Forum: Kultur
Missglückter Spionagekrimi: Der Klassenfeind in meinem Bett
Volker Roloff/ ARD

Ein Doppelleben für den realen Sozialismus: "Wendezeit" erzählt von einer Frau, die zugleich für CIA und DDR spioniert. Das haben wir in "Deutschland 83" oder "The Americans" leider schon besser gesehen.

noregrets 02.10.2019, 12:33
1. Laaannngweilig

Ich war fast in Versuchung mir diesen Film anzusehen, obwohl mich die ewige Vergangenheitsbewältigung DDR eigentlich nicht sonderlich interessiert, war eben ein kurzer Fehler nach dem Weltkrieg. Nach dieser Rezension werde ich das nicht tun, Danke.

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uvogel 03.10.2019, 11:41
2. Ganz anders als der Rezensent

habe ich gestern einen sehr spannenden und gut gemachten Film gesehen. Die Hauptdarstellerin, deren Doppelleben mit dem Ende der DDR aufzufliegen droht, bringt den innernen Konfikt und den psychischen Druck hinter der heilen Fassade ihres Familienlebens ausgesprochen gut rüber. Ihre prekäre Lage spiegelt sich in eingängigen Bildern, etwa, als sich der Konfettiregen bei der Sportveranstaltung ihres Sohnes in fliegende Stasi-Akten verwandelt, die im Treppenhaus in der Normannenstraße zu Boden segeln. Sicher, manche Szene in den Milieus der geteilten Stadt bedient die Sehnsucht nach wohliger Nostalgie, doch auf eine unaufdringliche und unterhaltsame Weise. Auch die DDR kommt nicht gut dabei weg, und am Ende gibt's auch noch ein Happy End. Das zu kritisieren ist eine Frage des Maßstabs. Im Vergleich dazu, was man in diesem Genre sonst im ÖR geboten bekommt, ist der Film aber ein Highlight und eine klare Empfehlung.

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oliver.reintjes 03.10.2019, 14:28
3. Ich habe mir den Film angesehen

Und bin zwie gespalten. Einerseits war es spannend, insoweit dass ich diese Doppelagentin gehasst habe und ich es ihr gewünscht habe, dass sie auffliegt. Ich habe darauf gewartet. Ist aber nicht passiert. Dafür müssten zwei Agenten sterben, nur damit ihre Identität nicht auffliegt. Andererseits weiß ich nicht, ob sie tatsächlich ideologisch gewandelt ist. Sie täuscht vor, ein normales Familienleben führen zu wollen. Als Ehemann hätte ich ihr kein Wort geglaubt. Sie ist eine eiskalte Mörderin. Und will ein normales Leben führen. Wie dämlich müsste man als Ehemann sein, mit ihr überhaupt noch ein gemeinsames Leben zu führen. Mich hätte es gefreut, wenn ihr Doppelspiel für sie schwerwiegende Konsequenzen gehabt hätten. Verfluchte Stasi. Stasi Agenten können nicht geläutert werden. Das sollte man sich merken. Insoweit entspricht der Film nicht der Realität.

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