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Mohammed-Witze: Trittbrettfahrer der Meinungsfreiheit
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Klar darf man sich über Religionen lustig machen. Klar darf man dagegen auch protestieren. Aber genauso klar darf man auch sagen: All das dient weniger der Meinungsfreiheit als der Auflage von "Charlie Hebdo" und "Titanic". Denn Satire darf zwar alles - sie muss aber nicht.

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heilige kuh 21.09.2012, 16:23
340. zu kreuze kriechen

Zitat von sysop
Klar darf man sich über Religionen lustig machen. Klar darf man dagegen auch protestieren. Aber genauso klar darf man auch sagen: All das dient weniger der Meinungsfreiheit als der Auflage von "Charlie Hebdo" und "Titanic". Denn Satire darf zwar alles - sie muss aber nicht.

Lesen Sie doch mal den Beitrag in der "Zeit" von heute. Vor dem Mob ewig zu Kreuze zu kriechen - dies treibt die weltweit Tobenden erst recht an, ein ewiges Zurückweichen und das Beschimpfen der falschen Seite. Wer bomt und brennt und schießt? Und nennen Sie doch mal einen moslemischen Staat, der kein failed state ist...
Ich meine den Artikel "Respekt? Vor wem?" in Zeit online. Seit wann verbeugen Sie sich denn in Permanenz vor politischen Fanatikern?? Feigheit?-!

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flitzpane 21.09.2012, 16:23
341. Gott oh Gott...

Wunderbar, Herr Kuzmany, der Mob entlarvt sich also selbst. Merken Sie sich diesen Satz, wenn der Mob irgendwann vor ihrer Tür steht, weil sie nach den willkürlich gesetzten Empfindlichkeitsgrenzen plötzlich auch zu weit gegangen sind. Und "2005 wurde schon alles zum Thema Meinungsfreiheit gesagt"? Erzählen sie das den Jyllands-Posten-Zeichnern in ihren Exilen oder vielleicht lieber Theo van Gogh...

Ihr armseeliges, ängstliches Textchen zeugt davon, dass Sie das Grundproblem nicht verstanden haben: Spätestens seit 2005 besteht eine massive Zensur der Angst, weil jeder, der sich satirisch zum Islam äußert damit rechnen muss, dass morgen jemand mit einer Axt in seinem Haus steht (siehe Kurt Westergaard). Wenn man diese Einschüchterung erst einmal akzeptiert hat, kann sie eigentlich beliebig verschärft werden: heute ist es eine Mohammed-Karikatur, morgen SPIEGEL-Journalist zu sein und übermorgen einen Bikini zu tragen.

Wenn das für Sie ok ist, wunderbar. Aber dann wandern sie doch bitte in die entsprechenden Gebiete aus. Hier muss weiter ABSOLUTE und nicht abgewogene Kunst- und Meinungsfreiheit gelten, denn die letztere ist keine.

Herr Kuzmany, freuen sie sich, dass ihr Text (der übrigens extrem nervt) von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Schauen wir mal, wie lange noch, wenn Appeaser wie sie den öffentlichen Diskurs bestimmen...

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tradutor 21.09.2012, 16:50
342. Religionskriege als Abwehr?

Zitat von Bondurant
das gilt in Europa seit der Aufklärung zum Glück nicht mehr. Ich kann Ihnen auch erklären, warum das so sein muss: Monotheistische Religionen haben naturgemäß einen Anspruch der absoluten Gültigkeit gegenüber Menschen, auch den Nichtgläubigen. Hätten sie das nicht, wären sie kaum ernst gemeint. Denn auch die Nichtgläubigen unterstehen nach Meinung des Religiösen dem Willen des einen Gottes, der für alle gilt. Und gegen solche Zumutung darf man sich auch drastisch wehren.
Natürlich muß man sich wehren können. Aber nicht in dieser Form.
Das Video war doch keine Reaktion der Abwehr, sondern eine gezielte Provokation unter Mißbrauch der Meinungsfreiheit.
Ich bin Atheist, das Gefühl mich einem überirdischen Willen unterwerfen zu zu müssen kenne ich nicht.Den Anspruch darauf auch nicht.

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Bondurant 21.09.2012, 17:01
343. Aha

Zitat von tradutor
Natürlich muß man sich wehren können. Aber nicht in dieser Form.
Sondern in welcher
Zitat von
Ich bin Atheist, das Gefühl mich einem überirdischen Willen unterwerfen zu zu müssen kenne ich nicht.Den Anspruch darauf auch nicht.
Sie müssen das auch nicht kennen. Das machen die anderen schon für Sie mit. Bedenken Sie: der wahrhaft Gläubige ist schließlich auch von seiner Religion her verpflichtet, auch für Ihr Seelenheil zu sorgen. Indem er Sie z.B. bekehrt.

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Kühniker 21.09.2012, 17:01
344.

Zitat von Bondurant
.... Aber hier eine Idee: vielleicht wollen die Satiriker ja mal zeigen, wie schnell Anhänger des Islams - keineswegs alle, aber auch nicht wenige - bereit sind, ihre Religion mit Gewalt zu "verteidigen". Das ist doch auch eine Erkenntnis, oder?
Das ist eine sehr wesentliche Erkenntnis, leider stößt sie auf taube Ohren, blinde Augen.

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Kühniker 21.09.2012, 17:04
345.

Zitat von Koana
...sollten sie wirklich so pervide sein? ....
Das ist eine interessante Wortschöpfung aus perfiide und pervers.

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Bruder Theodor 21.09.2012, 17:05
346. Kleine Antwort

Zitat von flanke
Ich soll mir die Länder des Islam als die der Gebildeten vorstellen? Als Länder, aus denen der technische Fortschritt kommt? Sorry, aber das sprengt jede Vorstellungskraft! Was glauben Sie denn, woher das Iphone und das Internet stammen, über die sich die muslimischen Selbstmordattentäter koordinieren? Und woher der Porsche stammt, mit dem der muslimische Bruder in Dubai gelangweilt um die Häuser fährt? Der technische Fortschritt, den die betuchteren islamischen Brüder genießen, ist das Produkt der FREIHEIT. Sie sind das Ergebnis eines jahrhundertelangen Kampfes gegen Entmündigung durch religiöse Indoktrination und Unterdrückung. Sie sind nicht die intellektuelle Essenz eines Kulturkreises, in dem Menschen wegen angeblicher Beleidigung ihrer Propheten durch ein Filmchen oder durch einige Karikaturen brandschatzend und mordend durch die Städte ziehen.
Ob Produkt DER Freiheit, sei dahingestellt. Er, der technische Fortschritt, ist im Mindesten ein Produkt eines stetigen Ringens, und er ist Folge von Veränderungen und Anpassungen. In den 50er Jahren waren Bikinis noch der große Affront, vergessen Sie das nicht, und vergessen und übersehen Sie die eigenen Verklemmtheiten nicht minder. Was meinen Sie, was passiert, und was soll anders passieren, wenn Sie in ein Land wie Afghanistan einmarschieren, ein Mittelalter, was Sie betreten, und Sie zeigen auf Ihrem iPhone stolz die letzten Internetpornos aus Kalifornien? Diesen Sprung, den Sie von anderen zu machen erwarten, führt sie in die Absurdität - und wenn man Albert Camus und seinen Sisyphos hier etwas bemühen will, und diesen Sprung können die Leute nicht machen, diese Absurdität zu leisten sind sie nicht gewillt. Eine gesunde und verständliche Reaktion also. Sie versuchen Unflanschbares miteinander zu verbinden wie ein Einstein, in Zeit und Raum, und das eben geht nicht. Und doch sind die Menschen überall ähnlich, und wenn Sie eine Weile ohne iPhone sind, statt dessen morgens die Kühe melken und sie auf die Weide führen, stelllen Sie fest, dass Sie, egal was Sie machen und wo, am Ende auch nichts weiter taten, als Wind und Wetter zu wehren und sich zu ernähren. Das nur wieder mit anderen Mitteln und Werkzeugen passiert, hier rudimentärer, dort elaborierter.

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stefanovic 21.09.2012, 17:05
347. Unglaublich

Ich stimme zu. Und noch etwas Anderes: Mir wird bei den Kommentaren der "Wichtigtuer", die ich hier lese oft mulmiger als bei den Bildern von aufgestachelten "Wichtigtuern" in den Medien. Hier sitzen Menschen, die offensichtlich keine Bescheidenheit in sich tragen, die vorgeben, den Islam in und auswendig zu kennen, die vorgeben das Gen der Aufklärung vererbt bekommen zu haben, die glauben, sie wären die Verteidiger der hohen Werte der westlichen Welt und die vor allem vorgeben, dass vorsichtigeres Abwägen und Differenzieren Schwäche bedeuten. Es nervt nicht nur, es ist unerträglich arrogant

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chang55 21.09.2012, 19:44
348. Wenn..

...dieses "müssen" nicht so klänge, als ob ers am liebsten verbieten würde...man wird sich nicht herauswinden können, auch wenn es der deutschen Nachkriegsseele zutiefst zuwider ist, Farbe zu bekennen. Ich kann jedenfalls versichern, das es Menschen gibt, die aus dem 20.Jh. die richtigen Schlüsse gezogen haben, und sich bei Gegenwind nicht winselnd verkriechen.

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hfftl 21.09.2012, 22:14
349. Falsch.

Zitat von tweetybird277
dass Satiremagazine mit Karikaturen Geld verdienen möchten und dabei ein Thema aufgreifen, dass aktuell in den Medien und der Gesellschaft diskutiert wird. Dabei könnten sie doch auch Klein-Erna-Witze graphisch darstellen. Sie haben Recht, Herr Kuzmany, wo soll das nur hinführen!
Auf das Wie kommt es an. Nur darum geht es.

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