Forum: Kultur
#MeToo: Warum ist es so still in Deutschland?
AFP

Reden ist der Anfang von Politik und von gesellschaftlicher Veränderung. Über sexuelle Übergriffe wird in Deutschland aber nicht geredet. Dabei können wir es uns nicht leisten, diesen historischen Moment zu vergeuden.

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citizen01 26.11.2017, 12:26
10. Klar, Herr Diez hätte gern mehr Klamauk.

Und wir als Publikum, die wir angeblich so bedrückend still sind, haben eine Meise. Da hilft wohl wie in USA nur der loonie doctor oder die berühmte Denkerin Danielle Allen. Und dann geht endlich die Post ab ...

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lancelotte64 26.11.2017, 12:31
11. Worüber denn reden?

Worüber denn reden? Darüber, dass mich eine freimütiges Ansprechen zum Mobbingziel gemacht hat? Darüber, dass sich Frauen mit dem Machtmenschen, der seine Griffel nicht bei sich behalten konnte, solidarisiert haben - weil er so ein schöner machtvoller Mann war und man doch aufgewertet wurde wenn man Beachtung fand?

In einem Land in dem es eine Neidkultur gibt, ist selbstlose Solidarität schwer zu bekommen.

Und ja - ich rede darüber. Und ja - meine Söhne haben von mir die Welt aus Sicht einer Frau erklärt bekommen.

Und tatsächlich - sollte mich jemand anfassen und das Nein nicht akzeptieren wird es weh tun. Kurz klar und unmissverständlich.

Handeln. Nicht nur reden.

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arvin 26.11.2017, 12:34
12. Genug geredet

Reden nutzt gar nichts, denn Fehlverhalten bleibt Fehlverhalten, es ist in der Menschheitsgeschichte auch nichts neues das Männer in führenden Positionen Frauen anbaggern und mehr. Und dieses Konsensgetue in der Politik und Gesellschaft ist ebenso verlogen und ausgereizt im Informationszeitalter und ein Ausdruck der Hilflosigkeit der verwöhnten 80 -90 er Jahre Wohlstandskinder mit Montesorriprägung. Es sollte wieder mehr um Ideologien geben, Grenzen ziehen statt "wir reden mal miteinander", Klare Kante zeigen das wärs, Egal wo.

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AmyMuc 26.11.2017, 12:36
13. #zuwenig

Ich habe keine Freundin oder Bekannte, die keinen Grund hätte #metoo zu posten. Aber es erscheint doch zu trivial und diesem Sachverhalt nicht annähernd gerecht zu werden. Ich bin aufgestanden und habe es offen vor allen Kollegen und dem Executive Management Team ausgesprochen, dass wir ein Gender Diversity Problem haben. Ich habe mich an die Frauenbeauftragte gewendet. Wenig überraschend: es war der klassische "career limiting move". Game over. In diesem Sinne: #metoo Und jetzt?

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k.buehlmaier52 26.11.2017, 12:37
14. Deutschland ist nicht so verklemmt

Ich denke, dass es diese Fälle tatsächlich nicht so häufig gibt wie in anderen Ländern. Wir sind halt doch aufgeschlossener. So z.B. auch bei der Prostitution. Und vielleicht hilft uns das, dass wir Männer uns nicht an nicht interessierten Frauen vergreifen müssen. Wir haben halt mehrere Möglichkeiten. Schlechte Dinge haben halt oft auch was Gutes. Weiter so Deutschland.

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victoria101 26.11.2017, 12:40
15. Es wird darüber geredet...

... man macht sich aber auch darüber lustig. Warum? Weil das Thema wiederum total hochgehypt wird. Eine Kolumnistin hier im Spiegel, die einen unaufgefordert (!) zugeschickten Blumenstrauß als sexuelle Belästigung empfindet verhöhnt die tatsächlichen Opfer. Ebenso wie ein Artikel, der einen Priester anprangert, der die Jungs seiner Fußballmannschaft mit nacktem Oberkörper (!) abgelichtet hat. Ich glaube, wir sind am Ende der politischen Korrektheit angelangt. Wir sind es leid, keinen sexistischen Witz mehr reißen zu dürfen, ohne Entsetzen zu provozieren. Darüber hinaus hat meinem Dafürhalten nach die sexuelle Belästigung auch abgenommen. Meine Mutter, Jahrgang 50 war damit erheblich mehr konfrontiert als ich Jahrgang 77.Zumindest in meinem Umfeld sind die Jungs mit einem recht gesunden Gefühl erzogen worden, was man darf und was nicht. Ich sehe derzeit schlichtweg keinen Grund für einen Feldzug.

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leserandreas 26.11.2017, 12:43
16.

Vielleicht ist es bei uns tatsächlich weniger relevant als bei den trumpisierten Hollywoodianer...
Aber dann hätte man keinen Stoff für so eine lange Kolumne. Die unterstellte Gesprächslosigkeit kann ich nicht erkennen. Privat wie auch in der medialen Debatte gibt's doch neben "Jamaika/ Groko" kein anderes Thema, was derzeit so häufig von allen Seiten bewegt wird.

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dione_gutzmer 26.11.2017, 12:44
17. Glücklicher Bekanntenkreis

Zitat von bumbum
Ich versuchte die thematische Dringlichkeit in meinem Bekanntenkreis zu erörtern. Die Frauen darunter konnten die Brisanz absolut nicht nachfolziehen und sexuelle Belästigung war bisher in ihrem eigenen Leben keine Problematik mit der sie selber konfrontiert waren.
Da staune ich aber. Ich bin in verschiedenen Milieus und Altersgruppen unterwegs, und wenn man sich über mehr als das Wetter mit Frauen unterhält und dabei offen ist, dann hat JEDE von Übergriffen oder mindestens Belästigungen (mehreren) zu berichten. Wo ist denn Ihr Paradies zu finden? Da zieh ich hin.

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karlaschnikow 26.11.2017, 12:47
18. Warum?

Mich wundert es ebenfalls, dass das Thema in den Medien quantitativ und qualitativ sehr präsent ist aber im gesellschaftlichen Umfeld (z.B. auf privater und beruflicher Ebene) kaum eine Rolle spielt.

Mich interessiert das Thema durchaus, insbesondere wegen der Widersprüche (z.B. Fehlende Begriffsklärung und -Differenzierung, ...) aber auch um eine positive Entwicklung mitzugestalten.
Leider spielt es in meinem Umfeld keine Rolle.

Vielleicht muss man diese gesellschaftliche Realität jedoch einfach mal anerkennen und ggf. die Gegenfrage stellen: "Warum ist es in den Medien so laut?"

Yours

Karl

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spiegellist 26.11.2017, 12:49
19. Warum ist Georg Diez so voller Angst ?

Um den Schlusssatz dieser Kolumne aufzugreifen: Warum, frage ich mich mal wieder, sind Meinungsmacher wie Georg Diez und die #-Feministinnen so voller Angst - und schweigen auf geradezu ohrenbetäubende Weise zu Gewalt gegen Mädchen & Frauen (sowohl körperliche Gewalt als auch sexuelle Gewalt - vom Grabschen, Bedrängen, massiver Einschüchterung, sexueller Nötigung bis hin zu schwerer körperlicher Gewalt, Vergewaltigung und im schlimmsten Fall sogar Mord). Seit Monaten kein Wort von Leuten wie Georg Diez und den #-Feministinnen zu dem mittlerweile fast schon epidemischen Ausmaß an Gewalt gegen Frauen in Deutschland und anderen Ländern in unserer Nachbarschaft. Und wenn sich Leute wie Georg Diez & Co. dann doch mal äußern - dann relativierend. Ich finde das mittlerweile einfach nur noch unerträglich, einerseits. Und andererseits finde ich es auf bedrückende Weise nur noch lächerlich, mit welchem Verve sich Autoren wie Georg Diez und viele #-Feministinnen auf misslungene Komplimente und plumpe Anmachversuche am Arbeitsplatz einschießen - bei gleichzeitigem Totschweigen (und/oder Relativieren) des Ausmaßes an Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum. Einfach mal googeln (und nein, nicht auf Verschwörungsseiten - sondern lokale Medienberichte u. Polizeimeldungen lesen), da kann sich dann sogar Herr Diez ein Bild machen. Mir geht es nicht um die #MeToo Debatte an sich, sondern um die Schieflage der (nicht existenten) Gesamtdebatte, die primär von links-liberaler Seite forciert (oder billigend in auf genommen) wird: sexuelle Belästigung Thema Nr.1 und dennoch kein ernsthafte Wort über ein neues Ausmaß an (größtenteils sexuell motivierter) Gewalt gegen Frauen, das unser Leben in Deutschland (und primär das Leben der Frauen) fundamental ändern wird, angefangen mit der "freiwilligen" Einschränkung des eigenen Lebensraums/Lebensgestaltung/täglichen Lebens.

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