Forum: Kultur
Migrations-Theater: In einem palästinensischen Dorf namens Neukölln
Ute Langkafel

Wenn der Nahe Osten nach Berlin zieht, zieht der Nah-Ost-Konflikt dann mit? Die israelische Regisseurin Yael Ronen macht aus der Frage ein Stück, wie es aktueller, relevanter, bewegender nicht sein könnte. Und auch kaum lustiger.

Holledauer 07.09.2015, 10:08
1. Lesen Sie einmal die Bücher von Heinz Buschkowsky,

der jahrzehntelang Bürgermeister von Neukölln war bzw. noch immer ist.
Als Resultat werden Sie dann bemerken, dass von den Theaterleuten nicht die Realität, sondern ein Riesenkitsch dargestellt wird.
Verdient dieser Kitsch eine Erwähnung in SPON?
Das möge die Redaktion entscheiden, welche ansonsten kritische, aber sachliche Kommentare durchaus in den Orkus befördert.

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ImperatorAugustus 07.09.2015, 10:45
2. Auch die Realität eines Bürgermeisters ist eine subjektive...

Das können Sie mir gerne glauben, denn ich wohne seit zweieinhalb Jahren in Neukölln. Es ist immer die Frage, wie man etwas darstellt, was man nicht erwähnt und was man in den Vordergrund rückt.
In meinen Augen ist Neukölln sogar ein Beispiel für gelungene Integration. Ohne provozieren zu wollen, muss man eines ganz klar sagen: problematisch für unser demokratisches Miteinander sind derzeit vor allem Bundesbürger, die in der deutschen Provinz jeglichem Kontakt mit fremden Kulturen ausweichen. Dort ist offenbar eine Denkkultur entstanden, die jederzeit bereit ist, unser Grundgesetz für nicht gültig zu erklären, wenn es das eigene Gutdünken für richtig hält. Dort erleben wir derzeit Terrorismus und faschistische Umtriebe.

Leute wie Buschkowsky profitieren politisch davon, Ängste zu schüren und sich dann als Vertreter der grummelnden Mehrheit hinzustellen.
Aber all das spielt hier überhaupt gar keine Rolle - denn es geht um die Rezension eines Theaterstücks, das zwar in Neukölln angesiedelt ist, aber das thematisch viel weiter geht als unsere deutsche Sicht auf Migration. Haben Sie das Stück überhaupt gesehen? Wie können Sie sich anmaßen, das als Kitsch zu qualifizieren? Stirnrunzeln...

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johannesmapro 07.09.2015, 11:13
3.

Zitat von Holledauer
der jahrzehntelang Bürgermeister von Neukölln war bzw. noch immer ist. Als Resultat werden Sie dann bemerken, dass von den Theaterleuten nicht die Realität, sondern ein Riesenkitsch dargestellt wird. Verdient dieser Kitsch eine Erwähnung in SPON? Das möge die Redaktion entscheiden, welche ansonsten kritische, aber sachliche Kommentare durchaus in den Orkus befördert.
Der Bürgermeister weis auch nicht wie es in Neukööln ist, es ist eben bund, wer 13 Jahre dort lebt weis das zu schätzen, aber ich glaube es wäre wirklich keine idee im arabischen Cafe auf der Sonnenallee einen Cafe auf Hebräisch zu bestellen,

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johannesmapro 07.09.2015, 11:14
4.

Zitat von ImperatorAugustus
Das können Sie mir gerne glauben, denn ich wohne seit zweieinhalb Jahren in Neukölln. Es ist immer die Frage, wie man etwas darstellt, was man nicht erwähnt und was man in den Vordergrund rückt. In meinen Augen ist Neukölln sogar ein Beispiel für gelungene Integration. Ohne provozieren zu wollen, muss man eines ganz klar sagen: problematisch für unser demokratisches Miteinander sind derzeit vor allem Bundesbürger, die in der deutschen Provinz jeglichem Kontakt mit fremden Kulturen ausweichen. Dort ist offenbar eine Denkkultur entstanden, die jederzeit bereit ist, unser Grundgesetz für nicht gültig zu erklären, wenn es das eigene Gutdünken für richtig hält. Dort erleben wir derzeit Terrorismus und faschistische Umtriebe. Leute wie Buschkowsky profitieren politisch davon, Ängste zu schüren und sich dann als Vertreter der grummelnden Mehrheit hinzustellen. Aber all das spielt hier überhaupt gar keine Rolle - denn es geht um die Rezension eines Theaterstücks, das zwar in Neukölln angesiedelt ist, aber das thematisch viel weiter geht als unsere deutsche Sicht auf Migration. Haben Sie das Stück überhaupt gesehen? Wie können Sie sich anmaßen, das als Kitsch zu qualifizieren? Stirnrunzeln...
wie gesagt ich lebe 13 Jahre dort und es gab Zeiten da wäre Nord Neukölln ohne Migranten total zusammen gebrochen, denn die haben die Kultur erhalten

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johannesmapro 07.09.2015, 11:17
5.

Leider lößt sich dieses Neukölln gerade auf im Rahmen der Gentrifizierung, die Hauptsprache auf den Straßen von Neuköllln ist jetzt Englisch.

Nur die Betreiben alle Buchläden, Cafes und Kneipen und keine Gemüseläden, Bäcker, Baklawa Läden oder schawarma läden.

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CancunMM 07.09.2015, 11:30
6.

Zitat von ImperatorAugustus
Das können Sie mir gerne glauben, denn ich wohne seit zweieinhalb Jahren in Neukölln. Es ist immer die Frage, wie man etwas darstellt, was man nicht erwähnt und was man in den Vordergrund rückt. In meinen Augen ist Neukölln sogar ein Beispiel für gelungene Integration. Ohne provozieren zu wollen, muss man eines ganz klar sagen: problematisch für unser demokratisches Miteinander sind derzeit vor allem Bundesbürger, die in der deutschen Provinz jeglichem Kontakt mit fremden Kulturen ausweichen. Dort ist offenbar eine Denkkultur entstanden, die jederzeit bereit ist, unser Grundgesetz für nicht gültig zu erklären, wenn es das eigene Gutdünken für richtig hält. Dort erleben wir derzeit Terrorismus und faschistische Umtriebe. Leute wie Buschkowsky profitieren politisch davon, Ängste zu schüren und sich dann als Vertreter der grummelnden Mehrheit hinzustellen. Aber all das spielt hier überhaupt gar keine Rolle - denn es geht um die Rezension eines Theaterstücks, das zwar in Neukölln angesiedelt ist, aber das thematisch viel weiter geht als unsere deutsche Sicht auf Migration. Haben Sie das Stück überhaupt gesehen? Wie können Sie sich anmaßen, das als Kitsch zu qualifizieren? Stirnrunzeln...
Soso, Sie wohnen also schon ganze 2 Jahre in Neukölln. Na das ist ja eine Leistung. Sie sprechen von gelungener Intergration in diesem Bezirk. Wen meinen Sie jetzt ? Wer ist integriert ? Die Deutschen ? Ich bin in Neukölln aufgewachsen.Und man sieht in diesem Bezirk was alles bei der Integration schiefgelaufen ist. In den frühen 70er Jahren konnten Türken und Deutsche noch ohne Probleme zusammenleben. Dann kamen die Flüchtlinge aus dem Libanon und Polen und es gab schon die ersten Spannungen zwischen den einzelnen Gruppen. Noch in den 80er Jahren konnte ich als Jugendlicher von einem Kiez in den anderen gehen und spätabends vom Fußballtraining nach Hause laufen. Schon Anfang der 80er Jahre gab es Schulklassen in denen kein Kind mehr deutsch konnte. Die Urbevölkerung und die türkische Bevölkerung, die etwas gebildeter war verließ den Bezirk, weil sie ihren Kindern diesen Bezirk nicht mehr zumuten wollten. Ich musste 2000 berufsbedingt aus Berlin wegziehen, bin aber jedes Jahr mindestens 1x dort. Und jedesmals, wirklich jedesmal ist die Polizei in unmittelbarer Nachbarschaft, weil die so toll integrierten Migranten wieder mal fast einen Dachstuhl abfackeln, kriminelle serbische oder libanische Großfamilien aufeinander schießen.... Bloß weil man Ihnen den Schädel noch nicht eingeschlagen hat oder weil der türkische Gemüsehändler freundlich zu Ihnen ist, ist die Integration noch nicht gelungen. Nein ich bin nicht ausländerfeindlich. Ich habe mit Türken, Griechen, Jugoslawen in einer Mannschaft Fußball gespielt. Nie war da die Nationalität ein Thema. Wenn selbst die wegziehen und sagen, dass kann nicht gut gehen, dann sollte man seine Politik schon überdenken. Übrigens wurde 200 m von meiner Haustür Hatun Sürücü von ihren Brüdern erschossen, weil sie so leben wollte, wie es bei uns viele tun. Wirklich gelungene Integration.

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alohas 07.09.2015, 12:56
7.

Sogenannte „Kulturschaffende“ der heutigen Zeit neigen in der Tat dazu, v. a. diese Thematik aufs Unmöglichste zu verkitschen, in einer Weise, die der Realität nun gerade nicht gerecht wird. Wo bleibt das kritische Element? M.E. haben Künstler in früheren Zeiten noch eher gesellschaftlich relevante Tendenzen erspürt, das ist nämlich eigentlich ihr Job und nicht Propaganda für irgendwelche Lebensstile; im Zeitalter des medialen Overkills scheint das verlorengegangen zu sein. Heutzutage müsste eine Diktatur die Kulturszene wahrscheinlich nicht gleichschalten, sondern könnte sie einfach in ihrer Blase belassen, die eh zunehmend Unerhebliches produziert.

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johannesmapro 07.09.2015, 14:02
8.

Zitat von CancunMM
Soso, Sie wohnen also schon ganze 2 Jahre in Neukölln. Na das ist ja eine Leistung. Sie sprechen von gelungener Intergration in diesem Bezirk. Wen meinen Sie jetzt ? Wer ist integriert ? Die Deutschen ? Ich bin in Neukölln aufgewachsen.Und man sieht in diesem Bezirk was alles bei der Integration schiefgelaufen ist. In den frühen 70er Jahren konnten Türken und Deutsche noch ohne Probleme zusammenleben. Dann kamen die Flüchtlinge aus dem Libanon und Polen und es gab schon die ersten Spannungen zwischen den einzelnen Gruppen. Noch in den 80er Jahren konnte ich als Jugendlicher von einem Kiez in den anderen gehen und spätabends vom Fußballtraining nach Hause laufen. Schon Anfang der 80er Jahre gab es Schulklassen in denen kein Kind mehr deutsch konnte. Die Urbevölkerung und die türkische Bevölkerung, die etwas gebildeter war verließ den Bezirk, weil sie ihren Kindern diesen Bezirk nicht mehr zumuten wollten. Ich musste 2000 berufsbedingt aus Berlin wegziehen, bin aber jedes Jahr mindestens 1x dort. Und jedesmals, wirklich jedesmal ist die Polizei in unmittelbarer Nachbarschaft, weil die so toll integrierten Migranten wieder mal fast einen Dachstuhl abfackeln, kriminelle serbische oder libanische Großfamilien aufeinander schießen.... Bloß weil man Ihnen den Schädel noch nicht eingeschlagen hat oder weil der türkische Gemüsehändler freundlich zu Ihnen ist, ist die Integration noch nicht gelungen. Nein ich bin nicht ausländerfeindlich. Ich habe mit Türken, Griechen, Jugoslawen in einer Mannschaft Fußball gespielt. Nie war da die Nationalität ein Thema. Wenn selbst die wegziehen und sagen, dass kann nicht gut gehen, dann sollte man seine Politik schon überdenken. Übrigens wurde 200 m von meiner Haustür Hatun Sürücü von ihren Brüdern erschossen, weil sie so leben wollte, wie es bei uns viele tun. Wirklich gelungene Integration.
das ist alles richtig und wenn man 13 Jahre in Neukölln lebt wäre man Blind, wenn man das nicht sieht, die Härte die ein Deutsches Kind hier geboten bekommen würde ist auch unübersehbar, aber Gangs und das ganze Theater habe ich in Würzburg als jugendlicher erlebt, da waren alle beteiligten Deutsche, bei diesem Gang Spiel, mit dieser Erfahrung finde ich Nord Neukölln immer noch harmloser, aber Härte bräuchte man schon als deutscher Jugendlicher.

Was man nicht vergessen darf, die Armut von Berlin nach der Wende, hat natürlich auch Neukölln getroffen, das hat die Zustände verschärft, die Zeit vor 2005 war anders, als die Unmittelbar nach hartz IV und das Neukölln der New York Times seit 2013 ist wieder ein anderes, nach meiner Meinung härter und Armuts gespaltener,

aber id Ursachen für vieles sind Armut, chancenlosigleit ein besonders qualifiziertes Jobcenter und die besondere Service Kulter in Berlins öffentlichen Dienst und natürlich diese Schulen des Schreckens, da muß ich mal sagen hat mir die CSU in bayern was anderes geboten.

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Holledauer 07.09.2015, 14:23
9. Sie haben recht, von Neukööln hat Herr Buschkowsky keine Ahnung,

Zitat von johannesmapro
Der Bürgermeister weis auch nicht wie es in Neukööln ist, es ist eben bund, wer 13 Jahre dort lebt weis das zu schätzen, aber ich glaube es wäre wirklich keine idee im arabischen Cafe auf der Sonnenallee einen Cafe auf Hebräisch zu bestellen,
jedoch von Berlin-Neukölln.

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