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Mitgefühl und Gier: Wir Zombies des Kapitalismus
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Tausende Jahre Evolution - und was bleibt vom Menschen übrig? Angst vor Statusverlust, Hass auf die Schwachen und der Glaube an das ungebremste Wachstum. Zeit, dass jemand etwas dagegen tut.

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t dog 08.01.2017, 14:04
240. Stimmt

Das mit den Odachlosen geht so nicht, deshalb rufe ich immer die Polizei an, wenn ich außer Sichtweite bin und melde die hilfsbedürftige Person, damit sich der Sozialstaat um sie kümmern kann. Dafür zahlt man ja schließlich Steuern.

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Tolotos 08.01.2017, 14:05
241. Was die Zombies auch fördert ist die halb fertige EU.

Eben wurde im ARD-Presseclub darauf hingewiesen, dass die Politik es geschafft hat, uns einen europäischen Wirtschaftsraum zu bauen, aber dabei versagt hat, ihn durch vernünftige Gesetze zu zivilisieren. Und die so produzierten Gesetzeslücken nutzen natürlich nicht nur Terroristen und Steuerflüchtlinge aus, sondern auch andere Menschen, die ihrer Gier möglichst effizient auf Kosten anderer befriedigen wollen!

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nobody_incognito 08.01.2017, 14:08
242. Bingo

Zitat von Maler
Lamentierei gibt es heute von links bis rechts im Übermaß. Aber KEINER hat eine auch nur im Ansatz realistische, vernünftige Idee, wie es auf der Welt auf möglichst gerechte Weise, ohne Millionen Tote, und alles am besten schnell, besser werden könnte. Gern lass ich mich vom Gegenteil überzeugen, nur wo ist der edle Ritter? Der erste durchgreifende, aber schon in seinem die menschliche Psychologie völlig ausser Acht lassenden Ansatz zum Scheitern verurteilte Versuch zu mehr Gerechtigkeit, die sowjetische Revolution von 1917, hat mit seinen Ausläufern bis heute zur größten Massenversklavung und zu den meisten Gewalttoten der Weltgeschichte geführt. Ausserdem darf man die immer noch weitgehend ungebremste Bevölkerungsexplosion in den eher armen Ländern nicht ausser acht lassen. Jedes Jahr wächst die Weltbevölkerung mit der Zahl der Gesamtbevölkerung Deutschlands....
Wahrscheinlich hat Vernunft unabdingbar auch mit Spiritualität zu tun. Der unbedingte Überlebenswille steht einem würdigen und lockeren Umgang mit dem Tod im Wege, führt aber in den kollektiven Untergang. Transzendenz ist das Stichwort, auch von Kant thematisiert. Von den Psychologen" Eros und Thanatos", die irgendwie paradox den verkehrten Effekt haben - Life is Death, Death is Life. Jedenfalls ist Evolution ohne Tod undenkbar, um so seltsamer, dass mit der diesbezüglichen "Aufklärung" die Spiritualität unter den Tisch gekehrt wurde, wo doch durch die Evolution erst alles richtig Sinn macht.

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Neandiausdemtal 08.01.2017, 14:24
243. Stimme Ihnen weitgehend zu,......

Zitat von jan07
... und wieder einmal stolpert Frau Berg durch die Weltgeschichte, den grossen Menscheitsfeind fest im Auge: den ungebremsten Kapitalismus (manche verwenden auch den kuriosen Begriff 'neoliberal', was immer das auch bedeuten soll). Als ob der ungebremste Sozialismus auch nur einen Deut besser wäre. Das schreibt ausgerechnet eine Autorin, die es sich in der durch und durch kapitalistischen Schweiz gemütlich gemacht hat. Aber mit vollem Bauch lässt es sich natürlich besonders angenehm über die Schlechtigkeit der Welt sinnieren.
.....aber einen ungebremsten Sozialismus gab es leider noch nie auf der Welt. Das war höchstens mehr oder weniger dilettantischer Staatskapitalismus mit eher mehr als weniger diktatorischen Elementen. Ein demokratischer, aufgeklärter Sozialismus wäre vermutlich die Lösung, wenn er denn weltweit existieren würde.

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lantelme.import 08.01.2017, 14:28
244. Bescheidenheit

Einfach mal zurückschrauben, einfacher leben: weniger Konsum, alte (meist qualitativ hochwertigere im Vergleich zu heute) Sachen reparieren - statt wegwerfen, weniger reisen.

Muß man jede Woche zum Textildiscounter rennen, 5 x im Jahr den Billigflieger besteigen und 3 x täglich Fleisch und Wurst essen, alle 2 Jahre das neuste I-Phone haben, seine Wohnung digital vernetzen und einen noch flacheren Bildschirm beglotzen?

Solange Menschen in den Industrieländern nicht erkennen, wie kurz die Halbwertzeit an Freude für diesen Schnick-Schnack ist bzw. wo wirklich das Glück auf Erden zu finden ist, nutzt der Kapitalismus diesen Irrweg der breiten Masse aus. Und selbst, wenn wenn er/sie als Normal-Verbraucher/in die Philosophie aus dem Spiel läßt, dann sollte doch noch soviel an pragmatischer Erkenntnis da sein, daß man - trotz aller Aufklärung - so nicht weitermachen sollte - auf Kosten Anderer, aber auch der eigenen Kinder und Kindeskinder, die man ja vorgibt zu lieben, aber das ist reine "Affenliebe".

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reflektiert_ist_besser 08.01.2017, 14:34
245. hat nix mit Wirklichkeit zu tun.

Zitat von lassmabessersein
die Kühe im Stall eines Bauern? Weil ihnen die Intelligenz fehlt sich nicht ausnutzen zu lassen. Sie kriegen doch ihr Futter, Wasser, dürfen sich vermehren und werden vor Feinden geschützt. Jedenfalls so lange, bis der Bauer sie schlachten muss. Werden einige Kühe zum Schlachter geführt, ficht das die Anderen nich an, selbst wenn sie Ihre Artgenossen sterben sehen. Ein Menschenvolk ist nicht viel anders. Wenn es auch einzelne Individuen gibt, die sich ihrer Lage bewusst sind, ist die große, tumbe Masse doch nicht zu bewegen. Dass man Demokratie, so wie sie angewendet wird, so gefahrlos einsetzen kann, ist die große Erkenntnis der Herrschenden. Die paar Meuterer sind gar nicht tragisch. Man kann ihnen immer den Willen des Wahlvolkes vorhalten. Es gibt keine Hoffnung für die Meuterer. Sie sind in der Minderheit für alle Zeit.
eine schöne Geschichte für Kinder, die spät abends nicht einschlafen wollen und denen man noch etwas Angst machen will.
Wer hindert sie, heute noch ein paar Kleidungsstücke zu nehmen, sich in einem einsamen Wald eine Hütte zu bauen und dort von Regenwürmern zu leben?
Machen sie das doch. Oder setzen sie sich in den nächsten Flieger und fliegen wohin sie wollen. In die meisten Länder darf man einreisen. Sie müssen sich nicht von Sozialhilfe oder Tafeln durchfüttern lassen.
Das ist der große Vorteil unseres Systems: jeder darf, solange er andere nicht schädigt, machen was er will. Und wenn es ihm nicht mehr gefällt, dann bitte was anderes. Aber permanent von anderen zu fordern: die müssen mir das geben, die müssen mir jenes geben ... das ist halt schwach.

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Paul-Merlin 08.01.2017, 14:37
246. Ein guter Beitrag Sybille,

das Problem ist nur, dass über den "richtigen Weg" zur Beseitigung dieses Elends wohl keine Einigung erzielt werden wird. Ein Beitrag wie der ihre mag kurzfristig aufrütteln, schon einen Moment später findet sich jeder Leser in seinem speziellen "Hamster-Rad" wieder, dass ihm nur wenig Raum für ein menschlicheres Miteinander lässt. Zudem, reines "Gutmenschentum" ist keine Lösung. Die eingeladene Migrantenschar z. B. erkennt schnell die Möglichkeiten durch schlichten Sozialbetrug, wie Mehrfach-Identitäten, sich einen besseren Wohlstand, zu erschleichen. Die übleren Gestalten wählen gleich kriminelle Einkommensmöglichkeiten und/oder vergreifen sich dann noch an den - lt. Botschaft unserer Print- und Fernsehmedien - stets willigen und sexuell aufgeschlossenen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Beim vom ihnen angesprochenen Bettler auf der Straße wartet eine Straßenecke weiter der Capo, um die von den Elendsgestalten zusammen gebettelten Spenden einzusammeln. Sicher gibt es auch Lichtblicke. Sehr viele Mitbürger betätigen sich z. B. ehrenamtlich und leisten unentgeltlich wertvolle Beiträge für unser Gemeinwesen. Solange aber Geld das wichtigste Kriterium in Deutschland ist, gerade die politischen und wirtschaftlichen Eliten ein sehr schlechtes Vorbild abgeben, Typen wie Schröder, Riester, Maschmeyer, Winterkorn, Ackermann usw. geradezu geadelt anstatt gescholten zu werden, wird und kann sich hier nichts zum Besseren wenden..

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meinsenf1 08.01.2017, 14:45
247.

Zitat von fuxx_1980
Erfolg heißt: Ziele (bzw. Wünsche) definieren, einen Plan (eine Strategie) machen und dann zur Tat schreiten. Wer sich diese grundsätzliche Kenntnis angeeignet hat, kann eigentlich gar nicht fallen.
Dieser Meinung kann man nur ohne entsprechende Lebenserfahrung sein. Ich nehme mal an, dass du Baujahr 1980 bist, das erklärt es dann.

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martinbabenhausen 08.01.2017, 15:04
248.

"...und der Glaube an das ungebremste Wachstum. Zeit, dass jemand etwas dagegen tut."
Ganz genau Frau Berg. Es ist höchste Zeit für ein neues Geldsystem ohne zinsbedingtem Wachstumszwang!
Tun Sie was was dagegen!

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ELOquenz 08.01.2017, 15:23
249. Ökonomisierung der Gesellschaft

Meiner bescheidenen Ansicht nach, hat die Durch-Ökonomisierung der Gesellschaft in den letzten zwei Jahrzehnten, vor allem in den sozialen Bereichen, einiges mit dem gegenwärtigen Verhalten der Menschen im Alltag zu tun.

Schlanker Staat und Eigenverantwortung, Optimierung und Effizienz,, maximaler Profit durch minimalen Einsatz (z.B.: Niedriglohn), sind das A und O des Neoliberalen, koste es was es wolle.

Neoliberale Denkweisen werden doch schon in den Schulen durch Schulmaterial von Wirtschaftslobbyisten verbreitet und indoktriniert, so, das soziale Themen vernachlässigt werden und in den Hintergrund rücken. So wird das effiziente Humankapital herangezüchtet das kaum hinterfragt und reflektiert. Arbeiten, konsumieren, schlafen und alles bis in die Haarspitzen durchoptimiert. So bleibt man in der Illusions-Schleife der vermeintlich "freien" individuellen Selbstbestimmung gefangen...

Und vielleicht ist es ja nur "postfaktisch", aber in meiner Heimatstadt mit ca. hunderttausend Einwohnern, leben heute deutlich mehr Obdachlose, als wie vor zwanzig/dreißig/vierzig Jahren, vor allem Jugendliche und Kinder sind immer häufiger darunter, ich denke nicht das das alleine an der Unzulänglichkeit der Eltern oder Mangel an Eigenverantwortung liegt.

Zitat:
Ursachen für das Verlassen der Familien

Bevor Jugendliche ihre Familie verlassen und den Schritt auf die Straße wagen, müssen sie zu Hause äußerst belastende Situationen ertragen. Ihre Familien verfügen meist nur über ein niedriges Einkommen. Armut und Exklusion prägen ihre Lebenslagen. Die Arbeitsverhältnisse der Angehörigen von Straßenjugendlichen sind fast immer prekär. Ihre Wohnverhältnisse lassen zu wünschen übrig. Aber schwerer wiegt, dass die Beziehungen der Kinder und Jugendlichen zu ihren Eltern gespannt sind. Institutionen wie Schule oder Einrichtungen der Jugendhilfe, von denen Hilfe zu erwarten wäre, erweisen sich als unfähig, auf die gegebene Problemsituation einzugehen und lebensdienliche Hilfestellung zu geben.

Quelle: http://www.strassenkinderreport.de/index.php?goto=209&user_name=

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