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Nach umstrittenem Martin-Schulz-Text: Gabor Steingart vor Ablösung beim "Handelsblatt
imago/Metodi Popow

Nach einem Zerwürfnis muss Herausgeber Gabor Steingart laut SPIEGEL-Informationen seinen Posten beim "Handelsblatt" räumen. Anlass war ein Text über Martin Schulz, in dem Steingart von einem "perfekten Mord" fantasierte.

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adal_ 09.02.2018, 13:35
120. Schräge Metaphorik

Zitat von citi2010
In der Sprache vielleicht übertrieben, in der Sache hat Gabor Steingart aber Recht. Wenn Presse sich entschuldigt ist immer was falsch.
Nicht immer, aber oft. In dem Fall ganz bestimmt. Denn Steingarts Polemik fiel allenfalls durch schräge Metaphorik auf und durch sonst nichts.

Jemanden anzukreiden, dass er mal Alkoholiker war und kein Akademiker ist, ist ganz tiefe Schublade, stand aber hier ausnahmsweise nicht zur Debatte.

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aliof 09.02.2018, 14:25
121. Ja sicher, böse und bissig ..

.. dieses MORNING BRIEFING vom 7. FEBRUAR.
Gerade richtig für Manche, um munter zu werden. – Ich z.B. fand in dem Text viel bemerkenswerter die Einschätzung des da gerade begonnenen Börsencrashs … der eben munter weiter ging und geht …

Die Rivalität zwischen Schulz und Gabriel endlich mal wieder so deutlich benannt zu sehen, hat mich eher entspannt. - Dass aber Einige derart Anstoß nehmen, und es gar mit der verbal-zotigen Absonderung von Böhmermann gleichsetzen, erschließt sich mir gar nicht.

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peeka(neu) 09.02.2018, 16:13
122. Inzwischen ist es ja da

und beginnt mit:
"Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

manchmal passieren auch in einem Verlagshaus Dinge, die unvorhersehbar sind und die gewohnten Abläufe stören. Aus diesem Grund kommt das Morning Briefing, das Ihnen sonst immer pünktlich zur Frühstückszeit vorliegt, heute ein paar Stunden verspätet. Dafür möchte ich mich entschuldigen.
Wie gut Martin Schulz in den Koalitionsgesprächen verhandelt hat, haben meine Berliner Kollegen ausgerechnet. Mit den Ministerien für Außenpolitik, Finanzen, Arbeit und Soziales, Justiz und Verbraucherschutz, Familien sowie Umwelt herrscht die SPD über 683 Milliarden Euro des Bundeshaushalts – und damit über mehr als 50 Prozent. Die neuen Machtverhältnisse in Berlin stellen das Wahlergebnis auf den Kopf. Da hat die SPD nur gut 20 Prozent erzielt, die Union 33 Prozent. Merkels Preis für die neue Große Koalition ist außergewöhnlich hoch. "

Tja - da wurden sie dann auf einmal nett...

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geschädigter5 09.02.2018, 17:06
123. Die Fähigkeiten der Kommentatoren

ist in letzter Zeit erheblich gesunken. Das AFD-Niveau wird nicht nur beim Handelsblatt, sondern auch bei vielen anderen Zeitungen nicht einmal ansatzweise erreicht. Auch unter dem Namen „Pressefreiheit“ müssen sich diese Damen und Herren endlich wieder eines ordentlichen Tones bemächtigen.

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SirTurbo 09.02.2018, 19:39
124.

Tja, "Pressefreiheit" im BRD-Sinne ist eben, so schreiben zu "dürfen" wie es den etablierten Kräften gefällt.
Genauso wie es als Meinungsfreiheit zählt der Meinung der oberen zu sein wenn man seines Lebens noch froh bleiben möchte.
Irritierend nur warum der Typ sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat. Hat er nicht mitbekommen wie die aktuelle offizielle Linie war der er beifallklatschend hätte folgen dürfen?

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kuschl 09.02.2018, 20:39
125. Steingart mit zu viel Wahrheit

Unangenehme Wahrheiten und die realistische Beschreibung von Politikern sind eben bei den überpolitisch korrekten Mehrheitseignern aus Furcht vor der Rache der Politik nicht gefragt. Wie richtig Steingarts Einschätzung war, hat sich ja heute gezeigt.

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rawi65 10.02.2018, 09:43
126. Lug und Trug

Habe jetzt so einige Kommentare gelesen, kann vielem auch zustimmen. Dass in Politik gelogen wird, ist ohne Frage (“mit uns wird keine Mehrwertsteuererhöhung geben“ SPD; “Mit keine Maut“ Merkel usw usf), die zu schreibende Liste wäre lang. Das dazu.
H. Steingarts Ausführungen waren mir persönlich zu aggressiv, zu persönlich, tw unter der Gürtellinie.
Wie spannend wäre es gewesen, wenn innerhalb des Blattes eine entsprechende Diskussion und Aufarbeitung stattgefunden hätte. Öffentlich. In der Zeitung.

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ABP 10.02.2018, 11:03
127. Unfassbar...

... ein herber Verlust - das Morning-Briefing von Steingart war fast immer ein Lesevergnügen. Einer der besten, schlagfertigsten und nachdenklichsten Journalisten Deutschlands. Das Handelsblatt-Abo habe ich soeben gekündigt. Holtzbrinck hat wohl nicht alle Tassen im Schrank. Und alles nur wegen eines vergleichsweise harmlosen Beitrages zum Oberloser Schulz, dessen Inhalt ich zu 100% unterschreiben kann..

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Fragen&Neugier 11.02.2018, 15:21
128. Die Linie von gestern ist überholt ....

Zitat von SirTurbo
Tja, "Pressefreiheit" im BRD-Sinne ist eben, so schreiben zu "dürfen" wie es den etablierten Kräften gefällt. Genauso wie es als Meinungsfreiheit zählt der Meinung der oberen zu sein wenn man seines Lebens noch froh bleiben möchte. Irritierend nur warum der Typ sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat. Hat er nicht mitbekommen wie die aktuelle offizielle Linie war der er beifallklatschend hätte folgen dürfen?
Man sollt die Sprunghaftigkeit von Martin Schulz doch auch beim Handelsblatt kennen.
Heute noch einen Journalisten rauszuwerfen, nur weil der einen Tag früher dran war als Martin Schulz' dann selbst die Flinte ins Korn geworfen hat, äh - zugunsten "den Menschen in diesem unserem Lande", der SPD und Frieden auf der politischen Bühne auf alles verzichtet hat, was ihm Herzensanliegen waren, ist nicht sehr überzeugend. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, wer zu früh kommt, den auch, wie der Fall Gabor Steingart zeigt.

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