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Monty-Python-Klassiker: Jesus-Satire "Leben des Brian" wäre heute zu riskant

Als die Comedy-Truppe Monty Python 1979 "Das Leben des Brian" ins Kino brachte,*wurde der Film trotz Kirchen-Protest zum Hit. Heute*würde er*sich eine Jesus-Satire wie*diese*"zweimal überlegen", sagt Regisseur Terry Jones - die öffentliche Rolle der Religion sei viel*stärker als damals.

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uinen_osse 11.10.2011, 19:07
20. Richtig

der Papst würde eine Fatwa erlassen und die Monty-Pythons wären heute in Lebensgefahr weil radikale Katholiken sie in die Luft sprengen würden, oder?

Gehts eigentlich noch dümmer?

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uinen_osse 11.10.2011, 19:10
21. Wäre der Programmdirektor auch in Lebensgefahr

Zitat von w108fan
Wäre ich Programmdirektor in einem großen TV Sender, würde ich den Film am Heiligabend um 20:15 zeigen. Allein über die Beschwerdebriefe könnte ich mich bis Ostern beömmeln.
und müsste sich verstecken wie ein gewisser dänischer Karrikaturist?

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Sleeper_in_Metropolis 11.10.2011, 19:16
22.

Zitat von Bondurant
Terry Jones' Botschaft ist verschlüsselt. Eigentlich will er sagen, dass man einen entsprechenden Film heute über den Islam nicht machen könnte, weil man dann um sein Leben fürchten müsste.
Das will er wohl damit sagen, aber verschlüsselt hat er diesbezüglich eigentlich fast nichts. Er erwähnt ja sogar Salman Rushdie.


Zitat : "Er glaubt, dass sich die Rolle der Religion heute dramatisch geändert habe: "Sie ist mit aller Macht zurückgekommen, und wir würden es uns heute zweimal überlegen, ob wir diesen Film drehen würden." "

Das würde ich nun aber gänzlich anders sehen als Terry Jones. Ich weiß ja nicht, wie es in England aussieht, aber wo ist denn die christliche Religion zurückgekommen oder gar noch stärker geworden ? Die ist seit ca. den sechziger Jahren steil auf dem absteigenden Ast, ich kann da keine Unterbrechung sehen.

Es dürfte eher umgekehrt sein, zu der Zeit, als "Das Leben des Brian" gedreht wurde hatte die Religion eher stärkeren Einfluss als heute.

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flr2 11.10.2011, 19:19
23.

Muslime sind humorlos und leicht erregbar. Mit denen ist nicht gut Kirschen essen.

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Meskiagkasher 11.10.2011, 19:31
24. Ja aber.

Zitat von yilderim
Solange die Moslems nicht einen solchen Film über den Islam ertragen können, wird es mit der Demokratiefähigkeit des Islam auch nichts.
Wir lassen uns nicht die Laute von Leuten vermiesen, die einem Propheten nachlaufen, der einem neunjährigen Mädchen beischläft.

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Tarja13 11.10.2011, 19:44
25.

Zitat von liedzeit
Das können Sie mal denken, aber dafür dass Jesus Humor hatte, werden Sie keinen Beleg finden. Whitehead nannte mal die völlige Abwesenheit von Humor in der Bibel eine der erstaunlichsten Eigenarten der Literatur. Die einzige lustige Stelle, das Kamel, das nicht durchs Nadelöhr geht, entstand durch eine falsche Übersetzung.
Also wenn ich Witze lesen will, würde ich halt nicht in ein religiöses Werk gucken. Außerem ist es doch völlig wurscht, ob Jesus Humor hatte oder nicht, denn abgesehen davon, dass das heute keiner mehr herausfinden wird, sehe ich keinen Vers in der Bibel, der Christen Humor irgendwie untersagen würde.

Zitat von liedzeit
Wenn ich dagegen unseren Papst sehe, kann ich mir nicht vorstellen, dass der humorfrei ist
Naja, der muss sich von Amts wegen natürlich über derart frevlerische Filme aufregen, aber ganz ehrlich: Wer den Film ansehen kann, ohne zu lachen, der hat ihn nicht verstanden. Das gilt auch für unser Väter Väter Väter Väter...

Im übrigen sei die Redaktion noch darauf hingewiesen, dass Brian mitnichten für Jesus gehalten (vom Anfang im Stall mal abgesehen) und deshalb ans Kreuz geschlagen wird. Brian wird gekreuzigt, weil er bei einem jämmerlich fehlgeschlagenen Entführungsversucht gefangen genommen wird.

Interessant finde ich den Film aber auch deshalb, weil er in letzter Zeit ungewollt an Aktualität gewinnt: Man möge nur einmal die "Volksfront von Judäa", die sich von ihrem drückbergerischen Anführer bis ins extrem Groteske instrumentalisieren lässt, mal mit modernen Terrororganisationen vergleichen: Selbstmordattentate und andere "Aktionen" werden auch bei denen seltsamerweise nie von den Anführern verübt, nur vom ersetzbaren Fußvolk, das auch heute noch nicht begreift, dass es von seinen Anführern nur als Kanonenfutter zur Befeuerung eigener Machtansprüche missbraucht und geopfert wird.

Und bei Wahlen gilt ja schließlich auch noch: Jeder nur ein Kreuz bitte...

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Digger69 11.10.2011, 19:46
26. Aber jeder nur ein Kreuz !!!

Zitat von glchao
Ich kann nur sagen: Ihr seid alle Spalter! Ja, Spalter von der Volksfront. Und die mit dem Kreuz, bitte die zweite rechts...
Solange es Menschen gibt, die das "geschriebene Wort" als von Gott diktiert ansehen, Leben wir noch immer Gedanklich in der Steinzeit. Ohne Religionen wäre die Welt um ein vielfaches besser. Das ist meine 100%ge Überzeugung.

Und irgendwie hat sich der Trend nach einer gewissen Zeit der Aufklärung wieder umgekehrt. Islamisten,Kreatonisten...und nicht zu vergessen "unser"!? Papst (also meiner isses nicht!) der wieder Exorzisten ausbilden lässt und überhaupt irgendwie völlig den Bezug zur realität verloren hat, sind eindeutige Zeichen dafür, das wir uns wieder Richtung Mittelalter Bewegen.
Man darf ja nichtmal mehr Strichmännchen mit Lunte auf dem Turban malen, ohne dafür zum Tode verurteilt zu werden.
Hier anders???? Weit gefehlt! Ich hab Jesus mal im schönen Frankenland in einer geselligen Runde "Lattenjupp" genannt. Das hat bei mir zu spontanen Zahnverlust geführt weil Prompt zwei nette Menschen sich ganz Christlich auf mich stürtzten. Bis dahin haben wir uns Prima verstanden.
Auge um Auge.....
Steinzeit halt.

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albert schulz 11.10.2011, 19:53
27. Langsam mit die Pferde

Die Siebziger waren noch aufmüpfig, im Kern übrigens weniger als die Fünfziger. Das Zweite vatikanische Konzil war ebenfalls eine Revolution. Es war eine Zeit, in der man denken durfte. Und jede Menge Tabus in Frage stellen und polemisieren. Bereits 69 wurde auf Druck der FDP der Blasphemieparagraph gestrichen.

Heute leben wir in einer absolut reaktionären Zeit, was Gedankenfreiheit angeht, obwohl wir weit weniger fromm sind als damals. Wir mögen nicht mehr denken, und sagen wollen wir es auch nicht. Man beobachte einfach mal, wie schwer sich Journalisten tun, wenn es um den lieben Gott geht, sie lassen ihn weg. Tatsächlich machen sie sich vor lauter Angst ins Hemd. Man kritisiert nicht mehr, nicht Gott, nicht die Bibel, nicht die Religion, nicht mal mehr die Kirchen. Und auch die Anthroposophen nicht, nicht die Scientologen, nicht die ganzen Ableger asiatischer Religionen. Lediglich der Islam ist abgrundtief böse. Teufelswerk, ganz und gar mittelalterlich. Machen aber nur erklärte Vollidioten, der Papst sicher nicht.

In allen Portalen setzt man sch gepflegt in die Nesseln, wenn man heute Goethe oder Woody Alen zitiert und riskiert nicht nur Feindseligkeit oder Rausschmiß. Ich habe erlebt, wie auf einem sehr lebendigen und winzigen Portal der Provider dafür sorgte, daß tausende von nicht genehmen Beiträgen gelöscht wurden, auch die des offiziellen Forenbetreibers. Es wird unglaublich hart durchgegriffen, aber immer hintenrum, nie öffentlich oder zu belangen. Die Macht der Kirchen ist der helle Wahnsinn. Jeder Schreiner oder Müllwerker sollte es sich dreimal überlegen, ob er aus der Kirche austritt. Und höhergestellte Adepten, die Karriere machen wollen, sollten es gar nicht mehr erwägen.

Man beobachte einfach mal spaßeshalber, wie selten sich versierte Theologen an Religionsthemen beteiligen. Keiner, es sind allesamt begeisterte und zumeist miserabel kundige Laien. Die Kirche hat Macht, aber sie hat es absolut nicht nötig, diese zu zeigen. Das ist Macht.

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jüttemann 11.10.2011, 20:04
28.

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
... Ich weiß ja nicht, wie es in England aussieht, aber wo ist denn die christliche Religion zurückgekommen oder gar noch stärker geworden ? Die ist seit ca. den sechziger Jahren steil auf dem absteigenden Ast, ich kann da keine Unterbrechung sehen. Es dürfte eher umgekehrt sein, zu der Zeit, als "Das Leben des Brian" gedreht wurde hatte die Religion eher stärkeren Einfluss als heute.
Ansichtssache.
Die Unbefangenheit, mit der sich heute Prominente, weniger Prominente aber vor allem auch Jugendliche zu ihrem christlichen Glauben bekennen, wäre bei uns in den späten 60ern und 70ern noch undenkbar gewesen. Damals galt etwas anderes als schick und modern.
Auch vom "absteigendem Ast" kann nach den letzten Bertelsmann-Untersuchungen keine Rede mehr sein, es gibt heute zwar keine Renaissance des christlichen Glaubens, aber ein dramatisches Abnehmen ist auch nicht feststellbar. Dass sich 70 % der Deutschen als "religiös" bezeichnen, daran hat sich seit vielen Jahren so gut wie nichts geändert.

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albert schulz 11.10.2011, 20:35
29. Reklame ist was für Doofe

Zitat von jüttemann
... Dass sich 70 % der Deutschen als "religiös" bezeichnen, daran hat sich seit vielen Jahren so gut wie nichts geändert.
Es zahlen aber nur noch etwas mehr als fünfzig Prozent die Kirchensteuer. In den Niederlanden gelten bestenfalls noch dreißig Prozent als gläubig.

Es gab noch nie so wenige Gläubige, und die Macht der Kirchen ist dennoch überaus gravierend. Ganz banal.

In die Kirche geht übrigens auch keiner, auch unsere Moslems nicht.

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