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Nach umstrittenem Martin-Schulz-Text: Gabor Steingart vor Ablösung beim "Handelsblatt
imago/Metodi Popow

Nach einem Zerwürfnis muss Herausgeber Gabor Steingart laut SPIEGEL-Informationen seinen Posten beim "Handelsblatt" räumen. Anlass war ein Text über Martin Schulz, in dem Steingart von einem "perfekten Mord" fantasierte.

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sprachloserkommentar 09.02.2018, 07:51
100. Wortwahl daneben...

Keine Frage: Die „Inszenierung“ ist geschmacklos. Wenn es als satirischer Beitrag deklariert worden wäre, könnte man die böhmermannsche Kunstfreiheit bemühen, die jedoch auch ihre Grenzen hat.
Das Resultat ist jedoch zutreffend. Schulz hat Gabriel abserviert, Gabriel hat nicht freiwillig den Posten geräumt. Sieht man jetzt auch an der Reaktion Gabriels.
Dieser Beitrag war auch sicher nicht alleiniger Anlass für das Zerwürfnis. Man kann nun spekulieren, ob dieser „Aufschrei“ und die Entscheidung des Herausgebers ernst gemeint war oder man diesen Vorgang selbst auch für den geplanten Rausschmiss des Redakteurs inszeniert um einen Fehler „groߓ genug zu machen, um ihn loszuwerden. Das vermag ich nicht zu beurteilen. - Wäre aber mindestens ein ebensolches schlechtes Schauspiel.

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WFrosch1910 09.02.2018, 08:05
101. Unter der Gürtellinie

Ich erinnere mich, wie schockiert ich am 25.11.2016 war, als Steingart in seinem Morning Briefing über den immerhin Präsidenten des Europäischen Parlaments schrieb:

„Dass viele Medien diesem im Volk weithin unbekannten Mann – der die Zulassung zum Abitur nicht schaffte, wenig später zum Trinker wurde, bevor er als grantelnder Abstinenzler für 22 Jahre im Brüsseler Europaparlament verschwand – plötzlich die Befähigung zur Kanzlerschaft zutrauen, ist nur mit journalistischer Telepathie zu erklären.“

http://morningbriefingmail.handelsblatt.com/i/p-CSqWXCLIdmtpybSpbvRw

Ich persönlich finde dagegen den Text von Mittwoch fast harmlos. Beide zusammen machen aber auf mich den Eindruck, dass Steingart persönlich wurde. Und das unter der Gürtellinie.

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besucher-12345 09.02.2018, 08:12
102. Kein Hass, sondern Verachtung

Zitat von H.Sputnik
Wie tief muss sein Hass auf Herrn Schulz sein um ihn so zu diffamieren.
Als sein regelmäßiger Leser hatte ich den Eindruck, dass Steingart Schulz einfach nur verachtet. Vielleicht aus der Anmaßung/ dem Bewußtsein intellektueller Überlegenheit.
Übrigens ging er auch mit Merkel - gerade während der Flüchtlingskrise - nicht zimperlich um.

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ruedigerguenter 09.02.2018, 08:26
103. Gabor Steingarts Haß

Insgesamt hatte ich seine scharf geschliffenen Morning-Briefings
oft gerne gelesen.
Nicht nur in einem Artikel sondern mehrfach hat er seinen
persönlichen Haß auf Martin Schulz artikuliert. Ich hatte auf den letzten Haß-Artikel eine Beschwerde Email an das Handelsblatt gesandt. Er hätte sich in seinem Haß auf alles was sozial und sozialdemokratisch in diesem Land ist Zurückhaltung auferlegen sollen.
Vor der Bundestagswahl waren seine Artikel allerdings auch oft nur reine CDU/CSU-Merkel Wahlpropaganda.

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peeka(neu) 09.02.2018, 08:32
104. Schon heute kein Morning-Briefing mehr?

Bisher habe ich das Morning-Briefing des Handelsblattes zumindest noch nicht in meinem eMail-Postfach gefunden. Zu dieser Zeit sollte es aber schon erschienen sein.
Da läuft beim Handelsblatt wohl tatsächlich gerade eine Krisensitzung.
Ansonsten ist es wohl eher ein Ausflug ins Shakespearsche gewesen, das GS zu dem Kommentar veranlasst haben dürfte.
Steingart mag ja eh eher die jungen Politiker:
Lindner wurde kritiklos hochgejazzt, seine Momax-Pleite war kein Thema, und auch Kevin Kühnert kam bei Steingart gut weg.
Ich vermute ohnehin, dass eher andere Gründe zu einer Ablösung führen sollten. Da war der Schluz-Mörderkommentar nur ein willkommener Anlass.

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cyberton 09.02.2018, 08:41
105. Alles und Jeder

hat Anhänger und Gegner. Auch Martin Schulz natürlich. Wobei in seinem Fall scheinbar die zweitgenannten langsam die Majorität erlangen. Die Haltung und Handlungsweise von MS könnte man auch als eine Angelegenheit des Charakters auslegen. Wort und Tat klaffen hier gehörig auseinander. Dass er seinen Vorgänger, der ihn erst an diese Stelle brachte, elegant (ist das die richtige Vokabel?) übergeht, sich wieder als Vorsitzender wählen lässt und Gründe dafür anführt, die ihm schon vor der Wiederwahl bekannt sein mussten - Charaktersache. So gesehen hat Gabor Steingart eigentlich nichts Falsches von sich gegeben.

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marny 09.02.2018, 08:42
106. Der perfekte Mord?

ist Schulz nicht gelungen. Alle, die ein bisschen Grips im Kopf haben, haben ihn bemerkt!
Gabriel ist in die Falle gegangen - und wir haben nun diesen Schulz am Bein, der sich wie Merkel, an kein Versprechen hält.

Man kann nur noch hoffen, dass der Groko nicht zugestimmt wird.
Dass dafür ein renommierter Journalist seinen Platz räumen soll - lächerlich! Der Mann hat ins Schwarze getroffen. Aber wahrscheinlich stand er länger schon auf der Abschussliste?

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wiesenflitzer 09.02.2018, 09:04
107. Na, da fällt mir doch sofort ein alter Spruch ein!

"Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd". Da hat wohl ein Redakteur mal "eine spitze Feder" geführt, wobei, das gilt es dann doch wohl festzustellen, er zu 100 Prozent recht hatte, dafür mal aber mal stehenden Fußes abgestraft wurde. Schade, man darf halt nur noch "Einheitsbrei" schreiben, sonst fühlt sich ganz bestimmt wieder irgendwer oder irgendwas, oder so, verletzt, gekränkt, beleidigt etc. und läuft zu Anwälten. Die BRD verkommt langsam, so erscheint es mir, zu einem Land von Weicheiern. Fürchterlich!

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jjcamera 09.02.2018, 09:09
108. Die Zeiten ändern sich

Im Vergleich zu dem, was AfD-Bundestagsabgeordnete oder der Präsident der Vereinigten Staaten so täglich von sich geben, ist Steingarts Text gemäßigt, klug überlegt und geschliffen formuliert.
Wer die Wahrheit sagt, lebt schon immer gefährlich.

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augu1941 09.02.2018, 09:12
109. Nicht nur Politiker,

Nicht nur Politiker, sondern auch Journalisten müssen sich schon überlegen, wie sie eine Einschätzung zu Papier bringen oder im Interview äußern. Wobei natürlich der Journalist, wenn seine Aussage, Einschätzung im Kern zutreffend ist, viel mehr Freiraum als der Politiker hat. Aber bei persönlichen Angriffen auf Politiker gibt es auch hier Grenzen. Da die Behandlung von Gabriel durch die SPD-Spitze, und dies sicherlich auch auf Betreiben von Schulz, äußerst schoflig ist (und die Fortsetzung der politischen Karriere von Schulz und die Höhe seiner Altersversorgung dabei sicherlich eine Rolle spielten), kann ich nur hoffen, dass die SPD-Urabstimmung ihm einen Strich durch die Rechnung macht. Warum hat er nicht sein Wort gehalten und auf ein Ministeramt verzichtet, das hätte zwar Nachteile für ihn gehabt aber auch nicht den totalen Absturz bedeutet.

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