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#MeToo-Debatte: Hexen, überall Hexen?
DPA

Viele sprechen heute von einer "Hexenjagd", um Männer vor Anschuldigen wegen sexueller Übergriffe zu schützen. Das ist klassische Täter-Opfer-Umkehr - und auf die schlimmste Art geschichtsvergessen.

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tomxxx 23.01.2018, 13:37
10. Ja wir könnten auch Zauberer-Verfolgung sagen...

darum geht es aber nicht! Es geht darum, dass auch ganz einfach per Denuntiation Leute zerstört werden, ohne das irgendeine Prüfung der Fakten erfolgt. Kachelmann z.B. ging in ewig in den Knast obwohl nachgewiesen werden konnte, dass seine Ex bei der Sache gelogen hat. Daraus wurde gemacht, dass Kachelmann nicht beweisen konnte, dass die Frau komplett gelogen hat und deswegen verlief das im Sande! Es gab auch genügend Fälle wo es erwiesene Falschanschuldigungen gab... aber die Leben sind trotzdem zerstört. Und eine Hexenjagd ist eben genau eine Histerie, in der Leute wegen einem Wahn zerstört werden, egal ob schuldig oder nicht! Und wenn man das nicht versteht, dann gehört man nicht der Aufklärung an und es stellt sich echt die Frage wie man es geschafft hat für den Spiegel schreiben zu können!

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cwoller 23.01.2018, 13:37
11.

Die Gründerin des ersten Frauenhauses von England wurde dafür erste gefeiert. Als Sie dann herausfand, dass gut zwei Drittel der Frauen, die bei ihr einkehren mindestens genauso gewalttätig waren wie der Ehemann und das auch gegen ihre eigenen Kinder und dies offen ansprach, wurde sie geradezu gelyncht, bekam Mord Drohungen von "Feministen", usw.
Sie wurde nebenbei relativ vor Kurzem gefragt, wie das eigentlich sein kann, dass z.B. in de Bereich Aggression immer nur die Frauen als Opfer gesehen werden, während man die klare Statistik völlig außer acht lässt, in der Männer durchaus sogar ÖFTER Opfer häuslicher Gewalt usw. sind, aber eben keinerlei Hilfe erfahren, komplett ignoriert werden, obwohl es offensichtlich ja schlichtweg ein allgemeines Problem ist und kein geschlechtsspezifisches.

Sie sagte dann, dafür muss man nur zum Ursprung zurückgehen, wann das aufkam.
Zu der Zeit ging gerade so langsam der "new deal" in den USA zugrunde und die Kritik am Kapitalismus wurde laut. Dann aber kam der "third wave" Feminismus und plötzlich war nicht mehr der Kapitalismus schuld - sondern Männer.

Feminismus war mal Teil der linken Bewegung die Rechte für alle zu bekämpfen. Abe der third wave Feminismus is das Gegenteil geworden, ein Werkzeug der Rechten, um von sich und ihren Strukturen abzulenken. Wenn der Mann schuld ist, der Ausländer, der Russe, der faule Arbeitslose, einfach jeder andere, nur nicht sie selbst, die den größten und immer größeren Teil von Macht und Vermögen in ihren Händen halten - solange haben sie gewonnen.

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colinchapman 23.01.2018, 13:38
12. so viele Unwahrheiten

Liam Neeson sprach mitnichten davon, dass die Diskussion um #metoo eine Hexenjagd sei. Er sprach davon, dass die Vorwürfe gegen Dustin Hoffman im besonderen eine Hexenjagd seien. Frau Stokowski versucht hier zu verallgemeinern, wo es nichts zu verallgemeinern gibt. Und damit bekräftigt sie in meinen Augen genau die Kritik, die sie kritisiert.

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Lutz Brückelmann 23.01.2018, 13:39
13. "Täterschutzreflexe"

Mann/Frau kann mit Recht über den Missbrauch der Metapher "Hexenjagd" als Kampfbegriff diskutieren. Allerdings verliert Mann/Frau alle Glaubwürdikeit, wenn jegliche Besorgnis, dass möglicherweise auch unschuldige Menschen öffentlich verurteilt und ohne "due process" gesellschaftlich und beruflich vernichtet werden, als "Täterschutzreflex" denunziert.

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Setra22 23.01.2018, 13:42
14. Totschlagsargument

Sexuelle Belästigung und Gewalt sind nicht zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Trotzdem sollte Mann und Frau vorsichtig sein, eine Lawine loszutreten. Im Deutschland 2017/18 gibt es zwei Wege, einen Mann zu ruinieren: Rassismus (das geht auch bei Frauen) und sexuelle Belästigung. Stehen diese Vorwürfe mal im Raum, ist man erledigt. Selbst wenn man vor Gericht recht bekommt und/oder freigesprochen wird, bleibt immer was haften. Getreu dem Motto: "Irgendwas wird schon gewesen sein, man konnte es ihm nur nicht beweisen!" Und das darf nicht sein. Genauso wie sexuelle Belästigungen, Vergewaltigungen, Ausnutzen von Notlagen, Mobbing...

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dr.eldontyrell 23.01.2018, 13:43
15. Wenn

bereits der Versuch der sachlichen Differenzierung von der MeeToo-Bewegung gewertet wird, wie eine Vergewaltigung (Fall Matt Damon, seit 2005 treu verheiratet, 3 Töchter, nie übergriffig o.Ä., Fürsprecher von MeeToo, soll laut MeeToo-Bewegung aus Filmen geschnitten werden), dann weiß ich nicht, wie weit man von tatsächlicher Hexen- bzw. Zaubererjagd entfernt ist.
Frau Stokowski erweist der Gleichberechtigung mit solchen Kolumnen um Wortklaubereien einen Bärendienst, weil sich anständige, um echte Gleichberechtigung bemühte Männer genervt abwenden. So wie ich.

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kommunaler querdenker 23.01.2018, 13:44
16. Wörter im Wandel

Tja, so ist das eben mit Wörtern im Wandel der Zeit. Wörter verlieren ihren historischen Kontext und bekommen neue Bedeutungen. Das die neue Bedeutung nicht zwangsläufig etwas mit der alten Verwendung zu tun hat, geschweige denn damit übereinstimmt, ist völlig normal. Es regt sich ja bspw. auch keiner darüber auf, dass "08/15" ein Maschinengewehr war, dass im ersten Weltkrieg viele Todesopfer gefordert hat. Der Ausdruck hat jetzt halt eine andere Bedeutung, so wie das Wort "Hexenjagd" auch. Weswegen man darüber einen ziemlich aufgebrachten Kommentar schreibt, verstehe ich nicht so ganz. Die Diskussion fällt für mich eher in den Fachbereich Germanistik...

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rdoerrer 23.01.2018, 13:44
17. Wichtiger Beitrag

Lieber Nobody, offensichtlich haben Sie noch Zeit den Artikel nutzlos zu kommentieren.
Es ist wichtig, dass immer wieder klar gemacht wird, dass #MeeToo keine Hexenjagd ist. Die Anschuldigungen mögen in manchen Fällen falsch sein, auch das wird es geben. Sehr häufig jedoch beziehen sie sich auf reale Verbrechen, die von Menschen begangen wurden. Und häufig waren die begangenen Verfehlungen auch zur Tatzeit bereits strafbare Handlungen.
Hexen (und Zauberer) gab und gibt es nicht. Die Beschuldigung der Hexerei war per se immer falsch.

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tiefenrausch1968 23.01.2018, 13:50
18. Völlig richtig Margarete

Über das Thema haben wir hier auch gerade am Abendbrottisch gesprochen und uns sehr über diesen Vergleich gewundert. Noch mehr Verwunderung herrscht aber über die Vielzahl an Kommentaren, die über die angeblich vielen männlichen Opfer von Rufmord greinen. Anscheinend gibt es nicht wenige Männer, die sich wie im Affekt sofort mit potentiellen Tätern solidarisieren als mit Opfern. Was läuft denn da schief in der Sozialisation? Schließlich würde man auch bei einem Autounfall kaum behaupten, der besoffene Fahrer wäre ein ganz armer Kerl, der jetzt ganz zu unrecht vorverurteilt wird.

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irgendwieanders 23.01.2018, 13:52
19. und ein bisschen Mannsplaining

Im Rahmen der Hexenverfolgung wurden sowohl Frauen und auch Männer verfolgt, in Nordeuropa sollen sogar mehr Männer Opfer gewesen sein, wie Frauen. Eine "Zaubererverfolgung" in dem Sinne gab es nicht wirklich.
Warum der Begriff Hexenverfolgung auch sehr gut zu der #meetoo-Debatte passt, ist der Umstand das im Rahmen der Hexenverfolgung in der Regel der Vorwurf ausreichte, den Beweis seiner Unschuld musste der/die Beschuldigte erbringen.
Und Heute jemand an den Pranger zu stellen, mit teils jahrzehntealten Ereignissen, die in der Regel ohne Zeugen geschehen sind, hat natürlich überhaupt keine Parallelen zu diesem Begriff.
Hexerei gab es natürlich niemals, sexuelle Übergriffe natürlich schon, aber die hätte man auch zu den Zeiten anklagen sollen, wo diese geschehen sind.

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