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#MeToo beim SPIEGEL: Wir müssen über Augstein reden
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Der SPIEGEL begann als Männerladen, er blieb es jahrzehntelang. Die Herren hatten die Posten, die Macht. Und heute? Wie ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern in Zeiten von #MeToo?

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zdophers 10.10.2018, 12:34
60. Wie bitte?

Zitat von All Square
Wenn Frauen Männern gleichgestellt sein wollen, wären die ersten Fragen an sich selbst: "warum bemale ich mein Gesicht, trage durchsichtige Strümpfe, kurze Röcke und gesundheitsabträglich hohe Absätze". Sobald Frauen die Antworten dafür haben, könnte die Debatte über Gleichstellung beginnen. Solange Frauen darauf keine ehrlichen Antworten haben, sind jegliche Diskussionen überflüssig wie ein Kropf.
Es kann doch wohl jede/r so herumlaufen, wie er/sie möchte und dennoch von Benachteiligungen oder Belästigungen verschont bleiben!

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bürger-sinn 10.10.2018, 12:34
61. nicht so schwierig

Zitat von chronoc
"Gut ein Drittel der Teilnehmenden aber gibt an, in den vergangenen zwölf Monaten eine sexuelle Belästigung, unangemessene Witze eingeschlossen, erlebt zu haben." Was bedeutet denn das bitte? Während ich klare Überschreitungen (Vergewaltigung, Mobbing, Grabschereien usw.) selbstverständlich nicht befürworte, ist das Gefüge zwischen Mann und Frau viel zu komplex, um im Alltag stets sofort zu verstehen, was zu weit geht. Ein Beispiel: Ich kenne eine Kollegin seit Jahren. Wir mögen uns, sind befreundet, haben öfter gemeinsam was unternommen. Wir sitzen in der Pause nebeneinander und lachen über einen Witz. Wie selbstverständlich beugt sich einer der beiden seitlich zum anderen und knufft mit seiner Schulter die des anderen. Eine selbstverständliche Geste zwischen Freunden. Ein anderes Beispiel: Ein Kollege findet die neue Kollegin sehr hübsch. Die beiden kennen sich erst seit kurzer Zeit. Er fasst seinen Mut zusammen und fragt die Kollegin, ob sie denn was dagegen hätte, wenn sie mal zusammen etwas essen gehen. Beinhalten diese beiden Beispiele aus dem Alltag bereits sexuelle Belästigung? Immerhin ist das Knuffen der "Kumpeline" ein körperlicher Akt und das vielleicht unbeholfene Ansprechen einer Frau könnte durch diese sehr unangenehm gefunden werden. Könnten jetzt beide "Betroffene" aufspringen und wutentbrannt #MeToo rufen? Falls jemand "Ja" sagt, wie stellt man sich dort dann das Zusammenleben von Menschen vor? Wie können Freunde noch entspannt miteinander umgehen und wie können sich Menschen überhaupt noch flirtend annähern?
So schwierig scheint es mir gar nicht: es kommt darauf an, wie es ankommt. Und wenn der Absender bemerkt, dass das knuffen oder witzeln als unpassend beantwortet wird (egal ob verbal oder nur mit Gesten), muss er dies natürlich in Zukunft berücksichtigen. Natürlich sollte das knuffen oder witzeln "anständig" und respektvoll sein. Vielleicht könnte man sagen "auf Augenhöhe soll es sein". Letztlich geht der Absender das "Risiko" ein, ein MeToo - Fall zu werden. Das ist nun mal so.

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Ekkehard Grube 10.10.2018, 12:36
62. Sie widersprechen (und entlarven sich damit) selbst

Zitat von touri
Kommt es zu dem Treffen und sie Sache läuft gut, dann tastet man sich vor um eben sicher zu gehen, dass keine Grenzen (die sich mit zunehmender gegenseitiger Zuneigung immer weiter verschieben) verletzt werden.
Gerade Ihr "Vortasten" ist ja aufgrund Ihrer eigenen Argumentation unmöglich, denn jede noch so zarte körperliche Berührung (und nicht erst ein Kuss) könnte ja (huuuuu!) sexuelle Belästigung sein.

Jedes wie auch immer geartete Vortasten ist notwendigerweise eine Grenzüberschreitung.

Oder wollen Sie die auf US-amerikanischen Unis angeblich herrschenden Zustände einführen, wo vor jeder körperlichen Annäherung um Erlaubnis gefragt werden muss, etwa so: "Darf ich Dir (Verzeihung "Ihnen", denn Duzen wäre ja schon wieder eine Grenzüberschreitung!) übers Haar streicheln?

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zdophers 10.10.2018, 12:38
63. Wow,

Zitat von keine Zensur nötig
liebe Femo-Kampftanten, liebe metoolerinnen, nehmt bitte zur Kenntnis, dass ihr mit euren moralsauren Tugenwächterattitüden den Speiegl restlos ruiniert. Es ist der deutsche Rechtsstaat und nicht ein paar Tugendwächter für betreutes Denken, welcher Recht spricht. Komischerweise sind diese Weibchen oft dafür genau diejenigen ins Land zu lassen, die ihre Frauen zu hause einsperen und freilaufende Weibchen als Freiwild betrachten. Insofern - das hier ist der Spiegel und nicht die emma als Nischenblatt. Geht es so weiter, wird der Spiegel auch bald eins. Wäre aber schade.
frauenhassend, fremdenfeindlich und rechtsorientiert.

Rufen Sie mal Ihre Mutter an, die schämt sich gerade.

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Hansfried 10.10.2018, 12:38
64. Der Frauenspiegel

Mag sein, dass Ihr als neue "Constanze"* oder "Emma" ein paar weibliche Abonnenten mehr bekommt. Aber der Spiegel-Leser wendet sich mit Grauen.

Der will in einer empathischen (quatschenden) Zeit auch noch ein wenig Rationalität und journalistische Sorgfalt und nicht nur Glaubensbekenntnisse von Mitgliedern aktiven Minderheiten. Eigentlich unglaublich. vor lauter Männerhass wollten die Spiegel-Redakteurinnen ihren Arbeitgeber in die Pleite treiben und merken nicht, welche Ast sie absägen.


*bereits 1969 pleite gegangen. Weil keine politisch denkende Frau noch diese Innerlichkeit in Noras Puppenheim wollte. Das war schon damals eher lächerlich. "Brigitte" gibt´s noch - euren neuen Konkurrenten. "Heim und Welt" gibt es seit 2014 nicht mehr.

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laermgegner 10.10.2018, 12:39
65. Als Ossi habe ich mit der Aufregung Probleme

Erlebe immer wieder, wenn einer Frau etwas nicht paßt, dass der Satz kommt . Haben Sie was gegen Frauen ?
In der 3. Welt - wozu Deutschland nicht gehört - werden Frauenrechte mit Füßen getreten, bei uns haben die Frauen sehr viel Selbstbewußtsein und können sich auch verteidigen - aber was hier geschrieben und abläuft heißt nichts anderes - dass es keine Gleichberechtigung mehr gibt ! Und zwar für Männer !
In den Ostdeuschen Behörden gibt es fast nur noch Frauen, wer was anderes erzählt bracht ein Hörapparat ! Und wenn sie als Mann angemacht werden, glaubt ihnen niemand, dass sie begrabscht oder vergewaltigt wurden. Niemand !
Da Frauen nie verstehen, dass sie nicht nur recht haben können- sagte mal eine Italierin zu mir - wird diese ganze Diskusion dazu führen, dass selbst eine Familengründung zum Problem wird - oder anders ausgebrückt, in einem Zoo in NL gibtes nur noch schwule Pinguine.

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Vogel VT 10.10.2018, 12:39
66. Wenn kein Anderer oder keine Andere

einem oder einer den Bauch pinselt, ja dann muss einer oder eine das eben selbst machen. Wenn dabei auch noch genügend Eigenlob versrpüht wird ist das sicher ein höchst erhebendes oder, korrekterweise, tief eindringliches Gefühl für die Damen und Hrerren in der redaktionellen Echobox. Gratuliere!

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hausfeen 10.10.2018, 12:43
67. Es wird niemals besser, wenn das oben/unten-Verhältnis nicht stimmt.

Dabei geht es nicht allein, aber auch, um die Zahl, die Proportion von Männlein und Frau, auch in so einer Redaktion. Es geht auch um die emotionale Überlegenheit, die man sich selbst zutraut. Dazu sucht man sich Rückendeckung bei den Geschlechtsgenossen. Dann scheint das unproblematisch zu sein.

Wenn mächtige Männer zusammen hocken und daraus eine Gleichung basteln, Mann gleich Macht, dann entsteht eine #metoo-reife Situation. Unausweichlich. So ticken Männer eben. Wenn Frauen das Zepter führen, oder beide Gender gleichwertig, dann kann es auch zur Ausnutzung der Machtsituation führen. Das sollte begriffen werden. Und dennoch ist es dann besser. Weil es keine Mann-Frau-Problematik ist, sondern eine Macht-Frage. Die muss dann auch angegangen werden. Keine Frage. Dann ist das aber auch leichter. Weil die männliche Solidarität für dämliches Verhalten wegfällt.

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Trollpatsch 10.10.2018, 12:49
68. Sagen was ist? Die Grenzen des Sagbaren: anerkennen?

Wenn die Grenzen des Sagbaren immer enger werden, ist das ein Widerspruch zum Credo. Und: gut ist das gewiss nicht. Das geht aber eben gerade nicht auf das Konto von #MeToo, sondern auf das der Männer, (auch) der alten, weißen, hasserfüllten und Hass erzeugenden. Wer hier Ursache und Wirkung missachtet, betreibt das Geschäft von Weinstein und natürlich Trump, die, längst nicht erst mit Kavanaugh, Täter zu Opfern machen. Richtig, genau das ist deren Kernkompetenz. Und ihr "Masterplan". Siehe demnach auch: Seehofer, Scheuer, Autoindustrie. Und viele Andere mehr.
Deren "Kunst" besteht zu einem Großteil darin, solcherlei Grenzen schlicht zu ignorieren. Grenzen des Anstands, die heute ja meist als Grenzen des Abstands interpretiert werden. Grenzen des Machbaren, des Geschmacks. Alle Grenzen eigentlich, die nicht von ihnen selbst definiert und hochgezogen wurden.


Am Ende des Artikels ist von Zweifeln die Rede. Insbesondere in Form von Selbstzweifeln (aber auch ganz allgemein) wohl eine Domäne der Frauen, jedenfalls wenn man einem verbreiteten Geschlechterklischee folgen mag. Welches ein Übriges zur gegenwärtigen Situation beigetragen hat. Wäre es nicht schön, wenn man irgendwann nur mehr von Menschen reden würde, statt Frauen gegen Männer auszuspielen? Genau dafür müssen wir heute über Frauen sprechen. Und Männer wie Augstein.

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three-horses 10.10.2018, 12:51
69. Das Charisma der Frau.

Zitat von Proggy
Ja, und es waren billige Nylons... schon klar. Es sollte keine moralische Bewertung von den damaligen 'Preisen' sein. Wenn jedoch eine Aufarbeitung des männlichen Verhaltens, Anstands und der Treue und Moral diskutiert wird - sollte man die Frauen bitte nicht vernachlässigen - die haben sich diese Gleichberechtigung wirklich 'verdient' und legen sonst auch sehr großen Wert auf Gleichbehandlung!
Es kommt auf das Zeitfenster. Ich nehme an, das "umsonst" richtig
verstanden haben. Was mich, wie auch Sie stoert, die Frauen nutzen das Leiden der wirklich betroffene, schamlos aus. Und das ist das Problem von MeToo. Und wie in US, hier erwaehnt, wenden sich die Maenner ab. Aus Angst. Das Charisma der Frau wird immer weniger.
Es sollte eine Bewegung gegen der Gewalt sein, nicht fuer die Kariere.

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