Forum: Kultur
#MeTwo: "Wo kommst du eigentlich richtig her?"
imago/ Science Photo Library

Viele Menschen mit dunklerer Hautfarbe beschweren sich, dass sie oft gefragt werden: "Wo kommst du eigentlich richtig her?" Ist das Rassismus? Und darf man das fragen?

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a.weishaupt 11.08.2018, 19:09
40. Nicht rassistisch, aber nervig

Wenn man das 1000. Mal gefragt, wo man denn "wirklich herkommt", und das als in Deutschland geborener mit vielleicht nur einem ausländischen Elternteil, dann geht es einem eben auf den Sack. Vielleicht kann man das einfach mal akzeptieren. Man wird ja als ein Koslowski auch nicht gefragt, von wo in Polen man komme und ob man erzkatholisch sei.
Wer akzentfrei Deutsch spricht, ist deutsch, so einfach ist das, und so unterscheidet man das in typischen Einwanderungsländern auch.

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ar. schmidt-oan 11.08.2018, 19:12
41. Äußerlichkeiten

Menschen reagieren nun mal auf Äußerlichkeiten. Als ich in den Siebzieger-/Achtzigerjahren noch Punk und als solcher zu erkennen war, musste ich mich auch auf mein Äußeres ansprechen lassen, schließlich wollte ich das ja auch irgendwie. Ebenso werde ich immer wieder auf meine Körpergröße (1,92 m) angesprochen. Und Leute mit von der regionalen Bevölkerung abweichenden ethnischen Merkmalen werden dann eben auch hierauf angesprochen. Das ist in Deutschland, Europa, Asien und auch in Afrika so. Rassismus wird es meiner Meinung nach erst, wenn jemand aufgrund seiner Rasse (übrigens ein in DE historisch sehr negativ belastetes Wort!) benachteilgt oder auch bevorzugt wird (Positivrassismus). Neigungen hierzu sind in allen ethnischen Communitys zu beobachten. Bitte mal beispielsweise das Personal einiger z. B. türkisch geführter Unternehmen oder entsprechende Heiratsgewohnheiten ansehen. Da bleibt man häufig lieber "unter sich". Aktuelle Stellenausschreibungen enthalten häufig den Zusatz, dass "Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Schwerbehinderung" bevorzugt um Bewerbung gebeten wird. Daraus Rassismus abzuleiten, trifft sicher nicht auf allgemeine Zustimmung, ist es aber nach aktuellem Mainstream - neben einer Verletzung des Gleichbehandlungsgesetzes. Zumindest aus Sicht eines weißen, männlichen Deutschen ohne gesundheitliche Einschränkungen.

Sprache: Mir sind im Laufe meines Lebens schon sehr viele Leute 2. oder 3. Zuwanderer-Generation begegnet, die in Deutschland geboren sind und ihr ganzes Leben hier verbracht haben und trotzdem mit sehr starkem Akzent oder sogar richtig schlecht Deutsch sprechen. Deshalb ist die als Lob gemeinte Aussage, dass jemand gut Deutsch spreche, nämlich wohl akzent- und (nahezu) fehlerfrei, gar nicht so abwegig.

Diese allgemein stark zugenommene Überempfindlichkeit, der ständig erhobene moralische Zeigefinger, die andauernde Forderung nach politischer Korrektheit und eine gewisse Gleichschaltung der Meinung sind meiner Meinung nach die Hauptursachen der Erstarkung des rechten Randes.

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egoneiermann 11.08.2018, 19:13
42.

Zitat von nordwestdeutscher
Ein ethnisch Deutscher ist nun mal weiß. Fakt.
Unsinn. Was Sie hier definieren ist vielleicht der Durchschnitt. Deutsche sind so ein großes Gemisch aus Ethnien, dass man sie im Gegensatz zu Iren oder Finnen genetisch nicht bestimmen kann. Die Hautfarbe als Merkmal zu nehmen ist sowieso rassistisch, einfach mal in de USA schauen, da ist man weiß oder schwarz, was nichts anders bedeutet, wer nicht typisch europäisch aussieht, ist schwarz.

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von_oz 11.08.2018, 19:15
43. Wer entscheidet?

Zitat von schauerstoff
das Problem ist, dass die Normies sich nie erklären mussten oder für ihre Herkunft beleidigt oder physisch angegangen wurden.. sie wissen nicht, was Rassismus am eigenen Leib bedeutet, wollen aber klar entscheiden, ab wann sich ein Mensch diskriminiert fühlen darf.
Naja, man könne genauso gut behaupten, der Mensch, der möglicherweise fremdländische Wurzeln hat, möchte entscheiden, wie sein Gegenüber die Frage nach seiner Herkunft gemeint hat. Also letztendlich ob sein Gegenüber ein Rassist ist oder lediglich ein – je nach Art der Fragestellung – interessierter oder taktloser Mensch. Ein freundliches Nachfragen wäre da doch die bessere Lösung, bevor man sich beleidigt abwendet und hinterher eine MeTwo-Story daraus strickt.
Wenn man mich fragt, wo mein Nachname ursprünglich herstammt, und mich damit ebenso auf meine familiären Wurzeln anspricht, habe ich keinerlei Problem damit, Auskunft zu erteilen und verstehe das als ehrliches Interesse. Vielleicht auch weil mich bislang nur nette Menschen danach gefragt haben.

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vö123 11.08.2018, 19:18
44. Man muss sich auch nicht immer selber gleich zum Opfer machen

bloß weil man gefragt wird, woher man kommt.
Habe ich mit jemandem zu tun, der einen anderen Dialekt spricht, dann frage ich ihn immer noch, woher er kommt, ganz egal, welche Farbe er hat.
Es steckt noch so drin, dass man wissen will, mit wem man es zu tun hat. Kam ein junger Mann ins Dorf, dann wurde oftmals eine Schlägerei inszeniert, nur um zu sehen wie er drauf war und was man von ihm zu halten hatte. Es war ein Test. Hinterher hat man zusammen ein Bier getrunken. Kann man heute nicht mehr verstehen, dabei ist es noch gar nicht so lange her. Noch drei Generationen vor mir musste man Brautgeld bezahlen, wenn man eine Frau aus dem Ausland heiraten wollte, auch wenn man nur über das Grenzwasser geheiratet hatte.

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dan-krik 11.08.2018, 19:21
45.

Herr Kazim bringt es auf den Punkt. Wenn der Gefragte es für Rassismus hält, dann ist es Rassismus und der Fragesteller schlimmer als Hitler. Punkt. Was über Rassismus oder nicht Rassismus entscheidet ist die jeweilige Stimmung des Gefragten und die Sympathie zum Fragenden.
Das haben wir doch nun schon aus MeeToo (ich denke man erinnert sich noch - Multimillionärinnen, die ihren Körpter dafür eingesetzt haben Geld und Ruhm zu erheischen beschwerten sich darüber, dass man ihren Körper als Objekt betrachtet):Der Unterschied zwischen einem verunglückten Flirtversuch und einer an Vergewaltigung grenzenden verbalen sexuellen Belästigung ist das Aussehen des männlichen Gegenübers.
In beiden Fällen wird auch das Ergebnis dasgleiche sein. Den meisten Menschen ausserhalb der Medien- und Social Media Bubble wird das Gelaber nach ein paar Tagen zu blöde und das Thema wird ignoriert.
Schade, denn eigentlich gäbe es doch in beiden Bereichen wichtige Dinge zu klären. Aber dazu müsste halt auch die ewige Opferseite mal hinterfragen, ob sie nicht vielleicht doch auch ein kleines bischen, irgendwo dazu beiträgt, dass sie nicht ernstgenommen wird. Aber das kann natürlich nicht sein.Alles Sexismus bzw Rassismus. Alles andere würde ja bedeuten, dass auch Menschen wie HErr Kazim eingestehen müssten, dass sie nicht fehlerlose Nahezugötter edelster Einstellung sind.
Und das geht nun wirklich nicht.

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spatenheimer 11.08.2018, 19:21
46.

Zitat von fredderfarmer
Da würde der Autor bestimmt nie drauf kommen, aber wenn ich einen Menschen interessant finde, möchte ich natürlich wissen wo er herkommt, auch ursprünglich. Und zwar unabhängig von irgendeiner Farbe oder sonstiges.
Artikel nicht gelesen, hm?

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pförtner 11.08.2018, 19:21
47. Der Ton macht die Musik

Wenn man ehrliches Interesse daran hat wo ein Mensch herkommt, sehe ich nichts Böses daran. Es kommt wie bei allem auf den Ton des Fragestellers an.

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panzerknacker 51 11.08.2018, 19:22
48. Totaler Quatsch

Zitat von schauerstoff
das Problem ist, dass die Normies sich nie erklären mussten oder für ihre Herkunft beleidigt oder physisch angegangen wurden.. sie wissen nicht, was Rassismus am eigenen Leib bedeutet, wollen aber klar entscheiden, ab wann sich ein Mensch diskriminiert fühlen darf.
Ich lebe in einem Mietshaus, in dem gefühlte sechs bis acht Bio-Nationalitäten leben. Seit ich hier eingezogen bin, habe ich mit glaube ich mittlerweile allen Hausgenossen gesprochen. Natürlich fragt man nach Herkunft; ich wurde auch gefragt, und das Interesse wurde stets mit Gegeninteresse zur Kenntnis genommen. Ich habe übrigens lange Zeit im europäischen und afrikanischen Ausland gelebt. Da sind solche "Erkundigungen" völlig normal. Mal wieder eine typische Problematisierung aus Deutschland. Völlig daneben und komplett überflüssig. Aber irgendwie muß ja überall der böse Rassismus verortet werden.

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nofreemen 11.08.2018, 19:22
49. Mann o Mann

Genau solche Berichte tragen zu Diskrminierung bei, weil es schürt. Es schürt ein Bewusstsein das es gilt zu vermeiden weil es normal sein sollte. Normal das Leute von wo anders her kommen, aus der Türkey, aus Bayern etc. Das Nachfragen oder Komplimente machen als Provokation xu deklarieren ist lächerlich und zeugt von geringem Selbstwertgefühl. Man kann darüber sprechen oder nicht, beides ist am Ende völlig nebensächlich. Bleibt einfach cool.

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