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Mürrische deutsche Leitkultur: Meister der Pampigkeit
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Zu unserer Kultur zählt der Grobianismus. Das bisschen Höflichkeit, das wir an den Tag legen, haben vermutlich die Ausländer mitgebracht. Wir brauchen dringend mehr davon.

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mannheim1978 20.10.2018, 16:18
110. Hallölle

Ich finde den Artikel recht gut, weil er in 2 Richtungen Kritik enthält, allerdings auch sehr deutsch geschrieben.

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moritz27 20.10.2018, 16:25
111. Liebe Frau Ataman,

so richtig unfreundliche Menschen habe ich erst in Form von verschiedenen Busfahrern in Berlin kennengelernt. Einstieg erreicht, Türe geschlossen und abgefahren, freundliche Frage nach Umstiegsmöglichkeit mürrisch mit Verweis auf den Aushang gekontert usw..
Erst als ich den Trick herausgefunden habe, dass das Vorgauckeln vollkommener Hilflosigkeit das Herz der Berliner erreicht, hatte ich auch dort keine Probleme mehr.
Dagegen ist Nürnberg ein Ausbund voll freundlicher Menschen. Außerdem beugt der Franke einer negativen und daher unfreundlich wirkenden Antwort bereits in der Fragestellung vor. Heißt es überall im sonstigen Land beim Bäcker: "Haben Sie vielleicht eine 10-Cent-Münze?", wird Sie die Verkäuferin in Nürnberg so fragen: "Gell, a 10-Cent-Münze ham Sie net?". Falls tatsächlich nein, trennt man sich freundschaftlich, da die Erwartung ja erst gar nicht da war. Falls doch, haben beide Seiten einen wundebaren Glücksmoment erleben dürfen. Mit besten Grüßen aus Ihrer mittelfränkischen Heimat Mittelfranken.

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schwarzeliste 20.10.2018, 16:26
112. Pauschalisierend

Ich habe auch schon extrem unfreundliche Türken und Araber erlebt. Da wird man zum Beispiel völlig unvermittelt nach Zigaretten gefragt, da schrillen bei mir schon alle Alarmglocken, und zwar so: hast Du ne Zigarette, und nicht so: Entscheidung, es würde mich freuen, wenn sie eine Zigarette übrig hätten. In Deutschland gibt es große regionale Unterschiede, als besonders unfreundlich gilt Berlin, aber selbst da gibt es auch freundliche Verkäuferinnen

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phatz 20.10.2018, 16:26
113. Biodeutsche

Ziemlich witzig, wie die Kommentatoren hier über eine humorvolle Kolumne motzen, die die Unhöflichkeit der Deutschen zum Thema hat! Bei manchen schwingt dann noch ein bisschen Rassismus mit. Dabei ist doch völlig logisch, dass eine solche Betrachtung nur von jmd. stammen kann, der eben keine 5 Generationen (oder wie viele müssen es sein?) deutsch ist. Aber lieber erstmal aufregen. Herrlich, meine Landsleute. Fehlt nur noch der Gartenzaun.

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Lykanthrop_ 20.10.2018, 16:30
114.

Zitat von bärlach
Mir war die Unfreundlichkeit der Deutschen nicht bewusst, bis ich mit zwanzig zum ersten Mal für längere Zeit ins Ausland ging. Jedes Heimkommen war wie eine kalte Dusche. Besonders ernüchternd finde ich die Auffassung etlicher Kommentatoren, Freundlichkeit sei nicht mit Effizienz und Aufrichtigkeit vereinbar.
Schauen Sie sich in der Welt um, ob in Amerika oder Asien, überall findet man übergroße aufgesetzte Freundlichkeit.
Nett gesagt ist dann oft auch nett und ehrlich gemeint, aber eben oft auch nicht. Immer mit einem Lächeln herumzulaufen, nur aus Verpflichtung wäre mir viel zu anstrengend. ;)
Dann lieber liebevoll mürrisch, aber von Herzen oder nett von Herzen, das soll es in Deutschland auch gelegentlich geben.
Und Selbsthass ist übrigens ebenso deutsch, wie Nazismus, das Eine ist der Schatten des Anderen.

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quark2@mailinator.com 20.10.2018, 16:30
115.

Zitat von irobot
Da muss ich widersprechen. Die sogenannte "Berliner Schnauze" ist der Inbegriff für Rüpelhaftigkeit und unmögliches Benehmen. Mir ist es noch nirgendwo sonst passiert, dass wenn ich nach dem Weg gefragt habe, als Antwort "Koof dir nen Stadtplan" zu hören bekam.
Ich muß das leider bestätigen, da ich auch viel in Berlin und Brandenburg unterwegs bin, der Tonfall ist unmöglich. Dabei bin ich in der Region aufgewachsen und eigentlich daran gewöhnt, aber es ist mitunter trotzdem schwer zu ertragen, wie pampig und dummfrech der Umgang oft ist. Manchmal habe ich den Eindruck, es wäre völlig vorbei, wenn hier nicht in den 70ern so viele von außerhalb zugezogen wären. Und das braucht man sich auch nicht als lokales Kulturgut einzurahmen, das gehört abgeschafft.

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shotaro_kaneda 20.10.2018, 16:31
116.

Jede Nation/Menschenschlag hat seine Eigenheiten. Ist halt so. Es gibt eine wunderschöne Simpsonsfolge, wo Rucksackdeutsche das Haus der Simpsons belagern. Auch hier wurden wir als unfreundlich, direkt und vor allem belehrend dargestellt (hat Frau Ataman hier vergessen). Wenn wir nun allerdings über Eigenarten der Japaner, der US-Amerikaner, der Polen usw. eine "Folge" aus unserer Sicht drehen würden, würden auch nur Stereotype bei rauskommen. Da ich beruflich viel mit Menschen in ganz D zu tun hab, fällt einem natürlich auf, dass man Anfangs schon "effizient" kommuniziert. Wir Deutschen müssen einfach ersrmal auftauen. Wenn wir das Gegenüber dann besser kennen, dann sind wir auch sehr freundlich. Ich lade andere übrigens auch nicht zu Haus zum Essen ein, sondern eher auf ein Bier :-). Auch so eine Eigenheit der Deutschen. Genauso wie das Grillen im Sommer, wo eigentlich auch immer Leute mit eingeladen werden (die man besser kennt).

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isar56 20.10.2018, 16:32
117.

Zitat von Tante_Frieda
Auch ich gehöre zu denen,die sich immer wieder mal über unfreundliche Zeitgenoosen ärgern,von denen es mehr gibt als man sich wünscht.Typisches Alltagsbeispiel: Man grüßt freundlich,erhält aber keinen Gegengruß.Der einzige Trost:Die Deutschen sind nun mal nicht besonders freundlich - den Bewohnern ihrer engeren Heimat gegenüber ebenso wie gegenüber Fremden.Grob gesagt,könnte man - etwas verallgemeinernd,zugegeben - argumentieren,dass Norddeutsche einen Ticken freundlicher miteinander umgehen als die Bewohner der etwas reicheren Süddeutschlands.Das überrascht auf den ersten Blick - dennoch ist m.E. die vielgescholtene Berliner Schnauze erträglicher als etwa das Gemaule einer schwäbischen Verkäuferin.Apropos Schwaben:Die haben eine starke Ähnlichkeit mit den von der Autorin zu Unrecht so gelobten Schweizern - beide sind gerade so lange freundlich,wie sie einem etwas verkaufen wollen.Danach siegt wieder die schwäbische wie auch die schweizerische Sparsamkeit - man könnte sich ja womöglich verausgaben,wäre man zu freundlich zu seinen Mitmenschen...
Gerade in Süddeutschland passierte mir Ungewöhnliches: nach dem Tod meiner Schwester rännen mir auf dem Heimweg im Zug Tränen übers Gesicht. Eine ältere Frau umarmte mich und fragte: * Sie armes Ding, was Weinens denn so?* Übersetzt:“Sie Ärmste, erzählen Sie mir doch von Ihrem Kummer.* Mann oder Frau müssten oftmals auch verstehen WOLLEN. Als Süddeutsche habe ich besonders die Hamburger als angenehm, hilfsbereit, rücksichtsvoll und freundlich erlebt. Moinmoin denn. ....
Und selbst der Grantler läßt sich oft recht schnell wandeln. Ich habe beruflich viel mit Eltern zu tun. Viele klagen lautstark und grantelnd über die Lehrer ihrer Kinder, Nachbarn, Kinderärzte usw.
Mit einem freundlichen *grüß Gott, tief ausatmen und nehmen Sie doch bitte erst mal Platz* habe ich schon Manchem * die Luft abgelassen* und erheitert.

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kuschl 20.10.2018, 16:33
118. Was für ein furchtbares Land

Was für ein furchtbares Deutschland, Frau Ataman. Ich wundere mich, dass Sie es überhaupt noch hier aushalten und warum die Masse der Migranten ausgerechnet hierher zieht? Hängt das vielleicht mit dem Sozialsystem zusammen, das diese Rüpeldeutschen aufgebaut haben und an dem alle Welt kostenlos Teihabe möchte?

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syracusa 20.10.2018, 16:57
119.

Zitat von Peters. Einung
... widersprechen Ihnen so vehement, dass man fast glauben könnte, Ihre These sei falsch, wenn die Kommentare selbst in ihrer Art und Weise nicht das Gegenteil so offensichtlich machen würden. Man könnte darüber lächeln, wenn es nicht teilweise so offensichtlich auch noch von einer gewissen Verachtung und Verfremdung Ihnen gegenüber getragen wäre, die sich auf Ihre Abstammung bezieht, aus der man nach neuester Mode wieder die „Volkszugehörigkeit“ herleitet, die gesellschaftliche Teilhaberechte bestimmen soll und damit auf Ihre Berechtigung „echte Deutsche“ zu kritisieren. Ich möchte mich für diese irregeleiteten Grobiane nicht entschuldigen, auch wenn ich für deren Begriffe wohl volksdeutsch und arisch genug wäre, um zu ihnen zu gehören, weil ich mich mit dieser Art „Deutschsein“ nicht identifiziere. Ich möchte Ihnen nur ganz klar sagen, dass Sie für mich und hoffentlich viele Andere viel wertvoller sind, als diese „Volksdeutschen“, ich Ihre Beobachtungen nur bestätigen kann und ich mit diesen Grobianen in diesem Land nicht alleingelassen werden möchte.
Danke, danke, danke! Ich schließe mich Ihrem Kommentar auf die Kommentare zum Kommentar der Frau Ataman vollumfänglich an.

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