Forum: Kultur
Nachbarschafts-"Tatort" aus Köln: Mein Haus, meine Frau, ihr Liebhaber
WDR/ Martin Menke

Die Wäsche duftet, der Grill raucht, das Blut fließt. Der Kölner "Tatort" ist eine aufwühlende Recherche in Sachen Vorstadtglück und -unglück geworden.

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trollochito 26.03.2017, 16:32
10. Eine Prime Time Frechheit vom gemütlichen Duo

Die letzten Tatorte dieses Duos sind schon schauspielerisch ein Offenbarungseid für deutsche Prime Time Unterhaltung. Der Schenk vorweg, der meines achtens schauspielerisch maximal für Verdachtsfälle taugt. Insbesondere da die letzten Tatorte aus anderen Städten wirklich richtig gut waren und die Mühe zu erkennen war. Irgend jemand sollte den beiden doch mal sagen das Sie hier ein Millionenpublikum zu einer kostbaren Zeit unterhalten und man da doch ein wenig mehr Einsatz erwarten kann. Auch schauspielerisch gibt es sicherlich Fortbildungskurse.

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Brummi 26.03.2017, 18:16
11. Dick und Doof ...

... oder besser Laurel und Hardy im weniger dümmlichen Original sind doch eher ein Lob, werter Herr Wien. Mich stört diese schrecklich 1-Euro-Laden-Brille von Herrn Ballauf - ganz ehrlich - am meisten. Und dass diese Figur ausentwickelt scheint.

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cafe-wien 26.03.2017, 22:21
12. Nein, nein, nicht Laurel und Hardy

Zitat von Brummi
... oder besser Laurel und Hardy im weniger dümmlichen Original sind doch eher ein Lob, werter Herr Wien. Mich stört diese schrecklich 1-Euro-Laden-Brille von Herrn Ballauf - ganz ehrlich - am meisten. Und dass diese Figur ausentwickelt scheint.
Ich meinte schon bewusst Dick und Doof! Und was die Brille angeht: Einzelne Sender scheinen große Probleme mit dem Szenenbild und der Requisite zu haben. Ich erinnere gern an den ostzonalen Tatort mit Martin Brambach, wo die eine Kommissarin den ganzen Film über (Spielzeit war nicht gleich gespielte Zeit, sondern erstreckte sich über mehrere Tage!) die selbe schlabbernde kik-Hose anhatte. Ja, ich weiß: Für zwei Millionen Euro Gebührengelder pro Tatort-Folge kann man kein Handwerk mehr erwarten - weder vom Drehbuch, noch von der Regie, noch von den angegliederten Gewerken wie Requisite, Ton und Szenenbild.

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Brummi 26.03.2017, 22:58
13. Passabel!

Nach dem absoluten Tiefstpunkt der Tanzmariechen-Episode, die ich für eine der schlechtesten ever halte, war ich erstaunt, dass ich mir die Folge heute reingetan habe. Ohne Reue! Das war doch ganz passabel. Selbst die Brille schien mir erneuert. Oder stimmt das Frühlingswetter milde?

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der-waldler 27.03.2017, 08:22
14. Realistische SItuationen und gute Krimiunterhaltung

Interessanterweise geht niemand der Rezensenten auf den Tatort selbst ein, die meisten hier können ihn noch gar nicht gesehen haben, weil ihr Beitrag zeitlich vor der Ausstrahlung lag. Nun ja... Ich habe mich über diesen Tatort gefreut. Endlich mal ein Tatort, in dem nicht die Neurosen und das Privatleben der Kommissare im Mittelpunkt stehen, kein akutes politisches Nachhilfe-Thema und auch keine Geschichtsstunde angeboten worden ist, und vor allem kein böser Polizist in den eigenen Reihen der Bösewicht gewesen ist. Wie erholsam. Der Film war aktuell und realistisch aufbereitet. Es zeigt, wie aus einem Opfer eine Täterin werden kann, und wie mehrere Familien davon derart betroffen sind, dass hinter der gutbürgerlichen Familie eine grosse Unsicherheit und Angst herrschen. Ich kenne Familien aus meinem beruflichen Umfeld, ich habe selbst mit Missbrauchsopfern gearbeitet und kann nur sagen, dass dieser Film ein Stück Realität zeigt, auch wenn Gottseidank nur selten eine solche Gewalt die Folge der ursprünglichen Gewalt ist. Ich freue mich auf jeden Fall, dass auf den Kölner Tatort, ebenso wie auf den Franken- und den München-Tatort noch Verlass ist, und man fast immer einen guten Krimi zu sehen bekommt. Die anderen sozialpädagogisch-politischen Nachhilfesendungen am Sonntagabend um 20.15 Uhr kann man mittlerweile vergessen, ich schaue sie mir nicht mehr an.

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redzora 27.03.2017, 09:31
15. .

Die letzte Szene hat mich doch sehr an den "Rosenkrieg" erinnert :-)
Ob die gute Frau ihrem Mann da nicht die heißgeliebten Echsen zum Essern serviert hat?

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wahmbeck 27.03.2017, 09:42
16. Stark!

Starke Besprechung. Unterschreibe ich fast 1:1. Nur hätte ich viellEIIIICHT 9 Punkte vergeben ;-)

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Sal.Paradies 27.03.2017, 10:15
17. Ich fand ihn auch gut!

Zitat von der-waldler
Interessanterweise geht niemand der Rezensenten auf den Tatort selbst ein, die meisten hier können ihn noch gar nicht gesehen haben, weil ihr Beitrag zeitlich vor der Ausstrahlung lag. Nun ja... Ich habe mich über diesen Tatort gefreut. Endlich mal ein Tatort, in dem nicht die Neurosen und das Privatleben der Kommissare im Mittelpunkt stehen, kein akutes politisches Nachhilfe-Thema und auch keine Geschichtsstunde angeboten worden ist, und vor allem kein böser Polizist in den eigenen Reihen der Bösewicht gewesen ist. Wie erholsam. Der Film war aktuell und realistisch aufbereitet. Es zeigt, wie aus einem Opfer eine Täterin werden kann, und wie mehrere Familien davon derart betroffen sind, dass hinter der gutbürgerlichen Familie eine grosse Unsicherheit und Angst herrschen. Ich kenne Familien aus meinem beruflichen Umfeld, ich habe selbst mit Missbrauchsopfern gearbeitet und kann nur sagen, dass dieser Film ein Stück Realität zeigt, auch wenn Gottseidank nur selten eine solche Gewalt die Folge der ursprünglichen Gewalt ist. Ich freue mich auf jeden Fall, dass auf den Kölner Tatort, ebenso wie auf den Franken- und den München-Tatort noch Verlass ist, und man fast immer einen guten Krimi zu sehen bekommt. Die anderen sozialpädagogisch-politischen Nachhilfesendungen am Sonntagabend um 20.15 Uhr kann man mittlerweile vergessen, ich schaue sie mir nicht mehr an.
Den Kölner Tatort schaue ich mir, egal was Hr.Buß sagt, eigentlich immer an, wenn ich den am Sonntag Abend Zuhause bin und mir klar ist, dass er denn kommt. Ich fand den Kölner Tatort über die Bürgerwehr sehr gelungen und er zeigte sehr drastisch auf was geschieht, wenn Laien versuchen selbst Polizei und Staatsanwalt zu spielen. Und ich teile Ihre Meinung über Ballauf + Schenk. Auch ich finde, dass die sehr authentisch dargestellt werden, mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Auch den gestern fand ich gelungen und zeigte auf drastische Art, dass auch ein Vorstadtglück sehr brüchig ist. Selbst ich glaubte bis kurz vor Schluß, dass der Stiefpapa seine ehemalige Frau verbuddelt und den Erpresser vor den LKW gestoßen hat. Ich jedenfalls habe die gestrigen 90Min. nicht bereut. Und eines haben wir alle gelernt, wenn es denn etwas zu versorgen gibt, dann doch bitte mitten im Garten und am besten noch einen Teich darüber, dann kann mir auch ein Kartasteramt nicht nach vielen Jahren das Leben nachträglich versauen ;-)

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salamicus 27.03.2017, 10:30
18.

Der Tatort hat mich gut unterhalten. Die wirbeligen, aber nachvollziehbaren Twists am Schluss, der extratrockene Humor des ungetreuen Reisenden, die leise, nur angedeutete versöhnliche Geste am Esstisch ("schmeckt gut"). Auch hier stellten die Nebenfiguren das Ermittlerteam in den schauspielerischen Schatten. Schön und glaubhaft dargestellt auch die (unfreiwillige) Komplizenschaft zwischen Spießer Schenk und den Bewohnern der Wohnidylle.

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GinaBe 27.03.2017, 14:03
19. Bravo!

Gratulation nach NRW und den beiden Köln- Ermittlern, die wohlfeile, gute, spannende und abgründige Sonntagabendunterhaltung boten.

Sehr schön zeichnete der gar nicht vorhersehbare oder gar langweilige oder etwa blutrünstige Tatort die eintönige Einfamilienhaussiedlung mit ihren Bewohnern, die sich im Stil Schlafes Bruder- Dorf mit- und ineinander verstrickt hatte. Kleinkrieg und tiefste Abscheu vor häuslichem Elend sorgte für Mord.----
Bemerkenswert waren für die Stimmung jene Schnitte und Flüge über die Häuser und Gärten und - nicht zuletzt die unheilvolle Musik, die dem ganzen unterlegt war.
10 Punkte

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