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Mitbestimmung: Was wollt ihr eigentlich?
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Wer gefragt wird, was in seinem direkten Umfeld geschehen soll, ist glücklicher. Trotzdem geschieht das noch immer sehr selten. Teilhabe scheint Angst zu machen.

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nobody_incognito 07.10.2017, 21:52
10.

Na ja, wenn es Mitbestimmung im Kleinen geben sollte, dann nur so viel wie es mittlerweile Umweltschutz gibt, d.h. so weit wie es gut ist die bestehende Ordnung in nachhaltigem Sinne weiter zu stabilisieren. Also kann es nur ein Alles oder Nichts geben, wenn mal wirklich Demokratie will, die wirkliche Freiheit meint. Mit unmündigen Kraturen ist aber kein Staat zu machen und dass wir unmündig sind, ergibt sich aus dem Umstand, dass wir den gegenwärtigen Zustand mit unserer Würde vereinbaren können, was nicht möglich wär, würde es sich um eine Menschen-Würde handeln.

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nobody_incognito 07.10.2017, 22:09
11. Fortsetzung

Zitat von nobody_incognito
...dass wir den gegenwärtigen Zustand mit unserer Würde vereinbaren können, was nicht möglich wär, würde es sich um eine Menschen-Würde handeln.
Klingt vllt. etwas pathetisch, aber Menschen-Würde hat mit Liebens-Würde zu tun, aus dem mal ein anderes Paradigma automatsich resultieren sollte.

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info@buch-perl.de 07.10.2017, 22:55
12. Was geh ich mich an!

Liebe Frau Sibylle,
die einen wollen einen videoüberwachten Park, in den nur Biodeutsche dürfen und in dem es keine Bänke gibt, um „Penner“ zu verhindern. Denselben und oder Anderen ist jeder Cent für ein Theater einer zuviel. Inzwischen ist die Mehrheit derjenigen, die sich an Civey–Umfragen beteiligen, für Abschiebungen nach Afghanistan und für Flüchtlingslager in Afrika. Das lebenswerte Umfeld droht an der Abschottung gegen die unmittelbare Nachbarschaft nicht von Nationen, sondern im Stadtteil, in der Straße, in der man wohnt, zu scheitern. Die Investition in eine Straßenkehrmaschine, die unliebsame Menschen gleich mit wegfegt, würde mehr Zustimmung erhalten als das Glück. Direkte Mitbestimmung würde noch mehr Planbarkeit und absolute Kontrolle wählen. Auch das ergeben Umfragen. Die Angst vor dem eigenen Versagen ist so groß geworden, dass jede vermeintliche Sicherheit willkommen ist. Das ist ein denkbar schlechtes Klima für die Einführung direkter Demokratie in Deutschland. Besetzungen, Barrikaden, Sit-ins und Streiks sind dringend nötig, aber wer mag sie organisieren, wenn die Solidarität und damit die Zustimmung zwischen 0,1 und 9,99 Prozent liegt. Die Folgen des Sturmtiefs Xavier werden viel stoischer hingenommen als ein angekündigter Streik als letzte Möglichkeit, für sein Recht zu kämpfen.
Der Ruf nach mehr Kontrolle ist der Wunsch, selbst so perfekt kontrolliert zu werden, dass Fehler ausgeschlossen sind und Verantwortung bei anderen schläft.

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Friend of freedom 08.10.2017, 00:19
13. Fast Gratulation an Fr. Berg! Einzige Folgerung: wird sie überraschen!

Ich bin fast begeistert gewesen, als ich den Anfang Ihres Artikels gelesen habe, Frau Berg. Sie haben Recht, dass Politiker nicht (oder nur sehr schwer) entscheiden können, welche Projekte für den Bürger wünschenswert sind, weil sie die Präferenzen der Bürger nicht kennen. Aber Sie machen halt, kurz bevor sie den richtigen Schluss ziehen. Denn wenn Sie das ultimative demokratische System haben wollen, in dem jeder abstimmen darf, welche Dinge umgesetzt werden und welche nicht, dann gibt es das schon: Es heißt Marktwirtschaft! Jede Person kann mit seinen Euros abstimmen, welche Güter/Services er oder sie gut findet. Wenn ich mir zum Beispiel eine Kinokarte kaufe, dann sende ich damit das Signal, dass ich gerne Kinofilme sehe. Wenn in der Gesamtheit mehr Geld mit Kinofilmen gemacht wird, als die Produktion von Kinofilmen kostet, dann setzt das den Anreiz, noch mehr Kinofilme zu produzieren; was dann ja auch nur wünschenswert ist, da Kinofilme dann ja offensichtlich sehr beliebt sind. Aus diesem Blickwinkel ist auch Profit moralisch neu zu interpretieren. Wenn jemand Profit macht, bedeutet das nämlich dass diese Person einen Weg gefunden hat, existierende Ressourcen in einen Produktionszweig umzulenken, dessen Produkt mehr Stimmen (Euros) bekommt, als das Produkt des Produktionszweiges, in dem sich die Ressourcen vorher befunden haben. Außerdem gilt für jeden Einzelnen: Will man mehr Euros (Stimmen) haben, so muss man sich überlegen wie man anderen Menschen dienen kann, so dass diese bereit sind, freiwillig Stimmen (Euros) für die eigene Leistung abzugeben. Das kann einerseits durch Selbstständigkeit/Unternehmertum geschehen, wobei man direkt versucht den Kunden Dienste/Produkte anzubieten, so dass dieser für die eigene Leistung stimmt. Oder man bietet seine Leistung einem Unternehmen als nicht-selbstständiger Arbeitnehmer an, so dass dieser für einen stimmt, und die eigene Arbeitskraft dann so in einen Produktionsweg einbindet, dass letztendlich wieder einem Kunden etwas angeboten wird, für das dieser freiwillig stimmt (Euros abgibt). Was bedeutet das für die Politik? Es bedeutet Privatisierung, immer und überall, und keine Intervention in die Wirtschaft! Denn nur dann können Menschen effektiv mit ihren Euros über all die Fragen abstimmen, die Sie gestellt haben. Sie fragen sich wahrscheinlich, was mit Dingen ist, die sich nicht einfach monetisieren lassen, wie zB. Spielplätze oder Straßen in einer Nachbarschaft? Da ist mein Vorschlag diese Dinge einfach den Anwohnern als gemeinsames Eigentum zu schenken. Denn Privatisierung bedeutet nicht automatisch, dass mit dem Objekt versucht werden muss Geld zu verdienen. Es bedeutet nur, dass es zum Eigentum von Privatpersonen wird. So wie die Eigentümer der Wohnungen in einem mehrstöckigen Wohnhaus zB. gemeinschaftlich Eigentümer des Treppenhauses sind, so können also auch Eigentümer einzelner Wohnhäuser in einer Nachbarschaft, Eigentümer der gemeinsamen Straße oder eines Spielplatzes sein. Diese entscheiden dann über Dinge wie Häufigkeit der Reinigung, Beleuchtung, Ausbau, etc, und bezahlen auch selbst für diese Dinge. Denn wen gehen diese Dinge mehr an, und wer nutzt sie mehr, als die Anwohner selbst?

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bartnelke 08.10.2017, 04:47
14. was wollt ihr

Wie stellt ihr euch das Leben in 50,100 Jahren vor? Als gutes Leben, wo es den Kindern besser geht. ?

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spon_12 08.10.2017, 08:19
15.

Zitat von Nordstadtbewohner
Und eines kann ich mir nicht verkneifen: Der Begriff "Teilhabe" ist einfach übel. Er fordert Mitbestimmung, aber niemals Eigenfinanzierung. Zahlen sollen nämlich immer andere.
Danke, dass Sie offen sind, zuzugeben, dass Sie eigentlich nur motzen wollen. Denn selbstverständlich ist genau dieser Punkt so falsch, wie aus Ihrer Sicht absolut nachvollziehbar. "Immer andere sollen zahlen" als Legitimation Ihrer Ansicht unterschlägt, dass sich Menschen durchaus auch finanziell beteiligen würden. Dann müsste der Entscheider aber mit Kontrollverlust leben - genau das also, was Berg beschreibt. Deshalb gibt es Beteiligungen immer nur dann, wenn einer dieser Entscheider Mal wieder seine Unfähigkeit zur Schau gestellt hat und finanziell vor die Hunde geht.
Aber das wissen Sie natürlich auch, deshalb motzen Sie ja.

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spon_12 08.10.2017, 08:24
16.

Zitat von tiefenrausch1968
Dieses Event-Tanztheater kann mir persönlich gestohlen bleiben. Da waren mir Castorfs Zumutungen wesentlich lieber.Aber zum Hauptthema: Erstaunlicherweise gibt es auch in meinem Umfeld viele, die Angst vor den Ergebnissen von Volksabstimmungen haben. Aber ganz ehrlich, kann sein, dass bei der direkten Demokratie einige ganz tolle Zukunftsvisionen torpediert werden. Aber eine Entfremdung der Bürger vom Staat, wie wir das jetzt erleben, wäre unwahrscheinlich. Und damit wäre viel gewonnen. Dieses Top-Down-Regieren ist immer weniger zeitgemäß. Es wäre schöner, wenn man das auch im Top einsehen würde und nicht erst wieder der Volkszorn sich Bahn brechen müsste.
Die Entfremdung der Bürger vom Staat in Deutschland geschieht nicht auf Grund eines Demokratiedefizits, sondern auf Grund seiner inneren Verfasstheit. Dieses Land - so banal es klingt - ist (geistig) zu alt. Und das wird ihm früher oder später auf die Füße fallen. Das es dann wieder wild um sich schlägt, ist verständlich.

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wachsame 08.10.2017, 08:37
17. Machtmißbrauch beginnt schon im Kleinen

Ein Vater oder eine Mutter mißbrauchen oft ihre "Macht" über die Familie, ein Lehrer über seine Schüler, ein Chef über seine Angestellten. Das, was dann die Politiker so treiben, ist die Spitze des Eisberges. Solange wir tatenlos zusehen, wird sich nichts ändern. Wir müssen uns ändern und aus unserem Winterschlaf aufwachen. Ich mach mir da aber wenig Hoffnung. Denn eigentlich geht es uns noch zu gut, das macht bequem. Wir lassen uns lieber von Versprechen der Politiker und von hirnlosen Fernsehprogrammen einlullen.

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erzengel7 08.10.2017, 09:23
18. mindestlohn

ist für unsereins ein weit entfernter wunschtraum den man nur vom hörensagen her kennt unsere stundenlöhne liegen zwischen 1.50 eu und 2 .00 eu das reicht nur fürs überleben aber nicht zum leben und den will ich mal kennenlernen der da auf eine manchmal unleistbare leberkäse semmel nicht neidisch ist , den zeigen sie mir der da mit seiner enthaltsamkeit prahlt und sagt ja das leben ist besser ohne diese leberkäse , käse , oder wurstsemmel !? is doch irre nurmal zur relation es gibt menschen indiesem land die bauen firmengebeude für 17 mio oder fahren autos jenseits der 100.000 eu marke und da frägt man sich schon als arbeiter womit die ihr geld verdienen , ich denke aber das ist normal wenn man sich das fragt !?

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Lykanthrop_ 08.10.2017, 09:43
19.

Ein interessanter Gedanke, er krankt nur daran, dass die Menschen unterschiedlich viele Euros zur Verfügung haben. In dem Sinne ist Ihr Marktwahlrecht ein feudalistisches Zensuswahlrecht und keine echte Demokratie.
Zum verschenken von Eigentum, ich fände es wesentlich erstrebenswerter das Eigentum der Unternehmen an die Angestellten zu verschenken, als Gemeinschaftseigentum in eine andere Form von Gemeinschaftseigentum zu wandeln.

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