Forum: Kultur
Nachbarschafts-"Tatort" aus Köln: Mein Haus, meine Frau, ihr Liebhaber
WDR/ Martin Menke

Die Wäsche duftet, der Grill raucht, das Blut fließt. Der Kölner "Tatort" ist eine aufwühlende Recherche in Sachen Vorstadtglück und -unglück geworden.

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cafe-wien 24.03.2017, 19:58
1. Man darf also doch gespannt sein

Von Dick und Doof aus Köln wird man sicher in keiner Weise mehr überrascht werden. Da ist es schon ein Gewinn, dass uns die zwei Betthupferl für den Sonntagabend nicht wieder sendungsbewusste WDR-Propaganda präsentieren, sondern jetzt den Steuer zahlenden Vorstadtspießer desavouieren. Man ist schon froh über dieserart Variation. Die Darsteller neben den kölschen Ernie und Bert lassen ebenso hoffen. Auf die Punktevergabe durch den viel zu hoch bezahlten Kritiker gehe ich nicht ein, da diese sowieso völlig willkürlich ist.

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salomohn 24.03.2017, 20:57
2. Du willst es doch auch...!

In unserer Vorstadt kann jeder "nach seiner Faćon" leben und sich verwirklichen. Meist nehmen es die Nachbarn mit einem wohlwollenden Lächeln. Der Vertreter verdient mehr als der Architekt, dem er seine Produkte verkauft, ist aber nicht hip. Die Vorstädter sind oft nicht dumpf oder spießig, sie sind nur nicht prätenziös.

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kioto 24.03.2017, 21:21
3. Hallo cafe-wien

Machen sie doch wie ich, ich sehe mir schon seit Jahren keine Tatort Krimis mehr an.

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Pikku_Myy 25.03.2017, 07:27
4. #3

.Warum lesen Sie dann die Besprechungen? Nur um den Tatort anschließend schlecht machen zu können? Kleiner Tipp: Lassen Sie es einfach, ist besser für den Blutdruck!

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GinaBe 25.03.2017, 07:50
5. Kult: Sonntag Tatort.

Wegen dieser feinen Rezension will ich Sonntag endlich mal wieder Tatort gucken! Das nun ergraute Kölner Ermittlerpaar wirkt auf mich schon seit jeher authentisch und sympathisch und typisiert originell Charaktere der heimlichen NRW-Dom-Hauptstadt.
Interessant ist dieses Hineinblicken in ambivalente (verlogene?) Idyllen! Ob da so manchem Vertreter der angesprochenen Schicht Einblick in die eigene Existenz gewährt wird?

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Sal.Paradies 25.03.2017, 08:14
6. Nein, muss man nicht !

Zitat von cafe-wien
Von Dick und Doof aus Köln wird man sicher in keiner Weise mehr überrascht werden. Da ist es schon ein Gewinn, dass uns die zwei Betthupferl für den Sonntagabend nicht wieder sendungsbewusste WDR-Propaganda präsentieren, sondern jetzt den Steuer zahlenden Vorstadtspießer desavouieren. Man ist schon froh über dieserart Variation. Die Darsteller neben den kölschen Ernie und Bert lassen ebenso hoffen. Auf die Punktevergabe durch den viel zu hoch bezahlten Kritiker gehe ich nicht ein, da diese sowieso völlig willkürlich ist.
Nein, auf die Punktevergabe von Hr.Buß müssen Sie nicht wirklich eingehen, da diese ja vorab festgelegt scheint. Ich kann mich kaum erinnern, dass er irgend wann mal "weniger" als 7 Punkte verteilte und unter 5 schon gar nicht, da Hr.Buß offensichtlich davon ausgeht, dass alleine durch seine intellektuell angehauchten Kritiken ein Tatort ein Upgrade erfährt, welches eine schlechtere Bewertung einfach nicht zulässt. So müssen wir eben damit leben, dass jeder von Hr.Buß besprochene Tatort knapp unter einem erträglichen Blockbuster eingetütet wird. Immerhin werde ich mir den Kölner Tatort anschauen, weil ich Max+Freddy noch erträglich finde und vor allem, weil ich den letzthin ausgestrahlten Kölner Tatort über die rechte Bürgerwehr sehr gelungen fand. Und letztendlich gibt es ja keine andere Möglichkeit die von Hr.Buß vergebenen 8 Punkte bestätigen oder ablehnen zu können. Und mal ehrlich, einige mal im Jahr braucht jeder von uns ein gerüttelt Maß an Spießigkeit, damit man dann am nächsten Morgen aufwacht und einem klar ist, was man im Leben ganz sicher "nicht machen" sollte... ;-)

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markuskudla 25.03.2017, 13:36
7. wie wird es weitergehen?

wer schaut heute noch Tatort in Zeiten von Netflix und Amazon. Gegen die eigenproduzierten Serien von denen wirkt Tatort wie ein Laientheater. darauf kann ich verzichten. Von den schlechten Stories im Tatorz mal abgesehen....

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cafe-wien 25.03.2017, 13:58
8. Punktevergabe

Zitat von Sal.Paradies
Nein, auf die Punktevergabe von Hr.Buß müssen Sie nicht wirklich eingehen, da diese ja vorab festgelegt scheint. Ich kann mich kaum erinnern, dass er irgend wann mal "weniger" als 7 Punkte verteilte und unter 5 schon gar nicht, da Hr.Buß offensichtlich davon ausgeht, dass alleine durch seine intellektuell angehauchten Kritiken ein Tatort ein Upgrade erfährt, welches eine schlechtere Bewertung einfach nicht zulässt. So müssen wir eben damit leben, dass jeder von Hr.Buß besprochene Tatort knapp unter einem erträglichen Blockbuster eingetütet wird. Immerhin werde ich mir den Kölner Tatort anschauen, weil ich Max+Freddy noch erträglich finde und vor allem, weil ich den letzthin ausgestrahlten Kölner Tatort über die rechte Bürgerwehr sehr gelungen fand. Und letztendlich gibt es ja keine andere Möglichkeit die von Hr.Buß vergebenen 8 Punkte bestätigen oder ablehnen zu können. Und mal ehrlich, einige mal im Jahr braucht jeder von uns ein gerüttelt Maß an Spießigkeit, damit man dann am nächsten Morgen aufwacht und einem klar ist, was man im Leben ganz sicher "nicht machen" sollte... ;-)
Doch, doch: Buß hat schon weit unter 5 Punkten bewertet. Auch 10 von 10 gab es schon. Es gab, wenn ich mich recht entsinne 2 oder sogar 1 Punkt in der Bewertung. Beides stimmte aber natürlich in keiner Weise mit dem bewerteten Tatort überein. Ich glaube, Buß würfelt am Schluss, nachdem er seine "Kritik" fertig gestellt hat. Es gibt ja gerade in "Kulturfragen" beim Spiegel die Vorgabe, immer ganz anders als alle anderen zu besprechen, zu kritisieren, zu bewerten. Es galt immer schon der Grundsatz, ordentlich auf die Kacke zu hauen - aber eben in genau anderer Weise. Der Spiegel macht damit immer wieder klar, wie willkürlich, ja, beliebig Kulturkritik ist - was sie aber faktisch gar nicht ist, weil: Wenn man z.B. dramaturgische Kenntnis besitzt, oder kunsthistorische Analysefähigkeit, dann kann man bei Filmen, Gemälden, Theaterstücken etc. en gros nur zu einem ganz bestimmten Ergebnis kommen. Beim Spiegel gibt es bei den Kulturreportern aber keinerlei Beurteilungskompetenz in der von mir genannten Weise. Wer hier nicht mitschreibselt, ist selber schuld. Keine Ahnung, wie beim Spiegel das Geschreibsel in Kulturfragen verteilt wird, Kompetenz jedenfalls muss niemand dafür vorweisen. Das ist aber bei ARD und ZDF oder auch im Deutschlandfunk nicht anders. Das Ganze erreicht nicht einmal mehr Volkshochschulniveau. Hören Sie sich nur einmal an, wer beim DLF über Ausstellungen berichtet, und wie! Man hat den Eindruck, eine Hausfrau versucht ihre Emotionen beim Anblick eines Gemäldes zu beschreiben. Bei Herrn Buß ist es ja nicht anders. Die Kommentare unter der Buß-Kritik sind immer erhellender und witziger und treffender und kompetenter als seine sogenannte "Kritik".

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cafe-wien 25.03.2017, 14:15
9. Es gibt ja gute Tatorte

Zitat von kioto
Machen sie doch wie ich, ich sehe mir schon seit Jahren keine Tatort Krimis mehr an.
Ich schaue den Tatort ja nicht als "Krimi". Krimis finde ich langweilig. Und die öffentlich-rechtliche Krimiübersättigung tut das Ihrige dazu. Nein, der Tatort ist ein Fernsehfilm, der bundesdeutsche Gegenwart mit deutschen bzw. deutschprachigen Schauspielern abbildet, und natürlich österreichische (die Schweizer lasse ich außen vor, weil: Die sind unterirdisch). Und da gibt es schon "Highlights": Dortmund, Kiel, auch München, Berlin wieder, in Ansätzen Münster und Köln, die Wiener natürlich, vielleicht sogar Ulmen und Tschirner. Aber die Lücke klafft gewaltigt. Auf der anderen Seite gibt es nämlich Lowlights, die keinen einzigen Euro wert sind: an vorderster Stelle Ludwigshafen, dann Bremen und Hannover. Da letztere in absehbarer Zeit verschwinden werden, bleibt Hoffnung. Also, man muss immer sehen, warum man den Tatort guckt. Und den Kölner Tatort, wenn er nicht flüchtlingspropagandistisch daherkommt, schaue ich, um besser einschlafen zu können, da der anstrengende Arbeitsmontag ja vor der Tür steht. Wie gesagt: Von Dick und Doof wird nichts Erregendes mehr kommen. Wenn man die Darstellung von Klaus J. Behrendt z.B. sieht und sich auch anschaut, wie dieser in Talkshows auftritt, dann glaubt man, er leide unter Depression. Auf jeden Fall ist er ausgebrannt. Er hat ja auch nur diese eine Rolle in seinem Schauspielerleben. Da ist er auf einer Linie mit der unsagbar schlechten Ulrike Folkerts. Aber, wie gesagt: Das immer gleiche Kölner Ritual hat quasi-therapeutische Wirkung auf einen erholsamen Schlaf. Schon dafür lohnt es sich am Sonntagabend.

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