Forum: Kultur
Mürrische deutsche Leitkultur: Meister der Pampigkeit
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Zu unserer Kultur zählt der Grobianismus. Das bisschen Höflichkeit, das wir an den Tag legen, haben vermutlich die Ausländer mitgebracht. Wir brauchen dringend mehr davon.

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quark2@mailinator.com 20.10.2018, 13:23
10.

Eine Frau Ferda Ataman schreibt, die Ausländer hätten das bischen Höflichkeit mitgebracht, welches wir haben ... Hmmm, ich wittere Eigenlob :-) ... Es stimmt zwar vielleicht, daß die Höflichkeit mit dem Internet abgenommen hat ... Aber Höflichkeit ist nur etwas wert, wenn sie auch ernst gemeint ist. Es gibt Kulturen, da ist ständiges Lächeln Pflicht, jeglicher negative Ton verpönt. Das macht es zumindest mir dann sehr schwer, den Gegenüber einzuschätzen. Vielleicht leidet dann jemand und niemand kann es sehen. Da ist mir ehrliche Gnatzigkeit lieber.

Aber: Auch ich meine, daß es natürlich viel schöner wäre, wenn die Menschen netter zueinander wären. Gerade auch hier im Forum. Allerdings ist auch klar, daß der Rückbau des Sozialstaats, die Existenzängste vieler Menschen, die Probleme im Gesundheitssystem alle mit dazu beitragen, daß Menschen einfach nicht die Lebensfreude und Kraft haben, um freundlich zu sein. Wer Freundlichkeit einfordert, sollte dafür sorgen, daß die Menschen möglichst schmerz- und angstfrei leben können und das sie etwas haben, was sie erfreut, also Erfolge. Unsere Gesellschaft ist leider auf finanziellen Gewinn ausgerichtet, nicht auf menschliches Glück.

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barbierossa 20.10.2018, 13:25
11. Made my day!

Zitat: -- "Gast" bedeutete hier, dass die Leute wieder gehen sollten. --

Spätestens da mußte ich laut lachen. Ein schön selbstironischer Kulturspagat ist Ihnen hier gelungen, Frau Ataman! Auch wenn mir Norddeutschem der Umstand, dass es sich bei Hamburg um eine Anstandsinsel handele, bislang verborgen blieb. Aber die Stadt ist ja groß genug für unterschiedliche Erfahrungen, und Sie haben wohl eher Bezug zu der anderen Hälfte, die in Ihre Theorie der Ausländer-induzierten Höflichkeit besser passt.
Jedenfalls möchte ich Sie ausdrücklich loben: Ich hatte das Lesen mit der Erwartung angefangen, hier wieder einen Text zu finden, in welchem unser Land und seine angestammten Einwohner "mal wieder" runtergemacht werden. Und diese Erwartung wurde ja auch erfüllt. Aber das Heruntergemachtwerden war sehr unterhaltsam und überhaupt nicht beleidigend, sondern warm und nachsichtig. Wie es eben nur jemand hinbekommt, die selbst auch zu den Heruntergemachten gehört. Wissend, dass die Unhöflichkeit eben nicht bös gemeint ist...

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spontanistin 20.10.2018, 13:25
12. “Hast Du Problem?”

Immer diese unzulässigen Verallgemeinerungen wie „Die Deutschen“, „Die Fischköpfe“, Die Franken“, „Die Christen“, „Die Moslems“, „Die Politiker“, „Die Akademiker“ etc.. Es dürfte wohl eher die individuelle Sozialisation in der sozio-kulturellen Klasse (Familie und Peer Group) prägend für die jeweiligen Umgangsformen sein. Das passt natürlich nicht in die wirklichkeitsfremde Vorstellung, alle Menschen seien gleich. Der Autor will wohl das Schubladendenken fördern!?

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curiosus_ 20.10.2018, 13:26
13. Tja, Frau Ataman, das ist...

...altbekannt. "The rude Germans" eben. Das kann man negativ sehen, aber auch so: Ein Ausdruck der deutschen Effizienz. Sofort auf den Punkt, nicht um den heißen Brei herumschleichen. Klartext eben.

Man kann das natürlich abschaffen. Sollte sich aber darüber im klaren sein, dass man sich dann auch in Bezug auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Richtung auf z.B. die Türkei hinbewegt. Nur nett und freundlich verträgt sich halt nicht so gut mit der anderen Seite der Medaille, genannt Effizienz. Und die ist wiederum Basis unseres Wohlstandes.

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ichwarsnicht 20.10.2018, 13:26
14. Manieren in Zeiten der Poesiealben

Früher gab es die mal und man bekam manche Lebensweisheit reingeschrieben, u.a. diese: "Höflichkeit ist wie einLuftkissen. Es mag zwar nur Luft drin sein, aber es mildert die Stöße des Lebens!" Sozialer Airbag ;)

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askl 20.10.2018, 13:27
15. Warum wollen denn nur so viele Menschen in dieses so rüpelhafte Deutschland?

Grössere Eineandererwellen von Deutschen in die Türkei oder Polen sind mir nicht bekannt. Offensichtlich kann man in diesem Land - trotz Rüpelhaftigkeit - ganz gut Leben.

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jujo 20.10.2018, 13:28
16. ....

Zitat von charly05061945
Die Eindrücke von Frau Ataman kann ich nicht bestätigen. In meinem Umfeld (norddeutsche Kleinstadt) verhalten sich fast alle Menschen (egal ob beim Einkauf, öffentlichen Verkehrsmitteln, Behörden, Arztpraxn etc.) durchaus höflich.
Sie schildert doch ausdrücklich Eindrücke aus dem Süden der Republik. Die Leute im Norden, Küstennah, sind nicht gemeint.
In Berlin fahre ich häufig Bus. Beim letztenmal in Berlin, hat doch tatsächlich ein Busfahrer auf mein freundliches guten Morgen, zurückgelächelt und den Gruß erwiedert. Merke: "never give up!"

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Ekatus Atimoss 20.10.2018, 13:28
17. Die Freundlichkeit z.B. in Niederbayern..

...kommt von den Menschen selbst. Da braucht es keine Ratschläge von Frau Ataman.

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manicmecanic 20.10.2018, 13:30
18. pauschal und falsch

diese über einen Kamm scheren Klassifizierung aller Deutschen als per se unfreundlich.Das ist sehr wohl anders je nachdem wo man gerade ist,selbst in einem Bundesland.Nach der pauschalen Art kann man das wohl über die meisten Menschen auf der Welt sagen,denn grantige gibts tatsächlich überall.

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tadano 20.10.2018, 13:31
19.

Mich irritiert die Höflichkeit und die Freundlichkeit sehr wenn es sich um ein „nein“ oder eine Absage oder irgendetwas Unangenehmes handelt. Da finde ich ein direktes, unfreundliches, ehrliches „Nein“ viel angenehmer.

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