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Mitbestimmung: Was wollt ihr eigentlich?
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Wer gefragt wird, was in seinem direkten Umfeld geschehen soll, ist glücklicher. Trotzdem geschieht das noch immer sehr selten. Teilhabe scheint Angst zu machen.

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keine Zensur nötig 07.10.2017, 19:19
1. Nett gemeint, Frau Berg

Das Engagemant bringt dem Einzelnen nur Unglück, da sich der Staat samt Politik längst verselbstständigt haben.

Da kann das Leben schnell zur Hölle werden, wenn sich die Ämter an einem austoben. Dass die Politeliten kein Interesse am Bürger haben und dessen Probleme glatt ignorieren - tscha, siehe die Blauen denen auch ihre Machtspiele nicht schadeten.

Letztendlich stehen wir am Ende unseres System, weil einfach keiner mehr mitmacht.

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Lykanthrop_ 07.10.2017, 19:25
2.

Macht korrumpiert viele Politiker, Unternehmer, Polizisten etc.. Direkte Demokratie wäre ein gutes Korrektiv, eben deswegen wird sie von den Mächtigen bekämpft. Keiner teilt Sie gerne, die Macht. Eine gute Kolumne Frau Berg, Danke.

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eggshen 07.10.2017, 19:43
3. So ist es

Entscheidungen, die uns Bürger ganz direkt betreffen, werden überwiegend in den Stadt-, bzw. Gemeinde/Ortsräten getroffen. Andererseits ist es schon fast mühsam, hierfür engagierte Menschen zu finden. Ich sage nur: Ehrenamt
Daneben habe ich mitunter den Eindruck, daß manchen diese wirklich 'bürgernahen' Themen zu banal sind. Da motzt man lieber (u.a.) über die Entfremdung der Politiker vom Bürger und verbringt die Freizeit anonsten ganz selbstverständlich 'sinnvoller' (als sich mit Pipifax wie z.B. Altpapiercontainern, Straßenbeleuchtung oder verwaisten Baustellen zu beschäftigen).

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Nordstadtbewohner 07.10.2017, 19:44
4. Kein Freund der Mitbestimmung und "Teilhabe"

Beim Thema Mitbestimmung auf regionaler Ebene gibt Kommunalwahlen und daraus resultierend auch entsprechende Gemeindevertreter. Sind dort gute Leute im Amt, kann man auch bei denen vorsprechen oder ihnen vor den Wahlen bei Sprechstunden mal die Meinung sagen. Ich finde das völlig ausreichend.

Die Besetzung der Volksbühne war mal wieder nur eine lautstarke Minderheit, die versucht, ohne demokratische Legitimation einer Mehrheit den eigenen Willen aufzuzwingen. Das findet von mir keine Unterstützung.

Und eines kann ich mir nicht verkneifen: Der Begriff "Teilhabe" ist einfach übel. Er fordert Mitbestimmung, aber niemals Eigenfinanzierung. Zahlen sollen nämlich immer andere.

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naschauenwirmal73 07.10.2017, 19:45
5. Alle motzen - keiner handelt...

Ich bin selber im kommunalen Bereich politisch aktiv. Ich habe bei diversen Projekten versucht eine Bürgerbeteiligung/ Befragung anzuschieben. Der Witz war - nicht die Politik-sondern die Verwaltung war dagegen. Es sei schließlich viel zu viel Aufwand...und die Verwaltung hat mich auch schon fast zurrieben

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Newspeak 07.10.2017, 19:51
6. ...

Natuerlich ist Teilhabe unerwuenscht. Bei den Maechtigen, weil sie deren Macht einschraenkt, und bei der "schweigenden Mehrheit" oder den Nichtwaehlern, weil sie die eigene Anstrengung erfordert. Das ist eigentlich auch der einzige Grund, warum ein Staat regierbar bleibt. Man ueberlege sich mal, alle Buerger eines Landes wollten wirklich direkte Demokratie. Das Staatswesen, so wie man es zurzeit kennt, waere am anderen Tag schon an seinem Ende.

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IMOTEP 07.10.2017, 19:54
7. Krümeln

Liebe Fr. Berg, ein gut gemeinter Beitrag zum Thema Gesellschaft so wie sie ist in diesen verwirrten Tagen Sollten wir uns mehr einbringen, ich würde spontan aus dem Bauch heraus sagen, ja. Nur die Crux ist die, wenn alle zuständig sind, ist auch niemand verantwortlich für das was dann geschieht. Habe ich in der Praxis mehr als einmal erlebt, dass kann es auch nicht sein. Aber da gebe ich Ihnen Recht, den mürbe Kekse essenden Politikern sollte man schon mehr auf die Finger sehen, damit sie nicht soviel krümeln und darüber nicht total vergessen, wer sie wählt und auch bezahlt. m.f.G.

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tiefenrausch1968 07.10.2017, 20:38
8. Ganz genau

Dieses Event-Tanztheater kann mir persönlich gestohlen bleiben. Da waren mir Castorfs Zumutungen wesentlich lieber.Aber zum Hauptthema: Erstaunlicherweise gibt es auch in meinem Umfeld viele, die Angst vor den Ergebnissen von Volksabstimmungen haben. Aber ganz ehrlich, kann sein, dass bei der direkten Demokratie einige ganz tolle Zukunftsvisionen torpediert werden. Aber eine Entfremdung der Bürger vom Staat, wie wir das jetzt erleben, wäre unwahrscheinlich. Und damit wäre viel gewonnen. Dieses Top-Down-Regieren ist immer weniger zeitgemäß. Es wäre schöner, wenn man das auch im Top einsehen würde und nicht erst wieder der Volkszorn sich Bahn brechen müsste.

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curiosus_ 07.10.2017, 21:31
9. Warum nur...

...wollen die Katalanen Unabhängigkeit? Warum haben die Schotten darüber abgestimmt? Warum liegt die Schweiz, Ihr Heimatland, im Glücksranking der Glücks-Ranking der vereinten Nationen auf Platz 2?

Vielleicht deshalb, weil die einen das wollen was die anderen schon haben? Mehr Mitsprache?

Wie schrieb Jakob Augstein in oben verlinkter Kolumne:

"Aus gutem Grund gibt es Parlamente: sie schützen die Demokratie vor dem Volk und das Volk vor sich selbst. Denn beim Volk, das ist eine paradoxe Wahrheit, ist die Demokratie nicht gut aufgehoben."

Da muss was dran sein, wenn die Rechtspopulisten der Alternative die Forderung nach Volksabstimmungen seit ihrer Gründung in ihrem Forderungskatalog haben. Das kann ja nichts sein.

Nein, das kann nichts sein. Alle vier bis fünf Jahre darf man seine Stimme abgeben - an wen, wenn einem an jeder Partei manches gefällt und manches nicht? - und gut ist's.

Und dann wundert man sich, warum es immer mehr Nichtwähler gibt und die politischen Ränder immer weiter anwachsen? Mich wundert das nicht im geringsten.

Genau so wenig wie es mich wundert warum die politischen Eliten am liebsten eine weitere Zentralisierung und ein weiteres "Zusammenwachsen" in der EU hätten. Denn dann würde der Abstand zu den nervigen Bürgern weiter zunehmen. Ein, aus Sicht der Regierenden, durchaus zu begrüßender Vorgang.

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