Forum: Kultur
Nach dem Mueller-Bericht: Freispruch - für den Journalismus
DPA

Donald Trump hetzt mal wieder gegen kritische Medien - seiner Weltsicht zufolge entlarvt der Mueller-Bericht ihre Lügen. Tatsächlich bestätigen die Recherchen des Sonderermittlers die meisten Enthüllungen der vergangenen Jahre.

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Little_Nemo 25.04.2019, 09:05
50. Das Problem ist nicht das Problem, sondern dessen Aufklärung?

Zitat von bart4ever
Das Problem war nicht Trump sondern die gellende Stimme der meisten Medien. Sie waren wie ein Hot Dog der vor japsen nicht mehr atmen und klar denken konnte. Watergate spielte in einer anderen Ära der Politik und notabene einer anderen US Gesellschaft. Wird es nicht langsam Zeit, dass auch beim Spiegel das Erwachsenwerden einsetzt und die USA nicht nur in Gut (Demokraten) und Böse (Republikaner) zu unterscheiden sind? Trump ist nicht gefährlich (Checks and Balances) aber Medien, die ihre Arbeit nicht sorgfältig machen und dich permanent selber die Absolution erteilen...
Diese freien Medien sind als investigative, aufklärende Organe ein elementarer Teil dieser Checks and Balances. Darum wettert Trump ja gegen sie, denn Checks and Balances können ihm nur schaden. Es ist übrigens interessant, dass Sie Watergate einer vorgeblich ganz anderen politischen Kulturepoche zuschreiben wollen, die wir angeblich überwunden haben, pochten Trump-Anhänger in der jüngeren Vergangenheit doch immer gern darauf, wir dürften nicht gegen Trump argumentieren, weil wir den Amerikanern gefälligst dankbar zu sein hätten, die uns von den Nazis befreit haben. Und denen bin ich in der Tat sehr dankbar. Aber sie gehörten erstens zu einer noch früheren, noch vergangeneren politischen Kulturepoche, und zweitens war Trump nicht beim Militär und hat niemanden von Nazis berfreit. Im Gegenteil, er fühlt sich unter Nazis pudelwohl.

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spon_4_me 25.04.2019, 11:23
51. @ Raisti (# 44):

Verlängerter Arm? So weit würde ich nicht gehen. Aber googeln Sie als kritischer Geist doch mal Guccifer 2.0.

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fred_m 25.04.2019, 11:44
52. Trump und Assange sind beide Selbstdarsteller

Zitat von Raisti
Sie glauben also ernsthaft Wikileaks ist ein verlängerter Arm Russlands ? Denn nur dann hätte das Relevanz und das diese Behauptung auch eher lächerlich ist, sollte jedem kritischen Geist bewusst sein.
Ich glaube das Wikilinks eine Plattform ist, die Assange braucht, um sich als politischer Robin Hood darzustellen. In diesem Fall musste er dafür als verlängerter Arm von Russland auftreten. Wenn er dazu gegen Russland hätte handeln müssen, hätte er halt gegen Russland agiert.

Im Grunde ist Assange genauso ein Poltergeist wie Trump und seine Anhänger.

Wenn meine Behauptung lächerlich ist, dann sollten Sie als "kritischer Geist" das doch bitte etwas genauer erklären.

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Little_Nemo 25.04.2019, 12:18
53. Narzissmus

Zitat von fred_m
Ich glaube das Wikilinks eine Plattform ist, die Assange braucht, um sich als politischer Robin Hood darzustellen. In diesem Fall musste er dafür als verlängerter Arm von Russland auftreten. Wenn er dazu gegen Russland hätte handeln müssen, hätte er halt gegen Russland agiert. Im Grunde ist Assange genauso ein Poltergeist wie Trump und seine Anhänger. Wenn meine Behauptung lächerlich ist, dann sollten Sie als "kritischer Geist" das doch bitte etwas genauer erklären.
Ich vermute, dass Assange jemand ist, der über die Aufmerksamkeit und die Verlockungen der Macht, die sich ihm zu bieten schienen, die scheinbare Bedeutsamkeit seiner Person, die Bodenhaftung und Orientierung verloren hat. Darum war es ihm auch möglich, als der Kämpfer für Gerechtigkeit und Wahrheit, für den er sich ohne selbstkritische Distanz wohl wirklich hielt, sich in den Dienst Russlands zu stellen und zu helfen Trump ins Amt zu hieven, der das genaue Gegenteil von dem ist, wofür Assange zu kämpfen vogab.

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g.eliot 25.04.2019, 14:18
54.

Zitat von Hans_Suppengrün
So, wie ich die Berichterstattung um die Untersuchungen des Sonderermittlers verfolgt habe, wurden eigentlich alle Berichte im Konjunktiv gehalten. Es hieß immer "...Indizien weisen darauf hin...", "...Zeugenaussagen legen die Vermutung nahe, dass...", "...die Hinweise verdichten sich...", "...sollte sich das als wahr erweisen..." usw. Die Schlussfolgerungen, die sich aus den Untersuchungen ableiten ließen, wurden meines Wissens nach NIE als Fakten ausgegeben! Wenn die Lese- und Sprachkompetenz des Lesers allerdings nicht ausreicht, zwischen Fakten und journalistischen Hypothesen zu unterscheiden, kann man den Journalisten dafür kaum die Schuld in die Schuhe schieben. Ich hoffe, dass wird auch in Ihrem Gericht so gehandhabt!
War das nicht eher so, dass Trumps Anhänger sich dauernd hier im Forum darüber beschwert hatten, dass die Medien eben nur in Konjunktiv berichtet hatten? Aber nun, sie sind sehr geschickt in Verdrehung von Tatsachen, ähnlich wie ihr großes Idol.

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tomlex27 25.04.2019, 15:29
55. Hammer!

Sich selbst eine Art Freispruch zu attestieren, obwohl Mueller nichts von dem beweisen konnte, was der ach so investigative Journalismus dachte was in dem Bericht stünde ist eine bodenlose Frechheit. Sowas nennt man Vorverurteilung, Faktendengelei und Falschbberichterstattung. Großer Irtum, Herr Pitzke. Sie und ihresgleichen haben die Leser bewusst manipuliert, Falschmeldungen lanziert und am Ende jetzt dieses Ergebnis. Ich hatte die Hoffnung man würde diesem Idioten von Präsident nach Mueller das Ende bereiten. Stattdessen ist es ein Faustschlag mitten in die Fresse sogenannter kritischer Journalisten, die es mit der Wahrheit genauso wenig haben wie der vermeintliche Pinocchio aus Washington.

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Hans_Suppengrün 26.04.2019, 08:09
56.

Zitat von tomlex27
Sich selbst eine Art Freispruch zu attestieren, obwohl Mueller nichts von dem beweisen konnte, was der ach so investigative Journalismus dachte was in dem Bericht stünde ist eine bodenlose Frechheit. Sowas nennt man Vorverurteilung, Faktendengelei und Falschbberichterstattung. Großer Irtum, Herr Pitzke. Sie und ihresgleichen haben die Leser bewusst manipuliert, Falschmeldungen lanziert und am Ende jetzt dieses Ergebnis. Ich hatte die Hoffnung man würde diesem Idioten von Präsident nach Mueller das Ende bereiten. Stattdessen ist es ein Faustschlag mitten in die Fresse sogenannter kritischer Journalisten, die es mit der Wahrheit genauso wenig haben wie der vermeintliche Pinocchio aus Washington.
Auch Ihnen würde ich den Tipp geben, Ihre alten Schulhefte noch einmal hervorzuholen und den Unterschied zwischen Fakten und Hypothesen zu recherchieren.

Danach sehen Sie sich die Berichterstattung zu diesem Thema noch einmal an und überprüfen, ob es wirklich Vorverurteilung, Faktendengelei und Falschberichterstattung gegeben hat oder ob sie nicht einfach nur die Berichterstattung falsch interpretiert haben (sprich: Fakten gelesen haben, wo eine Hypothese stand)?

Und wenn Sie damit fertig sind, können Sie sich ein bisschen schämen...

Merke: Wenn der Leser zu doof zum lesen ist, ist das nicht die Schuld des Journalismus!

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spon_4_me 26.04.2019, 09:22
57. @ Hans_Suppengrün (# 57):

Ich persönlich wäre immer etwas zurückhaltender, anderen Foristen schulmeisterliche Ratschläge zu geben oder Leser als "doof" zu bezeichnen, aber das ist natürlich eine Charakterfrage. Stichwort Frage. Drehen wir es doch einmal kurz um: Haben Sie den Eindruck, dass die etablierten Medien angemessen über die Regierung Trump berichtet haben? "Angemessen" würde ich daran festmachen, ob abgewogen wurde zwischen Für und Wider, Plus und Minus; ob bei DJT eine ähnliche Tonalität wie für andere Politiker (z.B. Obama oder Bill Clinton) gewählt wurde. Wenn ich diesen Test anwende, kommen Medien wie Spiegel, NYT oder WP nicht besonders gut weg. Natürlich glaube ich nicht, dass Journalisten "lügen" - wer das bewusst tut, dessen Karriere ist für immer beendet, wer das unabsichtlich tut, berichtet künftig von Kannichenwettbewerben in Recklinghausen statt live aus New York. Aber Medien wählen ihre Themen aus; sie entscheiden sich für die Perspektive, aus der heraus sie berichten; sie entscheiden sich für das Vokabuklar und den "spin", mit dem eine Geschichte dargestellt wird. Das alles ist nicht "fake" oder "Lügenpresse" oder eine Anklage, von der man irgendwie freigesprochen werden müsste, aber es ist auch nicht nichts oder auch nur harmlos. SPON z.B. hat nach meiner Wahrhnehmung zwei Berichterstatter in den USA, die entweder nicht oft aus ihren Büros in Washington und New York herauskommen oder - falls sie es tun - mit bereits weitgehend geschriebenen Berichten zum Ort des Geschehens reisen. Die zutiefst defizitäre Persönlichkeit des 45. Präsidenten spielt eine alles andere in den Schatten stellende Rolle, was meiner bescheidenen Meinung nach dazu führt, dass zum einen tertiäre Themen (Affären mit Pornodarstellerinnnen, he-said-she-said-Twitterposts u.ä.) wichtige aktuelle Themen der US-Politik (Entscheidungen des Supreme Court zu Abtreibung oder Zensus, Diskussionen zur Immigration oder Reform der Krankenversicherung um nur Beispiele der jüngeren Zeit zu nennen) verdrängen, zum anderen Verdienste, die sich Trump trotz seines miesen Charakters erworben haben könnte (z.B. fortgesetzter Dialog mit Nordkorea, wirtschaftlcihe Konfrontation mit China) nicht ernsthaft diskutiert oder von vornherein mit dem Bias des "wenn's von Trump kommt, kann es nur schlecht sein" versehen werden. Insofern sind die o.g. Medien in meinen Augen weit davon entfernt. "fake news" oder "Lügenpresse" zu sein (das sind nur nervige Kampfbegriffe). Sie haben sich aber auch davon entfernt, für den redlich an amerikanischen Verhältnissen interessierten Leser eine relevante Quelle von Informationen zu sein.

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Hans_Suppengrün 26.04.2019, 11:03
58.

Indem Sie meinen Charakter in Frage stellen, begeben Sie sich ebenfalls in die Schublade der schulmeisterlichen Bewertungen anderer. Mit anderen Worten: Willkommen in den niederen Regionen der Seele... ;-)

Aber ernsthaft: Wie soll eine ausgewogene Berichterstattung zu Trump aussehen? Müssen sich die positiven und die negativen Berichte über ihn die Waage halten? Ja, es gibt wichtige Themen, die er anspricht (sie selbst nennen Nordkorea, Konfrontation mit China, Immigration, usw.). Aber wie soll darüber berichtet werden? Er liefert doch nichts! Er fährt unvorbereitet zum Treffen mit Kim, er schadet mit Zöllen der eigenen Wirtschaft, er treibt innerparteiliche Keile immer tiefer ein...

Was ist ausgewogen?

Sie selbst schreiben übrigens selbst nur im Konjunktiv über seine Erfolge ("...trotz seines miesen Charakters erworben haben könnte"). Und da liegt doch das Problem: Es gibt (noch) keine Erfolge in seiner Präsidentschaft. Wie soll dann darüber berichtet werden?

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