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Musiksammeln heute : "Der iPod? Ein digitaler Faustkeil"
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Apple hat das Ende von iTunes verkündet. Hier erklärt ein Experte, warum damit eine Ära zu Ende geht, wie wir heute unsere Musik sammeln - und warum der männliche Platten-Nerd der Vergangenheit angehört.

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marthaimschnee 08.06.2019, 17:34
1. Zurück in die Zukunft

Im Prinzip haben wir heute rein gar nichts gewonnen. Damals waren wir sich permanent ändernden Formaten und fragilen Quellen ausgeliefert. Heute ist es die Willkür von Konzernen, die einem vorschreibt, daß der eigene Workflow veraltet zu sein hat und Dienste einfach mal so beenden, auf die man gebaut hat. An der Stelle fühlen sich Cloud-Skeptiker und Always-Online-Verweigerer bestätigt darin, daß nichts real ist, was nicht auf dem eigenen Speichermedium liegt und ohne Mühe auf einem gänzlich anderen System exakt so wie gewohnt weiter verwendet werden kann. Geht zu Apple, Microsoft, Google, holt euch dort alles aus einer Hand. Aber seid gewarnt, diese Hand kann eure digitale Präsenz spielend erwürgen, wenn es dort irgendwem in den Sinn kommt - oder jemandem, der genug Einfluß auf sie hat, siehe Huawei.

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Moridin 08.06.2019, 17:41
2. "iPods" verschwinden nicht!

Der Markt für solche Geräte boomt aktuell.
Es gibt immer mehr Anbieter, die verschiedene Geräte für verschiedene Ansprüche auf den Markt bringen.
Sicher ist das kein "Massenmarkt" wie zu Zeiten des iPods, aber glücklicherweise sind genug Menschen nicht mit ihrem Smartphone zum Musikhören zufrieden.
Das Angebot an solchen Geräten ist sehr divers - von möglichst klein und / oder günstig bis zu Luxusartikeln für mehrere Tausend Euro oder Android-Geräten, die alles Android-typische können, nur eben kein Smartphone sind.

Da Frage ich mich, wann sich endlich Mal der Smartphone-Markt diversifiziert und mehr Geräte in unterschiedlicher Größe auf den Markt kommen. Allein das würde mir schon ausreichen - soweit ist es schon gekommen!

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murun 08.06.2019, 17:45
3. Gerät toll, Software nicht

Ich hatte in den 2000ern einen IPod, ein an sich ein großartiges Gerät: smarte und durchdachte Bedienung, toller Klang, wertige Verarbeitung. Wenn nur nicht ITunes gewesen wäre - man war ja darauf angewiesen, um das Teil zu bespielen. Zumindest bei MS Windows war die Software aufgeblasen und äußerst träge. Zudem hat sie den Musikdateien eigene Dateinamen verpasst, so dass man anhand dessen nicht mehr erkennen konnte, um welche Musik es sich handelte. Allein ITunes war der Grund, den Player wieder zu veräußern.

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Gaudee 08.06.2019, 17:49
4. Hörbücher

Ich habe bisher in keinem Artikel rund um die Abschaffung von iTunes etwas darüber gelesen, wie man ohne iTunes ein Hörbuch oder Hörspiel auf das iPhone laden kann. Gibt es dazu schon Aussagen?

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ambulans 08.06.2019, 17:52
5. nun,

ich für meinen teil betrachte mich im allgemeinen eigentlich eher als "neo-phil" und bin deshalb in letzter zeit zunehmend irritiert, wenn mich soz. "gefühlt" 13-jährige über ihre sicht auf "die" (welche?) zukunft informieren/belehren wollen. schön, wenn der hier zitierte auskunftgebende sich ausführlich mit "europäischer ethnologie" (ich kenne ziemlich viele ernsthafte menschen, die gerade verzweifelt dieses "europäische volk" zu finden suchen) auch noch im herrlichen österreich (wien!) diesem, ähem, "erkenntnis-interesse" nachgehen kann - wien soll ja eine richtig schöne und gerade derzeit besonders interessante stadt sein, wie man hört. zum thema: was will mir dieser anhänger einer gewissen apfel-sekte eigentlich mitteilen? merke: zuerst - kommt der inhalt (gespeichert wie auch immer), und - dann das medium. isses nicht mehr ei-tunes aufm ei-pod, heißts demnächst eben anders. könnten wir also diesen ziemlich überflüssigen werbeblock jetzt bitte einfach beenden? merci, dr. ambulans (alle kassen)

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polza_mancini 08.06.2019, 18:19
6. Doch

Das klappt über PC z.B. Mit dem idevice Manager (App, hieß früher glaub ich anders) ausgezeichnet. Man hat damit insgesamt besseren Zugriff auf seine iPad und iPhone Daten...

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olli0816 08.06.2019, 18:26
7. Ich weiß nicht ob ich froh darüber bin

OK, ich habe mit Platten angefangen, die CDs waren ehere eine kurze Ära bei mir und dann hatte ich den ersten iPod. Das Gerät fand ich auf Anhieb klasse, außer dem Murks mit den Akkus. Gleiches Problem wie bei den iPhones, dass man die nicht so ohne weiteres austauschen kann.

iTunes nutze ich nur noch zum Verwalten des iPhones, Lieder habe ich darüber schon lange nicht mehr gekauft. Ich habe seid einiger Zeit einen Streamingdienst. Der Vorteil ist, dass man Musik ohne Ende hat. Aber der Vorteil ist ein gewaltiger Nachteil: Man wird vom Angebot erschlagen. Es ist eine heillose Überforderung und im Gespräch mit Freunden scheint das nicht nur bei mir so zu sein. Man muss das neue Medium lernen, damit umgehen das es einem etwas bringt. Zum anderen können die Algorithmen einen wiederum einschränken (klingt komisch bei dem Angebot, ich weiß), aber wenn man mal querbeet suchen möchte, schauen die eher auf Analogien.

Dazu kommt, dass Musik wie so ziemlich jede elektronische Information finanziell sehr stark entwertet wird. Es ist natürlich fein, wenn man für 10 EURO im Monat eine fast unbegrenzte Musik- oder Filmbibliothek hat. Aber für die schaffenden Künstler ist dieses System die Hölle. Klar, die große Klippe, eine Platte herauszubringen ist beseitigt. Ich nehme meine Songs auf und stelle die entweder in eine Plattform oder auf meine eigene Seite. Alles ganz easy und geringe Kosten. Aber andersherum sind auch keine Plattenverkäufe mehr möglich und die Einnahmen aus Spotify & Co. sind äußerst gering. Bleiben also nur die Konzerte. Ich schätze, Dinosaurier wie AC/DC und viele andere langlebige Gruppen gehören der Geschichte an. Natürlich kommen heute auch immer wieder geniale Sachen heraus. Aber die Langlebigkeit guter Künstler wird stark abnehmen. Deshalb meine Überschrift: So ganz froh bin ich über die Entwicklung nicht. Technik lässt sich nicht aufhalten.

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murun 08.06.2019, 18:28
8. Stimmt, mobile Musik-Player finden ihre Käufer

Zitat von Moridin
Der Markt für solche Geräte boomt aktuell. Es gibt immer mehr Anbieter, die verschiedene Geräte für verschiedene Ansprüche auf den Markt bringen. Sicher ist das kein "Massenmarkt" wie zu Zeiten des iPods, aber glücklicherweise sind genug Menschen nicht mit ihrem Smartphone zum Musikhören zufrieden. Das Angebot an solchen Geräten ist sehr divers - von möglichst klein und / oder günstig bis zu Luxusartikeln für mehrere Tausend Euro oder Android-Geräten, die alles Android-typische können, nur eben kein Smartphone sind. Da Frage ich mich, wann sich endlich Mal der Smartphone-Markt diversifiziert und mehr Geräte in unterschiedlicher Größe auf den Markt kommen. Allein das würde mir schon ausreichen - soweit ist es schon gekommen!
Ein Smartphone zum mobilen Musikhören kommt für mich aus verschiedenen Gründen nicht in Frage: Klangqualität, Speicher, das ständige Stören bei anderen Ereignissen.
Ich höre Musik unterwegs im verlustfreien und unkomprimierten FLAC-Format. Nicht jedes Smartphone/Playersoftware unterstützt das Format, meist ist der Klang bescheiden und auf komprimierte Sachen wie mp3 ausgelegt. Zudem kommt der in- und externe Speicher schnelle an seine Grenzen.
Ich habe bisher keinen Augenblick bereut, mir einen High-Res-Player ausschließlich für Musik angeschafft zu haben. Auch wenn das Gerät leider nicht so komfortabel per Touchscreen wie Smartphones zu bedienen ist. Dafür stimmt der Klang in jeder Beziehung.

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graetz777 08.06.2019, 18:30
9.

Zitat von Gaudee
Ich habe bisher in keinem Artikel rund um die Abschaffung von iTunes etwas darüber gelesen, wie man ohne iTunes ein Hörbuch oder Hörspiel auf das iPhone laden kann. Gibt es dazu schon Aussagen?
Itunes "stirbt" nur auf dem Mac, nicht unter Windows. Und auch auf dem Mac ist es nicht weg - die Funktionen verteilen sich nur auf andere Programme. Man kann also nach wie alles Audiomaterial auf das iPhone laden. Meine Hörbücher kaufe ich bei Audials. Da werden die Dateien direkt über die App aus dem Netz geladen. Auch meine Musik lade ich direkt über die jeweiligen Apps.

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