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#MeToo-Debatte: Sextagebücher wann anders
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Vielleicht liegt die #MeToo-Bewegung ja vollkommen falsch. Vielleicht sollten Frauen einfach selbstbewusster auftreten, sich nicht als Opfer männlicher Lust begreifen, "potente Frauen" sein. Aber so einfach ist es nicht.

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GinaBe 08.05.2018, 16:53
1. Lässt sich aufklären, wie ein jahrtausendaltes Fahrwasser strömt?

Das ist ein fein differenzierender Kommentar zur aktuellen Feminismusdebatte, Margarete.
Glückwunsch!
Innerhalb des Sprach- und Gesellschaftskonsens die Potenz der Frau zu verwenden, entspricht ihm nicht und verkehrt die reale Lebenswirklichkeit in einen Gegensatz. Sie nennen die Verführung etwa als notwendige Strategie zum Erhalt einer erotischen Spannung zwischen den Menschen. Dabei wird der verbale Überwältigungsversuch, gewisse männliche Dominanzattitüden anzuwenden, oder durch stetig wechselnde, widersprüchliche Aussagen Unsicherheitenim Gegenüber zu erwecken, als naturgegeben oder gar notwendig dargestellt.
Jene Taktiken jedoch entwickeln sich als Nötigungen...nix mit Erotik schlicht als Überwältigungsmechanismus.

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hornochse 08.05.2018, 17:06
2. Zugegeben

In dieser Kolumne wirkt ihre Schreibe aufgeräumter als üblich und liest sich recht flüssig. Das wars dann auch schon. Kaum Tiefgang viel zu einseitig und von Emanzipation keine Spur. Wie immer vertreten und verteidigen Sie „ihre Anschauung“ von Frauenrechten. Sie finden keine Mitte und schon gar keine Gleichberechtigung in der Zusammenkunft zwischen den Geschlechtern Mann und Frau. Schade! Ich meine es täte Ihnen gut! Im übrigen hören Sie bitte damit auf alle Frauen als „Opfer“ darzustellen die unter dauerhaften Missbrauch und unter Unterdrückung zu leiden hätten - dem ist glücklicherweise nicht so!

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hambas 08.05.2018, 17:26
3. Wenn ich als Mann...

(übrigens auch Magister der Philosophie) den Essay geschrieben hätte, wären Sie zwar genauso wütend, Frau Stokowski, hätten es mit Ihrer Entgegnung aber viel einfacher: "Da schaut her: typischer Revisionismus. Alle Kerle sind gleich." - vermute ich mal. Nun habe ich mir das Vergnügen gemacht, den Essay-Vorabdruck zu lesen. Und siehe da, neben vielen zitierwürdigen Absätzen finde ich diesen exemplarisch: "Die Geschichte wäre keinen Deut vorangekommen, wenn Menschen sich zu allen Zeiten mit dem Argument gerechtfertigt hätten, dass sie, würden sie sich wehren, Einbußen zu befürchten hätten. So funktioniert kein Fortschritt. Und so funktioniert auch keine selbstbewusste Weiblichkeit. Sich im Nachhinein auch in Situationen, in denen klare Handlungsmöglichkeiten bestanden hätten, als reines Opfer der Umstände hinzustellen, ist nicht selbstbestimmt, sondern der Weg des geringsten Widerstands." Das, Frau Stokowski, ist der Grund, warum Männer zu "aggressiven" Verhaltensmustern neigen. Damit sie genau dieses Durchhaltevermögen durch die Jahre unnd Krisen bringt. Dass das im Laufe der Geschichte zu Fehlurteilen und Fehlverhalten geführt hat ist unbenommen. Es erfordert auch sehr viel Charakterstärke und Integrität. Aber genauso wie es Schweine gab, gibt es in der Geschichte ausreichend Positivbeispiele.

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medium07 08.05.2018, 17:42
4.

Ist der Neocortex erst einmal mit den Dogmen von Ideologien und Denkschulen - Neo-Marxismus, Dekonstruktivismus, Feminismus - vollgesogen, sind die Synapsen von innovativem Funkfeuer abgeschnitten und ist die Neuroplastizität weitgehender Erstarrung anheim gefallen, dann gleicht das Denken leider nur noch der Notsicherung eines einsturzgefährdeten Gebäudes.- Der Zweifel, als vornehmstes und wichtigstes Werkzeug jeder freien Geistesarbeit, wird in diesem Stadium zum Sparringspartner für Scheingefechte zur Bestätigung eigener festbetonierter Standpunkte. Eben jene, die zeitlebens von den Errungenschaften ihrer Hassobjekte profitiert haben, bringen das Kunststück fertig, sich mittels wohlfeiler Klagegesänge, selbstgerechten Eigenlobs und Einreihung in der Kreis virtuell Geschädigter von jeder Mitschuld am wahren Elend dieser Erde reinzuwaschen. Wo immer dieser modische Ablasshandel blüht, wird die äußre Welt fein säuberlichen in schwarz und weiß aufgeteilt. Der Gedanke, dass die Trennungslinie zwischen gut und böse mitten durch jeden von uns geht scheint die Teilnehmer dieser eigenartigen Bußprozession an ihren Richtertischen zu überfordern.

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lachina 08.05.2018, 17:42
5. Me too

ist ein Macht -und gar kein sexuelles Problem. In einer idealen Gesellschaft freier Individuen dürfte das gar keine Rolle spielen. Aber so ringen Frauen tagtäglich mit ihrem niedrigen Statusim öffentlichen Raum. , auf der Straße, abends im U-Bahnhof, im Beruf, in der Ausbildung ....ich weiss nicht mehr, welche Feministin es so ausdrückte: "Männer haben die Staatsbürgerschaft und Frauen nur ein Transitvisum.....

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Greg84 08.05.2018, 17:53
6.

Im letzten Absatz sehe ich den großen Knackpunkt. Mein Problem mit #metoo ist ganz simpel die Tatsache, dass damit nicht nur tatsächlich Straftaten zum Vorschein kamen. Je länger es lief und je bekannter es wurde, desto öfter kamen auch Dinge wie "der Mann hat mich zu lange angestarrt" oder "der Mann, der mich angesprochen hat, war nicht mein Typ". Das hat aber nichts mit Straftaten oder Sexismus im Allgemeinen zu tun. Letzteres scheint ohnehin äußerst subjektiv zu sein. Auf anderen Seiten wurden vermeintliche Zusendungen der Leser gezeigt und bei Vielem konnte ich keinen Sexismus erkennen, der bzw. die Betroffene allerdings schon. Wenn sich ein homosexueller Mann z. B. von Aussagen wie "du weißt nicht wie das ist, du hast keine Kinder" in Richtung Sexismus angegriffen fühlt, kann ich das nicht nachvollziehen. Das habe ich auch schon x mal gehört, es allerdings nie als problematisch angesehen. Ich könnte auch noch andere Beispiele anführen aber so viel Platz habe ich nicht. Ich befürchte, dass der Begriff "Sexismus" immer weniger bedeutet.

Dass man Menschen dabei helfen sollte, sich zu überwinden, Sexualstraftaten bzw. Straftaten allgemein anzuzeigen, was ohne Frage für Viele schwer ist, ist für mich dagegen unstrittig.

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dragondeal 08.05.2018, 18:12
7. Wenn ...

... das die erste Kolumne von Frau Stokowski gewesen wäre, die ich je gelesen hätte, könnte ich tatsächlich zumindest hier und da zaghaft nicken. Leider verpeilt sie völlig, was sie Frau Flaßpöhler vorwirft, nämlich einen differenzierten Blick auf die Debatte zu werfen. Sie fragt sich an keiner Stelle, was man aus dem Essay mitnehmen könnte. Vorläufiger Höhepunkt ist dann, dass sie den Essay gegen Ende der Kolumne, wo eigentlich die stärksten Argumente für die eigene Position kommen sollten, als "unsolidarisch" disqualifiziert. Da sind wir dann wieder bei einer typischen Stokowski, bei der fast immer, das zeigt dann die Erfahrung, das "stärkste" Argument "ist nicht meiner Meinung" ist. Dementsprechend folgt im letzten Satz die Krönung: "Aber gerade darin erweist sich dann eine starke Position und Selbstbestimmung in der Debatte: nicht einfach alles zu schlucken, sondern sich aufgrund eigener Werte und Urteile jedes Mal neu darin verorten. Idealerweise findet man dabei einen Standpunkt, der funktioniert, ohne dass man gehässig über andere herzieht." Tut mir leid, bisher habe ich noch nicht erlebt, dass sich Frau Stokowski auch nur ansatzweise einen Millimeter nach links oder rechts bewegt. Ihr Meinungsbild befindet sich auf einer langen Geraden und sollten sich auf dieser Geraden Hindernisse (z.B. S-Kurven im Argumentations-Wald) befinden, wird da von ihr einfach mit tiefster, pauschalisierender Gehässigkeit ("... alte weisse Männer ..." etc) geradewegs durchgepflügt. Fazit - waren bisherige Kolumnen von Frau Stokoswski bisher zumeist nur schlecht und niveaulos, ist diese hier einfach nur noch abgrundtief peinlich (Glashaus Steine).

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jo.lemberg 08.05.2018, 18:22
8. Dummheit der Männer...

Ich habe mich ehrlich gesagt mit der ganzen "#metoo-Debatte" bisher nur sehr am Rande befasst. Doch um in aller Einfachheit eine Offensichtlichkeit zu formulieren, muss man wohl sagen, dass hier die Ursache des Ganzen in mangelnder Intelligenz und in mangelnden Umgangsformen bei den Männern liegt. Eine stupide Ausrichtung auf die eigenen Triebe, die man so wohl keinem Tier vorwerfen könnte.
Daher sollte man wohl auch hier wieder einmal eher bei der (Herzens-)Bildung und der Förderung eines gesunden Geistes von klein auf ansetzen, denn den Herrschaften fehlt es nun mal offensichtlich an Geist und Selbstreflexion und an nichts anderem. Das ist Aufgabe des Elternhauses und des Bildungssystems. Aber auch des Staates durch die Förderung einer gesunden Lebensweise, die auch einen gesunden Geist mit sich bringt.
gez. ein Mann

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didlon 08.05.2018, 18:40
9. Aha. Wie relevant.

Da schreibt also jemand in einem Fachblatt mit Mikroauflage etwas, das Stokowskis Weltbild widerspricht. Und auf Deutschlands vermutlich wichtigster Nachrichtenseite erscheint dazu ein nicht enden wollender Erlebnisaufsatz mit Mi-Mi-Mi-MeeToo Gejammer. Dabei ist doch so schönes Wetter, Frau Stokowski! Einfach mal rausgehen und die Perma-Betroffenheit weglüften lassen. Kann helfen.

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