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Mode-Tätowierungen: Ein Herz für Mutti - und sonst nix

Modische Tattoos*sind Armutszeugnisse der Mittelklasse - und*deren massenhafte Entfernung*ist es*erst recht, findet*Philipp Tingler. Echte Tätowierungen*sind dagegen dauerhaft*und*klassisch: Herz, Anker oder Totenkopf.*Und für Damen gilt die Regel:*überhaupt nicht*stechen lassen.

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staunstaun 06.08.2011, 12:27
110. Ein Herz für Mutti

Mein Tatoochen hat mir ca. fünf Jahre Freude bereitet, dann Scham.Es stimmte nicht mehr mit meinem Auftreten überein.Sowas kann(oder sollte sogar)entwicklungstechnisch passieren.Komische Episode vor Jahren in der U Bahn:
Da sitzt ein Typ.
Ernster konzentrieter Gesichtsausdruck, kluge Augen, distanzierte Haltung(hart an der Grenze zur Arroganz).
Soweit also ok. Dann entdecke ich bei ihm mein kleines Tatoo an gleicher Stelle, dasselbe Symbol. Irgendwie wollte es auch nicht mehr so recht zu ihm passen.
Sachen gibt`s!

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Willies 06.08.2011, 12:27
111. Grasmantel

Dieser Artikel ist fast so interessant wie Ötzis Akupunktur-Tatos .

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dada 06.08.2011, 13:08
112. Raupe und Kaulquappe

Tätowierungen - Hautmode der geschmacklosen Art - natürlich will keiner, der sich solche "Kunstwerke" (tapfer Schmerz ertragend) in welche Körperteile auch immer hineinstechen ließ, hinterfragen, warum er solche Procedere
(freiwillig) über sich ergehen lässt und was er damit bezwecken will... Er findet es einfach nur schön/cool/sexy.

Soll er doch. Er ist doch derjenige, der seine Haut zu Markte trägt. Aber er muss es trotzdem ertragen, dass andere solche "Gemälde" als albern und peinlich empfinden.

Eine Frau, die ihre Haut mit einem "Schlampenstempel" verunschönt hat, löst bei mir gruselige Gefühle aus.

In späteren Lebensjahren bezeichnen Tattou-Träger ihre
Verzierungen gerne als Jugendsünden. Und sind gar nicht mehr stolz darauf. Kein Wunder, wenn aus dem Schmetterling
eine Raupe und aus dem Delphin eine Kaulquappe geworden ist.

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calido46 06.08.2011, 13:29
113. Komisch,

dada, ich bin jetzt 51 und werde mir nächste Woche ein von mir entworfenes kleines Tatoo auf den Oberarm stechen lassen, ist also keine Jugendsünde!
Dabei bin ich weder asozial noch ungebildet! Es gefällt mir einfach! Und das sollte doch jeder für sich entscheiden, oder?

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grabowa 06.08.2011, 15:29
114. Metamorphose mal anders

Zitat von dada
. Kein Wunder, wenn aus dem Schmetterling eine Raupe und aus dem Delphin eine Kaulquappe geworden ist.
Da hat jemand in Bio aber nicht sonderlich gut aufgepasst - Kaulquappe und Delphin, hochinteressant.

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gis 07.08.2011, 07:10
115. nicht mehr so stigmatisiert

Meiner Erfahrung nach sind Tätowierungen auch heute noch in bildungsfernen Schichten weitaus häufiger anzutreffen als bei Akademikern. Ich jedenfalls habe in meinen über 20 Berufsjahren den tätowierten Anwalt oder Ingenieur noch nie gesehen, auch nicht beim Betriebssport unter der Dusche. Unsere Umzugstruppe ist dagegen zu 100% tätowiert. Vor ein paar Jahren spielte ich mal gegen eine Truppe aus dem Knast Fußball. Die waren ebenfalls alle teilweise extrem tätowiert. Wie gesagt, dass sind keine Vorurteile meinerseits, sondern einfach nur Erfahrungen aus dem Alltag. Eine soziologische Untersuchung darüber wäre mal interessant.
Schönen Sonntag noch

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bettybanane 10.08.2011, 21:30
116. Leben und leben lassen...

Getreu dem Motto "Leben und leben lassen" finde ich, dass dieser Artikel völliger Blödsinn ist. Der Herr hat Thesen aufgestellt, die er nicht unterstützen kann, wirre Behauptungen und seine eigene, komische Meinung. Immerhin habe ich ihn gelesen.
Dennoch amüsant, wie sehr sich einige Menschen über das Leben anderer das Maul (oder in diesem Fall die Finger) zerreißen können. Ich würde glatt behaupten, der Großteil dieser meckernden Meute ist ungebildet. ;) Denn wie jeder weiß, sagt ein Tattoo rein gar nichts über den Charakter oder über das Leben einer einzelnen Person aus. Es sei denn, man hat politische Tattoos etc. Leute in Schubladen zu schieben, weil sie etwas Farbe unter der Haut haben ist meiner Meinung nach unmöglich. Ich denke, die Leute die Tattoos als "grauenhafte Fehler" und als ein "Symbol der Unterschicht" ansehen, sind auch jene, die Haus und Garten immer top gepflegt haben und im Haus herrscht der pure Horror. Oberflächliche Spießer. :)

Schönen Gruß von einer gebildeten, Metal hörenden, tattoowierten jungen Dame, die keine Tiere quält, eine schöne Ehe führt, keine unehelichen Kinder hat, wöchentlich ihren Garten mäht, ja, sogar Blumen pflanzt und täglich pünktlich bei ihrer Arbeit in ihrer Führungsposition erscheint. ;)

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Mocs 10.08.2011, 22:32
117. Lieber x Tattoos als eine Krawatte.

Zitat von Hubert Rudnick
Jeder muss selbst entscheiden ob er jede Art von Mode mitmachen will, denn manches kann man eben nicht mehr rückgängig machen.
Tattoo als Mode ist schon für sich ein Unding.

Meine Tattoos stammen noch aus einer Zeit, als im Freibad das grosse Tuscheln anfing, wenn man Tätowierungen sah.

Zu "meiner Zeit" waren Tattoos noch Ausdruck eines Lebensgefühls, einer Einstellung und der persönlichen Stellung zur Gesellschaft - aber keine "Mode"

Sie sind nicht "hingeklatscht" sondern wurden nach jahrelanger Überlegung da hingesetzt wo sie jetzt sind - aus Gründen, die ich hier mit Sicherheit nicht erläutern werde - aber zu denen ich noch immer stehe.

Ich freue mich immer noch jeden morgen vor dem Spiegel daran - und sie werden auch in 10 Jahren noch gut aussehen - weil es classic american style ist (grosse Outlines, wenig Farben, sehr schön ausschattiert).

Lieber x Tattoos als eine Krawatte.

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