Forum: Kultur
#MeTwo: "Wo kommst du eigentlich richtig her?"
imago/ Science Photo Library

Viele Menschen mit dunklerer Hautfarbe beschweren sich, dass sie oft gefragt werden: "Wo kommst du eigentlich richtig her?" Ist das Rassismus? Und darf man das fragen?

Seite 4 von 21
petra.blick 11.08.2018, 18:58
30. Was mich interessieren würde

fragen taubstumme Menschen ähnlich oft ähnliche fragen oder stellt sich vielleicht am Ende heraus, das in der verbalen Gesprächsgestalltung das Fragestellen 80% der Unterhaltung ausmachen?

Beitrag melden
skinnyfarmer 11.08.2018, 18:59
31.

Ich lebe seit 20 Jahren in Frankreich und werde regelmaessig gefragt, wo ich herkomme. Das ist fast immer nett gemeint, kann aber auch nerven. Weil man eben nicht immer Lust hat, seine persoenliche Geschichte mit Wildfremden zu teilen. Ich bin hier, als weisse, blonde Deutsche, keinem Rassismus oder sonstigen Ressentiments ausgesetzt. Trotzdem loest diese Frage bei mir oft "du gehoerst nicht wirklich dazu" aus. Ich denke, bei ehrlichem Interesse im persoenlichen Kontakt ist die Frage komplett OK. Ansonsten, auch nett gemeint, sollte man sich's einfach verkneifen.

Beitrag melden
deppjones 11.08.2018, 19:00
32. Leute, die man auf der Straße trifft

Leute, die man auf der Straße trifft und die man nicht kennt, werden im Allgemeinen wohl eher nicht gefragt, woher sie kommen, egal wie sie aussehen. >> Ich steige als aus der Bahn, sehe eine Schwarzen (oder wen auch immer) und frage den woher er kommt?

Beitrag melden
Crom 11.08.2018, 19:01
33.

Rassismus ist es, wenn Mensch nach ihrer Ethnien bewertet werden und sich daraus ein Verweigerung von Rechten ergibt, die man anderen Menschen zugesteht. Das kann ich bei derlei Fragen nicht erkennen. Sie können für den einen oder anderen unangenehm sein, aber deswegen sind sie noch lange nicht rassistisch.

Beitrag melden
jujo 11.08.2018, 19:01
34. ....

Sieht einer fremdartig aus, muss ich nicht vorraussetzen das der gegenüber Deutscher ist und eventuell ein besseres Deutsch spricht als man selber.
Ich kann als in Schweden lebender Deutscher eigene Erfahrungen beisteuern. Ich fasse es als Lob (!) auf wenn man mir sagt, das ich gutes schwedisch spreche. Warum sollte ich mich angefasst fühlen wenn ich gefragt werde woher ich komme und warum es mich nach Schweden verschlagen hat. Das wird erklärend beantwortet. Wo soll das ein Problem sein.

Beitrag melden
whitewisent 11.08.2018, 19:02
35.

Was ist fremd? Wir haben in den letzten Jahrzehten etwas erlebt, daß ein Personenkreis ohne gesellschaftliche Debatte meinte, Begriffe umdefinieren zu können. Nur aufgrund der eigenen Meinung, ohne auf Traditionen, Werte und ja, auch internationale Tendenzen zu achten.

Warum soll ein palästinensischer Rentner, der vor 35 Jahren nach Deutschland kam, einen 20 jährigen tunesischen Terroriverdächtigen nicht als fremd ansehen? Weil beide Araber sind, bzw. aus Arabien kommen, oder weil sie nun beide einen deutschen Pass haben? Das Gerüst der Gemeinsamkeiten fällt schon dann zusammen, wenn es sich um einen Drusen und einen Berber handelt? Betrachten die sich wirklich als gleich?

Die Rassismuskeule wird heute häufig und gern gegen die Deutschen geschwungen, welche merkwürdigerweise genau die Gruppe darstellen, zu der man gern gehören möchte. Ist der Nichtraucher unter den Rauchern fremd? Wird man zum Sportlehrer, weil man als Musiklehrer eine Trainingshose anhat? Und ist die Ablehnung von Jemanden, der nicht eingeladen wurde, wirklich immer Rassismus, den man nur selbst erlebt und erleidet, aber nicht auch pflegt? Betrachten Araber Polen nicht als Fremde? Betrachten Polen wirklich Tamilien als Gleiche unter Gleichen? Und sind Tamilen und Singhalesen trotz der Konflikte in ihrer Heimat sich auf einmal nicht mehr fremd, weil sie beide hier geboren wurden, egal wie ihre Eltern sie danach aufzogen? Und ist man kein Tamile mehr, obwohl es Eltern, Geschwister und andere Verwandte sind? Betrachten die einen dann nicht auch als fremd, wenn sowas Wesentliches anders ist?

MeTwo und MeToo werden viel zu häufig nicht von den Opfern verwendet, sondern von Leuten, die sich als Opfer empfinden wollen, ohne die eigene Verantwortung zu sehen. Das als Ossi, der sich genau die Frage seit 30 Jahren auch anhören darf, von Leuten, die vermeintlich rassistisch beleidigt werden, weil man ihnen das Fremdsein an Merkmalen ansieht oder anhört, was eben nicht den üblichen Bild von "identisch sein" entspricht.

Beitrag melden
chimonanthus 11.08.2018, 19:03
36. @ 11 friedrich_eckert

Zitat von friedrich_eckard
Ich möchte auf einen Aspekt hinweisen, der mir in der Diskussion zu häufig untergeht, und den ich gerade hier lebende Menschen mit "dunklerer Haut-, Haar- und Augenfarbe" zu bedenken bitte. Anders als GB, Frankreich, Spanien, Portugal... hat Deutschland keine nennenswerte Kolonialgeschichte, was Bismarck zu danken ist, und die war auch schon Anfang des vorigen Jhrdts. zuende, was dem verlorenen I. Weltkrieg zu danken ist. Wenn man in London, Paris, Madrid, Lissabon... einen Menschen mit "dunklerer Haut-, Haar- und Augenfarbe" antrifft, dann spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass er im Lande geboren und dass die Landessprache seine Muttersprache ist. Deutsche mit "dunklerer Haut-, Haar- und Augenfarbe" sind demgegenüber immer noch vergleichsweise selten und eben keine Selbstverständlichkeit, und ich selber - älteren Baujahrs - ertappe mich auch gelegentlich dabei, mit solchen Menschen zunächst einmal Englisch zu sprechen. "In ein paar Generationen wird das hoffentlich anders sein." - das ist wirklich zu erwarten, es wird wahrscheinlich nicht einmal so lange dauern, und das wird auch gut so sein. Plaidoyer auf mildernde Umstände: es gibt Verhaltensweisen, die ihre Ursache in "mangelnder Erfahrung im zwischenmenschlichen Umgang" haben können und die nicht zwingend auf "Rassismus" zurückzuführen sein müssen.
Wissen Sie, dass Menschen jeder Hautfarbe, Herkunft, sozialem Stand unterschiedlich sind? Dass ein Mann oder eine Frau, die Frage der Herkunft nicht indiskret findet, eine andere Person aber doch?
Fragen Sie einen "deutsch" aussehenden Menschen auch woher er kommt? Ob er vielleicht Ossi, oder Wessi, je nachdem, ist?

Ausreden, man fände einen Menschen interessant und fragt deshalb. Es ist einfach ungehörig, indiskret. Scheinen aber viele nicht mehr zu kennen, bzw. zu wissen was das ist. So wie das Duzen, das in D. von vielen praktiziert wird, das gibt es in anderen Ländern ja, nicht in D.! Jeder sollte sich daran halten.
Man verlangt von Flüchtlingen, Asylanten sich anzupassen, zu integrieren, sollen sie auch jeden Deutschen fragen wo er herkommt?
aus Bayern, Preussen, nein gibts nicht mehr....;-) Österreich vielleicht?

Beitrag melden
egoneiermann 11.08.2018, 19:05
37.

Zitat von fredderfarmer
Da würde der Autor bestimmt nie drauf kommen, aber wenn ich einen Menschen interessant finde, möchte ich natürlich wissen wo er herkommt, auch ursprünglich. Und zwar unabhängig von irgendeiner Farbe oder sonstiges.
Gut wäre, wenn sie auf die Idee kämen, vor dem Schreiben den Text zu lesen.
Übrigens habe ich das bestimmt auch schon öfters gefragt, weil es einfach interessant ist. Aber man muss nun auch akzeptieren, dass diese Frage einige Mitmenschen nervt, also behutsam damit umgehen.

Beitrag melden
Ambrosicus 11.08.2018, 19:06
38.

Auch autochthone Deutsche wechseln beruflich/familiär ihren Wohnsitz und somit ergibt sich oft das Gefühl, dass das Gegenüber nicht "von hier" ist und somit regelmäßig die Frage nach seiner Herkunft. Natürlich wird sie gestellt. Natürlich wird sie auch gestellt, wenn das Gegenüber dunkelhäutig und Thabothlelo Ndlangane heißt und nicht "peinlich" vermieden.

Beitrag melden
sigmarsoulbach 11.08.2018, 19:08
39. Was für eine arrogante

Zitat von chimonanthus
Es ist indiskret (wenn Sie wissen was das ist) die besonders dämliche Frage zu stellen "wo kommen Sie her?" Fragen Sie auch eine, sagen wir Kassiererin im Supermarkt, blond, blauen Augen, die Sie besonders interessant finden: "Wo, bitte kommen sie her?" Vorsicht, sie könnte Ihre Frage falsch verstehen, es gibt nämlich Stadtviertel mit Sozialwohnungen, die nicht hoch angesehen sind. (s. heitige Diskussion im Forum...° Es ist ungehörig, indiskret, dumm einen fremden Menschen nach seiner Herkunft zu fragen. Frage der Erziehung, Benehmens.
Einstellung. Wenn alle Menschen dumm und unerzogen sind, die mich jemals nach meiner Herkunft gefragt haben, dann lebe ich wohl in einer Strunzdummen Welt.

Beitrag melden
Seite 4 von 21
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!