Sind die Märkte unmoralisch, wer bestimmt über die Moral? Was moralisch ist und was nicht, bestimmen Menschen die über die Macht und die Kanonen verfügen, ihre Moralvorsteluungen durchzusetzen. Weil Dietz Handtke erwähnt im Zusammenhang mit Steinrbück und Merkel 3
Das kann irgendwo nur Gott wissen, was wirklich moralisch ist. In diesem Sinne kann der Mensch nur bewusst oder unbewusst "Gottgefälligkeit" anstreben, bzw. es manifestiert sich in Liebens-würdigkeit/wertigkeit. Ein moralischer Mensch ist, wer nach bestem Wissen und Gewissen unter bewusster oder unbewusster Anwendung des kategorischen Imperativs seinen Weg geht. Die Geschichte der "Moral" fängt aber nicht erst mit dem Christentum an:
Gesetz und Stimme des Herzens

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ARIAGNI 08.12.2012, 21:32
22.

Zitat von kobalt55
Eine sehr beklemmend wirkende Sichtweise der Dinge.Gibt es denn nichts wichtigeres in diesem Land als Schwule und Lesben.Man macht doch sonst auch keine Extrawurst wegen 2 Prozent der Bevölkerung heiß....Gut das wir Normalbürger da vom Grundgesetz beschützt sind!!!
Was heißt Normalität? Wer ist imstande, eine Person als normal oder abnormal zu bezeichnen? Die Normalität ist relativ und variiert, je nach den Zeiten oder der Kultur. Sogar die Psychiatrie bezweifelt, ob es ein solcher Zustand überhaupt gibt.
Abgesehen davon, und soweit ich beurteilen kann, ist eine Kultur dieses Namens würdig, wenn sie die Rechte der Minderheiten schützt, da sie die schwächsten Glieder jeder Gesellschaft darstellen, spricht dass sie deren ewige eventuelle Opfer oder Sündebocken darstellen.

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spejismo 09.12.2012, 16:47
23. Gar nichts gemeinsam

Zitat von sysop
Was hat Peter Handke mit dem Duo Merkel und Steinbrück gemeinsam? Kriterien, nach denen klare moralische oder politische Urteile zu fällen sind, haben keinen Platz im Machtsystem der beiden Politiker - und in der Literatur der Empfindsamkeit auch nicht.
Geehrter Herr Diez,
interessant ist Ihre Analyse durchaus, aber viel zu konstruiert.
Und dieses Konstrukt liegt nicht gerade im Detail versteckt,
sondern im Ganzen.
Die (poetischen) Empfindungen, welche eine Morgen/Abendröte erwecken lässt, mit der moralischen oder amoralischen Innerlichkeiten eines verklärten Politikers -egal welcher Couleur- in Verbindung zu setzen ist einfach . . . konstruiert.
Handkes literarische Sprache ist hermetisch und deswegen nicht besonders zugänglich, vor allem nicht für bequeme konsumorientierte Leser, aber eine gewisse Poesie lässt sich immer -und trotz Hermetismus- riechen, schmecken, tasten und reichlich verwirren.
Die Politik des Machterhaltens dagegen ist nur zielstrebig plump.

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