Forum: Kultur
Mohammed-Witze: Trittbrettfahrer der Meinungsfreiheit
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Klar darf man sich über Religionen lustig machen. Klar darf man dagegen auch protestieren. Aber genauso klar darf man auch sagen: All das dient weniger der Meinungsfreiheit als der Auflage von "Charlie Hebdo" und "Titanic". Denn Satire darf zwar alles - sie muss aber nicht.

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schwarzwaelderwisdom 20.09.2012, 19:56
190. optional

Kritischer Dialog muss moeglich sein. Gegenseiteige Meinungen auch in Bezug auf Religion duerfen geauessert weden. Aber bei aller Auesserung und Empfang von Kritik beachte das Gebot deinen naechsten zu lieben wie dich selbst.
So glaube ich dass dieses Gebot verachtende Kritik in Wort, Schrift, Gestik oder Karikatur an unserem naechsten ausschliesst.

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c++ 20.09.2012, 19:57
191.

In vielen Ländern gibt es keine Meinungsfreiheit, weil das Regime sie unterdrückt.
Da sind wir fortschrittlicher. Man darf (!) seine Meinung äußern, es wird aber erwartet, dass man auf dieses Recht verzichtet, sonst muss man mit Repressionen rechnen.
Da ist die Lösung in repressiven Regimen irgendwie ehrlicher.

Natürlich wird hier mit Provokation Geld verdient. Inhaltlich finde ich es auch nicht gut, ob es sich um den Papst oder Mohammed handelt, und besonders lustig ist es auch nicht, sondern eher schwach. Aber wenn wir anfangen, darüber zu diskutieren, ob man seine Meinungsfreiheit auch ausüben darf, dann wird es bedenklich.

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Kühniker 20.09.2012, 19:59
192.

Zitat von sysop
Klar darf man sich über Religionen lustig machen. Klar darf man dagegen auch protestieren. Aber genauso klar darf man auch sagen: All das dient weniger der Meinungsfreiheit als der Auflage von "Charlie Hebdo" und "Titanic". Denn Satire darf zwar alles - sie muss aber nicht.
Daß alles nur der Auflage diene, ist ein altes Schlagtot-Argument.

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schau_ins_land 20.09.2012, 20:02
193. Propheten und Trittbrettfahrer

Zitat von sysop
Klar darf man sich über Religionen lustig machen. Klar darf man dagegen auch protestieren. Aber genauso klar darf man auch sagen: All das dient weniger der Meinungsfreiheit als der Auflage von "Charlie Hebdo" und "Titanic". Denn Satire darf zwar alles - sie muss aber nicht.
Lieber Herr Kuzmany, wie schreibt doch so euphorisch gleich im ersten Beitrag zu Ihrem Artikel ein SPON-Forist:

habe selten einen so treffenden, ehrlichen und aussagekräftigen Artikel im Spiegel gelesen.

Da fühlt man sich doch eigentlich so richtig gebauchpinselt oder?

Das ganze hat allerdings einen kleinen Schönheitsfehler; sollte man den Ausführungen des Foristen tatsächlich folgen, so wird eigentlich deutlich, wie mäßig die Ansprüche der SPON-Leser an die redaktionelle Arbeit der SPON-Redakteure angesiedelt sind.
Bei allem Respekt, den Publitzer-Preis dürfen Sie für Ihre Arbeit sicherlich nicht erwarten.

Natürlich haben Sie Recht, es nervt tatsächlich das z.B. "Charlie Hebdo" in Form der Satire das aktuelle Tagesgeschehen aufgreift.
Natürlich haben Sie es sich verkniffen zu den Karrikaturen bezüglich Pabst, Kirche und christlicher Religionssymbole Stellung zu beziehen, warum sollten Sie auch - die Christen sind doch ein verdammt "pflegeleichtes" Völkchen.

Natürlich verkneifen Sie es sich deutlich Stellung gegen Aufruhr, Mord und Brandschaftzung zu beziehen, im Gegenteil, die unverschämte Satire berechtigt doch jeden Fanatiker zu diesen barbarischen Handlungen, Sie haben ja so Recht!

Jetzt springt auch noch das Satire-Magazin "Titanic" ebenfalls mit einer Karrikatur des "Propheten" auf das Trittbrett der Trittbrettfahrer und dass ebenfalls alles nur mit dem auf die Auflage gerichteten Blick.

Die SPON-Leser sollten Ihnen wirklich dankbar sein, dass Sie diesen Trittbrettfahrern die Maske der "Biedermänner und Freiheitskämpfer" einmal lüften und endlich ihre wahren Motive vor Augen halten - die Auflage ihrer Magazine und dem "schnöden Mammon.

Es gibt aber auch etwas was Sie ganz offensichtlich verschweigen - hat nicht SPON auch schon längst einen Blick auf das "schnöde Mammon" geworfen?

Persönlich versichere ich Ihnen entscheide ich selbst was ich mir ansehe und für was ich mein Geld ausgebe, dass ist ein Teil meiner persönlichen Freiheit die ich mir nicht von Ihren beschriebenen "Trittbrettfahrern" vermiesen aber auch nicht von gewaltbereiten Islamisten nehmen lasse.

Wie zitieren Sie doch Tucholsky auf die Frage was Satire alles darf - "Alles".

Wollen Sie jetzt darüber entscheiden was sein muss oder nicht?

Bei der Beantwortung dieser Frage sollten Sie nicht vergessen das SPON an der Demontage von Wulff nicht unmassgeblich beteiligt war - haben Sie da auch nach dem "Müssen" gefragt...

Bleibt nur zu hoffen, dass durch Ihren Beitrag jetzt weitere "Trittbrettfahrer" davon abgehalten werden ebenfalls aufzuspringen - es wäre dann sicherlich nur noch eine Frage der Zeit bis jedes Trittbrett bricht!

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demo_kratie 20.09.2012, 20:10
194. Kein Freund ...

Zitat von sysop
Klar darf man sich über Religionen lustig machen. Klar darf man dagegen auch protestieren. Aber genauso klar darf man auch sagen: All das dient weniger der Meinungsfreiheit als der Auflage von "Charlie Hebdo" und "Titanic". Denn Satire darf zwar alles - sie muss aber nicht.
... dieser Art der Satire und dieser Form der Kunst.
Aber unsere Gesellschaft funktioniert auf dem Boden von freiheitlichen und demokratischen Strukturen. Wir haben unser Grundgesetz und das funktioniert sehr gut finde ich. Mohammed Witze mögen geschmacklos sein, ebenso wie Papst Witze, aber das ertragen wir locker, weil wir nicht hörig einem Götzen dienen, sondern uns selbst und der Gesellschaft.
Wem das nicht gefällt sollte gehen, da wo er die Grenzen und seinen Verstand dicht machen kann.
Es zeigt sich immer mehr, das wir nicht zusammenpassen.

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c++ 20.09.2012, 20:13
195.

Zitat von kuntakinte
Beleidigt man Schwarze, ist das Rassismus. Beleidigt man Juden, ist man Antisemit. Beleidigt man Homosexuelle, nennt man das Intoleranz. Beleidigt man den Islam, nennt man das Meinungsfreiheit...komische Logik
Beleidigt man fromme Katholiken, dann ist das Fortschritt, beleidigt man Menschen mit konservativem Familienbild, ist das progressiv, beleidigt man Nationalkonservative, dann ist das Pflichterfüllung....
Die "komische Logik" ist, in einer freiheitlichen Gesellschaft darf man alles, die Meinungsfreiheit ist nicht nach Gutsherrenart auf bestimmte Gruppen zu reduzieren. Das ist nämlich nicht komisch.
Die Meinungsfreiheit im Sinne der political correctness einzuschränken bedeutet, das Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Namen der Scheindemokratie anzugreifen.
Es gilt, dieses Recht zu schützen und zu verteidigen.

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gnatzbläke 20.09.2012, 20:14
196. Noch besser wäre das Ganze ohne Nachsatz

Zitat von kuntakinte
Beleidigt man Schwarze, ist das Rassismus. Beleidigt man Juden, ist man Antisemit. Beleidigt man Homosexuelle, nennt man das Intoleranz. Beleidigt man den Islam, nennt man das Meinungsfreiheit...komische Logik
Das würde mir noch mehr gefallen, wenn kuntakinte "... komische Logik" weggelassen hätte.

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julian_b 20.09.2012, 20:16
197. Mohammed Comics

Echte Satire kennt keine Grenzen, keine Rücksichtnahme und keinen freiwilligen Verzicht, alles andere ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und der Freiheit der Kunst durch die Hintertüre. Und ich habe keine Lust, mich dem Mob der ngst machen lassen.
Julian

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coldplay17 20.09.2012, 20:27
198.

Zitat von Bruder Theodor
Nur ist Mohammed nicht ein Pfarrer, sondern eine überpersönliche, übergreifende Glaubensgestalt, ein nahezu Symbol schon. Oder Mohammed ist ein Symbol. Wenn man mal als Grundlage nimmt, dass die Menschen auf der Welt alle irgendwie ähnlich sind, so haben sie auch ein Bedürfnis danach, als gleichberechtigte Teile zu dieser Welt und zu diesem Planeten zu gehören. Auf diesem Planeten nun kommen Vertreter der reichen Seite der Welt daher und verunglimpfen die andere Seite. Sie nennen das Satire. Sie drehen sich alles so hin, dass es in ihr Wertesystem paßt, nach einem makavelischem Prinzip, dass der Starke eh immer Recht hat. Drehen Sie sich die Sache doch um: Länder des Islam sind die Starken und die Gebildeten und die Reichen, sie haben die vielen Unis und bringen die gesamte technische Entwicklung auf die Bühne, während Sie in Baden-Württemberg den Mutterboden noch mit dem vom Pferd gezogenen Pflug umwerfen und Tauschwirtschaft betreiben. Diese Islam-Länder nun haben Zeitungen, die zeigen einen besoffenen, Heroin sich gespritzt habenden, in die Ecke pinkelnden Jesus. Jene Figur, über die Sie jeden Sonntag während der Andacht in der Kirche hören. Mir scheint die Satire-Sache doch ihren Entstehungsort dort zu haben, wo Geltungsdrang und Langeweile herkommen. Gestern bombten die NATO-Länder noch Diktatoren vom Thron, heute kommen die Leute dieser Länder und verunglimpfen die Religionsgestalten der Länder. Wer kennt denn Mohammed wirklich aus dem Westen? Niemand. Kein Schwein interessiert sich für Mohammed oder den Koran. So wie kein Hammel auf der anderen Seite sich für ins Gesicht atmende Kühe an der Jesuskrippe mit Stroh drinnen interessiert, oder was irgendein Johannes, Matthäus oder Lukas oder Nietzsche gesagt haben, oder warum alle bei Wagners Walkürenritt abgehen. Medienglobalisierung und ihre Folgen. Aus solch Nichtigkeiten entstehen Kriege. Wer sich die Frage der Ethik in der Wissenschaft stellt, der hat sich auch die Frage der Ethik in der freien Meinungsäußerug zu stellen.
Ich bitte Sie, Satire ist doch keine Frage von Reich und Arm.

Satire nimmt in der Regel die Mächtigen auf's Korn und der
Islam ist mächtig. Leider.

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whitemouse 20.09.2012, 20:27
199.

Zitat von flanke
Wieso kollidiert die Meinungsfreiheit mit der Religionsfreiheit? Was hat die Freiheit meine Meinung äußern zu dürfen, mit der Freiheit eines Anderen zu tun, seinen Glauben zu leben? Und wo steht, dass die Meinungsfreiheit bei Benutzung "...zur Herabwürdigung einer Glaubensgemeinschaft..." seine Grenze hat?
In § 166 StGB.

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