Forum: Kultur
München-"Tatort" über rumänische Bettler: Weihnachten brutal
ARD/ BR/ Walter Weh

München wartet gestresst auf Heiligabend, in einer Kapelle liegt ein totes Baby. Der "Tatort" über rumänische Bettler sucht die Balance zwischen Weihnachtsschnurre und Elendsreport. Vergeblich.

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spontanistin 23.12.2016, 17:48
1. Oh du fröhliche,...!

Worin besteht nur Reiz solcher fiktionalen Tatort-Inszenierungen? Befriedigung einer Lust am Abnormen und Perversen? Handlungsanweisung für potentiell Kriminelle, deren Heldentaten filmwürdig sind? Mitleid erzeugen mit den ach so überforderten Polizisten mit ihrem so stressigen Privatleben? Umsetzung des öffentlichen Informations- und Bildungsauftrags? Und wer schaut sich soetwas überhaupt (noch) an?

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franxinatra 23.12.2016, 18:14
2. Wie würde das Traumschiff&Tatort-Publikum auf House of cards reagieren?

So wie sich die Filmkritik liest müßten die Netflix-Produkte das ÖR-Rezipientumtum glatt in die Arme(e) der AfD treiben.
Aber aus einem Elfenbeinturm betrachtet ist ein Stein des Anstoßes in seiner Wirkung nie wirklich begreifbar...

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upalatus 23.12.2016, 20:53
3.

Ein Tatort oder ähnliches kann schwere und berechtigte Themen haben, aber lasst doch bitte die Menschen wenigstens die paar Tage um Weihnachten rum einfach mal so etwas wie ein wenig Ruhe. Manchem mag nun das Wort 'Realitätsverweigerung' auf der Zunge liegen, ich nenn's Verschnaufpause.

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Bernd.Brincken 23.12.2016, 21:30
4. Unterhaltung

Wie kann man nur dieser ewig klischeehaften Krimi-Serie eine gesellschaftliche Bedeutung beimessen?

Bitte demnächst auch die aktuelle Folge von "Cobra Autobahnpolizei" auf zeitgeschichtliche Konnotationen abklopfen.

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betaknight 24.12.2016, 23:16
5.

Zitat von upalatus
Ein Tatort oder ähnliches kann schwere und berechtigte Themen haben, aber lasst doch bitte die Menschen wenigstens die paar Tage um Weihnachten rum einfach mal so etwas wie ein wenig Ruhe. Manchem mag nun das Wort 'Realitätsverweigerung' auf der Zunge liegen, ich nenn's Verschnaufpause.
Ihnen da nur zustimmen kann, es wäre sehr angenehm zumidnest einmal im JAhr 3 Tage haben wo man von all der Negativität verschont bleibt. Man braucht sich über die Stimmung der Menschheit nicht wundern wenn man jeden Tag damit angefüttert wird.

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kritischerdenker2 24.12.2016, 10:07
6.

Danke, dann weiss ich ja gleich das ich mir den (mal wieder) sparen kann. Meine Tatort-Quote ist in den letzen Jahren von 80 % auf gefühlte 2 % gesunken. Zuviel billige Effekte, unglaubwürdige, völlig verquarste Geschichten, viel zu viele Psychos als Ermittler, überdramatische Musik. Nee, Tatort war mal... Fernsehen hatte noch nie mit Realität zu tun, aber es sollte sich dabei zumindest um glaubwürdige Charakter und Geschichten handeln und das bitte ohne pseudointellektuelle Bildsprache.

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brooklyner 24.12.2016, 11:36
7.

Sorry, das mögen zwar rumänische Staatsbürger sein, aber wie auch auf dem Alexanderplatz oder vor der Gedenkstätte für die ermordeten Sinti und Roma, sind die bettelnden Taschendiebe in erster Linie Zigeuner.

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klmo 24.12.2016, 13:32
8.

Zitat von spontanistin
Worin besteht nur Reiz solcher fiktionalen Tatort-Inszenierungen? Befriedigung einer Lust am Abnormen und Perversen? Handlungsanweisung für potentiell Kriminelle, deren Heldentaten filmwürdig sind? Mitleid erzeugen mit den ach so überforderten Polizisten mit ihrem so stressigen Privatleben? Umsetzung des öffentlichen Informations- und Bildungsauftrags? Und wer schaut sich soetwas überhaupt (noch) an?
Ich prinzipiell nicht. Solch einen Klamauk können Sie vergessen.

An die Strassenbettler in den Fußgängerzonen hat man sich mittlerweile gewöhnt. Dabei ist den Behörden bekannt, dass die strukturell als Banden organisiert sind. Paradox: Kommt beim Passanten Mitleid auf und man spendet, profitiert nicht der arme Bettler, sondern im Hintergrund der Genove, der organisiert und die Bettler dirigiert.
Jedes Mal, wenn ich diese Szenarien in den Fussgängerzonen erlebe, kommt stille Wut in mir auf. Es grenzt schon fast an moderne Sklaverei, wo man mit der Not von Menschen ein schamloses und skrupelloses Geschäft betreibt. Natürlich sind unsere Behörden machtlos oder überfordert - und schließlich duldet man dieses Phänomen.

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klmo 24.12.2016, 13:43
9.

Zitat von kritischerdenker2
Danke, dann weiss ich ja gleich das ich mir den (mal wieder) sparen kann. Meine Tatort-Quote ist in den letzen Jahren von 80 % auf gefühlte 2 % gesunken. Zuviel billige Effekte, unglaubwürdige, völlig verquarste Geschichten, viel zu viele Psychos als Ermittler, überdramatische Musik. Nee, Tatort war mal... Fernsehen hatte noch nie mit Realität zu tun, aber es sollte sich dabei zumindest um glaubwürdige Charakter und Geschichten handeln und das bitte ohne pseudointellektuelle Bildsprache.
Bei Serien sind Zeit und Produktionskosten vorgegeben, was wollen Sie dann vom Drehbuch/Autor und Regie/Darsteller bei solchen Massenproduktionen eigentlich mehr erwarten?
Delikat wird es, wie die Beitragsgelder aufgeteilt und versenkt werden. Ich könnte wetten, dass ein großer Teil in die Verwaltung und Gehälter der Fernsehanstalten verschwindet.

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